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Freitag, 3. April 2026

"Denkt" die KI?

Künstliche Intelligenz (KI) steht aktuell hoch im Kurs. Ich wage zu behaupten, dass fast jeder sie nutzt, sei es privat, in der Schule, im Studium oder im Beruf. Es scheint schon selbstverständlich, bei Fragen oder Problemen die KI zu fragen und sie für uns „denken“ zu lassen. Aber kann man das, was sie mit unseren Inputs macht, wirklich „denken“ nennen? Oder anders gefragt: Inwiefern kann man es als „denken“ bezeichnen, wenn wir das, was die KI macht, mit unserem Denken vergleichen? Ich habe die Frage an ChatGPT gestellt. So hat ChatGPT auf den Prompt „Denkt die KI?“ geantwortet:
Kurz gesagt: Nein - KI denkt nicht wirklich so wie ein Mensch.

Aber sie kann so wirken, als ob sie denkt, weil sie sehr gut Muster erkennt und darauf reagiert. Eine KI wie ChatGPT verarbeitet Texte und Daten mit mathematischen Modellen. Dabei passiert Folgendes:

1. Mustererkennung statt echtes Denken
KI-Modelle werden mit sehr vielen Beispielen trainiert. Sie lernen dabei Muster in Sprache und Information zu erkennen. Wenn du eine Frage stellst, berechnet das System wahrscheinliche passende Antworten.

2. Kein Bewusstsein
KI hat kein Bewusstsein, keine Gefühle und keine eigenen Absichten. Sie „weiß“ nichts im menschlichen Sinne – sie berechnet nur Antworten.

3. Warum es trotzdem wie Denken wirkt
Moderne Modelle (z.B. große Sprachmodelle) können:
> Zusammenhänge erkennen
> Probleme Schritt für Schritt lösen
> Texte sehr natürlich formulieren

Das lässt es so wirken, als würde die KI nachdenken, obwohl im Hintergrund nur Statistik und Rechenoperationen laufen. 

Vergleich:
> Mensch: denkt mit Erfahrung, Emotionen und Bewusstsein
> KI: berechnet Wahrscheinlichkeiten

(ChatGPT, persönliche Kommunikation, 27. März 2026)
Die Antwort, die das Denken der KI verneint, scheint für mich plausibel, und intuitiv würde ich dem auch so zustimmen, aber was steckt wirklich dahinter? Kann es sein, dass die KI vielleicht doch denkt? Es erscheint doch im Chat beim Warten auf die Antwort „Denkt…“. Denkt sie also wirklich?

Diese Frage zu beantworten, erweist sich als sehr knifflig. Dies beginnt schon damit, dass der Begriff des Denkens nicht eindeutig definiert werden kann und auch die Hirnforschung durchaus noch vieles aufdecken muss, um diese Frage eindeutig beantworten zu können.

In diesem Beitrag möchte ich mich intensiver damit beschäftigen, ob die KI wirklich denkt, und versuchen, eine Antwort darauf zu finden. Um der Frage nachzugehen, ist es zunächst notwendig, sich das Denken genauer anzuschauen. Anschließend daran gilt es, ein Augenmerk auf die KI und deren Funktionen zu legen. Nachdem die Grundlagen betrachtet worden sind, richtet sich die Aufmerksamkeit auf den zentralen Punkt der Arbeit, und zwar die Frage „Denkt die KI?“. Abschließen möchte ich den Beitrag mit einem Fazit.

Samstag, 21. März 2026

Algorithmen und politische Meinungsbildung

In modernen Demokratien ist die freie politische Meinungsbildung eine zentrale Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit des politischen Systems. Bürgerinnen und Bürger müssen sich über gesellschaftliche Entwicklungen informieren, unterschiedliche Positionen abwägen und auf dieser Grundlage eigene politische Urteile bilden. Demokratie setzt die freie Meinungs- und Willensbildung aller Bürgerinnen und Bürger voraus. Die Meinungsbildung wird im digitalen Zeitalter aber zunehmend durch die Medien und insbesondere bei den jüngeren Generationen durch die neuen Medien vermittelt (vgl. Kalb 2017, S. 3).

Traditionell erfolgte dieser Prozess vor allem über klassische Massenmedien wie Zeitungen, Radio und Fernsehen, die eine gemeinsame Informationsbasis bereitstellten und öffentliche Debatten strukturierten. Mit der zunehmenden Digitalisierung ist jedoch ein grundlegender Wandel eingetreten, der nicht nur die Medienlandschaft an sich, sondern auch die Bedingungen der politischen Meinungsbildung beeinflusst (vgl. Katzenbach 2018, S. 2).

Die globale digitale Transformation hat in den letzten Jahren zunehmend an Dynamik gewonnen und deutliche Auswirkungen sowie globale Zusammenhänge sichtbar gemacht. Heute stehen vor allem allgegenwärtige KI-Systeme im Mittelpunkt wissenschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher, normativer und regulatorischer Diskussionen. Von besonderer Bedeutung sind hier algorithmische Datenauswertungen zur Steuerung wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhaltens, die für die politische Entscheidungsfindung und die Strukturierung öffentlicher Kommunikation von Bedeutung sind und so die Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger mitgestalten (vgl. Friedewald/Roßnagel 2022, S. 17).

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Auswirkungen Algorithmen auf die politische Meinungsbildung in demokratischen Gesellschaften haben. Einerseits eröffnen digitale Medien neue Möglichkeiten der Information und Partizipation, indem sie den Zugang zu politischen Inhalten erleichtern und unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen. Andererseits besteht die Gefahr, dass algorithmische Auswahlmechanismen die Wahrnehmung politischer Realität verzerren, indem sie vor allem Inhalte hervorheben, die bestehenden Interessen und Überzeugungen entsprechen. Genau an diesem Punkt treten Phänomene wie Filterblasen und Echokammern auf, die wiederum zur Fragmentierung der Öffentlichkeit und Verstärkung politischer Polarisierung beitragen können (vgl. Deutscher Bundestag 2022, S. 9–11).

Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, wie Algorithmen die politische Meinungsbildung beeinflussen und welche Folgen sich daraus für demokratische Prozesse ergeben. Zunächst werden grundlegende Begriffe wie politische Meinungsbildung und öffentliche Kommunikation erläutert. Anschließend wird die Rolle von Medien in demokratischen Systemen dargestellt und die Funktionsweise künstlicher Intelligenz sowie algorithmischer Empfehlungssysteme erklärt. Darauf aufbauend werden zentrale Mechanismen wie Personalisierung, Selektion, Filterblasen und Echokammern analysiert. Abschließend wird untersucht, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die demokratische Meinungsbildung haben und inwiefern sie Chancen und Risiken für den öffentlichen Diskurs mit sich bringen.

Dienstag, 2. Dezember 2025

KI - Alles kann, aber nichts muss

Kein Thema beherrscht die aktuellen Debatten so sehr wie KI. Befürworter wittern in der Künstlichen Intelligenz die Lösung (beinahe) aller Probleme, während Gegner vor allem Gefahren sehen und in erster Linie aufzählen, was die KI (möglicherweise noch) nicht kann. Traditionell werden technologische Meilensteine eher kritisiert, als mit offenen Armen begrüßt. So geschehen bei den ersten Eisenbahnen, als das Königlich Bayrische Medizinkollegium zum Schluss kam, „Ortsveränderungen mittels irgendeiner Art von Dampfmaschine sollten im Interesse der öffentlichen Gesundheit verboten sein“. Dies wurde vor allem mit der hohen Geschwindigkeit der Fortbewegung begründet, die bei Zuschauern und Passagieren „geistige Unruhe“ hervorrufen würde. Wer heute Bahn fährt, weiß, dass geistige Unruhe im Zusammenhang mit Zügen in erster Linie durch die Verspätungen der Deutschen Bahn auftritt. Gäbe es das Königlich Bayrische Medizinkollegium noch, so würde es vermutlich vor Künstlicher Intelligenz warnen. Wie schon damals, ist dieser Zug jedoch längst abgefahren, denn KI hat längst Einzug gehalten.

Der Konflikt zwischen Befürwortern und Gegner findet oftmals auf dem Gebiet einer Frage statt: „Kann KI das“? Schon die Formulierung der Frage ist jedoch unzureichend, denn schon jetzt gibt es eine Vielzahl an Programmen und eine noch höhere Zahl in der Entwicklung. Dabei verfügen die Anbieter teilweise über grundsätzlich andere Herangehensweisen, weshalb sich Programme für unterschiedliche Felder eignen. Die Frage ist also in etwa so unterkomplex, als würde man einen Ingenieur fragen, ob Autos eine Wüste durchqueren können. Sollte sich jemand nach diesem Text berufen fühlen, den Versuch zu unternehmen, die Sahara mit einem Fiat 500 zu durchqueren, wünsche ich ihm an dieser Stelle viel Glück. Da sich KI anders als Autos noch in einer frühen Phase der Entwicklung befindet, gleitet der Blick jedoch vor allem in die Zukunft. Wen oder was wird KI ersetzen können? Welche Probleme wird KI für uns lösen? Kann die KI wie in Science-Fiction Filmen außer Kontrolle geraten? Während Fragen der Kontrolle, insbesondere im Hinblick auf Gefahren, Datenschutz und Urheberrecht durchaus ihre Berechtigung haben, sollte die Frage über die Möglichkeiten einer Künstlichen Intelligenz niemals für sich selbst stehen. Denn nur weil etwas technisch gesehen möglich ist, ist dies noch lange kein Grund, es auch zu versuchen.

Während sich bei Errungenschaften in der Genforschung stets die moralische Frage stellt, inwiefern der Mensch in solche Prozesse eingreifen sollte, stellt sich bei Künstlicher Intelligenz die Frage, ob wir möchten, dass sie eingreift. Das betrifft vor allem Berufe, bei denen Menschen eingesetzt werden, die in Zukunft vielleicht von der KI erledigt werden könnten. Warum noch ins überfüllte Wartezimmer sitzen, wenn man vom Sofa aus bequem dem Robodoc seine Symptome schildern kann? Warum noch im Restaurant ärgern, wenn die Kellnerin einen Teil der Bestellung vergessen hat? Warum das Problem des Lehrermangels nicht mit einer KI lösen, die ohnehin unabhängiger bewertet und individuell auf alle eingehen kann?

Die Antworten auf diese Fragen mögen unterschiedlich ausfallen, doch gemein ist allen Berufen, dass menschliche Interaktion dabei eine zentrale Rolle spielt. So ärgern wir uns vielleicht, wenn am Ende etwas anderes als das Bestellte auf dem Tisch landet, der Lehrer wieder dem Liebling aus der ersten Reihe die beste Note gibt und wir für die Diagnose „Erkältung“ eine Stunde im Wartezimmer zubringen. Gleichzeitig profitieren wir jedoch von der Interaktion mit den betreffenden Personen. Der Hausarzt, der uns schon durch unsere Kinderkrankheiten geholfen hat. Die Kellnerin im Stammlokal, die unsere Bestellung ohnehin schon kennt, und vielleicht auch der Lehrer, der erkennt, dass es uns nicht gut geht und uns deshalb einmal nicht an der Tafel vorrechnen lässt. Selbst wenn all dies ausbleibt, so trägt die Interaktion mit Menschen mehr zu unserer Zufriedenheit bei, als es im Alltag deutlich wird. Auffallend war dies zuletzt während der Coronakrise, als Gesichter hinter Masken verschwanden und die meisten Menschen in ihren Wohnungen.

Der Soziologe Hartmut Rosa attestiert der Gesellschaft eine „Entfremdung“, deren Ursache im Zwang der immer höheren Beschleunigung und Effizienz der Wachstumsgesellschaft liege. Auch im Falle der KI und vor allem in den genannten Beispielen wäre die Folge ebenfalls eine gesteigerte Effizienz. Kritiker sehen Berufe in Gefahr, während Befürworter vor allem Chancen wittern. Nicht zuletzt mit der Begründung, die KI könne uns Lebenszeit zurückgeben, wenn sie Dinge für uns erledigt. Im Falle des Arztbesuches hätte man also eine Stunde mehr, die man erkältet im Bett liegen könnte. Eine Arztpraxis könnte mehr Patienten aufnehmen und sich gleichzeitig den besonders schweren Fällen intensiver widmen. Dass das Phänomen der Entfremdung dadurch abnimmt, dass man nun noch mehr als ohnehin schon mit seinem Smartphone oder Computer interagiert, ist hingegen nicht zu erwarten. Auch vergangene Erfindungen machten die Menschen effizienter. Das Gefühl, deshalb mehr Zeit zu besitzen, blieb bisher dennoch aus.

Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz hat bereits einen Stand erreicht, bei dem wir sicher sein können, dass sie nicht wieder verschwindet. Die Befürworter werden weiter Chancen sehen und die Gegner Risiken. Wo die Grenzen der KI liegen, ist momentan weder abzusehen noch wirklich relevant. Vergegenwärtigt man sich jedoch den aktuellen Stand und zieht in Betracht, welche Fortschritte Computer gemacht haben, liegen die Grenzen vermutlich außerhalb unserer Vorstellungskraft. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Künstliche Intelligenz unser Leben einfacher machen kann. Ob sie es auch besser macht, bleibt abzuwarten. Anstatt sich also zu fragen, ob die KI etwas kann, oder womöglich eher, wie lange es noch dauert, bis sie es kann, sollte man sich fragen, ob sie das auch soll. Das Motto könnte also lauten: „Alles kann, aber nichts muss“.

Siehe:

  • https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Als-die-Staatsbahn-in-Braunschweig-auf-Jungfernfahrt-ging,staatsbahnbraunschweig100.html
  • https://www.spiegel.de/kultur/literatur/hartmut-rosa-beschleunigung-und-entfremdung-a-908140.html

Samstag, 4. Oktober 2025

Der Tod des Internet - Film über KI von Mario Sixtus

KI ist (nicht nur in Bildung und Wissenschaft) das Thema der Stunde. Nun hat Mario Sixtus einen knapp einstündigen Dokumentarfilm zum Thema produziert, der unbedingt sehenswert und hier in der Arte Mediathek zu finden ist: https://www.arte.tv/de/videos/122187-000-A/ki-der-tod-des-internets/

Montag, 16. September 2024

Chancen und Risiken der KI-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum

KI-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum: Eine Abwägung zwischen Sicherheit und Grundrechten

Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) und ihre brisante Anwendung hat in den letzten Jahren zu einer intensiven Debatte geführt - einer Debatte u.a. über die Chancen und Risiken der KI-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum. Sind die Ängste berechtigt und hat die KI-Gesichtserkennung überhaupt einen gesellschaftlichen Mehrwert?

Ursprünglich sollte die Technik der Sicherheit dienen. Doch mittlerweile nimmt sie gravierenden Einzug in unser öffentliches Leben. KI-Befürworter betonen die potenziellen Vorteile, wie die Verbesserung der öffentlichen Sicherheit und die Unterstützung bei der Strafverfolgung. Ihre Kritiker warnen vor den erheblichen Risiken, die mit ihrer Nutzung einhergehen.

Die Technologie der Gesichtserkennung hat enormes Potenzial bei der Überwachung und der Sicherheit von Bereichen im öffentlichen Raum. Durch den Einsatz von KI können öffentliche Bereiche schneller und einfacher beobachtet werden. Dennoch gibt es ein Spannungsfeld. In Europa steht die Technologie in der Bedrängnis zwischen Sicherheitsbedürfnissen und dem Schutz der Grundrechte.

Sonntag, 15. September 2024

Wie kann künstliche Intelligenz in Zukunft Einfluss auf Migrationsprozesse nehmen?

,,Künstliche Intelligenz‘‘ ist momentan ein Schlagwort, das mit Innovation und Fortschritt verbunden wird. In vielen Lebensbereichen wird künstliche Intelligenz (KI) verstärkt in unterschiedliche Prozesse integriert, sei es z.B. beim autonomen Fahren oder in der Medizin. Während einige den völligen Kontrollverlust des Menschen über die KI befürchten, setzen andere ihre Hoffnungen auf eine digitale Revolution durch die große Bandbreite an Aufgaben, die KI-generierte Systeme in Zukunft übernehmen könnten. 

Auch im Bereich Migration gibt es eine Vielzahl neuer technologischer Entwicklungen, die mit künstlicher Intelligenz operieren. Durch sie soll die häufig als unübersichtlich und ineffizient wahrgenommene Migrationspolitik in Zukunft maßgeblich verändert werden. Menschenrechtsorganisationen warnen jedoch vor teilweise verheerenden Gefahren von künstlicher Intelligenz für Menschen auf der Flucht und Migrant*innen. Als besonders vulnerable Gruppe bräuchten sie den Organisationen zufolge mehr Schutz, weshalb zu großer Vorsicht und Zurückhaltung im Umgang mit KI an Grenzen aufgefordert wird. 

Doch wie sieht der Einsatz von KI im Politikfeld Migration konkret aus? Welche Chancen erhofft man sich davon und wie groß sind die Gefahren? Im Folgenden werden anhand von Beispielen fünf Bereiche vorgestellt, in denen auf künstlicher Intelligenz basierende Instrumente Einfluss auf Migrationsprozesse nehmen. Im Fokus stehen dabei Vorhersagetools, neue Möglichkeiten zur Grenzüberwachung, der Einsatz von KI bei Grenzkontrollen, in Asylverfahren und als Unterstützung im Alltag von Migrant*innen bzw. von Menschen auf der Flucht. Nach der näheren Betrachtung dieser fünf Bereiche wird eingeschätzt, welche Auswirkungen künstliche Intelligenz auf Migrationsprozesse hat und in Zukunft haben könnte. Zu Beginn wird außerdem der jüngst in Kraft getretene AI-Act der Europäischen Union (EU) und damit der rechtliche Rahmen von KI in der EU in Bezug auf Aspekte der Migration beleuchtet.

Montag, 1. Juli 2024

KI in Videospielen

Künstliche Intelligenz ist das Thema Nummer 1 in fast jedem Lebensbereich. Ob es der Servicemitarbeiter ist, der dank neuer Technik kostengünstig ersetzt werden kann, oder der Aufsatz, den man in der Schule abgibt. Auch in Videospielen kommt künstliche Intelligenz immer mehr zum Einsatz, aber war das nicht schon immer so?

Tatsächlich bedienen sich Videospiele schon sehr lange an künstlicher Intelligenz. Man muss hier jedoch größtenteils von „unechter“ künstlicher Intelligenz sprechen. Es mag den Anschein erwecken, dass NPCs in Skyrim wirklich auf den Spieler reagieren und man in Tell Tale Spielen nie weiß, wie eine Konversation endet, aber das stimmt so nicht. Auch wenn man als Spieler das Gefühl hat, dass NPCs aktiv auf Spieler reagieren, folgen sie eigentlich nur einem Skript, das im Hintergrund ausgeführt wird. Der Spieler kann die NPCs also durch seine Handlung beeinflussen, die gleiche Handlung löst aber auch immer die gleiche Reaktion aus. Spielt man ein Spiel nicht zu oft durch oder achtet nicht extrem darauf, fällt das kaum auf, aber von echter künstlicher Intelligenz kann man trotzdem nicht sprechen.

Anders sieht das im Adventuregame Vaudeville aus. Hier wird echte künstliche Intelligenz benutzt, um Charaktere zum Leben zu erwecken. Das Ziel ist es, als Detektiv Mordfälle zu lösen, indem man mit verschiedenen NPCs spricht. So richtig funktionieren tut das Spiel zwar nicht immer und die Dialoge können schnell etwas albern werden, aber es gibt kein Skript, das heißt jeder Spieldurchlauf ist potenziell einzigartig.

Künstliche Intelligenz hat gerade erst richtig Fuß gefasst in der Videospielszene, könnte diese aber komplett auf den Kopf stellen. Die Möglichkeiten, Charaktere zum Leben zu erwecken, sind definitiv gegeben, gleichzeitig kann man aber auch einige Möglichkeiten kritisch begutachten. Dialoge können von ChatGPT geschrieben werden, um Arbeit zu sparen, aber das nimmt dem Ganzen eventuell auch etwas von seiner Kunst. Es bleibt also abzuwarten, inwieweit große Spiele sich dieser Technik bedienen.

Newsartikel über KI in Videospielen: https://www.pcgames.de/Kuenstliche-Intelligenz-Hardware-279517/Specials/ubisoft-microsoft-ghostwriter-inworld-nvidia-ai-reportage-dokumentation-faceit-1438040/

Einblick ins Spiel Vaudeville: https://youtu.be/uE1QFZFLJnY?si=7LIbQKcn0iyBFFi1

Montag, 10. Juni 2024

KI als Lernbuddy

In der heutigen Diskussion über Künstliche Intelligenz dominieren oft die negativen Aspekte wie Datenschutzbedenken und ethische Herausforderungen. Jedoch sollten die positiven Aspekte sowie das Potenzial, das KI in Bereichen wie Bildung bietet, nicht übersehen werden. Insbesondere als "Lernbuddy" kann KI eine wertvolle Unterstützung für Lernende sein, indem sie personalisiertes Lernen rund um die Uhr ermöglicht, komplexe Fragen beantwortet und Lehrkräfte entlastet. Diese innovativen Einsatzmöglichkeiten bieten vielversprechende Ansätze, um das Lernen effektiver und zugänglicher zu gestalten. KI kann beispielsweise

  • Fragen beantworten
  • Erklärungen sowie Erklärungsansätze angeben
  • bewerten und Feedback liefern
  • Lehrmaterial übersetzen

Die generativen Fähigkeiten ermöglichen umfassende Antworten auf komplexe Fragestellungen und eine stetige Optimierung.Trotzdem gilt: KI ist ein Werkzeug wie ein Taschenrechner, jeder Benutzer muss beurteilen können, was die KI ausspuckt, und sollte die Angaben auf Richtigkeit überprüfen.

Quellen:

Dienstag, 4. Juni 2024

KI-basiertes Übersetzen mit DeepL

Wie der Name schon vermuten lässt, ist DeepL Translator ein Übersetzungstool, das mithilfe von maschinenbasiertem Lernen funktioniert. Durch dieses sogenannte ‚Deep Learning‘ lernt der Übersetzer bei jeder Nutzung dazu und wird so nach und nach immer besser. Durch neuronale Netze und umfangreiche Trainingsdaten war das Programm schon bei seiner Einführung im Jahr 2017 besser als viele bekannte Dienste wie beispielsweise der Google Translator. So ist es auch möglich, kontextualisierte anstelle von Eins-zu-Eins-Übersetzungen zu erstellen. Die Nutzung von DeepL ist kostenlos. Mittlerweile gibt es auch eine KI-basierte Textverbesserung. Den Übersetzer finden Sie hier.

Fiete.ai - Feedback-Tool für den Unterricht

Fiete.ai (https://www.fiete.ai/) ist ein KI-basiertes Feedback-Tool für den Unterricht, das Lehrkräften und Schüler:innen dabei hilft, effizient und individuell an Lernzielen zu arbeiten. Es handelt sich um ein Aufgabenmanagementsystem, mit dem Lehrkräfte digitale Aufgaben erstellen und individuelle Feedback-Kriterien hinterlegen können.

Die Schüler:innen bearbeiten diese Aufgaben dann online und erhalten von der KI namens Fiete unmittelbares, kompetenzorientiertes Feedback zu ihren Texten und Lösungen. Basierend auf diesem Feedback können sie ihre Arbeiten gezielt überarbeiten und verbessern.

Für Lehrkräfte bietet Fiete.ai eine deutliche Entlastung, da die KI das Feedback für die gesamte Klasse übernimmt. Gleichzeitig erhalten sie einen Überblick über den Lernstand und können gezielte Förderung anbieten.

Durch den Einsatz von Fiete.ai können Schüler:innen selbstständiger und effektiver lernen. Das individuelle KI-Feedback motiviert und zeigt Verbesserungspotenziale auf. Fiete.ai ist somit ein spannendes Tool, das Künstliche Intelligenz nutzbringend in den Unterrichtsalltag integriert und das Lernen für alle Beteiligten erleichtert und bereichert.

Montag, 3. Juni 2024

Sprachen lernen mit KI - wird die Lehrkraft ersetzt?

Die meisten Menschen haben im Lauf ihres Lebens mindestens eine Fremdsprache erlernt. Manchen fällt es leichter, manche tun sich dabei eher schwer. Die Motive, eine Sprache zu lernen, sind dabei ganz unterschiedlich. Die meisten lernen ihre erste Fremdsprache bereits in der Schule, viele bemerken im Verlauf ihres Lebens, dass ihnen zum Beispiel ihr Berufsleben um einiges leichter fallen würde, wenn sie z.B. Englisch sprechen könnten. Das führt dazu, dass sich viele bei Sprachkursen anmelden. Könnten diese bald durch künstliche Intelligenz ersetzt werden?

Wie in den meisten Bereichen, wird die KI bzw. das "Computer Assisted Language Learning" (CALL) auch hier nicht das jetzige System der Sprachkurse und des Sprachenlernens ersetzen. Sie kann jedoch dabei helfen, das Lernen einer Sprache effektiver zu gestalten.

Ein KI-Tutor verfügt über die Fähigkeit, sofort, individuell und in Echtzeit Rückmeldung zu geben, was ein großer Fortschritt zu den bisherigen "Sprachenlern-Apps" wie zum Beispiel DuoLingo ist. Sprachen leben jedoch davon, gesprochen zu werden, was immer noch am besten in einem Gespräch mit echten Menschen geht. In einem Interview mit dem SWR sagt der Sprachwissenschaftler Pagonis:

"Selbst wenn die Illusion perfekt wäre, Sie wüssten doch stets, dass da eine Maschine dahinter steht."

Trotz allem hilft KI beim Lernen einer Sprache. Dazu können sich viele keine teuren Sprachkurse leisten, was dazu führt, dass KI eine tolle, wenn auch nicht ebenbürtige, Alternative bietet. Auch für Lehrkräfte erleichtert KI den Alltag, Texte für zum Beispiel Textverständnis-Aufgaben, können von dieser erstellt werden, was viel Zeit spart. Künstliche Intelligenz kann Klausuren vorkorrigieren und erleichtert auch hier der Lehrkraft ihren Alltag.

Beim Verwenden von künstlicher Intelligenz in der Schule, egal ob im Fremdsprachenunterricht oder in anderen Fächern, ist es wichtig, den Schüler*innen den Umgang damit beizubringen, denn auch ihnen kann der Schulalltag durch KI erleichtert werden.

Quellen:

KI in der Schule

Künstliche Intelligenz (KI) wird gerade im Bezug auf die Schule von vielen Menschen kritisch betrachtet. Gerade was das Schreiben von Hausarbeiten angeht, fürchten viele, dass die Schülerinnen und Schüler auf ein eigenständiges Arbeiten verzichten. Aber welche Möglichkeiten bietet das Nutzen von KI im Unterricht?

Zuerst muss man wissen, dass KI nicht gleich KI ist. Man unterscheitet zwischen generativer KI wie etwa ChatGPT und intelligenten Tutorsysteme. Generative KI kann von Seiten des Lehrers dazu benutzt werden, um z.B. schnell die Komplexität von Texten auf das Können der Lernenden anzupassen. Dies ermöglicht etwa in Fremdsprachen Texte individuell auf die Sprachkenntnisse der Lernenden anzupassen. Durch die dadurch gewonnene Zeit hat der Lehrende nun die Möglichkeit, den Lernenden wichtiges Feedback zu geben, welches als positiver Verstärker dient und so das Lernverhalten unterstützt. Aber auch für Schüler bietet diese Form der KI viele positiven Möglichkeiten. So können diese sich etwa den Aufbau eines Aufsatzes erklären lassen oder bei fachlichen Fragen nach Hilfestellungen fragen.

Durch den gezielten Einsatz von intelligenten Tutorsystemen können Aufgaben schnell individuell an die Interessen und bevorzugten Lernmethoden der Lernenden angepasst werden. Gerade in Mathe oder Naturwissenschaften könnte dies eine enorme Erleichterung sein. Auch erhalten Schüler sofortiges Feedback und zukünftige Aufgaben werden dann auf die einzelnen Stärken und Schwächen angepasst.

Doch neben den Vorteilen kommen mit dem Einbinden von KI in den Unterricht auch große Herausforderungen auf die Lehrenden zu. Können die Programme später noch durch andere ersetzt werden? Können durch KI Schüler beeinflusst werden? Wie zuverlässig funktionieren sie und welche Maßnahmen muss gegen Desinformation getroffen werden?

Prüfen und Bewerten im Zeitalter Künstlicher Intelligenz

In einer Welt, die zunehmend von KI geprägt wird, stehen Bildungseinrichtungen vor der Herausforderung, ihre Prüfungs- und Bewertungskultur zu überdenken und anzupassen. Die rasante Entwicklung von KI-Technologien hat nicht nur die Art und Weise verändert, wie wir lernen und arbeiten, sondern auch die Art und Weise, wie wir Wissen testen und bewerten. Ich möchte die aktuellen Herausforderungen und Chancen, die sich im Bildungsbereich ergeben, beleuchten.

Zum einen gibt es Herausforderungen im Bereich des Datenschutzes und der Ethik. Eine zentrale Herausforderung ist der Schutz sensibler Daten bei der Integration von KI in Prüfungen und Bewertungen. Datenschutzrichtlinien müssen daher strikt eingehalten werden, damit Schüler*innendaten nicht missbraucht werden.

Des Weiteren sind KI-Algorithmen sehr anfällig für Bias und Diskriminierung. Dies passiert insbesondere, wenn sie auf unvollständige oder voreingenommene Daten trainiert werden. Es besteht die Gefahr, dass KI-basierte Bewertungssysteme zu ungerechten Ergebnissen führen, wenn sie nicht sorgfältig überwacht und kontrolliert werden.

Zuletzt stellt sich die Kompetenzorientierung als große Herausforderung dar. KI-gestützte Bewertungen messen nur das Faktenwissen der SuS, während wichtige Fähigkeiten wie kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeiten und kreative Kompetenzen vernachlässigt werden. Es wird sich als äußerst schwierig erweisen, dies in KI gestützte Bewertungen zu integrieren.

Auf der anderen Seite kann KI dazu beitragen, den Bewertungsprozess zu automatisieren und Lehrkräften viel Zeit und Mühe zu sparen. Durch automatisierte Bewertungssysteme können Lehrkräfte sich auf die Analyse und Interpretation der Ergebnisse konzentrieren, anstatt sich mit der manuellen Bewertung von Arbeiten zu befassen.

Durch KI können Bewertungen individuell an die Lernbedürfnisse der SuS angepasst werden. Durch die Analyse von Lernverläufen und -daten können personalisierte Lernwege und Feedbackmechanismen entwickelt werden. Somit könnte der individuelle Fortschritt jedes Schülers unterstützt werden.

Zuletzt kann man sagen, dass es sich hierbei um eine drastische Innovation sowie Weiterentwicklung handelt. Das Zeitalter der KI bietet die Möglichkeit, neue Bewertungsmethoden zu entwickeln, welche über traditionelle Testformate hinausgehen. Von simulationsbasierten Prüfungen bis hin zu interaktiven Lernumgebungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Bewertung im Bildungsbereich neu zu gestalten.

Die Integration von KI in die Prüfungs- und Bewertungskultur bringt sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich. Es ist wichtig, diese Technologien verantwortungsbewusst einzusetzen und sicherzustellen, dass sie den Bildungszielen gerecht werden. Durch die Entwicklung ethischer Richtlinien, die Förderung von Fairness und Transparenz sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung von Bewertungsmethoden können Bildungseinrichtungen das Potenzial von KI nutzen, um eine effektivere Bewertungskultur zu schaffen.

Quelle: https://www.schule-verantworten.education/journal/index.php/sv/article/view/418/377

Lehrer und KI: Kollegen oder Konkurrenten?

Das deutsche Bildungssystem steht vor großen Herausforderungen: Personalmangel, Bildungsgerechtigkeit und schlechte PISA-Ergebnisse. Seit 2023 unterstützt ChatGPT Schüler bei den Hausaufgaben, was die Frage aufwirft, ob Lehrer der „KI-Revolution“ gewachsen sind. Dazu hat sich der SWR auf der Bildungsmesse „Didacta“ umgehört.

KI im Klassenzimmer: Laut einer YouGov-Befragung nutzen 71 Prozent der Schüler und Studenten ChatGPT. Dies stellt Lehrkräfte vor die Herausforderung, eigenständige Leistungen von KI-generierten Ergebnissen zu unterscheiden. Zukünftig könnte die Eigeninitiative der Lehrer, Fortbildungen und der Innovationsgeist von Schulbuchverlagen entscheidend sein.

Didacta 2024 - Stimmung unter den Lehrkräften: Auf der Didacta in Köln zeigte sich ein geteiltes Bild: Einige Lehrer nutzen KI-Tools bereits, andere erkennen deren Relevanz noch nicht. Florian Fabricius von der Bundesschülerkonferenz kritisiert, dass viele Lehrer abgehängt werden, betont aber auch das Engagement mancher Lehrkräfte.

Nützliche KI-Werkzeuge: Auf der Messe wurden zahlreiche KI-Tools präsentiert, die Lehrkräfte unterstützen sollen, wie „fiete.ai“ für Echtzeitkorrekturen und „Cornelsen.ai“ für Unterrichtsplanung. Datenschutz bleibt ein kritisches Thema, da viele Daten in den USA verarbeitet werden.

Ein Vorreiter aus Freiburg: Lehrer Patrick Bronner nutzt eine datenschutzkonforme Version von ChatGPT. Er lehrt seine Schüler, gute „Prompts“ zu schreiben und Antworten kritisch zu hinterfragen. KI sieht er als Ergänzung, nicht als Ersatz für Lehrkräfte, da Lernen ein sozialer Prozess bleibt.

Fortbildungen für Lehrkräfte: Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg (ZSL) bietet Workshops, in denen Lehrkräfte KI-Tools testen und deren Einsatz im Unterricht planen können. Prof. Dr. Thomas Riecke-Baulecke betont die Bedeutung von Rechtssicherheit und Datenschutz.

Die Rolle der Politik: Susanne Lin-Klitzing vom deutschen Philologenverband fordert die Länder auf, die Integration von KI sicher zu gestalten. Kultusministerien sollten Anbieter auf Sicherheit und Datenschutz prüfen und die notwendige Technologie allen Schulen zur Verfügung stellen.

Quellen:

Unterrichtsbeispiele zum Thema ,,Künstliche Intelligenz''

Künstliche Intelligenz gewinnt im Alltag der Schüler*innen immer mehr an Bedeutung. Tools wie ChatGPT erfreuen sich großer Beliebtheit beim Verfassen von Texten oder bei der Bearbeitung von Rechercheaufgaben. Die Nutzung von KI-basierten Systemen wie ChatGPT zu schulischen Zwecken kann hilfreich sein. Sie birgt aber auch Gefahren, vor allem wenn Schüler*innen und Lehrkräfte nicht wissen, wie sie mit den neuen Möglichkeiten umgehen sollen. Es ist daher wichtig, dass Lehrkräfte sich mit den Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen und ihr Wissen den Schüler*innen vermitteln.

Während meiner Recherche zur Nutzung von KI im Unterricht und zur Weiterbildung von Schüler*innen und Lehrkräften in diesem Bereich bin ich auf die Internetseite saferinternet.at gestoßen. Dabei handelt es sich um ein Angebot für Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte, das sich mit verschiedenen Themen aus der digitalen Welt beschäftigt. Die Initiative wird unter anderem vom ,,Safer Internet Programm'' der EU-Kommission mitfinanziert.

Zum Thema KI finden sich hier mehrere Unterrichtsbeispiele, an denen sich Lehrkräfte für ihren eigenen Unterricht orientieren können. Es handelt sich bei den Beispielen um Unterrichtseinheiten, in denen KI-basierte Tools eingesetzt und mit den Schüler*innen kritisch betrachtet werden. Die Ideen sind für Lehrkräfte gut aufbereitet und leicht umsetzbar. Sie können flexibel in unterschiedlichen Fächern und Klassenstufen verwendet werden. Wenn man das Thema als Lehrkraft in den Unterricht integrieren möchte, lohnt sich meiner Meinung nach ein Blick in die Ideensammlung. Mit folgendem Link gelangt man zu den Unterrichtsbeispielen: https://www.saferinternet.at/zielgruppen/lehrende/unterrichtsbeispiele, zuletzt aufgerufen am 3.6.24.

Die Zukunft unter dem Einfluss von KI: Ein Blick auf das Jahr 2035

Im Juni 2020 veröffentlichten der "Münchner Kreis e.V." und das Projektteam „Betriebliche Arbeitswelt in der Digitalisierung“ die Zukunftsstudie VIII „Leben, Arbeit, Bildung 2035+“. Diese Studie untersucht, wie Künstliche Intelligenz unser Leben, unsere Arbeit und unser Bildungssystem bis 2035 verändern wird. Unterstützt von 11 Partnern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, bietet die Studie tiefgehende Einblicke in eine von KI geprägte Zukunft. Die Corona-Pandemie hat dabei die Bedeutung von KI-Technologien erheblich gesteigert.

Arbeit der Zukunft: Mensch und Maschine Hand in Hand

KI wird die Arbeitswelt transformieren. Administrative Aufgaben werden zunehmend von KI übernommen, während sich das Management auf Personalführung, Motivation und Kreativität konzentriert. 76 Prozent der Expert*innen glauben, dass KI die Aufgabenplanung und Kontrolle übernimmt. 59 Prozent prognostizieren, dass die Mehrheit der Menschen langfristig als Freelancer arbeiten wird. Obwohl viele nicht glauben, dass KI unsere Arbeitszeit reduziert, könnte eine Verkürzung der Arbeitszeit sowohl der Wirtschaft als auch der Gesellschaft zugutekommen.

Bildung: Neue Inhalte und Methoden für die Zukunft

Die Studie betont, dass Kreativität und Fantasie wichtige menschliche Schlüsselqualifikationen bleiben werden. KI wird die Bedeutung des Bildungssystems steigern, ohne es aufzulösen. Neue Bildungsinhalte und Lernmethoden sind notwendig, um das Potenzial der KI sinnvoll zu nutzen. Lebenslanges Lernen wird als wesentlich für die Zukunftsfähigkeit angesehen.

Gesellschaft: Ein Balanceakt zwischen Chancen und Herausforderungen

KI-Technologien werden die Mobilität, den Gesundheits- und Pflegesektor sowie den Medienkonsum erheblich beeinflussen. Der Gesundheitsbereich und die Verbrechensbekämpfung könnten durch KI Fortschritte erzielen. Es gibt jedoch Bedenken bezüglich Datenschutz und der Transparenz der Arbeitsleistung, ob diese Entwicklungen positive oder negative Auswirkungen haben werden.

Verantwortung und Gestaltungskraft: Ein gemeinsames Projekt

Ein zentraler Punkt der Studie ist die Forderung nach mehr Gemeinwohlorientierung und einer ganzheitlichen Gestaltung der KI-Entwicklung. Die Wirtschaft sollte ihre alleinige Gestaltungshoheit verlieren, und Politik und Gesellschaft sollen Hauptakteur im KI-Diskurs werden. Staatliche Regulierung und Kontrolle von KI-Produkten und -Dienstleistungen sind notwendig, um positive Wirkungen für das Gemeinwohl zu erzielen.

Fazit: Die Studie sieht KI als Chance für mehr Eigenverantwortung und Gestaltungsspielraum. Verantwortungsvolle, menschenzentrierte KI-Gestaltung kann eine bessere, nachhaltigere Gesellschaft schaffen. 

Quelle: https://www.zukunftdernachhaltigkeit.de/2020/06/23/studie-leben-arbeit-und-bildung-unter-einfluss-von-ki-technologie-wie-leben-wir-2035/

Sonntag, 2. Juni 2024

KI in der Kinder- und Jugendliteratur

Anlässlich des internationalen Kindertags am 01.06.2024 gab die Professorin Dr. Katharina Rohlfing als Sprecherin des Sonderforschungsbereichs TRR 318 der Universität Bielefeld und Paderborn ein Interview zum Thema KI in der Kinder- und Jugendliteratur.

Der Sonderforschungsbereich Transregio 318 „Erklärbarkeit konstruieren“ (Constructing Explainability) versucht, die von der KI vorgeschlagenen Entscheidungen für die Nutzer*innen nachvollziehbarer zu machen. Denn erklärbare und verstehbare KI-Systeme sollen es den Bürger*innen ermöglichen, sich kritisch und aktiv an einer digitalen Gesellschaft zu beteiligen.

Inzwischen wachsen die Kinder und Jugendlichen unter dem permanenten Einfluss von Sprachassistenten etc. auf. Daraus ergibt sich die Frage, ob eine Aufnahme dieser Thematik in der Kinder- und Jugendliteratur sinnvoll bzw. vonnöten wäre. Frau Rohlfing, die selbst an mehreren Kinderbuchprojekten beteiligt ist, erachtet es als sinnvoll, sich intensiver damit zu beschäftigen, da das Thema KI in diesen Bereichen kaum vertreten ist. Denn wenn es zu einer Thematisierung in Kinderbüchern kommt, fungiert die Technologie z.B. in Form eines Roboters wie ein „außerirdisches Wesen“ als Begleiter, der Unterstützung und Erklärung braucht, um sich in unserer Welt zurechtzufinden.

Diese Vorstellung ist problematisch, da die heutigen Technologien darauf ausgerichtet sind, den Menschen zu unterstützen, und im besten Fall eher das Leben erleichtern sollen. Da diese Unterstützung Herausforderungen mit sich bringt, ist es wichtig, Kinder und ihre Ideen in diesen Prozess mit einzubinden. Laut Rohlfing ist es unerlässlich, den Kindern zu vermitteln, dass Technologien nicht als „unveränderbar“ hingenommen, sondern kritisch reflektiert werden müssen. Dabei ist es ihrer Meinung nach entscheidend, die Kompetenz zu besitzen, über „nützliche“ bzw. „unnütze“ Entwicklungen zu entscheiden. Doch wie sieht das in der Praxis aus?

„Kinderliteratur hat die Eigenschaft, die sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten von Kindern zu berücksichtigen und sich an sie anzupassen.“

Daraus ergibt sich die Möglichkeit, Kinder in „ihrer Welt“ abzuholen und sie auf Möglichkeiten, aber eben auch auf die Schwierigkeiten im Umgang mit KI vorzubereiten bzw. sie dafür zu sensibilisieren. Vor allem für kleine Kinder kann die Chance, darüber zu sprechen und nachzudenken, der Türöffner zu einem wichtigen kritischen technologischen Denken sein. Eine weitere Ergänzung können Workshops für Schulklassen sein, um Erfahrungen von und mit KI zu erlangen.

Quellen:

Künstliche Intelligenz als Unterstützung im Klassenzimmer

Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in die Bildung bietet interessante Möglichkeiten zur Verbesserung von Lernprozessen und Lehrmethoden. Ute Schmid, Informatikerin und Psychologin, erklärt im Gespräch mit Thekla Jahn, wie KI-Systeme die menschliche Kompetenz ergänzen können, um Komplexität zu meistern und die Bildung zu optimieren.

In Klassenzimmern kann KI dabei helfen, individuelle Lernbedarfe zu identifizieren und anzusprechen. Schmid hat ein intelligentes Tutor-System entwickelt, das Grundschüler beim schriftlichen Subtrahieren unterstützt, indem es systematische Fehler erkennt und gezielte Hilfestellungen bietet. Solche Technologien entlasten Lehrkräfte, die sich dann stärker auf die individuelle Unterstützung konzentrieren können.

Schmid betont, dass KI dazu dienen sollte, Lehrkräften zu helfen und sie nicht zu ersetzen. KI kann Routineaufgaben übernehmen und Lehrpersonen entlasten, sodass sie mehr Zeit für kreative und individuelle Lernmethoden haben. Diese Unterstützung verhindert eine "digitale Verdummung" und fördert ein besseres Lernumfeld.

Auch in der Berufsausbildung und im lebenslangen Lernen zeigt sich das Potenzial der KI. In der Altenpflege beispielsweise kann KI durch die Analyse von Gesichtsmimik Schmerzen bei Patienten erkennen, die sich nicht gut ausdrücken können. Dies unterstützt Pflegekräfte dabei, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und die Pflege zu verbessern.

Schmids Hintergrund in Informatik und Psychologie zeigt, wie wertvoll interdisziplinäre Ansätze in der KI-Forschung sind. Sie betont, dass es wichtig ist, KI nicht isoliert zu betrachten, sondern im Dialog mit verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu entwickeln. Der nationale MINT-Gipfel, der Frauen für MINT-Berufe gewinnen soll, unterstreicht die Notwendigkeit einer breiten Bildungsstrategie.

Die Einführung von KI in die Bildung bietet enorme Chancen zur Verbesserung des Lernens, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Verantwortungsbewusster Umgang mit Technologie und die Sicherstellung von Datenschutz ist entscheidend. Mit der richtigen Balance kann KI das Bildungssystem reformieren und eine neue Phase des Lernens einleiten. 

Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/kuenstliche-intelligenz-in-der-bildung-den-menschen-100.html

Freitag, 31. Mai 2024

KI in der Schulpraxis

In den letzten Wochen bin ich auf den Podcast "Werkstatt-Gespräch - KI & Bildung" von der Bundeszentrale für politische Bildung aufmerksam geworden. Dieser wurde mir auf Spotify vorgeschlagen und aufgrund des Themas "KI & Bildung" habe ich mir einige Folgen des Podcasts angehört. Der Podcast mit den Hosts Nina Heinrich und Philine Janus möchte im Gespräch mit Expert*innen aus IT, Wissenschaft, Schule und Journalismus auf Fragen rund um KI und Bildung eingehen. Als angehende Lehrkraft finde ich besonders Folge #2 "KI in der Schulpraxis mit Regina Schulz" spannend, welche man sich hier anhören kann.

In dieser Folge sprechen die beiden Hosts mit der Lehrerin und KI-Expertin Regina Schulz. Diese benutzt selbst in ihrem Unterricht einige KI-Programme und stellt diese in der Folge kurz vor. Außerdem geht sie darauf ein, wie man im Unterricht solche Programme oder Tools sinnvoll einsetzen kann. Im gleichen Zuge betont sie allerdings auch, dass den Schüler*innen ein verantwortungsvoller Umgang mit KI beigebracht werden sollte. Zu diesem verantwortungsvollen Umgang gehört beispielsweise auch das technische Wissen darüber, wie eine KI funktioniert, damit man sich danach mündig entscheiden kann, ob und inwiefern man die KI nutzen möchte. Zusätzlich sollte den Schüler*innen deutlich werden, dass durch Künstliche Intelligenz nur eine von vielen möglichen Antworten dargestellt wird und solche Programme daher zunächst vor allem als Inspirationstool genutzt werden sollten.

Besonders für Recherchearbeit, welche in vielen Fächern mit Blick auf Präsentationen oder dem Verfassen von Aufsätzen wichtig ist, gibt es ein Programm, welches ich hier noch ein wenig näher vorstellen möchte. Das Programm Perplexity ermöglicht es, zu Themen zu recherchieren, und zeigt zusätzlich - im Unterschied zu anderen Programmen wie ChatGPT - die genutzten Quellen an. Besonders am Anfang eines Recherche- oder Schreibauftrags können vor allem Schüler*innen der Mittel- oder Oberstufe dieses Programm sinnvoll nutzen, um sich einen ersten Überblick über das Thema zu verschaffen. Allerdings sollte man hier als Lehrkraft explizit darauf hinweisen, dass ein solches Programm keine Vollständigkeit - besonders bei einem komplexen Thema - gewährleistet. Hier spricht Regina Schulz auch davon, dass man die Anwendung solcher Programme im Unterricht mit einer anschließenden Reflexion verbinden sollte. Die Schüler*innen erkennen dadurch, dass ein solches Tool zwar einige Vorteile mit sich bringt, einem aber nicht die ganze Recherchearbeit abnehmen kann.

Durch diese Podcast-Folge werden nicht nur Vorteile künstlicher Intelligenz für den Unterricht aufgezeigt und einige Anwendungsbeispiele vorgestellt, sondern auch die Veränderungen, welche Künstliche Intelligenz für die Schule mit sich bringt, skizziert und ein bewusster Umgang mit solchen Tools betont. Die Podcastfolge zeigt innerhalb von 30 Minuten unterschiedliche Punkte von dem Thema "KI im Bildungssystem" auf und ist daher sehr empfehlenswert. Aber nicht nur diese Folge, sondern auch die anderen Folgen des Podcasts sind besonders für angehende Lehrkräfte sehr interessant.

Quellen:

Donnerstag, 30. Mai 2024

Wie KI das Studium verändert

Mittlerweile ist die Nutzung von Künstlicher Intelligenz im Alltag der Studierenden allgegenwärtig. Dies zeigt unter anderem eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Bei einer Befragung von 2000 Studierenden kam heraus, dass 13 Prozent der Befragten Chatbots häufig, 41 Prozent gelegentlich und 32 Prozent sehr selten nutzen. Die Studierenden nutzen die KI-Tools vor allem zur Recherche, um Verständnisfragen zu klären oder Texte zu erstellen. Gelegentlich wird KI auch bei Studienbewerbungen verwendet.

Aber nicht nur Studierende greifen immer häufiger auf Künstliche Intelligenz zurück, um bei ihren Aufgaben unterstützt zu werden. Auch die Lehrenden der Universitäten und Hochschulen nutzen Künstliche Intelligenz. Diesbezüglich ergab eine Umfrage des Hochschulforums Digitalisierung, dass über 80 Prozent der Mitarbeitenden von 100 Hochschulen ChatGBT für ihre Arbeit verwenden.

Wie reagieren die Universitäten auf diese Entwicklung?

Einige Universitäten und Hochschulen bieten einen eigenen Zugang zu ChatGBT für Lehrende und Studierende an. Dabei ist eine Aufklärung über die Chancen und Risiken der KI essenziell. Sowohl die Studierenden als auch die Lehrenden sollten die Nutzung von diversen KI-Tools stets kritisch reflektieren. Eine Reaktion der TU München auf die KI-Nutzung bei Studienbewerbungen war, diejenigen Bewerber:innen, die für ihren Bewerbungsessay KI nutzten, vom weiteren Bewerbungsverfahren auszuschließen.

Von besonderer Bedeutung sind die Auswirkungen der KI-Nutzung auf wissenschaftliche Arbeiten. Turnitin, ein Internet-basierter Dienst zur Erkennung von Plagiaten, veröffentlichte folgende Daten: Über zehn Prozent von 200 Millionen geprüften studentischen Arbeiten enthielten mindestens 20 Prozent KI-generierten Inhalt. Sechs Millionen Arbeiten enthielten sogar mindestens 80 Prozent KI-generierten Inhalt. Einige Universitäten und Hochschulen reagieren bereits auf diese Fakten.

Beispielsweise müssen Studierende an der Fakultät für Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Prag keine Bachelorarbeit mehr schreiben. Stattdessen hat die Universität ein praktisches Konzept eingeführt. So sollen Plagiate weitgehend verhindert werden. In Deutschland jedoch ist vorerst nicht geplant, dass Bachelorarbeiten und Masterarbeiten ersetzt werden. Ein Grund dafür könnte sein, dass die elementare Kompetenz eines/einer Studierenden, längere Texte durchdenken und konzipieren zu können, bei alternativen Abschlussprüfungen verloren gehen könnte. Allerdings werden Hausarbeiten zum Teil durch andere Prüfungsformen ersetzt. An der PH Ludwigsburg wurden etwa Modulprüfungen, die zuvor in Form von Hausarbeiten absolviert werden mussten, in mündliche Prüfungen überführt.

Zukünftig sollten Universitäten Regeln festlegen, bis zu welchem Grad der Einsatz von KI erlaubt - oder sogar erwünscht - ist und ab wann er als Täuschungsversuch gilt. Denn bisher gibt es keine universitätsweit verbindlichen Regelungen für den Umgang mit KI-Systemen bei der Erstellung von Seminar- und Abschlussarbeiten.

Quelle: https://www.fr.de/wirtschaft/hoersaal-chatbot-kuenstliche-intelligenz-studium-veraendert-ki-zr-93013523.html (zuletzt: 30.05.2024)