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Mittwoch, 30. April 2025

Edutain me - digitale Spiele in der politischen Bildung

Im Rahmen des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart (ITFS) findet am Freitag 9. Mai 2025 von 15.30 – 18.30 Uhr die Veranstaltung „Edutain Me – Reloading Democracy“ statt, die sich mit dem Bildungspotenzial von digitalen Spielen beschäftigt. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist über diesen Link möglich: https://itfs.de/show/edutain-me-reloading-democracy/.

Beim Themennachmittag geht es um spannende Entwicklungen im Bereich Educational Games. Bei einem geführten Rundgang durch die GameZone des ITFS werden innovative Projekte regionaler Hochschulen sowie die für den Animated Games Award Germany nominierten Games präsentiert. Im Anschluss geht es im Festival Centre weiter. In einer Keynote beleuchtet Dr. Lisa König, Direktorin des Zentrums für didaktische Computerspielforschung (ZfdC), das Bildungspotenzial von digitalen Spielen. Danach werden aktuelle Projekte zu den Themen Demokratiebildung und Antidiskriminierung vorgestellt, die im Anschluss aus medienpädagogischer Perspektive didaktisch eingeordnet werden.„Edutain Me“ bietet wertvolle Impulse für die pädagogische Arbeit. Folgende Best-Practice-Beispiele werden vorgestellt:

Donnerstag, 12. September 2024

Seminare an der PH zu Game-based Learning und Sozialen Medien

Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte 2013 im Rahmen eines gemeinsamen Interviews mit Barack Obama: "Das Internet ist für uns alle Neuland" - und mit Blick auf Unterricht und Lehr-Lernkonzepte hat sich daran im Schulalltag noch nicht wesentlich viel geändert. Das Projekt Civic Education Technology Hacks widmet sich deshalb der Frage, wie die Digitalisierung als Zukunftsaufgabe gelingen kann, wie wir methodisch sinnvoll und zielgerichtet Lernen digital im Unterricht ermöglichen und dabei von den motivierenden und kreativen Möglichkeiten dieses "Neulands" profitieren können, beispielsweise via Game-based Learning. Melden Sie sich an...


Sonntag, 12. Mai 2024

Medienkompetenz - Teil der wehrhaften Demokratie?

Die Demokratie ist der zentrale Grundstein für die deutsche Politik. Auf diesem baut unsere Verfassung, die Regierung sowie ihre Legitimation und das politische Handeln auf. Seit dem Erstarken des Rechtspopulismus ist in der Politik und in den Medien Demokratiefeindlichkeit ein Schlüsselwort. Der AfD bspw. wird nachgesagt, antidemokratisch zu handeln, und in Bundesländern wie Sachsen oder Thüringen wurden die dort ansässigen Landesverbände vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft.

Dies ist möglich, da es sich bei der deutschen Demokratie um eine "wehrhafte Demokratie" handelt. Eine wehrhafte Demokratie ist in der Lage, sich gegen Feinde, die sie abschaffen wollen, zu schützen. In Deutschland bildet die rechtliche Grundlage hierfür der Artikel 21 GG: Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, können verboten werden.

Wehrhafte Demokratie beginnt mit "wehrhaften Bürger*innen", die sich für die demokratischen Werte und ihre Erhaltung in Deutschland einsetzen. Gerade Fake-News stellen für die Demokratie eine ernsthafte Bedrohung dar. Sie können dazu führen, dass es aufgrund von Fehlinformationen zu falscher Meinungsbildung kommt. Dies kann sich wiederum auf das Wahlverhalten auswirken, was einen direkten Einfluss auf Politik und Gesellschaft mit sich bringen kann. Das führt dazu, dass es schwieriger wird, gesellschaftliche und politische Probleme und Konflikte öffentlich und frei zu diskutieren und zu lösen.

Medienkompetenz ist das Schlüsselwort und scheint als Instrument einer wehrhaften Demokratie an Bedeutung zu gewinnen. Dass Medienkompetenz ein Schlüsselelement für die Demokratie darstellt, ist nicht an der Politik vorbeigegangen. Das Land Sachsen z.B. hat die Bildungsinitiative "Medienscouts in Sachsen" (https://www.bildung.sachsen.de/blog/index.php/2024/04/05/medienscouts-in-sachsen/) ins Leben gerufen. Ziel ist es, Schüler*innen und Lehrkräfte zu Medienscouts auszubilden und ihnen zu helfen, mit Themen wie Cybermobbing, Datenschutz oder Darstellung im Internet umgehen zu können. Auch in Nordrhein-Westfalen wird seit 2019 ein Medienscout-Programm finanziell unterstützt, das Schüler*innen die Möglichkeit gibt, einen gesunden Umgang mit den Medien zu erlernen (https://www.medienscouts-nrw.de/).

In der Schule scheint das Thema Medienkompetenz angekommen zu sein. Doch was ist mit den Bürger*innen, die die Schule bereits abgeschlossen haben. Sie können sich in der Schule nicht mehr zu Medienscouts ausbilden lassen. Das Projekt "Business Council for Democracy" (BC4D) bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Mitarbeitenden in Medienkompetenz und Demokratie schulen zu lassen. Sie erhalten eine Stunde Schulung pro Woche, in der sie erlernen sollen, wie sie Fake-News erkennen, und Hass sowie Hetze im Internet begegnen können (https://www.bc4d.org/).

Angela Merkel sagte einst: "Das Internet ist für uns alle Neuland." Dieses Zitat scheint heutzutage, mit den rasanten und schwer absehbaren Entwicklungen von KI, die nicht einmal vor unserem Bundeskanzler Olaf Scholz haltmacht (https://www.instagram.com/reel/C5_CJDbN7xu/?igsh=dmxkcTIxdmg3dXdj), nicht an Aktualität verloren zu haben. Und so ist auch die Medienkompetenz wichtiger denn je. 

Weitere Quellen:

  • https://demokratie.niedersachsen.de/startseite/themen/digitalisierung/fake_news/fake-news-eine-gefahr-fuer-die-demokratie-167063.html
  • https://www.schulministerium.nrw/presse/pressemitteilungen/land-foerdert-das-programm-medienscouts-nrw-mit-weiteren-15-millionen
  • https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/321402/wehrhafte-demokratie/
  • https://www.deutschlandfunk.de/afd-verbot-102.html
  • https://hessen.de/presse/pressearchiv/landesregierung-buendelt-informationen-und-angebote-zur-medienkompetenzfoerderung

Montag, 22. August 2022

Politische Bildung in einer digitalen Welt - bpb Dossier

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat ein Online-Dossier zur digitalen politischen Bildung veröffentlicht, das eine wahre Fundgrube darstellt. Stöbern lohnt sich: "Politische Bildung in einer digitalen Welt"...

Samstag, 17. April 2021

Angebot zu Medienkompetenz und politischer Bildung

Die Plattform www.politische-medienkompetenz.de ist ein Angebot der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung und enthält Materialien für die Bildungspraxis rund um politische Medienkompetenz. Die unterschiedlichen Inhalte der Seite sind in Kooperation mit Praktikerinnen, Experten und Wissenschaftlerinnen der politischen und Medienbildung entstanden und frei verfügbar.

Donnerstag, 14. November 2019

BürgerInnen fragen - PolitikerInnen antworten

abgeordnetenwatch.de ist eine Internetplattform, die öffentliche Bürgerfragen an Abgeordnete auf Bundes- und Europaebene sowie in allen 16 Landesparlamenten ermöglicht. Betrieben wird das Portal von der NGO bzw. dem gemeinnützigen Verein „Parlamentwatch e.V.“, welcher sich vor allem durch Spenden finanziert.

Mit monatlich über 125.000 BesucherInnen sowie gut 275.000 Seitenabrufen ist abgeordnetenwatch.de das größte politische Dialogportal Deutschlands. Ihre Vision ist eine selbstbestimmte Gesellschaft. Der öffentliche Dialog schafft Transparenz und sorgt für eine Verbindlichkeit in den Aussagen der Politiker:innen. Denn alles ist auch Jahre später noch nachlesbar.

Die Freischaltung von gestellten Fragen kann je nach Nutzeraufkommen u.U. einige Stunden dauern, da alle eingehenden Fragen von einem Moderatorenteam überprüft werden. Falls eine Frage nicht freigeschaltet werden kann, wird man von einem der Moderatoren informiert. Aus Gründen der Rechtssicherheit wird die IP-Adresse gespeichert, aber nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.

Weitere Angebote des Portals:
  • im Bundestag werden alle namentlichen Abstimmungen erfasst
  • Dokumentation der Ausschussmitgliedschaften der Abgeordneten
  • Dokumentation der Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten
  • Dokumentation der Wahlprogramme
  • Aufklärung über das Bundestagswahlrecht
  • Petitionen
  • überparteilicher Blog - der Blog versteht sich als ergänzende Diskussionsplattform zum Angebot von abgeordnetenwatch.de. Er berichtet über das Projekt und Themen wie Transparenz, Bürgernähe, Teilhabe in der Politik und Informationsfreiheit und nimmt hierzu Stellung

Montag, 15. Juli 2019

aula - politische Partizipation in Schulen

Das Projekt "aula - Schule gemeinsam gestalten" unter der Leitung von Marina Weisband und unterstützt von der Bundeszentrale für politische Bildung versucht, mit Hilfe einer Software politische Partizipation an weiterführenden Schulen zu steigern. Die Schüler sollen ermutigt werden, im schulischen Umfeld demokratisch Entscheidungen zu treffen und somit im Schulalltag mitzubestimmen. Dafür wird vor Beginn des Projektes ein "Vertrag" zwischen Schülern, Lehrern/Schulleitung und Eltern vereinbart, was alles verändert werden darf und was nicht.

Ein konkretes Beispiel: Ein SoS hat die Idee, einen Getränkeautomaten in der Sporthalle zu installieren. Er/Sie stellt diese Idee auf die aula-Software und es wird darüber abgestimmt. Sollte diese Idee Zuspruch erhalten, wird sie mit Hilfe der Schulleitung umgesetzt oder die SuS kümmern sich finanziell selbst um eine Anschaffung.

Hier erzählt die Leiterin des Projektes, Marina Weisband, kurz über aula: https://www.youtube.com/watch?time_continue=102&v=PKFJAvc8V3U

Quellen:

Mittwoch, 15. Mai 2019

Soziale Medien - eine Gefahr für die Demokratie?

Das Bildungsministerium für Bildung und Forschung veröffentlichte am 11.05.2019 einen Artikel, in dem der Medienforscher Jan-Hinrik Schmidt zu Themen wie Meinungsvielfalt im Netz interviewt worden ist. Zu den Aufgaben eines Lehrers gehört auch, den Schülern beizubringen, wie man Medien nutzt und wie man Informationen aus diesen zieht.

Im folgenden Artikel werden Risiken der einseitigen Berichterstattung thematisiert, welche oftmals aus der "falschen" Nutzung bestimmter Medien hervorgehen. Zudem wird davor gewarnt, dass vor allem Populisten diese Plattformen nutzen, um mit Gleichgesinnten zu kommunizieren und ihre Ansichten zu teilen und zu verbreiten. Zuletzt werden auch Tipps genannt, wie man aus der eigenen "Filterblase" heraustreten und sich mit anderen Meinungen auseinandersetzen kann.

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Soziale Medien: Eine Gefahr für die Demokratie?, erschienen am 11.05.2019, https://www.bmbf.de/de/soziale-medien-eine-gefahr-fuer-die-demokratie-8606.html

Donnerstag, 9. Mai 2019

Die tägliche Dosis Politik in kleinen Mengen

Wahrscheinlich werden wir in unserem Lehrer-Dasein irgendwann einmal an den Punkt kommen müssen, an dem wir merken werden, dass unsere Schüler*innen doch nicht ganz so gut informiert sind über das aktuelle Geschehen, als es vielleicht wünschenswert wäre. Der Tageszeitung stirbt sowieso die Kundschaft weg, E-Paper hatte noch nie so richtig Erfolg und bei Instagram sind Katzen doch auch überproportional gegenüber Politikern vertreten. Nachrichten und politische Themen bewegen sich eben meilenweit entfernt von den Medien und der Lebenswelt, die junge Menschen umgeben...

"Denkste!" dachten sich einige findige Tüftler unserer allseits beliebten Bundeszentrale für politische Bildung. Denn nun gibt es die "tägliche Dosis Politik" direkt aufs Smartphone und zwar nicht in irgendeiner verschollenen App, sondern mitten im andauernd genutzten Messenger-Dienst gleich zwischen Mama und dem besten Freund.

Ganz einfach ist es möglich, einen Computer zu beauftragen, einem jeden Tag die News der bpb zu schicken. Das ersetzt freilich keine Tageszeitung! Dennoch bietet der Dienst zumindest einen kleinen Einblick in das Thema des Tages, welches gerade nun wirklich brandaktuell ist. Aufgelockert mit witzigen Emojis und der Möglichkeit, sich auf der bpb-Website noch weiter zu informieren, ist das Newsletter-Angebot "Deine tägliche Dosis Politik" allen Jugendlichen, aber auch uns - besonders denjenigen, die es gerne mal kurz und prägnant haben - sehr zu empfehlen.

Kostenlos zu abonnieren über die Messenger-Dienste WhatsApp, Telegram und Insta. Jederzeit abmeldbar. Weitere Infos bei der bpb!

Donnerstag, 17. Januar 2019

Gefährdet Big Data unsere Demokratie?

„Die Datenökonomie lebt davon, alle möglichen Informationen einzusammeln – immer und überall, manchmal sogar ohne dass wir etwas tun. Das ist gefährlich: Unsere Demokratie, wie wir sie kennen, wird die Digitalisierung nicht überleben.“
Der folgende Artikel von Volker Boehme-Neßler beschreibt deutlich, dass Big Data unsere Demokratie gefährdet. Durch die ständige Überwachung unserer Daten wird unsere Freiheit eingeschränkt. Menschen können sich dadurch nicht zum mündigen Bürger entwickeln. Politische Diskussionen finden nur noch auf Twitter statt und sind alles andere als sachlich und argumentativ. Geleitet von Emotionen, setzt sich nicht mehr das beste Argument durch, sondern nur noch die Meinung mit dem höchsten Hysteriepotenzial.

Jeder muss mit jedem reden können. Das ist das Grundgesetz der Demokratie. Aber WIE, wenn die digitale Welt das Leben in der Filterblase fördert?

Ein Artikel, der die Gefahren von Big Data für unsere Demokratie deutlich macht: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article186843448/Big-Data-Die-Digitalisierung-hoehlt-unsere-Demokratie-aus.html

Mittwoch, 28. November 2018

DigitalPakt Schule: Eine Grundgesetzänderung als wichtiger Schritt für die Digitale Bildung?

Am Freitag, den 23.11.2018, konnten sich Vertreter und Vertreterinnen der Bundesregierung und anderer Parteien ordentlich auf die Schulter klopfen: In einer gemeinsamen Erklärung verkündeten die Bundestagsfraktionen der CDU, CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen den Kompromiss zur Änderung von Artikel 104c des Grundgesetzes.

Das veränderte Grundgesetz 

Art. 104c GG (Stand 2017): Der Bund kann den Ländern Finanzhilfen für gesamtstaatlich bedeutsame Investitionen der finanzschwachen Gemeinden (Gemeindeverbände) im Bereich der kommunalen Bildungsinfrastruktur gewähren. Artikel 104b Absatz 2 und 3 gilt entsprechend.

Geplante Änderung: Der Bund kann den Ländern zur Sicherstellung der Qualität und der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens Finanzhilfen für gesamtstaatlich bedeutsame Investitionen sowie mit diesen verbundene besondere unmittelbare Kosten der Länder und Gemeinden (Gemeindeverbände) im Bereich der kommunalen Bildungsinfrastruktur gewähren. Artikel 104b Absatz 2 Satz 1 bis 5 und Absatz 3 gilt entsprechend.

Auf Basis des veränderten Artikels soll gleich im kommenden Jahr das Projekt „DigitalPakt Schule“ fußen. Worum handelt es sich dabei und inwiefern ist das nun ein Schritt in die Richtung „optimale digitale Bildung“?

Der Digitalpakt im Detail

Erstmals vorgestellt wurde der DigitalPakt Schule vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2016. Dieser Pakt soll zum Ausbau der schulischen Digitalisierung zwischen Bund und Ländern geschlossen werden:

Der Bund will den Ländern und Kommunen über fünf Jahre fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Dieses Geld soll mannigfaltig genutzt werden, z.B. um
  • Schulen einen besseren, schnelleren Internetzugang zu ermöglichen
  • stationäre und neue Endgeräte wie Tablets oder interaktive Tafeln anzuschaffen
  • Lehrern Fortbildungen zu geben
  • Lern- und Kommunikationsplattformen sowie Schulserver zu entwickeln
Die Politik hat immer eine eigene Sichtweise auf die Entwicklung der Digitalisierung, aber was denken denn die Bürger über das Thema digitale Bildung an Schulen und den DigitalPakt Schule?

Eltern und Schüler müssten sich heute eigentlich darüber freuen. Im November 2017 präsentierte die „Vodafone Stiftung Deutschland“ eine Umfrage zum Thema Digitale Bildung und welche Kompetenzen die Deutschen als wichtig erachten.

Die Studie zeigt: 81% der Bürger glaubten, dass „Jugendliche es in Zukunft ohne ein grundlegendes Verständnis digitaler Technologien schwer haben werden, einen guten Arbeitsplatz zu erhalten“.

Jeder Zweite beklagte in dieser Studie, dass die Politik nicht genügend unternehme, um die Bevölkerung auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorzubereiten. Des weiteren stimmen 54% der befragten Erwachsenen und Jugendlichen zu, dass jeder Schüler die Grundkenntnisse des Programmierens erlernen sollte. Was ist nun also von all dem zu halten, politisch und pädagogisch? 

Politisch

Viele Politiker sprechen sich für die erforderliche Grundgesetzänderung zum Vorteil des DigitalPakts aus. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU) warnt davor, eine Debatte zum Thema Föderalismus zu eröffnen: „[…] eine Grundsatzdiskussion zum Föderalismus aufzumachen und damit den Fortschritt in unseren Schulen zu behindern, wäre aus meiner Sicht eine Versündigung an den Kindern“.

Dabei ist diese Debatte, zumindest aus Sicht der Länder, verständlich. Die Bildungspolitik ist Ländersache, der Bund darf zwar das Geld für Technikinvestitionen bereitstellen, aber nicht für das Personal. Dafür haben sich aber die FDP und die Grünen eingesetzt und mit der Änderung von Artikel 104c hätte der Bund auch die Erlaubnis dafür.

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann (Grüne) ist der Einzige, der sich gegen die Grundgesetzänderung stellen will. Damit zieht er sogar gegen die eigene Bundespartei ins Feld.

Er sieht jedoch noch eine weitere Gefahr, als nur die Verletzung des Föderalismus. „Das, was hier gemacht wird und wie es kommuniziert wird, das grenzt an Erpressung“, meint er. Damit bezieht er sich auf die Finanzhilfe des Bundes. Die fünf Milliarden Euro sollen aus zeitlich befristeten Fonds kommen. Darin sieht der Ministerpräsident eine Abhängigkeit der Länder vom Bund. Der Bund vermittele den Eindruck, dass es ohne eine Grundgesetzänderung in der Bildungsfinanzierung kein Geld für die Länder gebe.

Bei der Änderung von Art. 104b GG soll es übrigens nicht bleiben. Die Bundesparteien haben sich zudem auf die Änderung von Art. 104c geeinigt. Dieser Zusatz regelt die Verteilung der zu stellenden Finanzen: 90% kommen dabei vom Bund, 10% stellen die Länder.
Die gewünschte Änderung dieses Zusatzes findet sich übrigens nur im Kleingedruckten. Darin heißt es: "Die Mittel des Bundes sind in jeweils gleicher Höhe durch Landesmittel für den entsprechenden Investitionsbereich zu ergänzen."

Somit müssten die Länder in Zukunft 50% der Investitionen selbst stemmen, bei fünf Milliarden Euro ist das eine ganze Menge Geld.

Kretschmann setzt sich schon länger für unbefristete Gelder aus dem gemeinsamen Steuerreservoir von Bund und Ländern ein. Generell findet er: "Den Bildungsbereich besser auszustatten, ist absolut notwendig. Aber der Weg ist falsch."

Momentan sucht der Grünen-Politiker Verbündete unter den Ministerpräsidenten. Denn an ihnen liegt es nun. Der Bundestag hat die Änderung des Grundgesetzes bereits mit der Entscheidung am Freitag gebilligt.

Der Bundesrat wird bei seiner nächsten Sitzung, am Freitag, den 14.12.2018 darüber abstimmen müssen. Für dessen Zustimmung ist, wie im Bundestag, eine 2/3 Mehrheit der Abgeordneten nötig. Bis jetzt will kein anderes Land öffentlich mit Baden-Württemberg an einem Strang ziehen und die Änderung ablehnen. Winfried Kretschmann sucht trotzdem weiter. 

Pädagogisch

Die digitale Bildung ist unverzichtbar, soviel ist klar. Die Digitalisierung und Entwicklung neuer Technologie schreitet immer weiter und immer schneller voran, ohne, dass ein Ende absehbar wäre.

Aber ist es nicht sinnvoller die richtige Vermittlung neuer Medien zu fördern, als nur neue Medien anzuschaffen? Und sollten Erstklässler wirklich schon technische Fächer haben müssen, so wie es Prof. Ira Diethelm fordert, die an der Uni Oldenburg Didaktik der Informatik lehrt?

Werfen wir einen Blick auf die Geschichte. Im 20. Jahrhundert war nahezu jede neue Generation mit einer neuen technischen Änderung und Ausstattung konfrontiert. Während es für deren Eltern meist schwierig war, die Veränderung in ihren Alltag zu integrieren, wuchsen die jungen Menschen damit auf und haben entsprechend schnell gelernt, mit den neuen Geräten und Funktionen umzugehen.

Zudem wird in nahezu allen pädagogischen Bereichen eine These genutzt, die auch auf die digitale Bildung angewandt werden kann: learning by doing. In der Grundschule können die Kinder die Informatik und das Internet noch gar nicht erfassen.

Sie machen in diesen Jahren erstmals Erfahrungen mit dem Medium Computer. Lieber Informatik in der weiterführenden Schule, wenn die Kinder gereifter sind und die Dimension der Digitalisierung schon durch ihren Alltag erfassen können.

Zu guter Letzt: Technische Ausstattung ist die eine Hälfte des Kuchens, die Kompetenz Digitale Bildung richtig zu vermitteln, die andere. Auch wenn das Bundesbildungsministerium beruhigt und sagt, man würde Lehrer im Beruf und auch im Referendariat weiterbilden, halte ich das für zu wenig.

Auch Lehrer meiner alten Schule haben derartige Fortbildungen erhalten, haben aber die gelernten Informationen nicht umsetzen können. Lediglich die jungen Lehrer, die mit derartigen Medien schon aufgewachsen sind, konnten die Informationen viel besser verarbeiten.

Learning by doing. Damit die Digitalisierung in ihrer schnellen Entwicklung noch von den Lehrern verstanden wird, müssen Fortbildungen zum Einen in die Tiefe gehen und zum Anderen kontinuierlich wiederholt werden. Lehramtsstudenten dürfen das Thema Digitalisierung nicht nur für das Schulfach Informatik oder nur für ein Semester behandeln. 

Ausblick

Mit solchen und ähnlichen Änderungen wären die Weichen zur „optimalen digitalen Bildung“ gestellt und werden es hoffentlich bald. Die Zukunft des DigitalPakt Schule wird sich, in dieser ersten Form des Projekts, am 14.12.2018 entscheiden. Es bleibt spannend...

Weiterführende Informationen und verwendete Quellen:

Donnerstag, 7. Juni 2018

E-Learning - Landeszentrale für politische Bildung

Auch in der politischen Bildung macht sich die LpB die Digitalisierung zunutze und bietet E-Learning Kurse zu verschiedenen politischen Themen an. http://www.elearning-politik.de/

Seit 1999 gibt es dort Kurse zu verschiedenen politischen Themen. In dem dazugehörigen Moodle-Portal gibt es sowohl offene als auch anmeldepflichtige Kurse. Das Kursangebot richtet sich dabei neben Bürgerinnen und Bürgern sowie Schulen auch an Hochschulen, Kommunen, obere Landesbehörden und Ministerien. Dadurch will die Landeszentrale für politische Bildung ihr Lernangebot erweitern und neue Zielgruppen erreichen.

So will die LpB dem veränderten Lernverhalten der Lernenden durch die Nutzung des Mediums Internet gerecht werden und auch einen Schritt hin zur Flexibilisierung der Lernorte tun. Gleichzeitig wird weiterhin darauf Wert gelegt, dass das Lernen in Kursräumen, wenn auch in virtuellen Räumen, stattfindet und sowohl moderiert als auch tutoriell betreut wird. Dadurch sollen Schritt für Schritt neue Lernräume im Web und Formen der digitalen Bildung aufgezeigt werden. Formen der Kursangebote der LpB sind:
  • reine E-Learning Kurse
  • Blended Learning Kurse
  • Selbstlernangebote
  • Länderübergreifende Kursangebote im europäischen Kontext
  • Spielerische Lernszenarien
  • Internetprojekte für Schulklassen
Zum Thema Hate Speech, wozu in diesem Blog auch eine interessante Doku zu finden ist, gibt es einen Kursraum für Schüler/innen. Man findet ihn in der Rubrik der Kurse für Schulklassen. Kurs: Mit Herz gegen Hate Speech. In 4 Modulen wird dort an das Thema herangeführt. Es finden sich dort ergänzende Arbeitsblätter und Arbeitsmaterialien sowie Material für die Lehrperson.

Dienstag, 14. November 2017

Aktuelle APuZ-Ausgabe zum Thema Darknet

Die aktuelle Ausgabe 46-47/2017 der Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" (APuZ) befasst sich mit dem Thema Darknet und steht im Volltext kostenlos zur Verfügung. Die Kurzbeschreibung auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) lautet:
Spätestens nachdem im Juli 2016 ein 18-jähriger Schüler am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschoss, ist auch der deutschen Öffentlichkeit das Phänomen "Darknet" bekannt. Hier soll der Attentäter den Kauf der Tatwaffe angebahnt haben. In den Schlagzeilen erschien das Darknet entsprechend als anrüchige, "dunkle" Seite des Internets. In der Berichterstattung über das Darknet wird aber auch seine "helle" Seite betont: Die absolute Anonymität bietet Menschenrechtlern, Journalistinnen und Whistleblowern in repressiven Staaten Schutz vor politischer Verfolgung. Für sie ist das Darknet oft die einzige Möglichkeit, sich politisch zu engagieren und der staatlichen Überwachung zu entkommen.
Die Ausgabe umfasst die folgenden Aufsätze: 
  • Stefan Mey: "Tor" in eine andere Welt? Begriffe, Technologien und Widersprüche des Darknets - Das Darknet gilt als Gegenentwurf zum World Wide Web und will eine vor Überwachung geschützte unzensierte Kommunikation ermöglichen. Wie zu erwarten, wird die gebotene Anonymität auf gesellschaftlich erwünschte wie ethisch unerwünschte Weise genutzt.
  • Otto Hostettler: Hilflose Ermittler. Warum Kriminelle im Darknet wenig zu befürchten haben - Das Handelsvolumen auf den anonymen Marktplätzen im Darknet hat sich innerhalb der vergangenen Jahre vervielfacht. Die Anonymität bietet Kriminellen ungeahnte Möglichkeiten und stellt Ermittlungsbehörden vor größte Herausforderungen.
  • Daniel Moßbrucker: Netz der Dissidenten. Die helle Seite im Darknet - Das Darknet bietet Rückzugsräume für Dissidenten und Journalisten. Die Technologie hilft, demokratische Strukturen zu stärken. Der Handel mit Spähsoftware sowie weitgreifende Überwachungsgesetze in vielen Ländern beschneiden diese Räume jedoch zunehmend.
  • Matthias Schulze: Going Dark? Dilemma zwischen sicherer, privater Kommunikation und den Sicherheitsinteressen von Staaten - Im Zuge des Antiterrorkampfes wird immer wieder gefordert, Verschlüsselungstechnologien zu schwächen. Dabei haben sie einen großen Nutzen im Bereich der Cybersicherheit. Wenn sie geschwächt werden, erhöht man nicht die Sicherheit, sondern senkt sie.
  • Friedemann Brenneis: Phänomen Bitcoin. Geld, Technologie und gesellschaftliches Ereignis - Vom verruchten Darknet-Geld zur gehypten Digitalwährung mit Milliardenwert: Der Bitcoin hat es innerhalb weniger Jahre weit gebracht. Doch liefert dieses mysteriöse Phänomen mehr Fragen als Antworten. Vor allem: Was ist das eigentlich – und warum ist es noch nicht gescheitert?
  • Albrecht Beutelspacher: Eine kurze Geschichte der Kryptografie - Die ersten Verfahren der Kryptografie sind militärischen und politischen Ursprungs, und sie spielten sich zwischen Staaten ab. Heute ist Verschlüsselung aus unserem Alltag kaum wegzudenken und ermöglicht uns, die Vertraulichkeit von Kommunikation zu schützen.
  • Meropi Tzanetakis: Drogenhandel im Darknet. Gesellschaftliche Auswirkungen von Kryptomärkten - Der Onlinehandel mit Drogen ist so alt wie das Internet selbst. Technologische Innnovationen wie neue Verschlüsselungsmethoden haben jedoch zu einem systematischen und weltweiten Vertrieb von verbotenen Substanzen und anderen Produkten im Web beigetragen.

Dienstag, 31. Oktober 2017

Medienkompetenz und politische Bildung - neuer Sammelband der bpb

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat kürzlich einen für dieses Blog unmittelbar einschlägigen Sammelband veröffentlicht:

Gapski, Harald / Oberle, Monika / Staufer, Walter (Hg.) (2017), Medienkompetenz. Herausforderung für Politik, politische Bildung und Medienbildung, bpb Bonn.

Das Buch kann bei der bpb bestellt (4,50 €) oder kostenlos als pdf oder ebook heruntergeladen werden. Die Beschreibung auf der bpb-Website lautet:
Die digitale Transformation der Gesellschaft ist in vollem Gange und macht auch nicht vor dem politischen System halt: Bots und Big Data Analysen in Wahlkämpfen, Leaks und Fake News in der Berichterstattung und neue digitale Partizipationsmodelle verändern die politische Kommunikation und Willensbildung. Um Verunsicherung über deren Wirkungsweise zu begegnen ist kritisches Denken gefragt, diese neuen Phänomene und die Mechanismen zu verstehen. Dabei wachsen Medienbildung und politische Bildung zusammen. Medienkompetenz kommt eine Schlüsselrolle als Demokratiekompetenz zu.

Der Schriftenband beschreibt die lange gewachsenen und jetzt aktuellen Herausforderungen über digitale Gesellschaft und politisches Handeln, skizziert Medien- und bildungspolitische Positionen, Forderungen und Strategien und begründet Medienkompetenz als eine Schlüsselkompetenz für politische Urteils- und Handlungsfähigkeit. Medienkompetenz als Aufgabe für Politik und Ziel politischer Bildung:

Der Band zeigt Wege in die Bildungspraxis, Gestaltungsmöglichkeiten der Medienkompetenzförderung und der Professionalisierung und fordert Politik, politische Bildung und Medienbildung mit strukturierten Beiträgen zum Handeln auf, die Digital- und Medienkompetenzen entlang der Bildungskette - von der Kita bis zur außerschulischen Bildung - zu stärken und neue, zeitgemäße Formate zu entwickeln. Dieser Schriftenband will Diskurse der Medienpädagogik/Medienbildung und der Politikdidaktik/politischen Bildung in einen fruchtbaren Austausch miteinander bringen.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Hatespeech - Einblick in das Phänomen und wie politische Bildung darauf reagieren kann

„Stammtischparolen“ erreichen durch das Web 2.0 eine neue Dimension. Nirgendwo lassen sich fragwürdige Informationen, abwertende Gerüchte und Scheinwahrheiten schneller und mit so großer Reichweite verbreiten wie in sozialen Netzwerken. Die Glaubwürdigkeit dieser Nachrichten scheint hoch, auch wenn die ursprüngliche Quelle schwer nachvollziehbar ist - die Flut an Informationen kann gezielte Stimmungsmache und Meinungsmanipulation sein -, jedoch wird sie von Freund*innen, Bekannten und Familienmitgliedern geteilt.

Digitale Hatespeech in Form von Shitstorms, beleidigenden Kommentaren oder Fake News begegnet Internetnutzer*innen täglich. Gerade internetaffine Jugendliche sind somit ständig mit Hatespeech konfrontiert, ihnen fehlt jedoch im Umgang damit eine sichere Handlungsfähigkeit. Vielmehr reichen ihre Reaktionen - seien sie nun Teil der angegriffenen Gruppe oder nicht - von einem unguten Gefühl der Ohnmacht über ein Ausblenden der abwertenden Inhalte bis hin zu Resignation oder sogar zur Annahme, die teils durch Social Bots generierten und in Filterblasen verdichteten, immer wiederkehrenden Behauptungen entsprächen der Wahrheit.

Hatespeech – was ist darunter zu verstehen?

Hatespeech, zu deutsch Hassrede, ist Ausdruck von Rücksichtlosigkeit, Intoleranz und Brutalität sozialer Umgangsformen und Sprache, die an analogen Stammtischen und online in sozialen Medien zunehmen. Kennzeichen von Hatespeech ist das Schaffen eines zu verteidigenden „Wir“ durch die Konstruktion und Abwertung eines fremden bedrohlichen „Ihr“. Dieses Herabsetzen von „den Anderen“ geht einher mit gesellschaftlichen Differenzierungs- und Zugehörigkeitsprozessen, die rassistische Abwehrhaltungen zur Folge haben.

Getarnt wird Hatespeech oft durch den Vorwand der freien Meinungsäußerung à la „Man wird ja noch sagen dürfen, dass…“; sie ist jedoch als Diskriminierung und Tatbestand der Volksverhetzung zu verstehen, der erfüllt ist, sobald eine Person „in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, 1. zum Haß gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder 2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, daß er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet“ (StGB, §130(1)).

Das Ministerkomitee des Europarates hat bereits vor 20 Jahren, nämlich 1997, eine Empfehlung R (97) 20 über Hatespeech erlassen und dabei Hatespeech wie folgt definiert: „Jegliche Ausdrucksformen, welche Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus oder andere Formen von Hass, die auf Intoleranz gründen, propagieren, dazu anstiften, sie fördern oder rechtfertigen, einschliesslich der Intoleranz, die sich in Form eines aggressiven Nationalismus und Ethnozentrismus, einer Diskriminierung und Feindseligkeit gegenüber Minderheiten, Einwanderern und der Einwanderung entstammenden Personen ausdrückt“ (human rights.ch, 2017).

Donnerstag, 1. Juni 2017

Game der UN-Flüchtlingshilfe für den Schulunterricht

Die UNHCR zählt heute weltweit mehr als 65,3 Millionen Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat verlassen mussten. Auch hier in Deutschland spürt man die "Flüchtlingskrise". Schülerinnen und Schüler bekommen durch die Medienlandschaft und Gesellschaft viele verschiedene Eindrücke, was es bedeutet, ein Flüchtling zu sein. Auf der einen Seite gibt es eine große "Willkommenskultur" und viele Möglichkeiten, sich für Geflüchtete zu engagieren, und auf der anderen Seite wird gewarnt vor den kulturellen Unterschieden und der Überforderung Deutschlands.

Wie können sich Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Bild machen? Ist es möglich, sich in Menschen hineinzuversetzen, die vor Krieg und Verfolgung aus ihren Heimatländern fliehen müssen? Die UNHCR entwickelte 2007 ein Online-Spiel für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren, in dem sich die Spieler in die Situation von Geflüchteten hineinversetzen müssen.

Das Spiel besteht aus drei Teilen: Im ersten Teil befindet man sich in einer Situation, die einen zwingt, aus dem eigenen Land zu flüchten. Im zweiten Teil steht der Spieler dann vor einer neuen Herausforderung und ist auf der Suche nach Schutz und einer Unterkunft in einem fremden Land, dessen Sprache er nicht mächtig ist. Im dritten und letzten Teil des Spiels ist man schließlich sicher in einem neuen Land angekommen und hat einen genehmigten Asylantrag. Dennoch gibt es neue Herausforderungen bei der Integration und Arbeitssuche, und man wird mit vielen gängigen Vorurteilen konfrontiert.

Das Ziel des Spiels ist es, die Situation von Menschen auf der Flucht für Jugendliche zu veranschaulichen und ein Gespür dafür zu entwickeln, wie es sich anfühlt, sein Land verlassen und in einer Gesellscalft neu anfangen zu müssen. Ergänzt wird das Spiel durch ein "Fakten-Web", bei dem es viele Hintergrundinformationen zu den beiden großen Themen Flucht und Menschenrechte gibt. Außerdem gibt es einen Lehrerleitfaden (http://www.lastexitflucht.org/againstallodds/teachersupervision/de/pdf/Lehrerleitfaden.pdf) mit didaktischen Empfehlungen für den Unterricht. Hier geht es zu dem Online-Spiel: http://www.lastexitflucht.org/againstallodds/game.html

Online-Planspiele für den Politikunterricht

Politik Planspiele online durchführen. Verfügbar für Klein- und Großgruppen. Anpassung an verschiedene Altersstufen: www.planpolitik.de/

Donnerstag, 26. Januar 2017

Fake News - eine Gefahr für die Demokratie?

Bei Fake News handelt es sich um falsche, erfundene Nachrichten, die über das Internet in Sozialen Medien verbreitet werden mit dem Ziel der Meinungs- und Stimmungsmache gegen Personen, Politiker und Minderheiten oder zur Beeinflussung von Wahlen.

            

Seit den US-Wahlen, die stark von der Streuung von verschiedenen Fake News geprägt waren, sehen viele die Demokratie in Gefahr. Es wird davon ausgegangen, dass ihr Ausgang durch sogenannte Social Bots beeinflusst wurde. Viele befürchten deshalb auch, dass die bevorstehenden Bundestagswahlen 2017 stark durch Fake News und Social Bots beeinflusst werden könnten.

Gerade die sozialen Netzwerke stehen in diesem Zusammenhang in der Kritik. Facebook hat nun angekündigt, mit einem Journalismus-Projekt, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Medienpartnern, vermehrt gegen die Verbreitung von Falschmeldungen vorzugehen.

US-Forscher zweifeln jedoch einen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Wahl durch Fake News an. Auf der ARD-Webseite gibt es extra ein Spezial mit allen Informationen zum Thema „Fake News“.

Montag, 5. Dezember 2016

Social Media und Politik: Fake-News und Social Bots

Das Brexit-Referendum und der Wahlkampf Donald Trumps haben auf Phänomene wie Social Bots und Fake News aufmerksam gemacht. Zwischenzeitlich sind einige Beiträge erschienen, die Orientierungswissen in dieser Debatte bieten. Eine Auswahl:
  • Simon Hegelich: Invasion der Meinungs-Roboter, Konrad-Adenauer-Stiftung: Analysen & Argumente, Ausgabe 221, September 2016 (Link, pdf)
  • Adrian Lobe: Gefährden Meinungsroboter die Demokratie?, Spektrum (Link)
  • Sascha Lobo: Wie soziale Medien Wahlen beeinflussen, Spiegel Online (Link)
  • Markus Reuter: Fake-News, Bots und Sockenpuppen - eine Begriffsklärung, Netzpolitik.org (Link
  • Gregor Weichbrodt: Bots unter Generalverdacht, Krautreporter (Link)

Mittwoch, 16. November 2016

Web-App: GO-Stuttgart


GO-Stuttgart ist eine Web-App, die Stuttgarts NS-Geschichte mit historischen Orten im Stadtraum verortet sowie Namen und Geschehnisse des Nationalsozialismus in einer virtuellen Stadtkarte der Landeshauptstadt verknüpft. Darüber hinaus bietet das Online-Angebot umfangreiche Recherche- Möglichkeiten zur nationalsozialistischen Geschichte: mit Biografien von Verfolgten, Helfern und Tätern, zwei Zeittafeln und weiterführenden Links informiert die Web-App über die Zeit von 1933 bis 1945. Dabei gibt es verschiedene Navigationen, die zu unterschiedlichen Unterpunkten führen. Diese wären:

Historische Orte: In dieser Karte werden Orte aufgezeigt, die in der Zeit des Nationalsozialismus eine besondere Bedeutung hatten, die auf Anweisung der Nationalsozilisten neu gestaltet und/oder gebaut wurden, Orte, die in der Zeit 1933 bis 1945 einen anderen Namen trugen, der Treffpunkt von Widerständlern oder NS-Organisationen waren, und auch Orte, an denen sich zum derzeitigen Zeitpunkt keine Hinweise über ihre NS-Geschichte befinden.

Gedenk- und Erinnerungsorte: In dieser Karte werden die Orte in Stuttgart aufgezeigt, die in unterschiedlicher Weise an Personen oder Ereignisse der NS-Zeit erinnern. An diesen Orten befinden sich Infotafeln, Gedenktafeln und -steine, Mahnmale, Friedhöfe und Gedenkstätten.

Straßennamen: In der Liste der Straßennamen befinden sich Straßen, Plätze und Wege in Stuttgart, die nach 1945 wegen ihrer nationalsozialistischen und militärischen Tendenz oder durch historische Neubewertungen der Namensträger umbenannt werden mussten.

Spurensuche: Auf dieser Seite werden unterschiedliche Programme angeboten, die es ermöglichen, themenbezogen Orte mit Hilfe der Navigation zu Fuß aufzusuchen.

Zu der Seite kommt man hier: https://go-stuttgart.org