Donnerstag, 17. Januar 2019

Big Data und PISA-Studie

Big Data als Instrument zur Reflexion und Kritik an der OECD-Studie PISA - Bei meiner Recherche nach Literatur bzw. Forschungspapieren zum Thema Big Data bin ich auf einen Aufsatz in einem Sammelband gestoßen, welcher verschiedene Forschungen zu Machine Learning und Data Analysis enthält. Dieser Sammelband ist anlässlich einer im Jahr 2012 durchgeführten Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Klassifikation (GfKI) entstanden. Somit ist er eine Zusammenfassung verschiedener Konferenzpapiere, die auf dieser Tagung entstanden sind. Die Konferenz hatte die Zielsetzung, Fortschritte in der Datenanalyse, in Statistik, in der Wissensfindung und in Machine Learning zu diskutieren. Der Buchtitel der gleichnamigen Konferenz lautet "Data Analysis, Machine Learning and Knowledge Discovery", hg. von Deutsche Gesellschaft für Klassifikation (GfKI, 2012).

Der vorliegende Aufsatz, den ich mir aus dieser Sammlung an Konferenzpapieren herausgezogen habe, beschäftigt sich mit der Data Analysis in der Domäne der Bildung. Der Titel des Aufsatzes lautet "The OECD's Programme for International Student Assesment (PISA) Study: A Review of Its Basic Psychometric Concepts" von Ünlü, Kasper und Soo (2014) (dt. Übersetzung: "Das OECD-Programm für die Internationale Schüler-Bewertungsstudie (PISA): Eine Kritik ihrer grundlegenden psychometrischen Konzepte"). Dieser Sammelband wurde in englischer Sprache verfasst, da die Konferenz international war.

Die Schulleistungsstudie PISA war vor allem zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine von Bildungsexperten und Laien vieldiskutierte Methode, um die Leistungen von Schülerinnen und Schülern international zu erheben und miteinander zu vergleichen. PISA ist eine internationale, groß angelegte Prüfungsstudie, die von den OECD-Ländern erhoben wurde und testet, inwieweit 15-jährige Schülerinnen und Schüler imstande sind, die Herausforderungen heutiger Wissensgesellschaften zu meistern (Ünlü, Kasper und Soo, 2014, S. 418).

Die Wissenschaftler um Ali Ünlü interessierten sich im Rahmen ihrer Data Analysis dafür, wie man mit einem Item-Raster, welches auf einem mathematischen Koeffizientenmodell basiert, das MCLM (Mixed Coefficients Multinominal Logic Model), die Ergebnisse der PISA-Studie auswerten und einordnen kann. Dieses Modell lehnt sich an das Rasch-Modell an (siehe https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/rasch-modell/12443). Mit diesem Modell konnte klassifiziert werden, dass im PISA-Skalierungs-Vorgang die Schülerinnen und Schüler vereinzelt herausgegriffen wurden und ihre Leistungen dabei mit Hilfe von Zufallsvariablen untereinander abgeglichen worden sind.

Diese Abgleiche sind laut den Forschern fraglich, da die Einstufung der PISA-Ergebnisse im Rahmen eines Versuchs noch viele Fragen offen lässt. Beispielsweise seien für die Schüler-Treffer-Generation nur internationale Itemparameter verwendet worden. Es hat wohl ein Subsample dieser internationalen Parameter gegeben. Obwohl alle internationalen Datensets frei einsehbar sind (www.oecd.org/pisa/pisaproducts), ist es nicht klar, welche Schülerinnen und Schüler in einem Subsample kategorisiert wurden (Ünlü, Kasper und Soo, 2014, S. 423).

Ünlü und seine Kollegen stellten abschließend fest, dass Klassifikationsmethoden, die auf psychometrischen Modellen basieren, viel aussagekräftiger sind als das bisherige reine Vergleichen von Samples (Ünlü, Kasper und Soo, 2014, S. 423).

Der Aufsatz über die Datenanalyse zur PISA-Studie ist für den schulischen Gebrauch selbst zunächst wohl eher uninteressant. Für die pädagogische und psychologische Forschung über Schulleistungsstudien kann eine datengestützte Reflexion über die PISA-Studie dennoch sehr sinnvoll sein. Darüberhinaus stellt diese Kritik das Postulat, dass die psychometrische Datenanalyse das Berichterstatten über die PISA-Ergebnisse automatisiert und somit vereinfacht (Ünlü, Kasper und Soo, 2014, S. 424). 

Literatur

Ünlü, A. (2014). The OECD's Programme for International Student Assessment (PISA) Study: A Review of Its Bacic Pychometric Concepts. In: M. Spiliopoulou (Hrsg.), Data Analysis, Machine Learning and Knowledge Discovery (S. 417-425). Cham, Heidelberg, New York, Dordrecht, London: Springer-Verlag.

Spektrum.de (2000). Rasch-Modell. Abgerufen von https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/rasch-modell/12443

OECD (2018). PISA. Programme for International Student Assessment. Abgerufen von www.oecd.org/pisa/pisaproducts


Gefährdet Big Data unsere Demokratie?

„Die Datenökonomie lebt davon, alle möglichen Informationen einzusammeln – immer und überall, manchmal sogar ohne dass wir etwas tun. Das ist gefährlich: Unsere Demokratie, wie wir sie kennen, wird die Digitalisierung nicht überleben.“
Der folgende Artikel von Volker Boehme-Neßler beschreibt deutlich, dass Big Data unsere Demokratie gefährdet. Durch die ständige Überwachung unserer Daten wird unsere Freiheit eingeschränkt. Menschen können sich dadurch nicht zum mündigen Bürger entwickeln. Politische Diskussionen finden nur noch auf Twitter statt und sind alles andere als sachlich und argumentativ. Geleitet von Emotionen, setzt sich nicht mehr das beste Argument durch, sondern nur noch die Meinung mit dem höchsten Hysteriepotenzial.

Jeder muss mit jedem reden können. Das ist das Grundgesetz der Demokratie. Aber WIE, wenn die digitale Welt das Leben in der Filterblase fördert?

Ein Artikel, der die Gefahren von Big Data für unsere Demokratie deutlich macht: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article186843448/Big-Data-Die-Digitalisierung-hoehlt-unsere-Demokratie-aus.html

Mittwoch, 16. Januar 2019

BigData als Manipulationsmittel für freie Bildung

Die Schattenseiten von BigData: BigData kann zur Optimierung von Lern- und Bildungsprogrammen beitragen, diese aber auch für Manipulationen nutzen.

Suchbegriffe:
  • 1989 Tiananmen Square protests
  • Tiananmen Square
  • 六四事件

Kopiert diese Suchbegriffe und fügt sie jeweils in führende Suchmaschinen ein. Nutzt dazu Google und Baidu (www.baidu.com). Wechselt anschließend in der Baidu-Suchmaschine im Reiter unterhalb des Eingabefeldes von 网页 (Webseiten) zu 图片 (Bilder, 4. Reiter von rechts).

Atolla

Atolla ist ein Start-Up-Unternehmen, welches mit Hilfe von Tests feststellt, welche Pflegeprodukte die Haut benötigt. Die Tests werden monatlich zu Hause durchgeführt, und innerhalb von 10 Minuten werden Öl- und Feuchtigkeitsgehalt, Unreinheiten und ph-Wert gemessen. Anschließend zeigt die App an, welche Pflegeprodukte die richtigen sind und erstellt Prognosen für die nächste Zeit. So wird beispielsweise trockener Haut im Winter vorgebeugt. Außerdem kann man seit diesem Jahr mit der App Produkte einscannen und erfährt direkt, ob dieses für die eigene Haut geeignet sind.
Die Tests kosten 80$ für drei Monate, sind zur Zeit allerdings nur in den USA erhältlich.

AlphaGo Zero

Das Spiel Go ist ein asiatisches Brettspiel für 2 Personen. Das Spielbrett hat 19 x 19 Linien, und es geht darum, durch das Setzen der Steine auf den Schnittpunkten der Linien bestimmte Bereiche abzugrenzen. Verglichen mit Schach, welches die KI schon deutlich besser beherrschen, gibt es bei GO insgesamt sehr viel mehr Möglichkeiten, die Steine zu setzen, und auch die Anzahl der Züge bei einem Spiel übersteigen die eines Schachspiels deutlich.

2016 wurde dann bekannt, dass die KI AlphaGo erstmals einen Profispieler besiegt hatte. AlphaGo stammt von der Entwicklerfima deepmind, einer Tochterfirma von Google. Übertroffen wurde AlphaGo dann von AlphaGo Zero, eine KI, die AlphaGo in 100 Spielen 100 mal besiegte.

AlphaGo wurde mithilfe von vergangenen Spielen auf Profiebene trainiert. Dabei wurden über Monate hinweg die Daten aus diesen Spielen verwendet und in das System eingespeist. AlphaGo Zero hingegen kommt ohne diese Daten aus vergangenen Spielen aus. Das System kannte die Spielregeln und wurde mit einem Belohnungssystem dazu gebracht zu gewinnen. Es wurden keinerlei Strategien vorgegeben, und das System erlangte das Wissen über diese nur durch das Spielen gegen sich selbst. Verglichen mit AlphaGo war auch die Zeitspanne, bis das System fähig war, alle möglichen Gegenspieler zu schlagen, deutlich kürzer: Nach gerade einmal 3 Tagen schlug es AlphaGo.

Mittlerweile ist sogar ein weiteres System entwickelt worden, das neben Go auch noch Schach und Shogi (japanisches Schachspiel) beherrscht und innerhalb von wenigen Stunden zumindest mit den bisherigen KIs in diesem Gebiet mithalten oder diese sogar besiegen kann. Wer sich hierzu weiter informieren möchte, findet hier eine erste Auswahl an Artikeln, die ein paar grundlegende Informationen enthalten: 

Dienstag, 15. Januar 2019

Der Cleverbot - Die Zukunft von machine learning oder nur eine Spielerei?

Cleverbot (www.cleverbot.com) ist ein webbasierter Chatbot, der durch Kommunikation mit Menschen erlernt, menschliche Unterhaltungen nachzuahmen. Das Programm wurde vom britischen Informatiker Rollo Carpenter entwickelt. Nach seiner Erfindung im Jahr 1988 hielt Cleverbot im ersten Jahrzehnt tausende Unterhaltungen mit Carpenter und seinen Kollegen. Seit der Veröffentlichung im Web am 30. November 1997 wurden mehr als 65 Millionen Unterhaltungen mit Cleverbot geführt.

In der Theorie verfügt der Cleverbot über einen gigantischen Pool an Gesprächen, auf die er zurückgreifen kann. Und er soll auch selbständig dazu lernen können (Stichwort: Big Data und machine learning). Auf der Seite wird man auch ausdrücklich darum gebeten, den Cleverbot nur mit anständigen Phrasen und Antworten zu füttern, damit die Unterhaltungen mit ihm nicht plötzlich eine seltsame Richtung einschlagen. Doch wir wissen wohl alle, dass es im Internet genug Leute gibt, die davon recht wenig halten...

Montag, 3. Dezember 2018

LingoFox

In Hinblick auf die Fragestellung, welche Rolle eigentlich digitale Medien in unserem Alltag spielen, wurde mir besonders die Rolle solcher Medien für die Schulpraxis bewusst. Es gibt eine Vielzahl an digitalen Medien, die von Lehrkräften für den Schulunterricht genutzt werden können. So ist zum Beispiel Lingofox eine Plattform, mit deren Hilfe Lehrkräfte diverse Arbeitsmaterialien für den Fremdsprachenunterricht erstellen können: http://www.lingofox.de/index.php.

Freitag, 30. November 2018

Schule der Zukunft: Auf dem Weg zur Smart School?

Der Bundesverband Informationswissenschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (kurz Bitkom) ist ein Interessenverband, der optimale politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die ITK-Branche erreichen möchte. Jährlich finden deshalb einige Veranstaltungen und Konferenzen, wie beispielsweise eine Bildungskonferenz, statt.

Seit 2016 werden auf dieser Bildungskonferenz auch sogenannte Smart Schools ausgezeichnet. Doch was sind Smart Schools und was muss eine Schule tun, um ausgezeichnet zu werden? Smart Schools sind laut Bitkom "Ökosysteme des digitalen Lernens, die Bildungsangebote modellhaft im Praxisbetrieb zeigen".

Das Bitkom-Projekt Smart School analysiert und bewertet anhand von drei Säulen (Infrastruktur, Pädagogisches Konzept, Lehrerfortbildung) deutsche Schulen. Dabei geht es z.B. um die Ausstattung der Schule mit Breitband und/oder WLAN im gesamten Gebäude, Cloud-Services, interaktive Whiteboards etc., aber auch um das schulindividuelle Medienkonzept, innovative Lehrmethoden, digitale Lerninhalte und interaktives Lernen in einer interaktiven Lernumgebung. Darüber hinaus müssen Schulen, die ausgezeichnet werden wollen, ein Gremium "Smart School" beschließen, und die Lehrerschaft muss an Workshops mit Schwerpunkt Digitalisierung teilnehmen.

Zwar ist das Konzept der Smart Schools noch relativ jung, dennoch ist es unter Betrachtung des digitalen Wandels, der Entwicklung und des Forschungsstands mehr als wichtig, unsere Schulen in diese Richtung auszubauen, das Lehrerkollegium weiterzuentwickeln und schlichtweg mit der Zeit zu gehen.

Denn: "Die Schülerinnen und Schüler von heute werden morgen in Jobs arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt und dann ist es sehr gefährlich, sie mit den Methoden von gestern darauf vorzubereiten" (Christian Lindner, bei der Bildungskonferenz 2018).

Donnerstag, 29. November 2018

Liegt der Fortschritt wirklich in der Digitalisierung?

Durch die neue Grundgesetzesänderung darf der Bund nun die digitale Bildung an Schulen mit enormen Summen fördern. Digitale Bildung – das Stichwort schlechthin, wenn es um die Zukunft geht, darum innovativ zu sein und natürlich um Bildung zeitgemäß zu gestalten.

Ab 2019 sollen nun die Schulen moderner ausgestattet werden, mit Tablets und WLAN, sodass die Schulbildung auf den aktuellen Stand gehoben wird. Natürlich folgt auch die entsprechende Lehrerfortbildung. Das sogenannte „Ende der Kreidezeit“ hat demnach begonnen. Einen Eindruck wie das neue Zeitalter der digitalen Schulwelt nun aussehen wird, gibt uns ein Artikel in der "Zeit“:
„Wie emsige Geschäftsleute rennen die Schüler der 7a hoch konzentriert mit ihren Tablets durch die Klasse. Auf den Bildschirmen: ein Bewertungsraster, mit dem sich die Kinder gegenseitig Rückmeldung geben: Wie gut sind die Poster zur Berechnung des Erdumfangs gelungen? Wer hat richtig gerechnet, wer falsch? Um den Umfang der Erde zu ermitteln, musste in der 7a niemand mehr Stift und Lineal aus dem Rucksack holen. Patrick Bronner, Mathe- und Physiklehrer, wollte, dass seine Schüler auf drei Wegen zum Ergebnis kommen, alle digital: mit Handy und GPS auf dem Schulhof, mit Google Maps und über eine Internetrecherche.“
Man könnte sagen, dass diese Entscheidung längst überfällig war, und wie es scheint unserem Land und deren Schulbildung große Vorteile bringt und das Schulsystem regelrecht nach vorne bringt. Nicht bedacht wird hierbei jedoch die immer häufiger auftretende Art des Cybermobbings. Kinder stehen heutzutage unter einem deutlich erhöhten Druck und in der Gefahr, selbst Opfer von Cybermobbing zu werden. Da stellt sich die Frage, ob das freigängige WLAN für SuS in der Schule die Angriffsmöglichkeiten nicht erhöht, vor allem wenn Handys erlaubt sind und somit leicht unbemerkt Fotos und Videoaufnahmen gemacht werden können.

Desweiteren stellt sich für mich die Frage, ob sich die BRD nicht vielleicht im Kurs vertan hat. Die Bildung der Zukunft... liegt diese wirklich in der Digitalisierung?

Jack Ma (Vorsitzender des größten Handelskonzerns der Welt) erklärte, dass bis 2030 ca. 800 Mio. Berufe durch Maschinen ersetzt werden. Deshalb plädiert er dafür, die Bildung in Schulen an die neuen Gegebenheiten anzupassen, indem wir das lehren, was Maschinen nicht ersetzen können. Als Beispiele für neue Lehrinhalte nennt er z.B. Teamworkbildung, Malerei und Kunst, selbstständiges Denken und auch die Werteerziehung.

Bei diesem Gedanken stellt sich für mich die Frage, ob für diese neuen Lehrinhalte wirklich die Digitalisierung von Nöten bzw. ob sie nicht sogar hinderlich ist.


HABA Digitalwerkstatt

Durch den digitalen Wandel werden neue Anforderungen an Erziehung und Bildung gestellt. Die digitale Welt ist selbst für uns Erwachsene nicht immer leicht zu verstehen. Damit Kinder ein besseres Verständnis hierfür bekommen, wurde die HABA Digitalwerkstatt entwickelt.

Die Digitalwerkstatt ist ein kreatives Bildungs- und Erfahrungsangebot für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren, aber auch Eltern und Lehrer, bei dem sie die digitalen Technologien gemeinsam spielerisch entdecken und erforschen können sowie wichtige Kompetenzen im Umgang mit den neuen Technologien entwickeln.

Seit 2016 findet das Angebot in Form von Kursen und Workshops in Hamburg, Berlin, Lippstadt, Frankfurt und München statt, bei denen Kinder das Programmieren lernen, Roboter bauen, mit dem 3D-Druck experimentieren und Animationsfilme gestalten.

Konzipiert wurde das Programm von erfahrenen Medienpädagogen, Lehrern und Informatikern. Ziel ist es, Kinder zu befähigen, sich in der digitalen Welt aktiv und selbstbestimmt zu bewegen.

Mittwoch, 28. November 2018

MOOC - Massive Open Online Courses - Universität 2.0!?

Wenn man heutzutage studieren möchte, kommt man nicht mehr daran vorbei, sich über Online-Plattformen in diverse Kurse und Veranstaltungen einzuschreiben. Auch Rückmeldungen zum neuen Semester und das Einsehen in Noten und Leistungen erfolgt via Online-Studienplattform. Aber damit hat sich die Verlagerung des akademischen Lernens ins Internet noch längst nicht erschöpft. Seit 2010 werden an den Hochschulen im In- und Ausland auch vermehrt sogenannte "MOOC" - Massive Open Online Courses, zu Deutsch "Massen-Online-Kurse", angeboten.

Eine Vielzahl der StudentenInnen der PH Ludwigsburg, die Politik studieren, ist bereits mit einer MOOC-Plattform in Berührung gekommen. In den Eingangsseminaren von Herrn Müller haben wir es in Form von iversity https://iversity.org/de, dem Schwesterprojekt der MOOC-Plattform www.iversity.org, bereits kennengelernt. Dort konnten wir Studierende unsere Referat-Handouts hochladen und der Dozent konnte jederzeit Seminarpläne und Aufgaben einstellen.

Das klingt jetzt noch nicht besonders. Das Besondere an MOOC ist, dass Jeder und Jede, der/die sich für ein MOOC interessiert, daran einfach so teilnehmen kann, ohne Zugangs- und Zulassungsvoraussetzungen erfüllen zu müssen. Lehrende und Lernende haben die Möglichkeit, Videos und Lesematerial einzustellen; können in den verschiedenen Foren aber auch Probleme und Fragen miteinander diskutieren.

Lehrende und Lerndende agieren dabei virtuell miteinander. Die MOOC sind in Form von Seminaren und Workshops angelegt.

Welche Vorteile bieten MOOC?

MOOCS sind deshalb vorteilhaft, weil sie keine Gebühren und keine weiteren Voraussetzungen haben; abegesehen vom Internetzugang und Interesse. Es ist sozusagen ein niederschwelliges Angebot und kann auch Lernenden in Ländern des globalen Südens leicht zugänglich gemacht werden, so dass alle LernerInnen weltweit auf Bildung Zugriff haben.

MOOC werden seit 2010 angeboten. Wer nimmt daran teil? Es sind Personen weltweit, die vornehmlich gut ausgebildet und eher jünger sind - < 30 Jahre - darunter sind viele Männer und Berufstätige. MOOC werden überwiegend in der Hochschul- und Erwachsenenbildung eingesetzt.

Nachteilig an den MOOC ist, dass die Lehrenden viel Zeit für die Kursbetreuung, für die Vor- und Nachbereitung aufwenden müssen. Auch der pädagogische Mehrwert ist umstritten, da die wissenschaftliche Grundlage dafür noch weitestgehend fehlt.

Befürworter der MOOC argumentieren auf der methodisch-didaktischen Ebene so, dass das Online-Lernen gewinnbringend und schnell ist. Zudem passen sich MOOC durch Mastery-Learning an den/die Lernende/n an; erst, wenn etwas verstanden wurde, geht es weiter mit dem folgenden Input. Darüber hinaus kann man traditionelle Kursangebote mit mehrmaliger Präsenz im Semester mit blended learning verknüpfen. Schließlich können MOOC die Lernenden bei der Entwicklung von Selbstlernkompetenzen unterstützen.

Neben iversity gibt es im deutschsprachigen Raum noch weitere MOOC-Plattformen:
  • OpenCourse World - Firma IMC AG
  • mooin - FH Lübeck
  • iMoox - österreichische Plattform der Karl-Franzens-Universität Graz und der TU Graz
Literatur 
  • http://www.itdl.org/Journal/Jan_05/article01.htm (Zugriff: 28.11.18).
  • Schulmeister, Rolf, MOOCs - Massive Open Online Courses. Offene Bildung oder Geschäftsmodell? (Münster/New York/München 2013).
  • Treeck, Timo van; Himpsl-Gutermann, Klaus; Robes, Jochen, Offene und partizipative Lernkonzepte. E-Portfolios, MOOCs und Flipped Calssrooms, in: Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien (L3T), hg. von Martin Ebner und Sandra Schön (2013).

DigitalPakt Schule: Eine Grundgesetzänderung als wichtiger Schritt für die Digitale Bildung?

Am Freitag, den 23.11.2018, konnten sich Vertreter und Vertreterinnen der Bundesregierung und anderer Parteien ordentlich auf die Schulter klopfen: In einer gemeinsamen Erklärung verkündeten die Bundestagsfraktionen der CDU, CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen den Kompromiss zur Änderung von Artikel 104c des Grundgesetzes.

Das veränderte Grundgesetz 

Art. 104c GG (Stand 2017): Der Bund kann den Ländern Finanzhilfen für gesamtstaatlich bedeutsame Investitionen der finanzschwachen Gemeinden (Gemeindeverbände) im Bereich der kommunalen Bildungsinfrastruktur gewähren. Artikel 104b Absatz 2 und 3 gilt entsprechend.

Geplante Änderung: Der Bund kann den Ländern zur Sicherstellung der Qualität und der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens Finanzhilfen für gesamtstaatlich bedeutsame Investitionen sowie mit diesen verbundene besondere unmittelbare Kosten der Länder und Gemeinden (Gemeindeverbände) im Bereich der kommunalen Bildungsinfrastruktur gewähren. Artikel 104b Absatz 2 Satz 1 bis 5 und Absatz 3 gilt entsprechend.

Auf Basis des veränderten Artikels soll gleich im kommenden Jahr das Projekt „DigitalPakt Schule“ fußen. Worum handelt es sich dabei und inwiefern ist das nun ein Schritt in die Richtung „optimale digitale Bildung“?

Der Digitalpakt im Detail

Erstmals vorgestellt wurde der DigitalPakt Schule vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2016. Dieser Pakt soll zum Ausbau der schulischen Digitalisierung zwischen Bund und Ländern geschlossen werden:

Der Bund will den Ländern und Kommunen über fünf Jahre fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Dieses Geld soll mannigfaltig genutzt werden, z.B. um
  • Schulen einen besseren, schnelleren Internetzugang zu ermöglichen
  • stationäre und neue Endgeräte wie Tablets oder interaktive Tafeln anzuschaffen
  • Lehrern Fortbildungen zu geben
  • Lern- und Kommunikationsplattformen sowie Schulserver zu entwickeln
Die Politik hat immer eine eigene Sichtweise auf die Entwicklung der Digitalisierung, aber was denken denn die Bürger über das Thema digitale Bildung an Schulen und den DigitalPakt Schule?

Eltern und Schüler müssten sich heute eigentlich darüber freuen. Im November 2017 präsentierte die „Vodafone Stiftung Deutschland“ eine Umfrage zum Thema Digitale Bildung und welche Kompetenzen die Deutschen als wichtig erachten.

Die Studie zeigt: 81% der Bürger glaubten, dass „Jugendliche es in Zukunft ohne ein grundlegendes Verständnis digitaler Technologien schwer haben werden, einen guten Arbeitsplatz zu erhalten“.

Jeder Zweite beklagte in dieser Studie, dass die Politik nicht genügend unternehme, um die Bevölkerung auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorzubereiten. Des weiteren stimmen 54% der befragten Erwachsenen und Jugendlichen zu, dass jeder Schüler die Grundkenntnisse des Programmierens erlernen sollte. Was ist nun also von all dem zu halten, politisch und pädagogisch? 

Politisch

Viele Politiker sprechen sich für die erforderliche Grundgesetzänderung zum Vorteil des DigitalPakts aus. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU) warnt davor, eine Debatte zum Thema Föderalismus zu eröffnen: „[…] eine Grundsatzdiskussion zum Föderalismus aufzumachen und damit den Fortschritt in unseren Schulen zu behindern, wäre aus meiner Sicht eine Versündigung an den Kindern“.

Dabei ist diese Debatte, zumindest aus Sicht der Länder, verständlich. Die Bildungspolitik ist Ländersache, der Bund darf zwar das Geld für Technikinvestitionen bereitstellen, aber nicht für das Personal. Dafür haben sich aber die FDP und die Grünen eingesetzt und mit der Änderung von Artikel 104c hätte der Bund auch die Erlaubnis dafür.

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann (Grüne) ist der Einzige, der sich gegen die Grundgesetzänderung stellen will. Damit zieht er sogar gegen die eigene Bundespartei ins Feld.

Er sieht jedoch noch eine weitere Gefahr, als nur die Verletzung des Föderalismus. „Das, was hier gemacht wird und wie es kommuniziert wird, das grenzt an Erpressung“, meint er. Damit bezieht er sich auf die Finanzhilfe des Bundes. Die fünf Milliarden Euro sollen aus zeitlich befristeten Fonds kommen. Darin sieht der Ministerpräsident eine Abhängigkeit der Länder vom Bund. Der Bund vermittele den Eindruck, dass es ohne eine Grundgesetzänderung in der Bildungsfinanzierung kein Geld für die Länder gebe.

Bei der Änderung von Art. 104b GG soll es übrigens nicht bleiben. Die Bundesparteien haben sich zudem auf die Änderung von Art. 104c geeinigt. Dieser Zusatz regelt die Verteilung der zu stellenden Finanzen: 90% kommen dabei vom Bund, 10% stellen die Länder.
Die gewünschte Änderung dieses Zusatzes findet sich übrigens nur im Kleingedruckten. Darin heißt es: "Die Mittel des Bundes sind in jeweils gleicher Höhe durch Landesmittel für den entsprechenden Investitionsbereich zu ergänzen."

Somit müssten die Länder in Zukunft 50% der Investitionen selbst stemmen, bei fünf Milliarden Euro ist das eine ganze Menge Geld.

Kretschmann setzt sich schon länger für unbefristete Gelder aus dem gemeinsamen Steuerreservoir von Bund und Ländern ein. Generell findet er: "Den Bildungsbereich besser auszustatten, ist absolut notwendig. Aber der Weg ist falsch."

Momentan sucht der Grünen-Politiker Verbündete unter den Ministerpräsidenten. Denn an ihnen liegt es nun. Der Bundestag hat die Änderung des Grundgesetzes bereits mit der Entscheidung am Freitag gebilligt.

Der Bundesrat wird bei seiner nächsten Sitzung, am Freitag, den 14.12.2018 darüber abstimmen müssen. Für dessen Zustimmung ist, wie im Bundestag, eine 2/3 Mehrheit der Abgeordneten nötig. Bis jetzt will kein anderes Land öffentlich mit Baden-Württemberg an einem Strang ziehen und die Änderung ablehnen. Winfried Kretschmann sucht trotzdem weiter. 

Pädagogisch

Die digitale Bildung ist unverzichtbar, soviel ist klar. Die Digitalisierung und Entwicklung neuer Technologie schreitet immer weiter und immer schneller voran, ohne, dass ein Ende absehbar wäre.

Aber ist es nicht sinnvoller die richtige Vermittlung neuer Medien zu fördern, als nur neue Medien anzuschaffen? Und sollten Erstklässler wirklich schon technische Fächer haben müssen, so wie es Prof. Ira Diethelm fordert, die an der Uni Oldenburg Didaktik der Informatik lehrt?

Werfen wir einen Blick auf die Geschichte. Im 20. Jahrhundert war nahezu jede neue Generation mit einer neuen technischen Änderung und Ausstattung konfrontiert. Während es für deren Eltern meist schwierig war, die Veränderung in ihren Alltag zu integrieren, wuchsen die jungen Menschen damit auf und haben entsprechend schnell gelernt, mit den neuen Geräten und Funktionen umzugehen.

Zudem wird in nahezu allen pädagogischen Bereichen eine These genutzt, die auch auf die digitale Bildung angewandt werden kann: learning by doing. In der Grundschule können die Kinder die Informatik und das Internet noch gar nicht erfassen.

Sie machen in diesen Jahren erstmals Erfahrungen mit dem Medium Computer. Lieber Informatik in der weiterführenden Schule, wenn die Kinder gereifter sind und die Dimension der Digitalisierung schon durch ihren Alltag erfassen können.

Zu guter Letzt: Technische Ausstattung ist die eine Hälfte des Kuchens, die Kompetenz Digitale Bildung richtig zu vermitteln, die andere. Auch wenn das Bundesbildungsministerium beruhigt und sagt, man würde Lehrer im Beruf und auch im Referendariat weiterbilden, halte ich das für zu wenig.

Auch Lehrer meiner alten Schule haben derartige Fortbildungen erhalten, haben aber die gelernten Informationen nicht umsetzen können. Lediglich die jungen Lehrer, die mit derartigen Medien schon aufgewachsen sind, konnten die Informationen viel besser verarbeiten.

Learning by doing. Damit die Digitalisierung in ihrer schnellen Entwicklung noch von den Lehrern verstanden wird, müssen Fortbildungen zum Einen in die Tiefe gehen und zum Anderen kontinuierlich wiederholt werden. Lehramtsstudenten dürfen das Thema Digitalisierung nicht nur für das Schulfach Informatik oder nur für ein Semester behandeln. 

Ausblick

Mit solchen und ähnlichen Änderungen wären die Weichen zur „optimalen digitalen Bildung“ gestellt und werden es hoffentlich bald. Die Zukunft des DigitalPakt Schule wird sich, in dieser ersten Form des Projekts, am 14.12.2018 entscheiden. Es bleibt spannend...

Weiterführende Informationen und verwendete Quellen:

Big Brother is learning with you

Lehr-Roboter: Hallo Lisa, ich grüße Dich. Du arbeitest im Kurs „History of English“ hervorragend mit.
Lisa: Danke für das Lob – hast du auch etwas auszusetzen?
Lehr-Roboter: Nicht viel. Allerdings solltest Du zur Sicherheit den zweiten Mastery Test zum Thema „Proto-Languages“ nochmal wiederholen, um eine höhere Prozentzahl als die bisherigen 75% zu erreichen. Hast du dazu noch Fragen?
Lisa: Wann ist die Abschlussklausur?
Lehr-Roboter: Am 16. Februar 2019 um 10 Uhr.
So oder so ähnlich könnte die Zukunft aussehen.

Die Entwicklung „künstlicher Intelligenz“ mit Zugang zu Big Data wird in den Medien heiß diskutiert. Einige sagen den Untergang der Menschheit voraus, wieder andere sehen Chancen für Wissenschaft und Medizin.

Der Einsatz von „KI“ im Unterrichtskontext ist ein bisher wenig diskutierter Ansatz. Der Artikel „KI@Education: Wann kommt der LehrBot?“ von Dr. Ulrich Schmid befasst sich mit diesem Thema. Er zeigt mögliche Chancen und Möglichkeiten von „Lehrbots“ im Unterricht auf. Doch bisher handelt es sich dabei noch um Zukunftsmusik. Bisher...

Zum Artikel: https://www.digitalisierung-bildung.de/2018/11/06/kieducation-wann-kommt-der-lehrbot/

Ein Führerschein für das Internet?!

Bei der Recherche zu einem Fundgrubenbeitrag zum Thema Digitale Bildung stellte ich mir die Frage, ob es neben dem Füller- und dem Gasbrenner-Führerschein auch eine Art Führerschein für Kinder gibt, die das Internet neu kennenlernen. Als ich anfing, danach zu suchen, wurde ich schnell fündig: Einmal auf der Homepage der Polizeigewerkschaft und auf der Internetseite internet-abc.de.

Auf der Polizeiwebsite findet man ein kleines Fenster, in dem man Fragen rund um die Sicherheit beim Surfen beantworten kann, hierbei sind die Antwortmöglichkeiten teilweise sehr einfach. Zum Beispiel werden bei der Frage "Wie kann man sich vor Viren, Würmern und Trojanern schützen?" die Möglichkeiten a) mit der Feuerwehr b) mit einer Firewall und einem Antivirenprogramm und c) mit Hustensaft gegeben. Zum Schluss darf man, nachdem man die Fragen richtig beantwortet hat (u.a. mit dem Hinweis, dass man seine Daten nicht im Internet teilen soll), seine Daten eingeben und bekommt anschließend seinen Internet-Führerschein als pdf-Datei.

Der Surfschein der Website internet-abc ist, was die Fragen betrifft, ebenfalls sehr leicht und kindgerecht gestaltet. Die Fragen werden in vier Untergruppen aufgeteilt: Surfen & Internet, Achtung! Gefahren, Lesen, Hören & Sehen und Mitreden & Mitmachen.

In der Kategorie Surfen & Internet geht es vor allem um Grundbegriffe wie „.de“ oder „online“. Bei Achtung! Gefahren wird, wie der Name schon sagt, gefragt, wie man mit Stalking und Mobbing umgeht. Lesen. Hören & Sehen beschäftigt sich mit Urheberrechten, Up- und Downloads und bei Mitreden & Mitmachen wird über das sichere Chatten gefragt.

Zusätzlich hat die Website Informationen für Lehrpersonen und Eltern, unter anderem wie mit dem Thema Internetsicherheit gut umzugehen ist, unterstützt mit allerlei Unterrichtsmaterialien und Broschüren.

Beide Seiten versuchen, durch kindgerechte Fragestellungen den Wissensstand der Kinder über das Internet und dessen Gefahren zu erfahren, um festzustellen, ob sie sicher im Internet surfen können. Allerdings sind die Fragen teilweise sehr einfach gestellt, wodurch das Raten sehr einfach ist. Außerdem kann man mit maximal 20 Fragen nicht feststellen, wie erfahren ein Kind im Umgang mit dem Internet ist. Mit beiden Websites können Kinder spielerisch den Umgang mit dem Internet erlernen und die Gefahren kennenlernen.

Netzwerk Digitale Bildung

Das Netzwerk Digitale Bildung bietet eine Plattform für Lehrende, um sich über das Thema digitale Bildung auszutauschen und zu informieren. Neben aktuellen Debatten und Themen wird unter anderem auch ein Methodenpool zur Verfügung gestellt, in dem sich Lehrende fachspezifisch inspirieren lassen können. Link zur Homepage: Netzwerk Digitale Bildung

Dienstag, 27. November 2018

eduPad - interaktives Textbearbeitungsprogramm

In diesem Beitrag zur Digitalen Bildung geht es um ein Textbearbeitungsprogramm namens eduPad. EduPad ist ein kostenloses, webbasiertes Textbearbeitungsprogramm, bei dem bis zu 15 Personen gleichzeitig an einem Dokument arbeiten können. Für die Nutzung ist keine Registrierung notwendig und man kann einfach auf der Seite von eduPad direkt ein neues Dokument öffnen. Um die Zusammenarbeit zu ermöglichen, muss lediglich der Link an alle anderen Mitwirkenden versendet werden. Dadurch können auch nur diese Personen auf das Dokument direkt zugreifen.

In der Gruppenarbeit kann sich jedes Gruppenmitglied eine andere Farbe zulegen, und die anderen können dann genau sehen, was der/die jeweilige am Dokument verändert hat. Das Ganze geschieht in Echtzeit, so dass jede/r direkt sehen kann, was der andere am Dokument bearbeitet.

Ein weiterer Vorteil ist die Chatfunktion, mithilfe derer man sich parallel über das Dokument austauschen kann. Außerdem gibt es die Funktion, den Verlauf der Bearbeitung im nachhinein zurückverfolgen zu können. So können beispielswiese Formulierungen, die bereits gelöscht worden sind, nachverfolgt werden und ggf. wieder aufgenommen werden.

Auch die gängigen Schriftbearbeitungsmöglichkeiten sind vorhanden: Fett, kursiv, unterstrichen etc. lassen sich verwenden. Damit man das Ganze auch langfristig nutzen kann, gibt es die Funktion, das Dokument in ein anderes Dateiformat umzuwandeln und zu speichern (bspw. PDF, Microsoft Word).

Bezüglich der Datensicherheit lässt sich sagen, dass die Betreiberin nicht für den Verlust von Daten haftet und sich auch das Recht vorbehält, die Pads stichprobenartig zu überprüfen und ggf. zu löschen.

Übertragen auf den Unterricht bietet eduPad den Vorteil, dass es sich sehr leicht bedienen lässt und keine umfangreiche Registrierung o.ä. vorgenommen werden muss. Auch SuS in den jüngeren Klassen können sicherlich gut damit umgehen, da es sehr übersichtlich gestaltet ist und die verschiedenen Funktionen größtenteils selbsterklärend sind.

Montag, 26. November 2018

Wie funktioniert eine Suchmaschine?

Ist diese Frage trivial? Ganz im Gegenteil! Insbesondere wenn Kinder Erwachsene diese Frage stellen, kommt der eine oder andere ins Straucheln. Abhilfe schafft hier eine Erklärung aus der aktuellen Folge der "Sendung mit der Maus" Dabei wird die Funktion der Suchmaschine sehr kinderfreundlich erklärt: Zum Film: Suchmaschine aus "Die Sendung mit der Maus"

Montag, 24. September 2018

Online-Dating: Wie verändert das unsere Gesellschaft?

„Gibst du mir deine E-Mail-Adresse, damit ich dir meine Bewerbungsunterlagen zusenden kann?"

Wer kennt sie nicht? „Anmachsprüche!“ Dieser Spruch ist nur einer von vielen, die es mittlerweile wie Sand am Meer gibt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der erste Satz eines Gesprächs muss einfach perfekt passen. Man überlegt genau, wie man am besten ankommen könnte. Ein Satz, der entscheiden kann, ob die Person mich kennenlernen möchte und vielleicht sogar zu der einen Person wird, nach der viele Menschen suchen.

Durch das neue Zeitalter des Internet, des „World Wide Web“, soll das Ganze nun einfacher sein. Tinder, Parship und Co. sind Internetplattformen, die damit werben, den Partner fürs Leben zu finden. Beim Online-Dating entscheidet nicht der persönliche Gesamteindruck über ein mögliches Kennenlernen. Der Blick in die Augen, die Ausstrahlung oder ein erstes persönliches Gespräch sind beim Dating im Internet nicht möglich. Neben einem guten Profilbild wird hierbei die erste Nachricht oft als entscheidend angesehen.

Wie würde man über eine Person denken, die als erste Nachricht Folgendes schreibt: „Es tut mir leid, aber ich bin mit Sicherheit nicht der Richtige für dich." Wäre das der eigene Traumpartner? Durch umgekehrte Psychologie versucht hier eine Person, das Interesse einer anderen zu wecken. Die Vorstellung, dass ein solcher Satz entscheidet, wie und ob die Kommunikation zwischen zwei Menschen weitergeht, ist unheimlich.

Würde man einen solchen Anmachspruch, zum Beispiel in einem Lokal bei einem ersten Aufeinandertreffen sagen? Nein, wahrscheinlich eher nicht. Allein schon dieser Unterschied zwischen dem Offline- und Online-Dating zeigt, dass sich etwas verändert hat. Unsere Gesellschaft muss sich auf neue Gegebenheiten einstellen. Sie verändert sich. Doch inwiefern werden diese Veränderungen in unserer Gesellschaft sichtbar? Welche neuen Entwicklungen sind zu verzeichnen? Dieser Blog-Eintrag wird sich damit beschäftigen.

Im Folgenden wird zunächst der Begriff des „Online-Datings“ beleuchtet. Was wird unter dem Begriff verstanden und wie funktioniert das Online-Dating? Anschließend werden unterschiedliche Thesen formuliert, die die gesellschaftliche Entwicklung beschreiben. Es wird zum Beispiel die Frage aufkommen, ob Ehen von Paaren länger halten, die sich im Internet kennengelernt haben. Wie sieht es mit kultureller Diversität aus und wird unsere Gesellschaft im Umgang miteinander durch das Online-Dating oberflächlicher? Zum Schluss werden die Dating-App „Tinder“ und die Partnervermittlungsplattform „Parship“ erläutert und gegenübergestellt, um Unterschiede beziehungsweise Gemeinsamkeiten festzustellen, die Auswirkungen auf gesellschaftliche Veränderungen haben.

Freitag, 27. Juli 2018

Erklärvideo zum maschinellen Lernen

Die Universität Tübingen, Bestandteil des Cyber Valleys, der schwäbischen Antwort auf Google, hat mit der simpleshow ein kurzes Erklärvideo zum maschinellen Lernen erstellt:

Donnerstag, 19. Juli 2018

Cybermobbing

Definition: Als „Cybermobbing“ bezeichnet man Mobbing, das im Internet oder über das Handy stattfindet. Dabei werden Personen absichtlich und über einen längeren Zeitraum hinweg beschimpft, belästigt oder es werden Lügen über sie verbreitet. Im Internet geschieht dies beispielsweise über E-Mails, Chatrooms und Instant Messenger (WhatsApp, Skype), soziale Netzwerke (Facebook) oder durch Videos auf kostenlosen Apps und Portalen (YouTube, Instagram oder YouNow). Cybermobbing per Handy oder Smartphone geschieht z.B. durch SMS, lästige Anrufe oder Kommentare im Chat. Das Mobben an sich ist nicht neu, aber Cybermobbing unterscheidet sich in einigen Punkten von direkten Mobbing. Hier viele Links zum Thema sowie Anlaufstellen bzw. Prävention. Sowohl für SuS, Lehrer und Eltern.

#NoHateNoFake | Videoblogs von Jugendlichen gegen Hate Speech und Fake News im Netz

Wie wollen wir im Netz miteinander umgehen? Welche Gefahren stecken hinter Fake News und Hate Speech? Wem wollen wir im Netz vertrauen? Wie wollen wir das Netz gestalten? Und welche Spielregeln sollen dafür gelten?

#NoHateNoFake | Videoblogs von Jugendlichen gegen Hate Speech und Fake News im Netz ist ein im Schuljahr 2017/2018 durchgeführtes Klassenprojekt zum Thema „Was tun gegen Hetze und Manipulation in Sozialen Medien?“ All die oben genannten Fragestellungen thematisiert das Projekt, damit Schülerinnen und Schüler fit gemacht werden im Umgang mit Hate Speech und Fake News im Internet.

Das Projekt richtet sich an Schüler*innen der Klassenstufen 8 bis 10. Insgesamt nahmen fünf Schulen aus Sachsen mit je einer Klasse teil. Die Projekt-Webseite bündelt zum einen die Ergebnisse der durchgeführten fünf Projekte, zum anderen stehen für Lehrkräfte alle Materialien des Projekts in digitaler Form kostenfrei zur Verfügung, um es selbst mit einer eigenen Schulklasse umzusetzen. Die Materialien sind dabei so umfangreich und qualitativ hochwertig, dass das Projekt ohne übermäßigen Eigenaufwand selbstständig durchgeführt werden kann.

Das Projekt erstreckt sich über drei Tage. In kleinen Gruppen beleuchten die Jugendlichen je einen Themenaspekt und produzieren dazu selbst Clips für einen eigenen Online-Videoblog der Klasse. Die Videoblogs werden auf der Projektwebseite gebündelt.

#NoHateNoFake wurde inhaltlich von klangumfang - Büro für Medien und Kultur konzipiert. Projektträger ist das WERK 2 – Kulturfabrik Leipzig e.V..

VERKLICKT - Präventionsfilm

Die Erlebniswelt im Internet wirkt sich auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus. Zusätzlich gibt es immer weitere Formen der Internetkriminalität, auf welche Heranwachsende aufmerksam gemacht werden müssen.

Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes hat, zusammen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, das Medienpaket "Verklickt!" veröffentlicht, welches Kindern und Jugendlichen ab Klassenstufe 7 ein sicherheitsbewusstes Verhalten in der digitalen Alltagswelt vermitteln soll.

Zu dem Film gibt es ein Begleitheft, welches pädagogischen Fachkräften die Möglichkeit bietet, unterschiedliche Problematiken im Unterricht oder bei Projektarbeiten zu behandeln.

Inhalt

Mia und Anne sind beste Freundinnen. Sie teilen sich die Passwörter für ihre Profile im Sozialen Netzwerk. Als Anne in Mias Namen gemeine Kommentare über einen Mitschüler verschickt, machen es ihr andere nach, der Mitschüler muss immer mehr Hasstiraden ertragen. Wie soll Mia das nur wiedergutmachen? Annes Bruder Robin hingegen steht auf Skaten, Computerspiele und Filme. Auch Max hat die gleichen Hobbys - und er kennt ein paar Wege, um Filme illegal aus dem Internet herunterzuladen. Das geht so lange gut, bis eine Rechnung über ein teures Abonnement bei Robins Eltern im Briefkasten landet. Wie sollen die beiden das ihren Eltern erklären? Max hat aber noch ein anderes Problem: Seine Mutter will wissen, welche Daten er sonst noch auf seinem Computer hat. (www.polizei-beratung.de)

Der Film ist in mehrere Themenabschnitte unterteilt, die Themen können mit den jeweiligen Arbeitsblättern einzeln behandelt werden. Das ganze Paket kann kostenlos bei den Beratungsstellen abgeholt werden.

Kommentar

Der Film ist schon ein paar Jahre alt. An einigen Stellen spürt man dies deutlich. Zum einen kann die Glaubwürdigkeit eines Filmes angezweifelt werden, wenn die Darstellungen nicht mehr der jeweiligen Jugendkultur entsprechen. Zum anderen sind einige Phänomene der Netzgefahr nur noch Randerscheinungen, Beispielsweise ist das Thema „illegale Downloads“ durch aktuelle Streamingdienste stark in den Hintergrund gerückt.

Der Film schafft es jedoch, sich etwas aus der Schnellebigkeit der Phänomene zu entziehen, da er Anwendungen und Plattformen bewusst nicht nennt. Grundlegende Gefahren, wie der Umgang mit Passwörtern, das Verhalten bei Online-Chats und die Kommunikation mit Erwachsenen sind jedoch aktuell und werden es vermutlich auch noch weiter bleiben.

Durch die Aufbereitung in einzelne Themen kann die Thematik mit diesem Film gut in pädagogischen Kontexten behandelt werden. Auf keinen Fall bietet es sich an, den ganzen Film in einer Sitzung durchzunehmen, dazu werden in kurzer Zeit zu viele Aspekte angesprochen.

Dienstag, 17. Juli 2018

Phishing

Youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=IR0UM33botU

Phishing:
  • Kommt vom Wort "fishing", bedeutet also "angeln".
  • Beim Phishing geht es darum, sensible Daten wie Passwörter zu stehlen.
  • Dazu werden Tricks benutzt, meistens durch E-Mails (vor dem Internet gab es dieses Phänomen auch schon, jedoch per Telefon).
  • Meistens werden Kreditkarteninformationen oder Zugangsdaten zu Online-Banking-Accounts "gefischt".
Wie kann man sich schützen?
  • Virensoftware
  • "Verstand benutzen": E-Mails (wie alles andere auch) kritisch hinterfragen (auf Formulierungen achten, Banken fragen Passwörter nicht per E-Mail ab)
  • PERSÖNLICHES GESPRÄCH mit dem Absender suchen (Bank, Kollegen,...)
Weitere Informationen: http://www.was-ist-malware.de/virenschutz/phishing/

Weitere Gefahren im Netz: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Die-zehn-groessten-Gefahren-im-Internet.html

Donnerstag, 12. Juli 2018

USK und der Shooter Fortnite

USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle): Die USK ist eine freiwillige Selbstkontrolle der Computerspielewirtschaft und verantwortliche Stelle für die Prüfung von Computerspielen in Deutschland. Zu Beginn waren die Freigaben der USK nur Empfehlungen, seit 2003 das Jugendschutzgesetz geändert wurde sind die Altersfreigaben verpflichtend und müssen auf dem Spiel und dem Datenträger sichtbar gemacht werden. Geprüft werden die Spiele von vier Jugendschutzsachverständigen und einem Vertreter der Obersten Landesjugendbehörde. Die Spielehersteller reichen ihr Spiel ein und bezahlen das Verfahren, das Resultat ist rechtlich bindend. (www.usk.com)

Die USK schreibt dazu jedoch: „Die Alterskennzeichen, die im Prüfverfahren der USK vergeben werden, sind ein wertvolles Hilfsmittel für diese Entscheidung. Sie geben jedoch keine Auskunft darüber, ob das Spiel für Kinder schon beherrschbar oder verständlich ist. Stattdessen garantieren die Alterskennzeichen, dass das Spiel aus Sicht des Jugendschutzes unbedenklich ist.“ http://www.usk.de/pruefverfahren/pruefverfahren/

Fortnite: Das Spiel Fortnite ist aktuell eines der erfolgreichsten Spiele und hatte im Juni über 100 Millionen Spieler. Es ist ein Shooter im Cartoon Look. Das kostenpflichtige Hauptspiel ist USK geprüft und ab 12 Jahren zugelassen. Das weitaus verbreiterte Onlinespiel, das kostenlos heruntergeladen werden kann ist jedoch USK ungeprüft. Das macht die Einschätzung des Spiels durch Eltern deutlich schwieriger. Wie es dazu kommt ist in einem Artikel der Gamestar gut beschrieben. https://www.gamestar.de/artikel/fortnite-die-frage-nach-der-altersfreigabe-das-sagt-die-usk-zum-battle-royale-shooter,3327913.html

Mittwoch, 11. Juli 2018

ZDF Doku: "Deutschland radikal - Internet, Hetze, Gewalt"

Einblicke in Online-Aktivitäten der Rechts- und Linksextremisten in Deutschland bietet diese ZDF-Doku: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/deutschland-radikal-internet-hetze-gewalt-102.html

Der G20-Gipfel (2017) in Hamburg zeigte, dass die Gewaltbereitschaft wächst. Die Extremisten im Netz sind heute aktiv wie nie. Propaganda und Fake-News verbreiten sich schnell in sozialen Netzwerken. Heute braucht man keine Journalisten, um Information zu veröffentlichen. Theoretisch kann jeder mit Internet-Anschluss entscheiden, was er veröffentlichen will und man erreicht potenziell ein Millionen-Publikum. Früher verbreitete sich Propaganda durch Plakate, heute agieren die Rechts- und Linksextremisten im Netz. Sie wissen, wie sie für die (jungen) Leute die Information attraktiv darstellen können, z.B: "aktiv und unsterblich werden und Widerstand leisten".

Die Neonazis sind nicht immer die glatzköpfigen starken Männer, sondern auch der nette Nachbar oder die alte Dame mit Einkaufstasche. Es gibt viele unterschiedlichen Akteure, die sich im Netz organisieren, austauschen, planen, über Strategieren reden. Es ist viel leichter, seine Meinung zu posten, als sie öffentlich auf der Straße oder im Familienkreis zu äußern. In sozialen Netzwerken entsteht der sogenannte "Echo-Kammer-Effekt": Man hört und sieht das, was man sehen und hören will. Es führt dazu, dass die eigene Meinung verstärkt wird.

Mit Videos im Netz rufen die Linken zur Teilnahme an Demonstrationen am Tag der Arbeit (1. Mai). Gleich werden auch die anderen extremen Gruppierungen aktiv und posten ebenfalls Videos und rufen zu einer Gegendemo auf. Und als Ergebnis versammeln sich sechs Mal so viele Neonazis als Linke. Die Behörden beobachten die Organisationen im Netz. Sie organisieren sich auch während der Demonstration: was früher ins Megafon gesagt wurde, läuft heute durch Messenger, Twitter u.a. Laut Verfassungsschutz (2016) gehören 12.100 Menschen zur Gruppe der gewaltorientierten Rechtsextremisten. Das sind 13,6 % mehr als 2015. 8.500 Menschen zählen zu den gewaltorientierten Linksextremisten (+10% seit 2015). Linke agieren etwas konspirativer und vorsichtiger als Rechte.

Sie üben Druck auf "unbequeme Personen" im Internet aus. Hass, Hetze und Bedrohungen führen viele Menschen, die gegen Radikalisierung auftreten, zum Aufgeben. 2016 verzeichnete der Verfassungsschutz 22.471 rechtsextremistischen Straftaten, davon 1.600 Gewalttaten und 5.230 linksextremistische Straftaten, davon 1.201 Gewalttaten.

Bei den rechtsradikalen Gruppen werden immer öfter Ausländer zu Opfern. Islamisten nutzen ebenfalls das Internet: die Radikalisierung, Rekrutierung und Mobilisierung findet überwiegend im Netz statt. Das Video dazu in ZDF.de: deutschland-radikal-internet-hetze-gewalt-102.html (11.07.2018)

Die gefährliche Seite des Chattens – Virtueller Missbrauch im Internet

Kommunikation über das Internet ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken, nicht nur für Erwachsene, sondern auch für die jüngere Generation. Die Diskussion, dass Eltern nicht mitbekommen, was Kinder an ihrem Smartphone und Laptop machen, ist immer wieder ein Thema. Auf welchen Seiten wird gesurft oder mit wem wird gechattet?

Genau das nutzen Kinderschänder aus. Täglich werden Kinder und Jugendliche über Chat-Räume sexuell missbraucht. Pädophile registrieren sich in offenen Chats, um gezielt Kontakt zu Kindern zu suchen. Sie geben sich häufig selbst als Kind aus, um das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen zu gewinnen. Manche wollen sich nur unterhalten, viele haben aber auch andere Absichten. Der Austausch anzüglicher Fotos ist nur eine der Forderungen, die teilweise mit Drohungen verbunden werden. Ein Problem, welchem nur stichprobenartig von Experten nachgegangen werden kann. Deswegen ist es umso wichtiger, dass Eltern versuchen, ihre Kinder zu schützen. Was können Eltern tun, um ihre Kinder zu schützen?
  • Das Internet nicht verbieten, aber über die Gefahren beim Chatten aufklären.
  • Den Kindern und Jugendlichen erklären, dass sie private Adressen und Daten im Internet nicht preisgeben dürfen.
  • Täter anzeigen und den Chat-Provider über Belästigungen informieren.
Nicht nur Eltern können helfen. Auch die Schule kann das Thema im Unterricht behandeln und die Schülerinnen und Schüler aufklären. Zudem gibt es Internetseiten, die sich für den Schutz von Kindern im Netz einsetzen, z.B. www.jugendschutz.net

Report Mainz berichtet ebenfalls über das Thema. Die Reportage zeigt, wie Pädophile ungehindert Internetdienste nutzen:

Gefahren im Internet – 5 wichtige Regeln für Kinder und Jugendliche

Learnattack hat 5 Gefahren im Internet aufgezählt und gibt Tipps an Kinder und Jugendliche um diesen entgegenzuwirken. Zu den 5 Gefahren gehören:
  • Anonymität im Web
  • Cybermobbing
  • Verletzung von Urheberrechten
  • Das Internet vergisst nie
  • Abhängigkeit vom Netz
Der Artikel endet jedoch mit dem Tipp, ein Abo für learnattack abzuschließen, welches vermutlich die 6. Gefahr im Internet wäre. Zwar war dieser Tipp eindeutig an die Eltern gerichtet, doch musste ich trotzdem etwas schmunzeln, dass diese Gefahr nicht in den zuvor aufgelisteten Abschnitten behandelt wurde.

Apple, Facebook, Tracking

Apple erklärt Facebook mit dem „intelligenten Tracking-Schutz 2.0“ den Krieg. Privates soll privat bleiben. Auf der WWDC stellte Apples Software-Chef Federighi neue Features für den Safari-Browser vor. Um was geht es bei den neuen Features?

Wer kennt es nicht aus dem Alltag? Man sucht im Netz nach einer bestimmten Sache, neuen Fußballschuhen oder möglichen Urlaubsländern, und plötzlich tauchen auf jeder Webseite entsprechende Werbebanner auf. Man wird durch das komplette Netz mit Werbung verfolgt.
"Wir glauben, dass eure privaten Daten auch privat bleiben sollen. Nicht weil ihr etwas Verbotenes getan oder etwas zu verstecken habt, sondern weil auf euren Geräten viele sensible Daten sein könnten. Und wir glauben, ihr sollt die Kontrolle darüber haben, wer diese sehen kann". (Federighi, Apple-Software Chef).
Unter allem und jedem sieht man im Netz diese kleinen Like- und Share-Buttons. Durch die neuen Features erscheint nun ein großes Pop-Up im Browser-Fenster mit einer Warnung, dass persönliche Daten gesammelt werden. Dies dürfte den einen oder anderen Nutzbar sicherlich davon abhalten.

Es geht aber noch weiter. Firmen wie Facebook sind in der Lage, anhand diverser Parameter die Geräte, mit denen man durch das Netz surft, zu identifizieren. Diese Technik nennt sich Fingerprinting. Der neue Safari-Browser überträgt in Zukunft diese nicht mehr. Alles, was einen Nutzer verraten könnte, wird nicht mehr übertragen. Aber nicht nur Facebook ist davon betroffen. Auch Firmen wie Google sind von den Features von Apple nicht begeistert. Mit einem neuen Feature gerät ein Milliardengeschäft unter Druck.

Das Spiel mit dem Tod: Blue Whale

https://www.focus.de/panorama/videos/toedliches-social-media-spiel-blauer-wal-soll-maedchen-in-den-suizid-treiben_id_6723580.html - Die ,,Blue Whale Challenge“, auch ,,Blue Whale Game" genannt, ist ein ziemlich gefährliches Internetphänomen, welches Ende 2016 in Russland und Mitte 2017 auch im europäischen Raum bekannt wurde. Die ,,Blue Whale Challange“ hat ihren Namen von der Legende, dass Blauwale Suizid begehen, indem sie absichtlich auf den Strand schwimmen.

Bei diesem ,,Spiel“ erhalten Jugendliche Kettennachrichten von einem Unbekannten, der ihnen 50 Aufgaben stellt. Diese müssen sie in den nächsten 50 Tagen lösen. Diese können harmlos sein, wie beispielsweise nachts aufzustehen und einen Film anzuschauen. Es soll aber auch extremere Aufgaben geben. So sollen sich die Teilnehmer selbst verletzen oder auf die Dächer von Häuser klettern. Haben sie alle erfüllt, kriegen sie die letzte Aufgabe gestellt: sich das Leben zu nehmen. Laut russischer Medien sollen bereits rund 100 Jugendliche wegen der ,,Blue Whale Challange“ gestorben sein.

Hier nochmal ein Link, welcher über die Opfer und ihren Angehörigen berichtet: https://www.youtube.com/watch?v=1xE6Af8IR7c

Dienstag, 10. Juli 2018

Computerbetrug.de

Die Internetseite Computerbetrug.de befasst sich mit einer Vielzahl von Gefahren, die im Netz oder am Handy (Telefon) auftreten können.

Die Seite informiert den Nutzer detailliert über Abofallen und Abzockmaschen von Betrügern. Unter der Rubrik News werden immer wieder aktuelle Themen, vom Warnhinweis bis zum Gerichtsurteil, veröffentlicht.

Die größte Rubrik bildet der Reiter sicher im Netz. Hier wird man über allgemeine Gefahren, Schädlingssoftware und Internetbanking aufgeklärt. Des Weiteren wird aufgezeigt, wie man seinen guten Ruf im Internet schützen kann und inwieweit Recht und Gesetz hier eine Rolle spielen.
Abschließend gibt es Tipps und Tricks für die Sicherheit im Netz. Die Sicherheit von Passwörtern wird an dieser Stelle genauso thematisiert wie beispielsweise grundlegende WLAN Router-Einstellungen.

Im Bereich Downloads werden unterschiedliche Sicherheitsprogramme vorgestellt. Durch das Anklicken der Links kommt man direkt auf den Seiten der Anbieter raus.

Es gibt die Möglichkeit Fragen und Warnhinweise in ein Forum einzustellen und mit anderen Usern zu diskutieren.