„Manchmal hatten wir das Gefühl, wir waren die Ersten“ (Wagner 2015).
Mit dieser Aussage möchte Wagner verdeutlichen, dass die Medienbildung zwar in vielen Lehrplänen festgeschrieben, aber die Umsetzung an den Schulen noch sehr mangelhaft ist. Tatsache ist, dass das Thema „Medien“ sich immer stärker und schneller in der Gesellschaft verbreitet und mittlerweile ein zentraler Baustein in unserem Leben geworden ist.
Um sich dessen bewusst zu werden, muss man sich nur in einen Zug setzten. Die meisten Menschen vertreiben sich ihre Zeit am Smartphone. Mit dem Smartphone können sie Musik hören, Filme schauen, mit anderen telefonieren, Nachrichten lesen oder sich in sozialen Medien wie Facebook oder Twitter aufhalten.
Wie sieht es mit Medien an der Schule aus? Wer sich an seine Schulzeit zurückerinnert oder eigene Kinder hat, dem wird schnell klar, Medien waren kaum bis gar nicht Teil des Unterrichts. Die Forderung nach Medienbildung an Schulen hat seit der Jahrtausendwende aber deutlich zugenommen. Schließlich hat Schule die Aufgabe, Lernende zu selbstbestimmtem und verantwortlichem Handeln und gesellschaftlicher Teilhabe zu befähigen (vgl. Schaumburg/Prasse 2019, S. 12). Aufgrund dessen, dass Medien immer mehr Platz in unserem Alltag einnehmen, muss die Schule Medien in ihren Unterricht miteinbeziehen.
Im folgenden Beitrag wird zunächst aufgezeigt, warum Bildung ohne Medien heutzutage nicht mehr denkbar ist. Ausgehend davon wird dargestellt, wie Medienbildung aktuell an Schulen stattfindet. Abschließend wird die Frage gestellt, ob es den sinnvoll ist, für die Medienbildung ein eigenes Fach, Medienkunde, einzuführen.