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Mittwoch, 8. Januar 2020

Ada, die Ablöse von Dr. Google

„Ada-Gesundheitshelfer“ ist eine Diagnosemaschine für Krankheiten, die als App kostenlos für iOS und Android angeboten wird. Durch einfachste Multiple-Choice-Fragen sollen User nicht nur eine ausführliche Krankheitsdiagnose erhalten, sondern zusätzlich Zugang zu Behandlungsvorschlägen, persönlichem Symptomverlauf und Krankheitsverzeichnis erhalten.

Ada-User geben in der kostenlosen App ihr Alter und Geschlecht ein sowie ein beliebiges Symptom wie z.B Kopfschmerzen oder Husten. Mittels künstlicher Intelligenz werden einige grundlegende Fragen zu möglichen Krankheitsbildern gestellt. Die Enddiagnose richtet sich an Krankheiten, die bei anderen Usern mit derselben oder ähnlicher Symptomatik festgestellt wurden.

Bis Ende 2019 war es für Kunden der Techniker Krankenkasse möglich, nach einer Erst-Diagnosik der App die Ergebnisse der Krankenkasse direkt weiterzuleiten und unmittelbar über die Ada Kontakt zu Medizinern des TK-Ärzte-Zentrums aufzunehmen. Die Techniker Krankenkasse beendete die Zusammenarbeit mit der Firma Ada Health aufgrund von Datenschutz-Verstößen.

Die Ada-App biete eine gute Alternative für Menschen, denen der Gang zum Hausarzt zu aufwendig ist, da sie bessere Informationen zu liefern scheint als Google. Dennoch sollte beachtet werden, dass es sich bei den App-Diagnosen nicht um tatsächliche medizinische Diagnosen handelt und im Zweifelsfall immer die Meinung eines Arztes eingeholt werden sollte.

https://www.youtube.com/watch?v=yaEhA5nD5vo

Quellen:

Mittwoch, 17. Juli 2019

Künstliche Intelligenz im Gesundheitsbereich

Maschinen können nach Auswertung Millionen biomedizinischer Daten eine zuverlässigere Diagnose liefern als der Mensch. Dies zeigt sich u.a. an einem Beispiel aus 2013 in Sachen Lungendiagnose. Während die menschlichen Spezialisten nur eine Zuverlässgkeit von 50% in ihrer Diagnose erreichten, lag die Zuverlässigkeit bei "der Maschine" bei 90%.

Möglich wird dies durch eine Software namens "Watson". Sie wurde von IBM (International Business Machines Corporation) geschaffen und ermöglicht es, für den Menschen unvorstellbare Datenmengen zu analysieren.
(!) 600 Seiten pro Sekunde, in sieben Sprachen
(!) Problemlose Verarbeitung Tausender medizinischer Veröffentlichungen pro Jahr

Auch von Google und Apple wird vergleichbare Software zur Diagnose entwickelt. Apple sammelt über Apps anonymisiert Daten und stellt sie der Forschung zur Verfügung. Wie so oft, stellt sich auch hier die Frage nach der Vertraulichkeit der Daten. Sicherheitslücken, Identitätsraub und Spam sind die Gefahren. Darüber hinaus ist eine Diskriminierung durch Arbeitgeber und Versicherungen zu befürchten.

Der Journalist Mathieu Boch hat zu dieser Thematik 2019 ein Video veröffentlicht, das auf arte.tv unter folgendem Titel seit Beginn des Jahres zu sehen ist: Künstliche Intelligenz: Wettlauf um biomedizinische Daten

Eine weitere interessante Entwicklung im Kontext des Gesundheitsbereichs und neuer Technologien ist die Möglichkeit, Organe mittels 3D-Drucker zu entwerfen. Ein interessantes Video dazu findet ihr unter: Ein menschliches Herz aus dem 3D-Drucker.

Samstag, 25. März 2017

Fitness oder Folter - Kann dich dein Smartphone sexy machen?

„Better sore than sorry“ „Clean Eating“ und „Cheatday“ sind für den Jugendlichen von heute schon lange keine Fremdwörter mehr. Dass Fitness in den vergangenen Jahren zum Trend geworden ist, wird auch im World Wide Web immer deutlicher. Betrachtet man die aktuellen Top-Charts im App Store, so hat es wieder eine Fitness-App auf den ersten Platz geschafft. Mit einer einmaligen Investition von 2,99 Euro und einem täglichen Zeitaufwand von gerade einmal 7 Minuten verspricht die App „7 Min Workout - 7 Minuten Trainingseinheiten“ maximalen Erfolg bei minimalem Aufwand. Es stellen sich unweigerlich die Fragen: Können die massenhaften Fitnessangebote zahlreicher Online-Dienste herkömmliche Sport- und Fitnessangebote ersetzen? Und gelingt es ihnen, dass wir letzten Endes nicht nur gut aussehen, sondern uns auch gut fühlen?

Sonntag, 2. Oktober 2016

Der E-Patient – Web 2.0 und Gesundheit

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Ein Satz, den jeder mit Zugang zu Fernseher oder Radio in den Ohren hat. Doch nicht nur bei der Einnahme von Medikamenten ist die Konsultation von Arzt oder Apotheker der erste Gedanke, sondern auch bei verschiedenen Krankheitssymptomen, die untersucht werden wollen. Aber die Packungsbeilage lesen und Wort für Wort, Zeile für Zeile bis zur möglichen Beantwortung einer Frage durchkämmen? Arzt oder Apotheker fragen und dafür Wartezeiten und Anfahrtsweg in Kauf nehmen? Ist dieser Hinweis noch zeitgemäß?

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt, Ihren Apotheker oder das Web 2.0. 

Wäre diese Art von Hinweis nicht viel fortschrittlicher, der immer digitaleren Gesellschaft viel angemessener? In einer Welt, die in so vielen Bereichen von digitalen Kommunikationswegen beeinflusst und verändert wurde, ist es keine Überraschung, dass auch das Gesundheitssystem nicht unberührt bleibt.

Das Web 2.0 erleichtert unter anderem durch user generated content, das heißt, durch die Möglichkeiten der interaktiven Mitgestaltung von Inhalten und der einfachen Teilnahme an Netzwerken, den Zugang zu wichtigen Informationen, die den eigenen Krankheitsfall betreffen. Wer nimmt bei diesen Möglichkeiten schon gerne einen langen Aufenthalt im Wartezimmer auf sich, wenn das virtuelle Wartezimmer viel bequemer und vor allem reichhaltiger an Informationen ist als zehn Minuten in der Sprechstunde?

Der E-Patient

Die Möglichkeiten zur Selbstdiagnose durch das Web 2.0 schaffen ein völlig neues Patientenbild. Per Definition zeichnet sich ein Patient durch sein Leiden aus (lat. pati = erdulden, leiden), wegen dem er oder sie von „einem Arzt, einer Ärztin oder einem Angehörigen anderer Heilberufe behandelte oder betreute Person ist“.[1]

Schon die Definition weist darauf hin, dass die Beziehung von Arzt und Patient in keinem Gleichgewicht ist. Die Kommunikation und Interaktion kann niemals auf Augenhöhe stattfinden, da der Patient immer in gewissem Grad von dem Fachwissen des Arztes oder des Apothekers abhängig ist.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Einen anderen Weg gibt es nicht. 

Doch, es gibt einen anderen Weg. Das Web 2.0 bietet den Patienten die Möglichkeit, sich selbst handlungsfähiger zu machen. Es verringert die Abhängigkeit von Ärzten und Apothekern. Das Web 2.0 macht aus dem Patienten, wie man in Jahrhunderte kannte, den E-Patienten.