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Mittwoch, 15. März 2023

#MeToo - mehr als folgenloser Klicktivismus?

#MeToo – nach über fünf Jahren ist dieser Hashtag immer noch nahezu jeder Person ein Begriff. Der Aufschrei über sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch im Jahr 2017 war groß. Frauen auf der ganzen Welt solidarisierten sich mit den Opfern von sexualisierter Gewalt oder teilten ihre eigenen Geschichten. Und heute? Wie hat sich #MeToo entwickelt? Endete die Thematik in genervtem Kopfschütteln? Gilt die Debatte als beendet? Fünf Jahre nach dem ersten Aufschrei stellt sich nun die Frage: Hat sich etwas verändert und das spürbar für die breite Öffentlichkeit?

Eines kann klar gesagt werden: Die Medien beschäftigen sich auch heute noch mit dem Thema des Machtmissbrauchs, des Machtungleichgewichts und mit sexualisierter Gewalt. Diese Thematik und der damit stark verbundene Feminismus sind in aller Munde. Ist dies ein Verdienst der #MeToo-Debatte aus dem Jahr 2017? Oder war die Debatte ein reines Internetphänomen, das folgenlos im Sand verlief?

Diese Fragen standen im Zentrum der Recherche zu dieser Ausarbeitung. Ich möchte mich der Frage widmen, ob #MeToo mehr als folgenloser Klicktivismus war. Hierfür beginne ich mit einigen Begriffsdefinitionen, die inhaltlich wichtig sind für die Fragestellung, um anschließend Ursprung und Entwicklung der Bewegung zu betrachten. Zusätzlich wird auf die Kritik an der #MeToo-Debatte eingegangen, um einige der Kritikpunkte zu entschärfen. Die Veränderungen, die #MeToo eventuell erzielen konnte, werden im Anschluss beschrieben und zwar in Bezug auf Hollywood sowie auf die allgemeine Öffentlichkeit insbesondere in Deutschland.

Donnerstag, 17. März 2016

„Wir sind viele, doch du weißt nicht wer; wir sind überall, doch du weißt nicht wo“ - Anonymous

Immer wieder tauchen sie in den Medien auf. Ihr Markenzeichen sind die dem britischen Widerstandskämpfer aus dem Comic nachempfundenen Guy Fawkes-Masken. Kennzeichnend sind ihre düster und dystopisch wirkenden Videos, in welchen sie sich an die Bürger oder an Institutionen und Firmen wenden. Sie sind keine Hacker, sie sind nicht einmal eine Gruppe, sie sind streng genommen ein Kollektiv.
Anonymous sagt von sich selbst, sie seien eine Lebenseinstellung, ein Gedanke, eine Idee. Anonymous ist Meinungsfreiheit. So zumindest beschreibt sich Anonymous auf einer ihrer vielen Webseiten namens: du-bist-anonymous.de. Sie treten für Meinungsfreiheit und soziale Gerechtigkeit ein, legen sich mit Regierungen und Drogenkartellen und nicht selten auch mit Großkonzernen an.

Doch wer hinter den Masken steckt, bleibt oft geheim. Zwar werden immer wieder vermeintliche Hacker festgenommen, jedoch stellen einzelne Verhaftungen keine Gefahr für das Phänomen „Anonymous“ dar, denn sie sind „nicht eins sondern viele“ (Felix Stalder: Schwärme - Anonymous und die Rebellion im Netz).

Sie sind eine Gruppe von Schwärmen, die sich gegenseitig verstärken und letzten Endes als einziger Schwarm agieren, wobei Uneinigkeit und Hierarchien trotz der explizit anarchischen Struktur auftreten. Der starke Auftritt des Kollektivs schürt immer wieder Angst. Gleichzeitig wächst die Gruppe derer, die Anonymous als Helden wahrnehmen.