Mittwoch, 13. Mai 2020

Corona und Digitalisierung - Versuch einer Zwischenbilanz

Dieser kollaborativ im Rahmen des coronabedingten Online-Semesters verfasste Text versucht, die bisher gesammelten Aspekte zum Themenkomplex "Corona und Digitalisierung" zusammenzufassen:
  • Corona offenbart Deutschlands digitale Probleme. Die Corona-Krise zeige, was alles in den vergangenen zehn Jahren verpasst wurde, in der Schule oder in der digitalen Verwaltung.
  • Nicht nur negative Aspekte, sondern auch viel Positives wird aus der Krise gezogen, die Menschen sind solidarischer, unterstützen sich gegenseitig, erstellen Webseiten und Apps, wo man Betroffenen seine Hilfe anbieten kann.
  • Aber auch unsere Umwelt profitiert in gewisser Weise von der Krise, da sie sich nun von all dem, was sie bislang ertragen musste, erholen kann (weniger Flug- und Schiffsverkehr, weniger Autos unterwegs etc.).
  • Es werden aber auch Probleme offenbart. Nicht alle sind solidarischer, oftmals geht es auch darum, wer stärker oder schneller ist. Ein gutes Beispiel hierfür sind Hamsterkäufe (auch online). Es wird in den sozialen Netzwerken über Toilettenpapierlieferungen informiert. Wer als erstes online ist, als erster vor Ort ist, profitiert davon. Solidarität steht erst an zweiter Steller. Und die unterschiedlich weit fortgeschrittene Digitalisierung fördert diese Ungleichheit weiter.
  • Die Digitalisierung wird durch die Pandemie zwar in Rekordgeschwindigkeit ausgebaut, aktuell finden in Betrieben Meetings online statt, Lehrer unterrichten ihre Schüler und Schülerinnen über das Internet, Arztpraxen haben digitale Sprechzimmer errichtet. Trotzdem sehen wir, dass Präsenzveranstaltungen ergiebiger und oftmals auch sinnvoller sind.
  • Vieles, was davor im „real life“ passiert ist, wird nun in die Online-Welt verlagert. “Fridays for Future” führt Streiks online weiter, viele Kirchen halten ihre Gottesdienste online ab, Konzerte wurden aus dem Wohnzimmer übertragen. Da der Wohnungsmarkt nie stillsteht, können auch Wohnungsbesichtigungen nun online durchgeführt werden. Auch Banken, Bauträger und andere Berufsfelder haben ihr Onlineangebot aufgrund der Krise stark ausgebaut.
  • Gerade auf dem Land, wo das schnelle Netz besonders gebraucht wird, hängen viele Gemeinden hinterher. Eine Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (Stand März 2020) fand heraus, dass nur jede fünfte Gemeinde überhaupt damit begonnen hat, die eigene Digitalstrategie umzusetzen, und weniger als 20 Prozent befinden sich in der Umsetzungsphase. Viele kleinere Kommunen fühlen sich mit dieser Mammutaufgabe allein gelassen. Sie beklagen große Schwierigkeiten bei der Beantragung der Mittel, der Prozess sei zu bürokratisch und zu aufwändig.
  • Gerade in dieser herausfordernden Zeit ist das Internet unabdingbar. Wer trotz der Krise noch miteinander kommunizieren möchte, benötigt elektronische Medien. Dies bringt aber nicht nur Vorteile, sondern auch sehr viele Probleme mit sich. Teilweise kann der Online-“Andrang” überhaupt nicht gestemmt werden und insbesondere bei älteren Menschen führen die digitalen Medien zu Überforderung.
  • Einige Teile der Bevölkerung lernen erst jetzt die digitale Welt kennen. Was die Videotelefonie betrifft, entdeckt die ältere Generation momentan Programme wie Skype oder FaceTime. Dadurch können wir trotz Einschränkungen mit unseren Großeltern / Eltern in Kontakt bleiben.
  • Hoffentlich ist die Krise bald überstanden. Es ist cool, die Möglichkeit zu haben, durch digitale Medien den Kontakt zu Familie und Freunden aufrechterhalten zu können. Auch die Möglichkeit, das Semester jetzt online durchführen zu können, ist eine riesige Erleichterung, wenn man bedenkt, was für Folgen die Krise ohne diese Möglichkeit hätte. Trotzdem fehlt es, in Vorlesungen zu diskutieren und im Sommer hinter der Mensa prokrastinieren zu können. Es fehlt der Alltag, der sich nunmal durch soziale Kontakte auszeichnet, und ich bin mir sicher, dass man sich auf Dauer auch nicht an die Isolation gewöhnen kann und digitale Medien diesen Aspekt des Lebens ablösen können.
  • Die Gesellschaft kann sich in einer radikalen Geschwindigkeit umgestalten und wird erfinderisch, wenn es darum geht, die eigenen Gewohnheiten zu digitalisieren. Ob der digitale Ersatz jedoch die alten Gewohnheiten ablöst, wird sich wohl erst nach der Krise zeigen.

Sonntag, 10. Mai 2020

Corona-Pandemie und Digitalisierung

Mit dieser Auswahl an Beiträgen, die sich dem Zusammenhang von Corona-Krise und Digitalisierung widmen, haben wir uns bislang in diesem coronabedingten Online-Semester befasst (in chronologischer Reihenfolge nach Erscheinungstermin):
  • Yuval Noah Harari: The world after coronavirus (Financial Times, 20.03.2020)
  • Jens-Uwe Meyer: Durchbruch für Digitalisierung: Wie Corona die Arbeitswelt langfristig verändert (Manager-Magazin, 20.03.2020)
  • Dirk von Gehlen: Durch Corona wird das Internet zur Selbstverständlichkeit (Süddeutsche Zeitung, 22.03.2020)
  • Oliver Nachtwey: Corona und Klasse (Philosophie-Magazin, 26.03.2020)
  • Jan-Felix Schrape: Corona-Krise und Soziologie (3): Digitalisierung (Gedankenstrich.org, 28.03.2020)
  • Ulf Buermeyer / Johannes Abeler / Matthias Bäcker: Corona-Tracking & Datenschutz: kein notwendiger Widerspruch (Netzpolitik.org, 29.03.2020)
  • Rainer Mühlhoff: Digitale Grundrechte nach Corona. Warum wir gerade jetzt eine Debatte über Datenschutz brauchen (Netzpolitik.org, 31.03.2020)
  • Kai Kauffmann / Matthias Buschmeier: Studium zu Corona-Zeiten: Ungeübt in der digitalen Lehre (FAZ, 03.04.2020)
  • Matthias Kamann: Wenn der Oster-Gottesdienst auf Zoom stattfindet (Welt, 07.04.2020)
  • Petra Pinzler: Alltag in Corona-Zeiten: Deutschland lernt digital (Zeit, 09.04.2020)
  • Miriam Meckel: Tech gegen Corona (ada)
  • Jan-Felix Schrape: Corona-Krise und Soziologie (5): Digitalisierung II (Gedankenstrich.org, 11.04.2020)
  • Stefan Schultz: Coronakrise - Die neue digitale Elite (Spiegel, 11.04.2020)
  • Wolfgang Franz: Corona-Krise macht Digitalisierungsdefizite sichtbar (Computerwelt, 16.04.2020)
  • Corona-App: "Ich wette darauf, dass in Deutschland alle mitmachen", Interview mit Hans-Christian Boos (Zeit, 18.04.2020)
  • Reinhart Bünger: Online-Besichtigungen - Corona-Pandemie beschleunigt Digitalisierung (Tagesspiegel, 20.04.2020)
  • Jonas Schreijäg, Birgit Wärnke: Homeschooling: Das Ende der Chancengleichheit (Panorama, 23.04.2020)
  • Lisa Hegemann: Digitalvereine kritisieren Jens Spahns geplante Corona-App (Zeit, 24.04.2020)
  • Stephan Lenhardt: "Fridays for Future" - Protest im Netz statt auf der Straße (Tagesschau, 24.04.2020) 
  • Justus Kliss: Coronavirus - Ein Schub für die Digitalisierung? (Tagesschau, 26.04.2020)
  • Sascha Lobo: Die eierlegende Wollmilch-App (Spiegel, 29.04.2020)
  • HIIG: Digitale Technologien und die Pandemie (Digital Society Blog, 30.04.2020)
  • Frank Stocker: Plötzlich schafft Deutschland, was bisher unmöglich schien (Welt, 02.05.2020)
  • Anne Backhaus: Die Radio-Schüler von Sierra Leone (Spiegel, 04.05.2020)

Samstag, 9. Mai 2020

Corona und elektronische Demokratie

In den Artikeln, die ich gelesen habe, wird die Digitalisierung positiv gesehen, weil sie ermöglicht, von zuhause einzukaufen, mit anderen zu reden. Aber was mir aufgefallen ist, ist der Begriff "electronic democracy". Braucht die Demokratie ein lebendiges öffentliches Leben? Greift die Ausgangssperre in Strukturelemente der Demokratie ein?

Diese Frage finde ich auch sehr wichtig. Denn Beschränkungen grundlegender Menchenrechte wie Versammlungsfreiheit oder Freizügigkeit beschädigt die Demokratie, wenn man nicht bald zur Normalität zurückkehrt. Die Menschen benötigen es, zusammenzukommen, über Probleme zu reden und eine Enscheidung zu treffen. Auf einer elektronischen Plattform funktioniert das nicht. In einer starken Demokratie ist Digitaliserung in Notsituationen ein gutes Hilfsmittel, aber sie könnte eine Gefahr in schwachen Demokratien darstellen.

Perspektivenwechsel: "Die Radio-Schüler von Sierra Leone"

Anne Backhaus: Die Radio-Schüler von Sierra Leone (Spiegel, 04.05.2020)

Während man in Deutschland unter dem „nervigen“ Online-Unterricht, der oftmals schlechten Internetverbindung und der Mehrarbeit als Lehrer, Schüler und Student leidet, bietet der Alltag der „Radio-Schüler von Sierra Leone“ eine ganz andere Perspektive auf die Corona-Krise und ihre Folgen, die man heutzutage gerne mal vergisst.

Im Spiegel-Artikel wird aus dem Alltag der 17-jährigen Aminata berichtet und auf die Zustände in ihrem Land im Hinblick auf die Bildung aufmerksam gemacht. Zustände, welche die Menschen in diesem Land erschreckend an die Ebola-Krise erinnern. Zustände, durch welche uns vielleicht wieder klar wird, wie gut wir es doch eigentlich haben.

Mittwoch, 6. Mai 2020

Corona und Klasse - ein Denkanstoß von Oliver Nachtwey

In dem Beitrag "Corona und Klasse" geht Oliver Nachtwey auf das Problem ein, dass gewisse Gruppen von der Digitalisierung  profitieren, indem sie beispielsweise ins Homeoffice wechseln. Anderen Gruppen entsteht wiederum ein Nachteil, da sie in ihrem Berufsfeld nicht auf ihre physische Anwesenheit verzichten können. Jene, die von den Fortschritten der Digitalisierung ausgeschlossen sind, setzen sich beispielsweise einem größeren Infektionsrisiko aus und sind auch im Bereich "Homeschooling" unflexibler als solche, die nun die Chance haben, von Zuhause aus zu arbeiten.

Nachtwey kommt zu dem Schluss, dass das Virus egalitär sein mag, die Infektionsrisiken und die sozialen Risiken jedoch von der Sozialstruktur geprägt seien.

"Corona-Krise macht Digitalisierungsdefizite sichtbar"

Im Beitrag "Corona-Krise macht Digitalisierungsdefizite sichtbar" macht Wolfgang Franz auf Deutschlands Defizite in der Digitalisierung aufmerksam. Er betont hier, dass die Digitalisierung nicht richtig ausgeschöpft wird, um die Folgen der Corona-Krise abzudämpfen. Der Beitrag bezieht sich hier ganz spezifisch auf Verwaltung, Hochschulen, Unternehmen und Infrastruktur. Daraus kann man Lehren ziehen, um Defizite abzubauen und einen Schritt nach vorne zu machen in der Digitalisierung.

Montag, 4. Mai 2020

"Die neue digitale Elite"

Der Beitrag "Die neue digitale Elite" von Stefan Schultz für den Spiegel berichtet über die schnelle Digitalisierung in essentiellen Sektoren, die uns Menschen betreffen. Der Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Jedoch bringt das digitale Wachstum nicht nur Positives, sondern auch Negatives bzw. Nachteile oder Ungerechtigkeiten mit sich.

"Plötzlich schafft Deutschland, was bisher unmöglich schien"

In dem Artikel "Plötzlich schafft Deutschland, was bisher unmöglich schien" von Frank Stocker aus der WELT geht es darum, wie die Corona-Krise Deutschland zwingt, seine Versäumnisse in der Digitalisierung nachzuholen und wie einfach das gehen kann, wenn man denn nur will. Es zeigt deutlich und in erschreckendem Ausmaß, wie wenig sich vor allem die öffentliche Verwaltung darum geschert hat, was sinnvoll und kostensparend ist, und dass vor allem in diesem Bereich die Digitalisierung mehr als bisher auch gegen den Willen des Beamtenaparats vorangetrieben werden muss.

Donnerstag, 30. April 2020

Wie Corona die Arbeitswelt langfristig verändert

In einem Beitrag von Jens-Uwe Meyer für das Manager-Magazin geht es darum, dass wir vor einem grundlegenden Wandel der Arbeitswelt stehen. Der Wechsel hin zum Homeoffice steht im Mittelpunkt.

Homeschooling: Das Ende der Chancengleichheit?

Verstärkt die Corona-Krise aktuell die ohnehin vorhandene Chancenungleichheit? In einem Beitrag von Jonas Schreijäg und Birgit Wärnke für Panorama geht es darum, ob Digitalisierung zu mehr sozialer Spaltung führt.

Mittwoch, 29. April 2020

Wohnungsbesichtigung trotz Corona - ist das möglich?

Reinhart Bünger berichtet in seinem Beitrag für den Tagesspiegel, welche digitalen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, und geht dabei auch auf andere Berufsfelder ein.

Dienstag, 28. April 2020

Corona-Virus - Ein Schub für die Digitalisierung?

Schwaches Netz, kaum Online-Unterricht: Corona offenbart Deutschlands digitale Probleme. Justus Kliss berichtet in seinem Beitrag für die Tagesschau, wie ein sächsischer Bürgermeister seiner Stadt helfen will.

Montag, 27. April 2020

Ostergottesdienst auf Zoom

Online-Gottesdienst? Matthias Kamann berichtet in seinem Beitrag für die WELT, wo in Corona-Zeiten Ostern gefeiert werden kann - und zwar im Netz: Gottesdienst auf Zoom

Protest im Netz statt auf der Straße

"Fridays for Future" trotz Corona? Stephan Lenhardt vom SWR berichtet in seinem Beitrag für die Tagesschau, wie die "Fridays for Future"-Aktivisten trotz Krise weiter protestieren - und zwar online.

Corona-Krise und das Geschenk der Digitalisierung

Ein kurzer Essay zum Thema Digitalisierung als Geschenk:
Dirk von Gehlen in Süddeutsche Zeitung:
Durch Corona wird das Internet zur Selbstverständlichkeit (22.03.2020)

Social Media heißt für mich ...

Wordcloud aus Ihren Sätzen (erstellt mit www.wortwolken.com)

Zur Erläuterung: In der Anmeldemail zum Seminar "Web 2.0 & Medienkompetenz" im momentan anlaufenden Corona-Online-Semester hatte ich darum gebeten, neben der Angabe der üblichen Daten auch einen Satz zu vervollständigen, nämlich "Social Media heißt für mich ...". Die Antworten im Wortlaut stehen unten, eine aus den Antworten generierte Wortwolke oben.

Ihre Ergänzungen des Satzes: Social Media heißt für mich, ...
  • ... sich über digitale Medien und Methoden ständig mit der gesamten Welt zu messen. Die Vorteile von Social Media können durch eine Sensibilisierung im Umgang damit jedoch durchaus überwiegen.
  • ... Werbung. Wer in Sozialen Medien aktiv ist, präsentiert sich selbst, die eigenen Produkte (das kann auch Musik, Film oder Ähnliches sein), oder die eigenen Ideen bzw. die eines Kollektivs wie im Falle von NGOs und Parteien. Dabei wird ein scheinbar direkter Draht zum Leser/Zuschauer/Zuhörer aufgebaut und die eigene Position möglichst positiv dargestellt.
  • ... Chance und Risko für politische Bildung zugleich.
  • ... Informationen auf Abruf, Unterhaltung und Beschäftigung. Ein Tool, das fester Bestandteil meines Alltages ist.
  • ... Freiheit.
  • ... Fluch und Segen.
  • ... eine oder mehrere Plattformen, um mit Menschen in Kontakt zu treten.
  • ... leichtester Zugang zu sowohl echtem als auch falschem Wissen.
  • ... die Gesamtheit aller digitalen Medien, über die Personen auf der ganzen Welt mit einem hohen Risiko an Gefahren (Viren, Social Bots, Hackerangriffe) miteinander kommunizieren können.
  • ... Verantwortung im Umgang mit Daten und Informationen zu übernehmen, dazu bedarf es ein gewisses Maß an Selbstreflexion bezüglich der Frage "was gebe ich von mir preis?".
  • ... Menschen aus verschiedenen Regionen zusammenzubringen.
  • ... immer Up-to-Date zu bleiben.
  • ... ein großes soziales Experiment zu wagen, welches einen ungewissen Ausgang hat und dessen Chancen und Risiken für mich ähnlich hoch sind.
  • ... mit Menschen über verschiedene Plattformen in Kontakt zu bleiben.
  • ... rasend schneller, jedoch mit der Zeit belangloser und deprimierender Kontakt zwischen Menschen, die man oftmals gar nicht kennt.
  • ... sich miteinander zu vernetzen und zu kommunizieren in einer virtuellen Welt, also im Internet. Menschen können so, auf einem neuen Weg, ihren Interessen nachgehen, virtuell und das auch weltweit. Sie benutzen dazu Texte, Bilder, Audio und Videos, um sich gegenseitig auszutauschen.

Donnerstag, 9. April 2020

Seminar Web 2.0


Die wichtigsten Informationen zum Start in dieses außergewöhnliche Semester finden Sie auf der Seite "Seminarplan"...

Corona-Krise und Digitalisierung

Eine kleine Auswahl an lesenswerten Beiträgen, die sich mit dem Zusammenhang von Corona-Krise und Digitalisierung befassen:
  • Sascha Lobo: Die eierlegende Wollmilch-App (Spiegel)
  • HIIG: Digitale Technologien und die Pandemie (Digital Society Blog)
  • Lisa Hegemann: Digitalvereine kritisieren Jens Spahns geplante Corona-App (Zeit)
  • Corona-App: "Ich wette darauf, dass in Deutschland alle mitmachen", Interview mit Hans-Christian Boos (Zeit)
  • Jan-Felix Schrape: Corona-Krise und Soziologie (5): Digitalisierung II (Gedankenstrich.org)
  • Miriam Meckel: Tech gegen Corona (ada)
  • Petra Pinzler: Alltag in Corona-Zeiten: Deutschland lernt digital (Zeit)
  • Jan-Felix Schrape: Corona-Krise und Soziologie (3): Digitalisierung (Gedankenstrich.org)
  • Kai Kauffmann / Matthias Buschmeier: Studium zu Corona-Zeiten: Ungeübt in der digitalen Lehre (FAZ)
  • Rainer Mühlhoff: Digitale Grundrechte nach Corona. Warum wir gerade jetzt eine Debatte über Datenschutz brauchen (Netzpolitik.org)
  • Ulf Buermeyer / Johannes Abeler / Matthias Bäcker: Corona-Tracking & Datenschutz: kein notwendiger Widerspruch (Netzpolitik.org)
  • Yuval Noah Harari: The world after coronavirus (Financial Times)

Samstag, 4. April 2020

Digitale Transformation der Bildung – den analogen Stecker ziehen?

Umdenken und mitdenken statt einfach hinzufügen
„Die Digitalisierung prägt und verändert zunehmend das Leben und Arbeiten der Menschen […]. Schulen sind zentrale Orte der Bildung und Erziehung und deshalb müssen die jungen Menschen hier die Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, um sich reflektiert auf einer gesicherten Informationsbasis in der Lebens- und Arbeitswelt von heute und morgen bewegen zu können.“ (Zieher, 2019, S. 26).
Dabei ist eins von essentieller Bedeutung: Die Technik muss der Pädagogik folgen! Und nicht umgekehrt. Nur mit guten pädagogischen Konzepten und entsprechend qualifizierten Lehrkräften kann die digitale Technik ihr Potenzial im Unterricht voll entfalten (vgl. Zieher, 2019, S. 26).

Genau dieser Meinung waren meine Schüler der achten Klasse ebenfalls. Mehr als deutlich signalisierten sie, dass der persönliche Kontakt zu Lehrkräften, pädagogische Konzepte, also wie der Unterricht gestaltet werden soll, und das soziale Miteinander ausschlaggebende Punkte für sie sind, Spaß am Lernen zu haben. Im Rahmen meines Projektes „Leben in der Medienwelt“, welches ich vier Wochen lang mit einer achten Klasse durchführte, entstand folgendes Bild.


[Die Schülerinnen und Schüler nutzen einige Vorlagen von Bildern, die Klassenräume darstellen. An folgender Quelle orientierten sich die meisten Schülerinnen und Schüler. Gemeinsam nutzen wir diese Vorlage, um alle Wünsche und Ideen zu zeichnen. Quelle: https://neutra.vs.de/show/didacta]

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten kreative Ideen und recherchierten im Internet nach bereits digitalen Schulen. Gemeinsam gingen wir der Frage nach, was es überhaupt für jeden Einzelnen an der Schule bedeuten würde, wenn wir digitaler werden würden, und welche Chancen, aber auch Risiken, das mit sich bringen würde.

Donnerstag, 26. März 2020

Lehre in der Corona-Krise

Dankenswerterweise gibt es zwischenzeitlich zahlreiche Angebote, die versuchen, Abhilfe zu schaffen angesichts der bevorstehenden Probleme mit Online-Lehre. Hierzu zählen die folgenden Webseiten:

Mittwoch, 18. März 2020

Künstliche Intelligenz - Chancen und Risiken für den Arbeitsmarkt

1. Einleitung

„Wenn Künstliche Intelligenz Menschen helfen kann, bessere Schauspieler zu werden, dann liegt es nahe, anzunehmen, dass uns diese Systeme auch unterstützen können, bessere Piloten, bessere Ärzte, bessere Richter und bessere Lehrer zu werden“, sagt Kevin Kelly (Ulrich Eberl; 2016; S. 250). Mit diesem Zitat möchte ich einsteigen, um auch auf die Vorteile der künstlichen Intelligenz aufmerksam zu machen. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema der künstlichen Intelligenz und deren Gefahren für die Wirtschaft.

Learning on Demand – Wirksamkeit informeller Lernformate durch Praxisbezug

Blended-Learning, Learning on Demand und Chatbots – Schlagworte einer sich verändernden Bildungslandschaft?

Eines ist jedem Einzelnen von uns bewusst: Digitale Medien durchdringen unseren Alltag in allen Lebenssituationen – insbesondere jedoch im Bildungsbereich. Begriffe wie die obigen sind in aller Munde. Doch was hat es denn mit diesem Learning on Demand auf sich?

Gesellschaft und Wirtschaft befinden sich heute in einem permanenten, sich beschleunigenden Wandel, der nicht nur den Bereich der Berufstätigkeit, sondern alle Lebensbereiche einschließt (Nikodemus, 2017, S. 5). Aus diesem Grund entwickelt sich die individuelle Lernbereitschaft jedes Einzelnen mehr und mehr in Richtung des eigenverantwortlichen und selbstständigen Erwerbs von Qualifikationen und Kompetenzen, um den Anforderungen der Berufs- und Lebenswelt gerecht werden zu können (vgl. ebd., S. 5).

Ebenso verhält es sich mit der zunehmenden Internationalisierung, welche die Unternehmen vor die Herausforderung der zeit-, bedarfs- und kostengerechten Möglichkeiten der Weiterbildung stellt (vgl. Ebd., S. 23). Ziel ist es, Wissen in der heutigen Gesellschaft nicht mehr nur als isoliertes Angebot anzusehen – vielmehr handelt es sich um eine Ressource, welche jederzeit und je nach Bedarf individuell abgerufen werden kann (vgl. ebd., S. 23).

Seufert (2017, S. 123) beschreibt die für Bildungsorganisationen resultierenden Herausforderungen mit der Metapher des Wildwassers, welches die Veränderungen darstellt, die es kompetent zu bewältigen gilt. Der Umgang mit sogenannten Wildwasserbedingungen ist in unserer Arbeits- und Alltagswelt unabdingbar.

Im Folgenden sind vier entscheidende Thesen aufgeführt, mit denen die Gesellschaft in der heutigen Arbeitswelt nach Schüle (Schüle, 2002, S. 38) konfrontiert wird:
  • Entscheidungsbefugnisse der Mitarbeiter vergrößern sich
  • Wettbewerbsumfeld wird komplexer
  • Produkte und Dienstleistungen nehmen an Komplexität zu 
  • Qualitätsbewusstsein steigt
Dies bedeutet, dass die Mitarbeiter im Zuge des Abbaus von Hierarchieebenen mit neuen Entscheidungsproblemen konfrontiert werden und diese nur erfolgversprechend lösen können, wenn sie begleitend dazu die Möglichkeit erhalten, ihr Wissen und die damit einhergehenden Kompetenzen stetig zu erweitern (vgl. ebd., S. 38). Aus den aufgeführten Aspekten resultiert die Forderung, neue und innovative Wege des Lernens mit dem Ziel der kontinuierlichen Kompetenzentwicklung der Gesellschaft sowie jedes Einzelnen zu etablieren (vgl. Erpenbeck/Sauter, 2017b, S. 2).

In diesem Beitrag soll die Wichtigkeit eines Paradigmenwechsels innerhalb der beruflichen Bildung verdeutlicht werden. Hierbei wird es besonders um den Einsatz passender digitaler Möglichkeiten sowie des Begriffs des Moment of need gehen. Das Ziel dieser Seminararbeit besteht darin, zu vermitteln, dass es heute nicht mehr zählt, möglichst viel zu wissen – vielmehr erfordern die heutigen Bedingungen der Arbeitswelt, „Wissen zur Lösung von Herausforderungen methodisch sinnvoll nutzen zu können“ (vgl. ebd., S. 2).

Im Folgenden wird zunächst auf das Performance-Problem sowie den Begriff der VUCA-Welt eingegangen, welches unter anderem die Herausforderungen der heutigen Berufs- und Lebenswelt genauer darstellt. In diesem Zusammenhang wird der Begriff des Learning on Demand durchleuchtet, der zugleich Aspekte informeller Lernprozesse miteinbezieht. Im weiteren Verlauf werden agile Lernformate und -methoden sowie Aspekte der menschlichen Informationsverarbeitung präsentiert, mit Hilfe derer sich Learning on Demand innerhalb der beruflichen Weiterbildung effektiv und bestmöglich verwirklichen lässt.

Montag, 16. März 2020

Ständige Erreichbarkeit - Welche Auswirkungen hat sie auf unsere Gesellschaft?

Alle7 Minuten Smartphone-Check“

„Der durchschnittliche Nutzer greift pro Woche 1.500 Mal zu seinem Smartphone“

„Ein Viertel der Millennials […] checkt über 100 Mal täglich das Smartphone […]. Zwischen drei und fünf Stunden ist das Smartphone jeden Tag im Gebrauch“
Artikel zu Studien über die besorgniserregend hohe Handynutzung, vor allem von Jugendlichen, finden sich online en masse. Es scheint so, als sei die Entwicklung des Smartphones die große Katastrophe des 21. Jahrhunderts. Hauptsächlich Jugendliche scheinen gefährdet und müssen vor ihm geschützt werden. Sind Smartphone und Co. eine Bedrohung für unsere Gesellschaft, die bekämpft werden sollte? Oder kann es zur Bereicherung statt Belastung im Alltag werden? Wie sich mobile Endgeräte und die damit einhergehende Möglichkeit zur ständigen Erreichbarkeit auf unser Leben und damit auch auf die Gesellschaft als Ganzes auswirken, soll im Folgenden behandelt werden.

Zunächst wird der Aspekt der ständigen Erreichbarkeit im Berufsleben untersucht. Es wird sich zeigen, inwieweit die aktuelle Arbeitswelt noch ein arbeitsfreies Privatleben zulässt. Selbiges soll hinsichtlich der ständigen Erreichbarkeit und ihrer Auswirkungen auf private Beziehungen anschließend untersucht werden. Da dieser Blogbeitrag im Rahmen eines Seminars für Lehramtsstudierende entsteht, darf ein Blick in die Schulen und deren Umgang mit mobilen Endgeräten und der dadurch entstehenden ständigen Erreichbarkeit nicht fehlen.

Anschließend sollen zunächst die negativen psychischen Auswirkungen wie Stress oder auch körperliche Symptome wie Schlaflosigkeit durch Medienkonsum betrachtet werden. Die Thematik der gesundheitlichen Auswirkungen von ständiger Erreichbarkeit und Präsenz wird mit einem extremen Beispiel aus Japan abgeschlossen: dem Phänomen Karoshi.

Der letzte Punkt soll sich mit Gegenbewegungen zur ständigen Erreichbarkeit, bzw. mit einem positiven Umgang, beschäftigen. Dabei wird es um Digital Detox, Achtsamkeit und zuletzt um die beiden Influencerinnen Lisa Sophie Laurent und Jana Kaspar alias JANAklar gehen, die sich beide nach einem Burnout mit Anfang 20 jeweils ihren Weg mit der ständigen Erreichbarkeit suchen. 

Sonntag, 15. März 2020

Cyberwar - Eine Einführung

Cyberkrieg. Ein Wort, das vermutlich jeder schon einmal gehört hat. Immer wieder finden wir Zeitungsartikel, Reportagen, Dokumentation und weitere mediale Kanäle, die uns über die Gefahren des Cyberwar aufklären wollen. Dabei gibt es auch einige Begriffe, die fast immer mit diesen einhergehend genannt werden.

Die Suche nach „Cyberkrieg“ auf Youtube in einem anonymisierten Browser liefert dabei beispielsweise Videos mit dokumentarischem Anspruch, die in ihren Titeln „Darknet“, „russische Hacker“, „unterschätzte Gefahr“, „wie sicher ist Deutschland?“, „Hackerangriffe auf deutsche Lebensadern“ und weitere panikmachende Wörter und Sätze beinhalten.

Hinzu kommt, dass Cyberwar innerhalb des Cyberspace ausgetragen wird. Während Cyberspace noch genauer definiert wird, soll hier schon erwähnt sein, dass wir Teil des Cyberspace sind, sobald wir ein digitales Medium nutzen, das mit Datenverarbeitung zu tun hat, einfacher gesagt genügt das Einschalten eines Smartphones oder Computers (vgl. Flögel 2014, S.3).

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass wir alle jeden Tag auf dem Schlachtfeld stehen, auf dem der Cyberkrieg stattfinden soll. Verständlich, dass sich da eine gewisse Panik ausbreiten kann. Doch wissen wir eigentlich, wovor genau wir Panik haben? Ist uns das Konzept Cyberwar überhaupt bekannt, oder greifen hier vielleicht auch die Medien umgangssprachliche Definitionen auf, die mit der Realität eventuell wenig zu tun haben? Hat Cyberwar wirklich etwas mit russischen Hackern zu tun, die die deutsche Lebenswelt angreifen, und müssen wir Privatpersonen tatsächlich Angst vor einem Cyberkrieg haben? 

Im Rahmen dieser Seminararbeit soll in die Welt des Cyberwar eingeführt werden. Dabei soll ein Verständnis aufgebaut werden, das es ermöglicht, der Auseinandersetzung mit Cyberwar reflektierter und informierter entgegentreten zu können. Dafür soll zu Beginn erst einmal erklärt werden, was Cyberwar eigentlich bedeutet, was wohl auch die ein oder andere Person sprachlos zurücklassen wird, wenn offenbart wird, dass Cyberwar recht wenig damit zu tun hat, was die Medien gerne darunter vermitteln. Hierbei soll auch klargestellt werden, wie wichtig es ist, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was Cyberwar wirklich bedeutet und wieso die inflationäre Nutzung des Begriffes vielleicht sogar eine größere Gefahr darstellt als der Cyberwar selbst, was gegen Ende der Arbeit thematisiert wird.

Nach einem definitorischen Einstieg soll es darum gehen, welche Herausforderungen der Cyberwar mit sich bringt. Dies soll ein vertieftes Verständnis für den Cyberraum schaffen, um darauf aufbauend die gängigsten Cyberangriffsmethoden und -mittel kurz zu erläutern. Um der Theorie auch eine reale Dimension verleihen zu können, wird das daran anschließende Kapitel einige exemplarische Fälle von Cyberangriffen von oder gegen Staaten vorstellen und deren Bedeutung für das Verständnis verschiedener Cyberangriffe erläutern.


Zuletzt soll die Frage geklärt werden, die unser Verständnis auch für den medialen Umgang mit Cyberwar erweitern soll: Wie wahrscheinlich ist Cyberwar denn wirklich? Im Rahmen dieses Kapitels werden verschiedene Positionen des wissenschaftlichen Diskurses dargelegt, um die Sensibilität für die Umstrittenheit der Konzeption zu schulen.

Mittwoch, 15. Januar 2020

Heinz Nixdorf Museumsforum

Das Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn gilt als weltgrößtes Computermuseum. Als Besucher kann man auf ca. 6000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Informationstechnik bestaunen.

Ziel des Heinz Nixdorf Museumsforums ist es, durch seine Ausstellungen (sowohl Dauerausstellungen als auch wechselnde Themenausstellungen) die Orientierung und Bildung der Menschen innerhalb der modernen Informationsgesellschaft zu fördern. Im Mittelpunkt steht hierbei der Mensch in seiner Beziehung zu Gesellschaft und Technik. Das Museum kann sowohl auf eigene Faust als auch innerhalb verschiedener Themenführungen erkundet werden. Hier lohnt sich durchaus auch ein Ausflug mit einer Schulklasse. Innerhalb des Museums sind bereits verschiedene Arten von Robotern unterwegs, die den Besucher auf seiner Erkundung begleiten und spannende Informationen übermitteln.



Mehr Informationen gibt es unter: https://www.hnf.de/start.html

Starke und schwache künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz ist Technik, für die sich viele Menschen begeistern und die sie gleichermaßen besorgt (Energieverbrauch). Künstliche Intelligenz besteht aus Computercodes und die werden eingesetzt, um Daten automatisiert auszuwerten. Wissenschaftler unterscheiden zwischen starker und schwacher KI. Schwache KI unterteilt sich laut dem DFKI in zwei große Ansätze:
  • KI maschinelles Lernen (wobei das überwacht oder unüberwacht passieren kann)
    KI regelbasierte Problemlösung
Schwache KI: hier geht es um spezialisierte digitale Assistenz, die den Menschen dabei unterstützen, seine Ziele schneller zu erreichen. Wie Google zum Beispiel einen Suchbegriff vorschlägt: Die KI greift auf die vorherigen Suchanfragen zurück und macht dann Vorschläge, die unseren Wünsche mit hoher Wahrscheinlichkeit entsprechen. Der Türroboter hat sich selbst beigebracht, wie er eine Türe am besten öffnet, indem er es immer wieder auf verschiedene Arten versucht hat.

Starke KI könnte ihr erlerntes Wissen intelligent auf alle Bereichen übertragen. Und die starke KI bedroht oft die Intelligenz der Menschen. Die künstliche Intelligenz wird möglicherweise in diesem Jahrhundert die Intelligenz des Menschen übersteigen, da die KI versuchen wird, das menschliche Gehirn nachzuahmen. Womit Maschinen momentan noch Probleme haben: Gefühle. Menschliche Gefühle können sie erkennen, aber nicht nachahmen. Was ihnen fehlt? Emotionale Intelligenz.
https://www.youtube.com/watch?v=i5D1jHQ-vNk

Sonntag, 12. Januar 2020

Google Maps - navigiert nicht nur im Auto

Ich nutze seit Jahren Google Maps als Navigationssystem, wenn ich unterwegs bin. Dabei ist es egal, ob ich mit dem Auto unterwegs bin, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Google Maps hat immer eine Route parat. Ich bezahle dafür mit meinen Daten, die wiederum anderen Nutzern ein besseres Suchergebnis bescheren. Google Maps nutzt eine Vielzahl von Algorithmen. Einige Funktionen möchte ich kurz vorstellen:

Um Baustellen, neue Straßen und vieles mehr zu erfassen, nutzt Google Maps u.a. eigene Satellitenbilder. Hier werden Straßenschilder erfasst und Daten von Nutzern, die die Strecke benutzen, um zu erfahren, um welche Art von Strecke es sich handelt und ob eine Beeinträchtigung vorliegt (Bahnstrecke, Straßensperre, Baustelle).

Die Daten von Nutzern helfen dabei, die Effizienz von Wegen mit Google Maps zu steigern. Jede Strecke, die man mithilfe von Google Maps zurückgelegt hat, wird gespeichert und somit eine Durchschnittszeit für gewisse Abschnitte erstellt. So kann Google Maps auch bei langen Strecken immer die (fast) exakte Zeit anzeigen, die man benötigt. Hierbei ist nicht nur die Fahrt mit dem Auto zu betrachten. Auch Fußwege werden so von Google Maps optimiert. Natürlich werden noch Echtzeit-Daten eingespeist (Staus, Verspätungen der Bahn).

Google Maps ist dabei aber schon längst über die reine Navigation im Verkehr hinaus. So analysiert Google, wo du dich länger aufhältst, und fragt dich nach Restaurant-Besuchen oder ähnlichem nach deiner Bewertung. Durch das Feedback von Nutzern wird so auch diese Navigation verbessert. Sucht man in Städten nach einem Ort zum Essen, werden einem eine Vielzahl von Möglichkeiten angezeigt. Diese werden, je nach Datenlage, weiter klassifiziert. Sind die Gerichte in dem Restaurant typisch deutsch zum Beispiel. Für manche Restaurants werden sogar die beliebtesten Gerichte mit angezeigt und direkt bewertet bzw. empfohlen. Dies gilt auch für alle Arten von öffentlichen Gebäuden (Zoo, Spielplätze, Clubs, etc.).



Nachweise/Anregungen:

Samstag, 11. Januar 2020

Bundeswettbewerb künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz begegnet uns schon jetzt in vielen Bereichen unseres Lebens, manchmal bewusst, manchmal so versteckt, dass wir es kaum wahrnehmen können. Auch in der Zukunft wird KI eine wichtige Rolle einnehmen und könnte dabei Schlüssel zur Lösung einiger wichtiger Probleme sein.

Beim Bundeswettbewerb künstliche Intelligenz bekommen Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, sich selbst einmal in diesem zukunftsträchtigen Informatikfeld auszuprobieren. Die Experten von morgen können Algorithmen zur Identifizierung von Malaria-infizierten Zellen, zur Lokalisierung von Proteinen oder zur Voraussage von Zugverspätungen entwickeln und so ihre eigene Zukunft mitgestalten.

Der Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz startete am 28. Februar 2019 erstmalig. Teilnehmen konnten deutschlandweit alle Schüler und Schülerinnen zwischen 14 und 19 Jahren. Starten konnten die Teilnehmer entweder einzeln oder in Teams mit mindestens drei Personen. Über die Website haben sich die interessierten Schüler und Schülerinnen online angemeldet. Um an diesem Wettbewerb teilzunehmen, bedarf es keines Vorwissens im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Der Ablauf des Wettbewerbs erfolgt in drei Runden. In der ersten Runde lernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Grundlagen der künstlichen Intelligenz kennen. Für diese Phase haben alle Beteiligten zwei Monate Zeit. Zum Ende der ersten Runde sind schon eigene Ideen und Kreativität gefragt. Hauptsächlich soll es bei den eigenen Ideen um Alltagsprobleme gehen, die mithilfe von KI gelöst werden können.

Die Gewinner aus der ersten Runde, also die mit den meisten Punkten aus dem gestellten Beispiel und der besten eigenen Idee, kommen in die zweite Runde und dürfen dort ihr Projekt in der Realität umsetzen. Sie bekommen dabei die Möglichkeit, ein Team um sich zu bilden und mit dieser Unterstützung ihr Projekt umzusetzen. Dazu gehört auch ein Bewerbungsvideo für die dritte Runde, in dem das Projekt ausführlich vorgestellt wird.

Mit einer Abschlussfeier am Max-Planck-Institut in Tübingen endet der Wettbewerb. Dort werden die Ideen präsentiert und von einer Jury aus Experten bewertet. Die besten Projekte werden mit Preisen geehrt und erhalten über den Wettbewerb hinaus Unterstützung. Auch dieses Jahr soll der Bundeswettbewerb für KI mit einem neuen Sponsor abgehalten werden.

Hier geht es zur offiziellen Seite des Wettbewerbs und hier findet ihr den Abschlussartikel der Cyber Valley Initiative.

Freitag, 10. Januar 2020

Tay, der rassistische Bot von Microsoft

Künstliche Intelligenz wird uns mit zunehmendem technischen Fortschritt immer ähnlicher. Dies mag zum einen ein Vorteil sein, weil sie uns damit immer mehr Arbeit abnehmen kann, von der man dachte, sie könne nur von echten Menschen erledigt werden. Doch dieser Prozess kann uns auch einen schwarzen Spiegel vorhalten, wie es bei dem Bot „Tay“ der Fall war.

Tay war ein von Microsoft entwickelter Bot, der das Kommunikationsverhalten von jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren erlernen sollte. Dafür erstellte man für Tay Profile auf verschiedensten Social Media-Seiten und ließ sie mit Usern der Plattformen chatten. "Je mehr du mit ihr sprichst, desto schlauer wird Tay", war dabei die Anweisung seitens Microsoft.

Innerhalb kürzester Zeit tätigte der Bot Aussagen wie: „Hitler hätte einen besseren Job erledigt als der Affe, den wir jetzt haben“. Auch kam es zur Holocaust-Leugnung und diskriminierenden Aussagen gegenüber Juden, Schwarzen, Mexikanern und Frauen.

Tay wurde daraufhin innerhalb der folgenden 24 Stunden offline genommen. Das Verhalten von Tay lässt sich darauf zurückführen, dass der Bot mutmaßlich mit derartigen Mustern gefüttert wurde. Die Motive dahinter seien heterogener Natur gewesen. So waren einige politisch motiviert, andere waren humoristischer Natur und wieder andere hatten das Ziel, auf die Gefahren von machine learning hinzudeuten. 

Während Beispiele wie Wikipedia die Effektivität und den großen Nutzen der digitalen Schwarmintelligenz aufzeigen, verdeutlichen Beispiele wie Tay, zu welchen Problemen diese auch führen kann.

 

Mittwoch, 8. Januar 2020

Ada, die Ablöse von Dr. Google

„Ada-Gesundheitshelfer“ ist eine Diagnosemaschine für Krankheiten, die als App kostenlos für iOS und Android angeboten wird. Durch einfachste Multiple-Choice-Fragen sollen User nicht nur eine ausführliche Krankheitsdiagnose erhalten, sondern zusätzlich Zugang zu Behandlungsvorschlägen, persönlichem Symptomverlauf und Krankheitsverzeichnis erhalten.

Ada-User geben in der kostenlosen App ihr Alter und Geschlecht ein sowie ein beliebiges Symptom wie z.B Kopfschmerzen oder Husten. Mittels künstlicher Intelligenz werden einige grundlegende Fragen zu möglichen Krankheitsbildern gestellt. Die Enddiagnose richtet sich an Krankheiten, die bei anderen Usern mit derselben oder ähnlicher Symptomatik festgestellt wurden.

Bis Ende 2019 war es für Kunden der Techniker Krankenkasse möglich, nach einer Erst-Diagnosik der App die Ergebnisse der Krankenkasse direkt weiterzuleiten und unmittelbar über die Ada Kontakt zu Medizinern des TK-Ärzte-Zentrums aufzunehmen. Die Techniker Krankenkasse beendete die Zusammenarbeit mit der Firma Ada Health aufgrund von Datenschutz-Verstößen.

Die Ada-App biete eine gute Alternative für Menschen, denen der Gang zum Hausarzt zu aufwendig ist, da sie bessere Informationen zu liefern scheint als Google. Dennoch sollte beachtet werden, dass es sich bei den App-Diagnosen nicht um tatsächliche medizinische Diagnosen handelt und im Zweifelsfall immer die Meinung eines Arztes eingeholt werden sollte.

https://www.youtube.com/watch?v=yaEhA5nD5vo

Quellen: