Freitag, 10. September 2021

Dokumentarfilm zur Wikipedia

In der 3sat-Mediathek kann man noch bis 08.03.2022 einen sehr interessanten Dokumentarfilm zum Wikipedia-Projekt anschauen, der den hübschen Titel "Wikipedia - Die Schwarmoffensive" trägt und unsere Seminare aus dem vergangenen Semester anlässlich des 20. Geburtstages der Online-Enzyklopädie hervorragend abrundet. Auf der entsprechenden Website, auf der sich auch ein Interview mit der Regisseurin Maria Teresa Curzio befindet, wird der Film folgendermaßen beschrieben:

"Der Film greift zentrale Fragen rund um das Phänomen Wikipedia durch Begegnungen mit Protagonist*innen auf, die sich aus unterschiedlichen Motiven im Wikipedia-Kosmos engagieren oder ihm kritisch gegenüberstehen. (...) Die Regisseurin Maria Teresa Curzio erklärt in ihrem Dokumentarfilm durch Gespräche mit Autor*innen und Wikipedia-Aktivist*innen wie Elke Koepping, Georg Hilt, Martin Rulsch und Peter Wuttke die Möglichkeiten und Grenzen von Wikipedia-Autor*innen und geht beispielhaft auf "Editierkriege" ein. Außerdem beleuchtet sie mit dem Philosophen Thomas Metzinger und dem Wikipedia-Insider Pavel Richter auch kritisch, wie relevant die in Wikipedia eingestellten Inhalte in Bezug auf gesellschaftliche und menschliche Themen tatsächlich sind."

Letztgenannter hat im vergangenen Jahr ein sehr lesenswertes Buch mit dem (ebenfalls hübschen) Titel "Die Wikipedia-Story - Biografie eines Weltwunders" veröffentlicht:


Mittwoch, 11. August 2021

Soziale Medien im Wahlkampf

Unser Alltag ist geprägt von Sozialen Netzwerken. Wir benutzen sie täglich, ob als Zeitvertreib, zur Kommunikation oder für Informationen und Nachrichten. Wer sich für Politik interessiert und auf diversen Sozialen Netzwerken unterwegs ist, dem wird aufgefallen sein, dass Parteien und Kandidat*innen diese immer häufiger nutzen. Nicht nur bei großen Wahlen, auch auf kommunaler Ebene werden sie immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt für das wahlpolitische Geschehen.

Durch die Corona-Pandemie wird dieses Verhalten verstärkt, denn die klassischen Wahlkampfstände und -veranstaltungen sind nur in kleinerem Rahmen möglich. Auch „Fachleute sind sich einig, dass der Wahlkampf in den sozialen Medien gerade auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie im Wahljahr 2021 mit sechs Landtagswahlen und der Bundestagswahl Ende September 2021 ein noch bedeutenderer Erfolgsfaktor sein wird“ (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg 2021). Gerade deshalb ist das Thema des digitalen Wahlkampfs aktuell so spannend.

Mittwoch, 16. Juni 2021

Wikipedia: Edit-Wars

In diesem Beitrag stellt Samuel Schaumann folgenden Aufsatz vor:

Raschka, Achim / Franke, Dirk (2016): Edit-Wars in Wikipedia; in: Zeitschrift für Ideengeschichte, 2/2016, S. 17-24, online unter: https://www.z-i-g.de/pdf/ZIG_2_2016_wille_raschka_17.pdf.

Der Aufsatz thematisiert die sogenannten „Edit-Wars“ in der Wikipedia und erklärt diese im Hinblick auf die grundlegenden Prinzipien der freien Enzyklopädie. Dabei erläutern die Autoren einige exemplarische Auseinandersetzungen und zeigen die Notwendigkeit solcher Konflikte als systemimmanent auf.

Zunächst wird die Wikipedia als unkonventionelle Internet-Enzyklopädie beschrieben, welche durch zentrale charakteristische Aspekte von herkömmlichen Lexika und deren Prinzipien abweicht. Genannt werden das Prinzip der Inhalte unter freier Lizenz und die offene Redaktion der Artikel, wodurch allen ermöglicht werden soll, zum Wissensbestand der Wikipedia beizutragen.

Als etabliertes digitales Nachschlagewerk sei die Wikipedia stetig gewachsen und habe sich zu einer äußerst gefragten Recherchequelle entwickelt, welche durch zahlreiche Autoren stetig erweitert werde. Die kollaborative Arbeitsweise ist gekennzeichnet durch viele Autoren, die Artikel schreiben, Fehler korrigieren, Inhalte ergänzen, löschen und diskutieren. Dies wird mit einem Verweis auf das erfolgreiche Bewähren in der Praxis als funktionierendes Prinzip bewertet.

Notwendige Regelungen, die eine gewisse redaktionelle Ordnung gewährleisten, wurden in einem umfangreichen Richtlinienwerk für Autoren festgeschrieben und durch informelle Regeln, Konventionen und etablierte Verhaltensweisen ergänzt. Die „Edit-Wars“ als Auseinandersetzungen um vorhandene Artikel werden unter folgend aufgeführten Umständen entfacht:

„Was geschieht zum Beispiel, wenn sich die Autoren hinsichtlich bestimmter Aussagen nicht einig sind und auch keine Einigung herbeiführen können? Was passiert, wenn lange Diskussionen zu brisanten oder auch trivialen Themen nicht auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind? Und was passiert, wenn sich Beiträger der Diskussion entziehen, die Suche nach einem Konsens verweigern und einfach «ihr Ding machen»?“ (S. 18)

Dienstag, 15. Juni 2021

Wikipedia und aktuelle Ereignisse

In diesem Beitrag stellt Louis Hakim Karl folgenden Aufsatz vor:

Roessing, Thomas (2014): Enzyklopädie-Amateure als Amateur-Journalisten: Wikipedia als Gateway für aktuelle Ereignisse; in: SCM Studies in Communication and Media, 3. Jg., Heft 2/2014, S. 205-227, online unter: https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/2192-4007-2014-2-205/enzyklopaedie-amateure-als-amateur-journalisten-wikipedia-als-gateway-fuer-aktuelle-ereignisse-jahrgang-3-2014-heft-2.

Zunächst konstatiert Roessing, dass journalistische Arbeit durch die Digitalisierung zunehmend von fachfremden Personen ausgeführt wird. Ursprünglich hatte auch die Wikipedia ein anderes Ziel als das Verbreiten von Neuigkeiten, da sie als Online-Enzyklopädie ein digitales Pendant zu Universalenzyklopädien wie dem Brockhaus darstellen sollte.

Da die Verbreitung von Nachrichten eigentlich dem Projekt „Wikinews“ der Wikimedia-Foundation unterstellt sein sollte, sehen immer mehr Mitglieder der Wikipedia-Community den Umgang mit aktuellen Ereignissen kritisch. Der Verlauf der Konfliktlinien, die verschiedenen Argumente und die Folgen für die bestehenden Artikel sind Gegenstand der vorliegenden Studie, die auf Wikipedia-Forschung und der Gatekeeper-Theorie basiert (S. 208).

Studie zur Nutzung von Wikipedia

In diesem Beitrag stellt Lea Lohrer folgenden Aufsatz vor:

Lemmerich, Florian / Sáez-Trumper, Diego / West, Robert / Zia, Leila (2019): Why the World reads Wikipedia: Beyond English Speakers; Proceedings of the Twefth ACM International Conference on Web Search and Data Mining. https://dl.acm.org/doi/pdf/10.1145/3289600.3291021.

Die Autor*innen beschäftigen sich mit der Frage, warum weltweit jeden Tag Millionen von Menschen die verschiedenen Sprachversionen von Wikipedia lesen. Die Studie umfasst eine groß angelegte Umfrage unter Wikipedia-Lesern in 14 verschiedenen Sprachversionen mit einer Analyse der Benutzeraktivität.

Montag, 14. Juni 2021

Löschdiskussionen auf Wikipedia

In diesem Beitrag stellt Kathrin Blanke folgenden Aufsatz vor:

Hanauska, Monika (2018): Aushandlungsprozesse in vernetzten Systemen - die Löschdiskussionen auf Wikipedia; in: Industrie 4.0 / Made in China 2025 - Gesellschaftswissenschaftliche Perspektiven auf Digitalisierung in Deutschland und China, KIT Scientific Publishing, S. 149-163, online unter: https://publikationen.bibliothek.kit.edu/1000083481 

Dr. Monika Hanauska behandelt die Löschdiskussionen in der Online-Enzyklopädie Wikipedia. In ihrem Einstieg gibt sie einen Einblick in die nicht immer konstruktiv geführten Löschdiskussionen. Des Weiteren rückt sie destruktive Debatten in den Vordergrund, welche auf die Beziehung der Diskussionsteilnehmer zurückzuführen sind, wodurch die Selbstorganisation der Wikipedia negativ beeinträchtigt werden könnte (S. 149).

Wikipedia und Unterrepräsentation

In diesem Beitrag stellt Lea Bauer folgenden Aufsatz vor:

Adams, Julia / Brückner, Hannah / Naslund, Cambria (2019): Who Counts as a Notable Sociologist on Wikipedia? Gender, Race, and the “Professor Text”; in: Socius: Sociological Research for a Dynamic World, Volume 5, doi: 10.1177/2378023118823946.

Adams, Brückner und Naslund zeigen in ihrem Artikel über die Repräsentation von Frauen und Männern auf Wikipedia geschlechterspezifische und herkunftsspezifische Unterschiede auf. Sie stellen Vergleiche zwischen den verschiedenen Gruppen auf und erläutern Gründe für die Ungleichheit.

Samstag, 12. Juni 2021

Analyse der Machtstrukturen in Wikipedia

In diesem Beitrag stellt Luca Rodio folgenden Aufsatz vor:

Thiele, Franziska / Sichler, Almut (2018): Egalitär oder Elitär? – Diskursive und institutionelle Machtstrukturen in Wikipedia; in: Christiane Eilders / Olaf Jandura / Halina Bause / Dennis Frieß (Hrsg.): Vernetzung. Stabilität und Wandel gesellschaftlicher Kommunikation, Köln: Herbert von Halem Verlag, online bei ResearchGate.

Der Artikel wird durch eine prägnante Hinführung an die Untersuchung mit einigen relevanten Aspekten eingeleitet. So schreiben die Autorinnen beispielsweise, dass die Wikipedia-Community im Kern aus nur etwa 300-500 Wikipedianern bestehe und diese auch die verschworene Wikipedia-Gemeinschaft darstellen, die oligarchisch über die kollektiv erstellte Enzyklopädie wacht (vgl. Thiele/Sichler 2018, S. 2). Bereits hier kann der Leser erkennen, dass einige Wikipedianer eine enorme Macht besitzen.

Des Weiteren habe, so die Verfasserinnen, die Enzyklopädie in den letzten zehn Jahren als Forschungsgegenstand massiv an Bedeutung gewonnen, seit 2002 sei außerdem ein deutlicher Anstieg der Wikipedia-Zitationen in wissenschaftlichen Publikationen zu verzeichnen (vgl. ebd.). Zusätzlich führen die beiden Autorinnen in ihrer Einleitung an, dass Wikipedia eine enzyklopädische Monopolstellung zuzuschreiben sei, zudem besitze sie aufgrund stetig steigender Nutzungshäufigkeit eine große Reichweite und damit das Potenzial zu einer enormen Wissensmacht (vgl. ebd.).

Um dies zu erkennen, muss man nicht stark in das Geschehen involviert sein. Was aber vielfach eine Leerstelle bleibt, sind die Motivation, das Partizipationsverhalten und die Struktur der Autorenschaft, da in Wikipedia die Möglichkeit besteht, anonym am kompletten Konstrukt mitwirken zu können (vgl. ebd.). Was für die Forschung nicht unerheblich ist, ist die Tatsache, dass sich die Kontexte der Wissensproduktion sowohl auf institutioneller als auch auf diskursiver Ebene dadurch nachvollziehen lassen, da alle Einträge, Änderungen, Diskussionen und Versionsgeschichten zu jeder Seite gespeichert werden (vgl. ebd.).

Wikipedia Stand 2017

In diesem Beitrag stellt Julia Lochmann folgenden Aufsatz vor:

Cyron, Marcus (2017): Wikipedia. Macht. Archäologie; in: Archäologische Informationen 40, S. 95-100, online unter: https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/arch-inf/article/view/42467/36202.

Wikipedia kann man positiv, negativ oder neutral gegenüberstehen. Aber egal wie man zu ihr steht, man kommt nicht umhin, bei einer Recherche auf sie zu stoßen. Wikipedia wurde 2001 gegründet und fiel direkt auf fruchtbaren Boden, um sich rasant zu verbreiten und zu vergrößern. Dieses Phänomen würde heutzutage wahrscheinlich gar nicht mehr machbar sein. Mit diesem rasanten Aufstieg von Wikipedia rückten die anderen Enzyklopädien in den Hintergrund. So wurde Wikipedia zum erfolgreichsten Enzyklopädie-Projekt überhaupt. Die deutsche Wikipedia bildet die zweitgrößte Sprachversion und hat 2016 die „magische Marke“ erreicht mit 2 Millionen Einträgen (Cyron, 2017, S. 95-96).

Freitag, 11. Juni 2021

Wikipedia Stand 2007

In diesem Beitrag stellt Johannes Schleicher folgenden Text vor:

Schindler, Mathias (2007): Wikipedia – wisdom of the world, Köpad Verlag, online unter: https://core.ac.uk/display/11882074?recSetID= 

In seinem Aufsatz beschreibt Mathias Schindler, wie es Wikipedia geschafft hat, nicht nur den Buchmarkt nachhaltig zu revolutionieren, sondern auch "das klassische Konzept von Autorität, Urheberschaft, das Verhältnis zwischen Autoren und Lesern und nicht zuletzt bestimmte kommerzielle Geschäftsmodelle" zur Debatte zu stellen. Zuerst schildert der Autor die Entwicklung, die Wikipedia genommen hat, und verweist dabei auf wichtige Etappen: Die Entwicklung und das Scheitern des Vorgängers Nupedia und der kometenhafte Aufstieg von Wikipedia.

Donnerstag, 10. Juni 2021

bpb-Dossier Wikipedia: Geschichte des Projekts

In diesem Beitrag stellt Justin Bauer folgenden Text vor:

Kleinz, Thorsten (2012): Der schnelle Weg zum Weltwissen. Die Geschichte der Wikipedia; in: Dossier "Wikipedia" auf der bpb-Website: https://www.bpb.de/gesellschaft/digitales/wikipedia/145807/der-schnelle-weg-zum-weltwissen?p=0.

In seinem Aufsatz geht der Autor vor allem auf die Entwicklungsgeschichte und die Beweggründe des Wikipedia-Projekts ein. Die kleine Community, die dieses Hobbyprojekt „Online-Enzyklopädie“ in die Wege geleitet hatte, war sich 2001 wohl nicht ganz im Klaren, welchen neuen Problemen sie sich im Laufe des Wachstums stellen muss.

Mittwoch, 9. Juni 2021

Weiße Flecken in der Wikipedia

In diesem Beitrag stellt Maximo Winter folgenden Text vor:

Graham, Mark (2012): Die Welt in der Wikipedia als Politik der Exklusion: Palimpseste des Ortes und selektive Darstellung; in: Dossier "Wikipedia" auf der bpb-Website: https://www.bpb.de/gesellschaft/digitales/wikipedia/145816/die-welt-in-der-wikipedia-als-politik-der-exklusion.

In seinem Aufsatz geht Graham vor allem auf die Unterschiede von geokodierten (geologisch zugeordneten) Artikeln und deren Ersteller ein. Er zeigt bestehende Unterschiede auf und beschreibt deren Auswirkungen.

„Wikipedia wird oft als ein Beispiel für zwei Dinge genannt: Anarchie und Demokratie.“ (Graham 2012)

Mit diesem Satz eröffnet Graham seinen Aufsatz und fügt dem auch gleich ein Problem hinzu. Ähnlich wie bei Demokratien mit stark ausgeprägten direktdemokratischen Elementen werden diese nicht von allen Menschen gleich genutzt. Bei Wikipedia besteht die aktivste Autorengruppe hauptsächlich aus „jüngeren männlichen Autoren aus westlichen Ländern“ (Graham 2012).

Dienstag, 8. Juni 2021

Wikipedia in der universitären Lehre

In diesem Beitrag stellt Nils Krauter folgenden Aufsatz vor:

Bürgin, Martin; Eichenberger, Linda; Zumstein, Marius (2020): Alternative Leistungsnachweise im Digital Flipped Classroom: Wikipedia als Plattform und Werkzeug universitärer Lehre; in: Zeitschrift für Religionskunde / Revue de didactique des sciences des religions, 8/2020, S. 186-201, online unter: https://doi.org/10.5167/uzh-193075.

In diesem Artikel schildern die Autoren den Verlauf eines von ihnen veranstalteten Seminars zum Thema Mikrogeschichte. Interessant an diesem Seminar ist der Verzicht auf traditionelle Leistungsnachweise. Die Leistung wird über das Verfassen eines Wikipedia-Eintrags erbracht, mit anschließender Reflexion in Form eines Essays.

„Anstatt Vor- und Nachteile der Online-Enzyklopädie lediglich theoretisch zu reflektieren, sollte sie praktisch erfahrbar und didaktisch nutzbar gemacht werden […]“ (Vgl. Bürgin et al, S.185).

Montag, 7. Juni 2021

Geschichte der Wikipedia und Parallelen zu Linux

Im diesem Beitrag stellt Amineh Malek Merkoomyans folgenden Aufsatz vor:

Hillgärtner, Harald (2013): Citizendium vs. Wikipedia – Handeln mit verteilten/vertauschten Rollen?; in: Maik Bierwirth, Oliver Leistert, Renate Wieser (Hg.): Ungeplante Strukturen. Tausch und Zirkulation, Fink (Schriftenreihe des Graduiertenkollegs "Automatismen" 2), S. 59-75, online unter: https://mediarep.org/bitstream/handle/doc/4650/Ungeplante_Strukturen_59-75_Hillgaertner_Citizendium_vs_Wikipedia_.pdf?sequence=6&isAllowed=y.

Der Aufsatz von Hillgärtner beschäftigt sich insbesondere mit der Geschichte von Wikipedia. Hierbei wird die Entwicklung von Unix und Linux als Vorgeschichte von Wikipedia skizziert. Anschließend geht Hillgärtner der Frage nach, wie Wikipedia sich hinsichtlich digitaler Konkurrenz beispielsweise gegenüber Citizendium behaupten kann.

Die verborgene Ordnung der Wikipedia

In diesem Beitrag stellt Leon Glückert folgenden Aufsatz vor:

Viégas F.B., Wattenberg M., McKeon M.M. (2007): The Hidden Order of Wikipedia; in: Schuler D. (eds): Online Communities and Social Computing. OCSC 2007. Lecture Notes in Computer Science, vol 4564, Springer, https://doi.org/10.1007/978-3-540-73257-0_49 

Das World Wide Web hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark verändert. Aus einem ursprünglichen Rezeptionsmedium wurde immer mehr ein Kommunikationsmedium, welches auch häufig als „Web 2.0“ bezeichnet wird. Dieses Web 2.0 ist insofern besonders, da jeder zu einem Autor werden kann. Darüber hinaus bedarf es auch immer weniger Lektoren, da die Menschen ungefiltert und ohne Ordnung ihre Meinung auf diversen Blogs, Foren oder anderen Social Media-Kanälen „posten“ können.

Ein Aushängeschild dieses Web 2.0 bildet vor allem die Online-Enzyklopädie Wikipedia (vgl. Viégas et al. 2007), die sich seit der Gründung im Jahr 2001 binnen kürzester Zeit zu einer der beliebtesten Webseiten im Internet geworden ist. Ein schneller Wissensüberblick über bestimmte Thematiken oder die interessierte Eigenrecherche läuft am Anfang nahezu immer über die Online-Enzyklopädie. Hierbei stellt sich jedoch die Frage: Wie können so viele nützliche Inhalte von einer „Armee [...] freiwilliger Redakteure“ erstellt werden, ohne dass dies in einem völligen Chaos endet? Denn nach wie vor gilt die Grundidee, dass jeder mitmachen kann.

Aufgrund dieses Grundprinzips ist es umso spannender zu verstehen, wie es die Plattform schafft, nicht in einer Online-Anarchie zu enden, sondern mittels zahlreicher Richtlinien und Prozesse ein ausgeklügeltes und stabiles System des Wissensaustauschs zu schaffen (vgl. Viégas et al. 2007). Diese und zahlreiche andere Fragen werden im nachfolgenden Paper am Beispiel der „Featured Article“ von Wikipedia genauer veranschaulicht.

Sonntag, 6. Juni 2021

Studien zur Qualität der Wikipedia

In diesem Beitrag stellt Helin Tufan folgenden Aufsatz vor:

Hammwöhner, Rainer (2007): Qualitätsaspekte der Wikipedia; in: kommunikation@gesellschaft 8/2007, online unter: https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/12764/B3_2007_Hammwoehner.pdf.

Eine kritische Diskussion über ihre Verlässlichkeit begleitet die Entwicklung der Wikipedia von Beginn an. Schon beim Erscheinen des Aufsatzes im Jahr 2007 lagen einige Publikationen vor, die sich mit der Qualität dieser damals neuen Enzyklopädie befassten. In seinem Beitrag gibt Rainer Hammwöhner eine kurze Einführung in die Prinzipien der Wikipedia sowie einen Überblick über schon publizierte Ergebnisse zur Qualität der Wikipedia.

Samstag, 5. Juni 2021

Wikipedia als Text- und Schreibform in der Schule

In diesem Beitrag stellt Simon Casacchia folgenden Aufsatz vor:

Storrer, Angelika (2012): Neue Text- und Schreibformen im Internet: Das Beispiel Wikipedia; in: Helmut Feilke (Hrsg.): Textkompetenzen in der Sekundarstufe II. Stuttgart, S. 277-304, Vorabversion online unter: http://studiger.fb15.tu-dortmund.de/images/Storrer-textkompetenzen-preprint.pdf.

Angelika Storrer macht in ihrem Aufsatz auf verschiedene essenzielle Eigenschaften der Website Wikipedia aufmerksam und bezieht diese auf einen schulischen Zusammenhang. Im folgenden wird auf die Kernpunkte dieses Aufsatzes eingegangen, die Eigenschaften und Funktionen der Wikipedia werden dabei erläutert.

Im Fokus des Werkes stehen zwei Thematiken: Zum ersten das Konzept des Hypertextes und zum zweiten das des interaktionsorientierten Schreibens. Beide Konzepte werden dabei am Beispiel Wikipedia veranschaulicht (vgl. S. 1). Angelika Storrer verfolgt mit ihrem Werk das Ziel,

„Hypertexte und interaktionsorientiertes Schreiben in die Diskussion über Sprach- und Textkompetenzen im Deutschunterricht der Sekundarstufe II zu integrieren, denn hypertextuelle Darstellungsformen und internetbasierte Kommunikationsformen haben im Alltag heutiger Jugendlicher einen hohen Stellenwert“ (S. 1).

Sonntag, 30. Mai 2021

Wikipedia - Prozesse und Strukturen

In diesem Beitrag stellt Jana Eisenhardt folgenden Text vor:

Stegbauer, Christian (2012): Die Macht der Wenigen; in: Dossier Wikipedia auf der Website der bpb: https://www.bpb.de/gesellschaft/digitales/wikipedia/145809/die-macht-der-wenigen?p=all.

Fast jede/r nutzt Wikipedia, um sich schnelles Wissen anzueignen. Aber haben Sie schon einmal einen eigenen Beitrag auf Wikipedia erstellt oder etwas zu einem Artikel beigetragen? Diese Frage verneint die Mehrheit der Menschheit, da die Mühe zur Erstellung eines solchen Beitrages meist zu groß ist.

Die eigentliche Grundidee hinter der Plattform Wikipedia ist die folgende: „Jeder kann mitmachen“ (Stegbauer 2012). Die Inhalte werden mithilfe von „Crowdsourcing“ erstellt, bevor die Beiträge durch die Befreiung des Urheberrechts für jeden zugänglich gemacht werden.

Samstag, 29. Mai 2021

Wikis im Schulunterricht

In diesem Beitrag stellt Youssef El Kassem folgenden Aufsatz vor:

van Dijk, Ziko (2019): Wikis im Unterricht reflektieren und bearbeiten; in: Beißwenger, Michael / Knopp, Matthias (Hrsg.): Soziale Medien in Schulen und Hochschulen: Linguistische, sprach- und mediendidaktische Perspektive, Peter Lang, S. 320-356.

Van Dijk skizziert in seiner Publikation die reflektierte Anwendung von Wikis im Unterricht. Hier werden Wikis auf drei verschiedene Weisen im Unterricht verwendet:

  • Primäre Rezeption: Wikis dienen dem Abruf von Schulinhalten, Schulthemen oder Informationen.
  • Meta-Rezeption: Die Funktionsweise von Wikis wird thematisiert.
  • Online-Plattform: Ziel ist die Veröffentlichung von kollaborativen Inhalten zu bestimmten Schulthemen (vgl. S. 321).

Lehrkräfte benützen Wikis als Lehrmittel oder binden sie in eine Lernumgebung ein. Die Online-Medien (hier Wikis) haben im Vergleich zu herkömmlichem Medien besondere Vorteile. Durch die Individualisierung der Lernprozesse wird die Anpassung an die jeweiligen Bedürfnisse ermöglicht. Des Weiteren fördern Wikis ein ressourcenbasiertes forschendes Lernen. Schüler*innen können kollaborativ lernen und Lerngemeinschaften bilden. Zudem können Arbeitsergebnisse präsentiert und veröffentlicht werden. All das hat einen förderlichen Einfluss auf die Motivation, das Arbeitsverhalten und die Lernergebnisse der Schüler*innen (vgl. S. 322-323).

Mittwoch, 26. Mai 2021

Wikipedia und Wissen in der Postmoderne

In diesem Beitrag stellt Patrik Lehmann folgenden Aufsatz vor:

Brandt, Dina (2009): Postmoderne Wissensorganisation oder: Wie subversiv ist Wikipedia?; in: LIBREAS. Library Ideas, Jg. 14 (2009), S. 4-18. DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/4070.

Der Aufsatz von Dina Brandt beschäftigt sich mit der Wissensorganisation in der postmodernen Gesellschaft und versucht dies anhand von Wikipedia näher zu erläutern. Wie spiegelt sich die Auffassung von Wissen in der postmodernen Gesellschaft in Wikipedia wider? Zunächst einmal muss geklärt werden, wie Wissen zu betrachten ist.

Montag, 24. Mai 2021

10 Regeln für die Mitarbeit an Wikipedia

In diesem Beitrag stellt Michael Wottschel folgenden Aufsatz vor:

Logan, Darren W.; Sandal, Massimo; Gardner, Paul P.; Manske, Magnus; Bateman, Alex (2010): Ten Simple Rules for Editing Wikipedia; in: PLoS Computational Biology 6, 9/2010, online unter: https://journals.plos.org/ploscompbiol/article?id=10.1371/journal.pcbi.1000941.

Wikipedia spielt eine immer größer werdende Rolle bei der Art und Weise, wie Menschen ihr Wissen aufnehmen. Auch wenn die Qualität von Wikipedia-Artikeln als recht hoch eingestuft wird, so ist es dennoch mit Sorge zu betrachten, dass Menschen sich bei Wikipedia über Themen informieren, welche relevant für die Gesundheit sind. Da sich dieser Umstand nicht vollständig vermeiden lässt, ist es gerade in solchen Aspekten von enormer Bedeutung, dass die Inhalte präzise und wissenschaftlich korrekt verfasst werden.

Der vorzustellende Artikel animiert daher Experten bzw. Wissenschaftler dazu, ihr Wissen in der Wikipedia zu teilen. Hierfür wird ihnen eine Anleitung für das Editieren geboten, welche zehn Regeln umfasst. An dieser Anleitung kann sich jedoch auch prinzipiell jeder orientieren, der an Wikipedia mitarbeiten möchte.

Sonntag, 23. Mai 2021

Wikipedia und Open Source-Produktion

In diesem Beitrag stellt Hannah Kraus folgenden Aufsatz vor:

Anthony, Denise; Smith, Sean W.; Williamson, Timothy (2009): Reputation and reliability in collective goods. The case of the online ecyclopedia Wikipedia; in: Rationality and Society 21, 3/2009, S. 283-306, online unter: https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1043463109336804

Als eine der wichtigsten organisatorischen Innovationen im Zusammenhang mit dem Internet nennen die Autor:innen die Entstehung der „Open-Source-Produktion“ (auch „Open Content“ genannt). Definiert wird dieser Terminus u.a. mit den Schlagworten freie und offene Erstellung, Änderung und Verteilung von „goods“ - typischerweise Software - von Beiträgen und Inhalten einer großen Anzahl von geografisch verteilten unkoordinierten Akteuren (S. 284).

„Open-Source-Produktion“ ist nicht in Form eines privaten „Marktguts“ organisiert, was durch Verträge oder Hierarchie hergestellt wird, sondern als ein gemeinsames Pool-Ressourcensystem („common pool ressource system“) (S. 284). In diesem Kontext thematisieren die Autor:innen in ihrem Aufsatz den Fall von Wikipedia als Online-Enzyklopädie mit offenen Inhalten. Wikipedia ist laut den Autor:innen ein Beispiel für „Open-Source-Produktion“ (S. 285).

Samstag, 22. Mai 2021

Wikipedia in der Schule

In diesem Beitrag stellt Luca Blaszczyk folgenden Text vor:

Ballod, Matthias (2012): Wikipedia im Schulunterricht, Online-Dossier Wikipedia der bpb: https://www.bpb.de/gesellschaft/digitales/wikipedia/145826/wikipedia-im-schulunterricht?p=all.

Der Autor beschäftigt sich in seinem Aufsatz zum Thema Wikipedia im Unterricht damit, wie Bildungseinrichtungen damit umgehen können, dass Wikipedia längst eine zentrale Anlaufstelle für Schüler*innen geworden ist, wenn es darum geht, sich Informationen zu beschaffen.

Die einen „sehen in der Wikipedia die wahrgewordene Vision eines basisdemokratisch geschaffenen Wissensschatzes. Kritiker hingegen beklagen kulturpessimistisch den Verlust einer von Experten gestalteten und von professionellen Redakteuren geprüften Wissenskultur“. Wie soll nun auf diese Informationsgewohnheiten reagiert werden?

Wikipedia und historisches Wissen

In diesem Beitrag stellt Tanja Achtelik folgenden Aufsatz vor:

Engelmann, Jan (2012): Prinzipiell unabschließbar. Wikipedia und der veränderte Umgang mit (historischem) Wissen; in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History 9, 2/2012, S. 286-292, online unter: https://zeithistorische-forschungen.de/2-2012/4465,
DOI: https://doi.org/10.14765/zzf.dok-1592,

Die vielen Aufrufe und Nutzer von Wikipedia seien ein Zeichen dafür, so Engelmann, dass es einen hohen Bedarf „für einen freien Zugang zu strukturierten Informationen gibt“ (S. 286). Das Editieren verläuft anonym durch unterschiedliche Personen mit verschiedenen Interessen und Expertisen. Es wird von einer „Weisheit der Menge“ gesprochen, welche eine immer wiederkehrende kollektive Plausibilitätsprüfung in Gang setze – einen „Kampf um den Status der Wahrheit“ (S. 286).

Dieses Open-Content-System bringe jedoch nicht nur Expertise, sondern ermögliche es Akteuren auch, willkürlich Fehlinformationen oder zu ihren Gunsten Eigenwerbung einzubringen. Die beteiligten Akteure seien permanent „in Statuskämpfe und dynamische Konflikte um Deutungsmacht verstrickt“ (S. 287).

„So werde deutlich, dass in den Wissenskonstitutionsprozessen eines Wikipedia-Artikels diskursive Regime wirksam sind, mittels derer zum einen Aussagen auf ihre Plausibilität und Akzeptabilität hin überprüft, angenommen oder verworfen und zum anderen die äußernden Subjekte bestätigt, diszipliniert und gegebenenfalls ausgeschlossen werden “ (S. 287).

Wikipedia in der Lehre

In diesem Beitrag stellt Miriam Nonnenmacher folgenden Aufsatz vor:

Wannemacher, Klaus (2008): Wikipedia – Störfaktor oder Impulsgeberin für die Lehre?; in: Zauchner, Sabine / Baumgartner, Peter / Blaschitz, Edith / Weissenbäck, Andreas (Hrsg.): Offener Bildungsraum Hochschule. Freiheiten und Notwendigkeiten, Waxmann, S. 147-156.

In dem Artikel von Klaus Wannemacher wird die Bedeutung von Web-2.0-Anwendungen an Hochschulen aufgezeigt, besonders die interaktiven und kollaborativen Aspekte. Im ersten Abschnitt erläutert Wannemacher, warum die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia vielen Lehrenden ein Dorn im Auge ist. Im zweiten Abschnitt prüft er die Potenziale für eine Einbindung von Wikipedia an Hochschulen anhand der Schnittstellen zwischen Wikipedia-Kosmos und Wissenschaftsbetrieb. Und im dritten Abschnitt stellt Wannemacher „Wikiversity“ vor und beleuchtet das Schwesterprojekt.

Samstag, 17. April 2021

Angebot zu Medienkompetenz und politischer Bildung

Die Plattform www.politische-medienkompetenz.de ist ein Angebot der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung und enthält Materialien für die Bildungspraxis rund um politische Medienkompetenz. Die unterschiedlichen Inhalte der Seite sind in Kooperation mit Praktikerinnen, Experten und Wissenschaftlerinnen der politischen und Medienbildung entstanden und frei verfügbar.

Freitag, 2. Oktober 2020

Künstliche Intelligenz - Versuch eines einführenden Überblicks

2. September 2020, Sindelfingen, Baden-Württemberg, die neue S-Klasse von Mercedes Benz wird vorgestellt. Die S-Klasse vereint seit Jahren die Ansprüche von höchster Qualität und neuster Technik zugleich. Die Stuttgarter Autobauer wollen Maßstäbe im Bereich der Luxuslimousinen setzen und schafften dies vor allem mit dem Erreichen des autonomen Fahrens Stufe drei. Das sogenannte „hochautomatisierte Fahren“ beinhaltet, dass sich der Fahrer von der Fahraufgabe und dem Verkehr vorübergehend abwenden darf, der PKW in vom Hersteller vorgegebenen Anwendungsfällen selbstständig fährt, Anforderungen des Systems kurzfristig vom Fahrer übernommen werden müssen und der Fahrer nur haftet, wenn er den vorgegebenen Aufforderungen nicht nachkommt. Das Auto muss also komplexe Situationen des Straßenverkehrs verstehen und schnellstmöglich eine korrekte Entscheidung treffen (ADAC e.V. 2018).

Theoretisch gesehen könnte die S-Klasse bis 60 km/h vollautonom fahren, allerdings lässt dies die Gesetzeslage in der Bundesrepublik noch nicht zu, was sich aber in den nächsten Jahren ändern soll. Doch wie bewältigt ein Auto solch komplexe Aufgaben und wie sehr kann man sich als Mensch auf diese Systeme verlassen, ohne dass es zu Unfällen oder gefährlichen Situationen im Straßenverkehr kommt. Noch vor einigen Jahren war die Vorstellung des autonomen Fahrens undenkbar und man hätte diese Art von Entscheidungen keinesfalls einem System oder einer Künstlichen Intelligenz anvertraut. Auch heutzutage tun sich sowohl traditionelle Autohersteller wie BMW, Audi, VW oder Mercedes als auch neuere Hersteller wie Tesla oder Google noch schwer, ein Autopilot-System zu entwickeln, welches als absolut zuverlässig gilt (Ramge 2018, S. 13 f.)

Als menschliches Individuum sind wir es gewohnt, Entscheidungen selbst zu treffen und stets die volle Kontrolle über unser Tun und Handeln zu haben. Zudem liegt es in der menschlichen Natur, Entscheidungen nur ungern anderen zu überlassen. Roboter, selbstfahrende Autos und Künstliche Intelligenz werfen viele Fragen auf, auf welche die meisten Menschen noch keine Antworten haben. Wie präsent wird die Künstliche Intelligenz in den unterschiedlichen Bereichen des Lebens sein? Der nachfolgende Beitrag soll über die Geschichte, Herkunft, die theoretischen Grundlagen sowie die Anwendungsbereiche von Künstlicher Intelligenz aufklären und einen Ausblick in die Zukunft geben.

Montag, 21. September 2020

Tablet statt Tafel – Lernen am Tablet in allen Klassenstufen

Smartphones, Tablets, Laptops und andere digitale Geräte verändern die Art und Weise, wie wir mit anderen umgehen und kommunizieren. Sie prägen, wie wir miteinander kooperieren, wie wir uns informieren und wie wir an der Gesellschaft teilhaben. Mittlerweile spricht man sogar schon von „digitalen Gesellschaften“. Eine Welt ohne digitale Medien ist für uns kaum mehr vorstellbar.

Auch das Bildungssystem ist davon nicht ausgenommen. Es ist wichtig, mit der Zeit zu gehen, die Veränderungen anzunehmen und die Schüler auf das berufliche Leben vorzubereiten. Kinder, die im digitalen Zeitalter geboren worden sind, verfügen nicht automatisch über Kompetenzen, die für die digitale Welt notwendig sind. Das Bildungssystem versucht, mit digitaler Bildung darauf zu reagieren. Dafür müssen Chancen der digitalen Bildung genutzt und ausgeweitet und auf Risiken und Gefahrenzonen aufmerksam gemacht werden. Eine medienpädagogische Begleitung von SuS ist notwendig.

Im ersten Teil dieses Beitrags gebe ich einen Überblick über die digitale Schule im Allgemeinen. Dabei beziehe ich mich auf das Medium des Tablets. Hierbei sollen dann Vorteile und in einem nächsten Teil Nachteile des Lernens mit Tablets aufgezeigt werden. Im darauffolgenden Schritt geht es dann um staatliche oder auch private Förderung von digitalen Medien in der Schule. Bevor ich am Ende ein pädagogisches Konzept und eine Beispielschule vorstelle, möchte ich noch einen Blick auf andere europäische Länder und deren Haltung zur digitalen Schule werfen.

Donnerstag, 10. September 2020

TED Talk: Komponieren mit künstlicher Intelligenz



Ich bin durch Zufall auf diesen spannenden TED Talk über „AIVA“ gestoßen. Bei „AIVA“ (Artificial Intelligence Virtual Artist) handelt es sich um eine KI, welche durch die Analyse von 30.000 Partituren von einigen der größten Komponisten der Musikgeschichte dazu fähig ist, Musik zu komponieren.

AIVA basiert auf „deep learning“. So lernte die KI durch die Partituren die Musiktheorie und Muster der Partituren zu erkennen und entwickelte ein Gespür, um nach ein paar Takten einer Partitur die nächsten Noten vorraussagen oder weiterentwickeln zu können.

Um sicherzustellen, dass die KI für das richtige Projekt und die richtige Person die geeignete Musik erschafft, wurde sie von Algorithmen trainiert, jede Partitur emotional einzigartig zu machen. Dabei wurden 30 verschiedene Kategorien zu der Datenbank hinzugefügt, welche die Dichte der Noten, die Stimmung, die Besetzung und den Komponistenstil beinhalten.

Im Mai 2016 wurde AIVA als erste virtuelle Künstlerin bei einer Urheberrechtsgesellschaft registriert. Anwendungsbeispiele:
  • Vor allem bei Videospielen ermöglicht AIVA große Fortschritte. Oftmals dauert die Story bis zu 100 Stunden an. Wo bei bisherigen Videospielen die Musik nach 2 Stunden wieder von vorne begann, kann AIVA hunderte Stunden lang individuell angepasste Musik komponieren. (kurzes Beispiel: https://soundcloud.com/user-95265362/among-the-stars-op-31) Mittlerweile hat AIVA aber auch außerhalb von Videospielen komponiert.
  • Im Jahre 2017 schrieb AIVA ein Eröffnungsstück zum Nationalfeiertag in Luxemburg, welches dann auch uraufgeführt wurde: https://www.youtube.com/watch?v=H6Z2n7BhMPY 
  • Im Jahre 2018 hat AIVA mit der Popsängerin Taryn Southern die Single „Lovesick“ herausgebracht: https://www.youtube.com/watch?v=gQSPjAYTlx8 
  • Weitere Beispiele, wie die „Ode to Dubai“ oder Keynotes für Nvidia, findet ihr auf der Homepage: https://www.aiva.ai/creations 
Zum Weiterlesen: https://www.pcwelt.de/a/aiva-die-kuenstliche-intelligenz-komponiert-die-musik-der-zukunft,3450745

TED Talk: Art in the age of machine intelligence



Refik Anadol ist ein Medienkünstler, welcher Kunstwerke mithilfe von einem Denkpinsel und Daten als Pigmente erschafft. Unterstützt wird er durch künstliche Intelligenz. Dabei benutzt er architektonische Räume und Maschinen als Leinwände, um diese zum "Träumen" und "Halluzinieren" zu bringen.

Inspiriert wurde er im Kindesalter durch den Film „Blade Runner“. Wo er zum einen durch die, für ihn atemberaubende Zukunftsvision von Los Angelos, als auch durch die Filmszene, wo der Android Rachael erkennt, dass ihre Erinnerungen nicht ihre sind, sondern einem anderen gehörte, zu dieser Vision kam.

Im Jahre 2014 gründete Refik Anadol ein Studio, wo er Architekten, Computer- und Datenwissenschaftler, Neurowissenschaftler, Musiker und Geschichtenerzähler einlud, um seine Vision zu verwirklichen.

Projekt: „Virtual Despictions“:
Sein erstes Projekt war „Virtual Despictions“ eine öffentliche Datenskulptur in San Francisco. Diese soll eine ästhetische Erfahrung in einem lebendigen städtischen Raum darstellt, in dem sie ein fließendes Netzwerk von Verbindungen der Stadt visualisiert.

Projekt: „Wind-Data-Painting“:
Ein weiteres Projekt waren Winddatengemälde, bei dem eine Verknüpfung von menschlichen Sinnen und die Fähigkeit von Maschinen bei Natursimulationen. Dabei nahmen diese die Form visualisierter Gedichte auf, welche auf versteckte Datensätze von Windsensoren basierten. Zusätzlich wurden die Windgeschwindigkeiten, Böen und Richtungen in einem ätherischen Datenpigment umgewandelt.

Projekt: „Archive Dreaming“:
Im Jahre 2017 entdeckte Refik Anadol eine Open-Source-Bibliothek mit Kulturdokumenten durch welche sie ein sogenannte „Archive Dreaming“ entwickelten. Inspiriert durch die Kurzgeschichte "The Library of Babel" des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges.
Bei „Archive Dreaming“ handelt es sich um einen benutzergesteuerten immersiven Raum, bei welchem man riesigen Wissensarchive physisch erkunden kann. Entstanden ist dies durch eine KI, welche 1,7 Millionen Dokumente aus 270 Jahren untersuchte.

Projekt: „Machine Hallucination“:
Bei „Machine Hallucination“ handelt es sich um ein Projekt zur Erkundung von Zeit und Raum. Dabei wurden 100 Millionen Fotografieren der Stadt New York verarbeitet, wodurch es durch die KI möglich ist neue Bilder vorauszusagen, sowie Vergangenheit und Zukunft miteinander für den Betrachter verschmelzen zu lassen.

Projekt: „Melting Memories“:
Die Erinnerungen eines Menschen sind keine statische Erinnerung, sondern eine dauerhaft ändernde Interpretation der erlebten Ereignisse. So war die Idee, dass eine KI die unbewussten und unterbewussten Träume und Erinnerungen visualisieren soll. So konnte mithilfe von KI und dem „Neuroscape Laboratory der University of California“, ein, durch EEG-Daten des Alzheimererkrankten Onkels von Refik Anadol, erzeugte Kunstwerk entstehen, welche die Materialität des Erinnerns darstellte.

Projekt: „Walt Disney Concert Hall Anniversary“:
Dieses Projekt kommt wohl am nächsten an die Anfangsfrage: „Kann ein Gebäude träumen?“
Bei dem Projekt des 100- jährigen Jubiläum der „Walt Disney Concert Hall“ wurden 77 Terabyte Speicher von Archiven der LA Phil und WDCH, welche 100 Jahre zurückgehen gesammelt und mithilfe einer KI und 42 Projektoren an die Fassade des Gebäudes visualisiert, so dass dieses Gebäude „träumen“ konnte.

Auch wenn schon spannende Projekte im Rahmen der Kunst im Zeitalter der KI entstanden sind, denke ich jedoch, dass wir mit dieser Art noch ganz am Anfang der Möglichkeiten stehen.