Donnerstag, 9. April 2020

Corona-Krise und Digitalisierung

Eine kleine Auswahl an lesenswerten Beiträgen, die sich mit dem Zusammenhang von Corona-Krise und Digitalisierung befassen:
  • Sascha Lobo: Die eierlegende Wollmilch-App (Spiegel)
  • HIIG: Digitale Technologien und die Pandemie (Digital Society Blog)
  • Lisa Hegemann: Digitalvereine kritisieren Jens Spahns geplante Corona-App (Zeit)
  • Corona-App: "Ich wette darauf, dass in Deutschland alle mitmachen", Interview mit Hans-Christian Boos (Zeit)
  • Jan-Felix Schrape: Corona-Krise und Soziologie (5): Digitalisierung II (Gedankenstrich.org)
  • Miriam Meckel: Tech gegen Corona (ada)
  • Petra Pinzler: Alltag in Corona-Zeiten: Deutschland lernt digital (Zeit)
  • Jan-Felix Schrape: Corona-Krise und Soziologie (3): Digitalisierung (Gedankenstrich.org)
  • Kai Kauffmann / Matthias Buschmeier: Studium zu Corona-Zeiten: Ungeübt in der digitalen Lehre (FAZ)
  • Rainer Mühlhoff: Digitale Grundrechte nach Corona. Warum wir gerade jetzt eine Debatte über Datenschutz brauchen (Netzpolitik.org)
  • Ulf Buermeyer / Johannes Abeler / Matthias Bäcker: Corona-Tracking & Datenschutz: kein notwendiger Widerspruch (Netzpolitik.org)
  • Yuval Noah Harari: The world after coronavirus (Financial Times)

Kommentare:

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  2. Ein wie ich finde, toller Artikel von Petra Pinzler. Ich sehe die Corona-Krise auch als eine Chance für die ältere Generation und die schwachen Menschen und zwar als eine Chance der gegenseitigen Solidarität. Senioren sind selten im Internet aktiv und haben noch große Defizite hinsichtlich digitaler Kompetenzen. Der Umgang mit digitalen Medien ist ihnen noch fremd, da sie mit diesen Technologien nicht aufgewachsen sind. Wir, die sogenannten „digital-natives“, können ihnen in dieser sehr herausfordern Zeit die „digitale Welt“ etwas näherbringen.

    Mein Onkel, der zu der Risikogruppe gehört und sich Jahre lang mit Internet verweigert hat, konnte nun die Erfahrung machen, dass Onlinelieferdienste ihm das Einkaufen erleichtern. Mit Unterstützung konnte er sich ein Benutzerkonto einrichten, um zukünftig seine Einkäufe online zu erledigen. Um den Kontakt zu seiner Familie und seinen Enkeln aufrecht zu halten, standen mein Bruder und ich ihm bei der Einrichtung von Software für Videokonferenzen auch zur Seite.

    Auch Pfarrer und Pastoren stoßen in dieser Zeit auf kreative Ideen. Viele Kirche verlagern ihre Gottesdienste ins Internet. Menschen, die durch Krankheit oder Alter nicht an einem Gottesdienst in ihrer Ortskirche teilnehmen können, haben nun durch Online-Gottesdienste, die Möglichkeit seit langem dies so zu erleben. Gläubige auf der ganzen Welt können auf die Weise den Gottesdienst feiern. Viele Kirche möchten die Angebote auch nach der Corona-Krise beibehalten.

    Meines Erachtens lassen sich viele Herausforderungen, durch den Gebrauch digitaler Medien gut bewältigen.

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  3. Der Artikel von Sascha Lobo trifft einen Nagel auf den Kopf, der für uns in Deutschland immer mehr zum Problem für die Zukunft wird. Wir sind ein Land von digitalen Analphabeten und sogar noch stolz darauf. Lobo beschreibt sehr schön wie viele Menschen auf einaml die Lösung der Krise auf eine App projezieren, was die aber gar nicht leisten kann, was man wissen könnte wenn man nur wüsste wie so eine Tracing App überhuapt funktioniert und für welchen Zweck sie eigentlich gedacht ist. Lobo sagt ausdrücklich, dass wir die App brauchen und ich finde da hat er auch recht, aber er zeigt eben auch wie eine Mischung aus Sicherheitswahn getarnt als Datenschutz und eine gewisse Technologiefeindlichkeit Deutschlands digitale Entwicklung ausbremst.

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  4. Der Beitrag von Kai Kauffmann und Matthias Buschmeier bringt meiner Meinung nach, die Fakten auf den Tisch. Ein Digital-Semester bringt Vorteile als auch Nachteile mit sich. Das Online-Semester ist sehr zeitaufwändiger als an der Hochschule, denn man neigt dazu aufmerksamer den Sitzungen zu folgen und sich intensiver mit den Aufgabenstellungen zu befassen. Der Lernende kann seinen Tag beliebig planen und sich mehr Auszeit nehmen. Die negativen Punkte sind wiederum, dass es schwierig ist, Diskussionen zu führen z.B. in politischen Seminaren. Ein Riesenproblem sind auch die Überlastungen in den einzelnen Servern, denn oftmals tretet das Problem auf, dass die Lern-Server nicht funktionieren und man daher seine Aufgaben und seine Leistungsnachweise nicht erledigen kann. Dies kann zu einer Verwirrung der eigenen Organisation führen.
    Insgesamt finde ich, dass das Digital-Semester eine gute Alternative zur jetzigen Situation ist. Allerdings bleibt der Lernvorgang vor der Corona-Krise immer noch die Bessere, da sie weniger zeitaufwändig ist, man keine technische Probleme hat und die soziale Arbeitsaktivität höher ist.

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  5. Eine App, um die es in dem Artikel von Lisa Hegemann geht, ist eine gute Idee. Datensätze werden über Bluetooth austauscht. Wenn sich einer der Nutzer infiziert, kann er das der App mitteilen. Dann werden die Kontakte des Nutzers anonym benachrichtigt, dass einer aus ihrer Umgebung positiv getestet wurde und sie potenziell gefährdet sind.
    Damit das Ganze funktioniert, müssten natürlich viele sie nutzen und mitmachen. So könnte man Corona eindämmen und damit die aktuelle Situation entspannen. Vermutlich würden sogar Menschenleben gerettet werden. Aber sie ist mir was die zentrale Datenspeicherung anbelangt zu undurchsichtig. Datenschutztechnisch sind Apps wie WhatsApp zwar mindestens genauso unsicher, aber für meine Generation fast „überlebenswichtig“.
    Ich denke, dass eben wegen der Sicherheitsbedenken, die App in der breiten Bevölkerung nur wenig Anklang finden würde. Einige würden sie bestimmt runterladen, aber hätten ihr Handy nicht immer am Körper, oder einfach das Bluetooth ausgeschaltet.
    Damit die App auf große Akzeptanz in der Bevölkerung stößt, könnte die Politik dafür Versprechungen abgeben, dass sie die Einschränkungen teilweise runterfahren, bzw. ganz aufheben würden.
    Wahrscheinlich würde ich mir die App trotz meiner Bedenken, auch runterladen. Dass sie aber in der breiten Masse runtergeladen wird, und damit auch funktioniert, bezweifle ich.

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  6. Der Artikel von Kai Kauffmann und Matthias Buschmeier beschreibt unsere jetzige Lage an der PH treffend. Die zwei haben schon am 03.04.20 darüber aufmerksam gemacht wie den Hochschulen die nötige Ausstattung fehlt, um das digitale Semester reibungslos durchziehen zu können. Wir hatten seit Beginn des Semesters Probleme mit unserer Plattform Moodle und erst in den letzten paar tagen bemerke ich eine einen etwas angenehmeren Ablauf im Moodle System.
    Wie die zwei auch schon im Artikel erwähnt haben ist es sehr schwer für die Hochschulen, in so einer kurzen Zeit, die technischen Vorrausetzungen für ein Digitales Semester aufzubringen.
    Natürlich bietet ein digitales Semerster so wohl Vorteile wie auch Nachteile, nur muss für so ein Semester die Hochschule gut gerüstet sein. Die Krise hat gezeigt, dass wir das leider nicht sind.

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  7. Neben all dem Leid, dass die Corona-Pandemie ausgelöst hat, kann sie unser zukünftiges Leben auch zweifelsfrei verbessern. Plötzlich befinden wir uns mitten in einer Krise, doch die Not lässt uns erfinderisch machen und zwingt uns nach Innovationen und Veränderungen zu greifen. Es war längst Zeit, dass Hochschulen ihre Studienangebote mehr ins Internet verlagern. Für viele Studierende, die beispielsweise schon Kinder haben oder nebenbei arbeiten müssen, um sich ihr Studium zu finanzieren, ist E-Learning der perfekte Weg, um Studium und Privates miteinander flexibel zu verknüpfen. Während das Home-Schooling eine große Last für Schüler*innen und deren Eltern zu Hause darstellt, können erwachsende Studierende sicherlich von der Digitalisierung profitieren. „Das neue Semester als große Chance?“, wie es in Kauffmanns und Buschmeiers Beitrag heißt, ja, gut möglich. Nun ist es an der Zeit, dass Lehrende und Studierende gemeinsam voneinander lernen. Dass das klassische Seminar nicht einfach zu ersetzen ist, erscheint allen völlig logisch, dennoch sollte nach diesem Corona-Semester genügend Zeit für Reflexionen und Diskussionen eingeplant werden, um miteinander die Chancen der Digitalisierung zu erkennen und jene umzusetzen. In einer Welt, die im Ausnahmezustand ist, bewährt sich „Learning by doing“ als ein wichtiges Merkmal.

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  8. Der Beitrag "Alle sind online" von Sascha Dickel bringt interessante Standpunkte zur aktuell voranschreitenden Digitalisierung. Dass die digitalen Möglichkeiten eine enorme Hilfe sein können, hat sich schon längst vor Corona gezeigt. Dennoch ist es eine große Umstellung völlig auf online zu bauen und auf persönliche soziale Kontakte verzichten zu müssen. Der Beitrag zeigt gut auf, dass die momentane Situation nicht nur positives mit sich bringt, sondern ein gefüllter Vorlesungssaal, flüchtige Unterhaltungen auf der Arbeit oder persönlicher Unterricht in der Schule nicht durch räumliche Trennung zu ersetzen sind. Er erwähnt ebenso Personen, welche nicht direkt vom digitalen Fortschritt profitieren: "Ein Maurer kann nicht ins Homeoffice wechseln" Er kann sich höchstens "sicherer" fühlen, da er nun weniger Menschen begegnet. Es stellt sich meines Erachtens nach in diesem Diskurs also die Frage, inwiefern Personen ausgeschlossen werden und inwieweit die momentane Form der Digitalisierung die Gesellschaft spaltet.

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  9. Corona als digitale Renaissance Deutschlands?
    Der Artikel „Deutschland lernt digital“ von Petra Pinzler beschreibt die Renaissance des Images des Internets in Deutschland. Als vor ein paar Monaten sich die Unaufhaltsamkeit von Hetze und Beleidigungen im Internet immer stärker zuspitzte und auch YouTube-Stars in die Politik eingriffen und zum Nichtwählen bestimmter Parteien aufriefen, verlor das Internet vor allem in den älteren Generationen stark an Ansehen und Attraktivität. „Warum sollte man sich damit beschäftigen? Ist doch eh nur Zeitverschwendung!“
    Jetzt wo wir uns in der Corona-Krise befinden, spielt gerade das Internet nicht nur in Kommunikation „junger Menschen“ sondern auch für viele ältere Menschen eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Direkte Kommunikation ist aus Ansteckungsgefahr nicht mehr ratsam und so müssen sich viele Menschen sich nun mit diesem „neumodischen Zeugs“ beschäftigen, um auch ihre Kinder, Enkelkinder oder Freunde sehen und sprechen zu können.
    Dadurch lernen nicht nur viele Menschen den Umgang mit Digitalen Medien, sondern es können Vorurteile abgebaut und Horizonte erweitert werden, dass das Internet nicht nur aus YouTube, Facebook und Amazon besteht.
    So hat die Corona-Krise wenigstens einen positiven Aspekt.

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  11. Kommentar zu „Ungeübt in die digitale Lehre“ von Kai Kauffman und Matthias Buschmeier:
    Der Artikel der beiden Autoren gefällt mir sehr gut. Sie haben am 03.04.2020 eine sehr zutreffende Prognose für das Sommersemester 2020 gegeben. Sie zeigen einige Spannungsfelder der digitale Lehre auf. So beschreiben sie die fehlenden technischen und didaktischen Kompetenzen auf Seiten der Dozierenden. Zu diesem Punkt möchte ich Stellung nehmen und etwas relativieren: Die Umsetzung des Onlinesemesters finde ich von den allermeisten Dozenten wirklich sehr gelungen. Den Großteil erlebe ich als sehr engagiert und kompetent, was den Umgang mit digitalen Medien anbelangt. Ebenso habe ich den Eindruck, dass Teile der Dozierenden sich der Herausforderung motiviert stellen und gut umsetzen. Jedoch existiert aber auch das genaue Gegenteil und das finde ich persönlich sehr schade. Vor allem aufgrund des pädagogischen Hintergrunds. An der PH Lubu werden überwiegend Menschen ausgebildet, die später in der Lehre tätig sein wollen. Damit geht meiner Meinung eine gewisse Lebenslange Lernbereitschaft einher. Mit dem Punkt möchte ich auf die Diskrepanz hinweisen, dass vereinzelte Dozierende eine hohe Arbeitsbereitschaft und Motivation von Seiten der Studierenden erwarten, selbst aber nicht den Ansporn verspüren, der digitalen Lehre gerecht zu werden, in dem sie ihre medialen Kompetenzen ausbauen.
    Ein weiterer Punkt den die Autoren ansprechen ist, dass die Onlinelehrer ein klassisches Seminar nicht ersetzt. Dem stimme ich zu. Denn vor allem der dialogische Austausch fehlt aus mehreren Gründen. Der persönliche Austausch im Gespräch bringt eine gewisse Effizienz mit sich. Damit will ich sagen, dass eigene Wissenslücken relativ schnell erfragt und dadurch geschlossen werden können. Jetzt wiederum ist es so, dass diese Lücken zum Teil zeitaufwendig durch Recherche geschlossen werden müssen. Dies erweitert sicherlich den eigenen Wissenshorizont auf eine ganz eigene Art und Weise. Trotzdem leidet die Zielorientierung in Form des Erledigens der Aufgabe, die zum Bestehen nötig sind. Es kommt zu einem zeitlichen Mehraufwand.
    Ein weiterer Punkt der fehlt sind die vielfältigen Standpunkte der Kommilitonen. Mir fällt es momentan deutlich schwieriger ein Sachverhalt mehrperspektivisch zu betrachten.

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