Donnerstag, 19. Mai 2022

„Seelenfänger“ auf Social Media

Social Media bestimmt bis auf wenige „Aussteiger*innen“ unseren Alltag. Dabei gelten viele Influencer*innen auf Instagram, YouTube usw. als die neuen Idole unserer Zeit. Fast alle Influencer*innen werben dabei für Produkte und machen Werbekampagnen für allerlei Firmen. Dass man dies auch kritisch beleuchten sollte, zeigt z.B. ein Video des deutschen YouTubers Marvin.

Eine bestimmte Gruppe fällt dabei besonders ins Auge, die sogenannte Christfluencer*innen. Ihr Ziel ist es, das Evangelium und ihre Überzeugungen auf Social Media zu verbreiten. Mithilfe aufwendig gestalteter Videos und Bilder sollen neue Anhänger für ihre Kirchen gewonnen werden. Statt klassische Sonntags-Gottesdienste gibt es die Predigten über Livestreams direkt aufs Smartphone.

Obwohl Kirche nun modern und neu dargestellt wird, sind die Überzeugungen in der Regel sehr konservativ gehalten. Kein Sex vor der Ehe, die Ablehnung von Homosexualität und die Gefahr von Pornos stellen dabei die bekanntesten Themen dar. In Bezug auf Pornos soll zudem die Plattform „xxxchurch“ helfen. Dabei wird ein Add-on installiert, das automatisch den Pastor oder Pfarrer kontaktiert, falls man in Versuchung gerät, doch Pornos anschauen zu wollen.

Inwiefern von Christfluencer*innen mit ihrem Missionsauftrag und ihrer konservativen Haltung eine Gefahr für junge Menschen entsteht, ist noch nicht abzusehen, da sich in Deutschland die Szene erst am Anfang befindet.

Basierend auf https://www.deutschlandfunk.de/christfluencer-menschenfischer-auf-youtube-100.html

Donnerstag, 12. Mai 2022

Schau Hin! - Ratgeber

Der Elternratgeber „Schau hin!“ wurde vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend in Kooperation mit ARD, ZDF und der Versicherung AOK ins Leben gerufen. Auf der Internetseite werden verschiedene Themenbereiche rund um soziale Medien angesprochen. Neben der Behandlung verschiedener Medien wird über Apps, Cybermobbing und Kinderrechte informiert. Besonders für Eltern und Pädagogen eignet sich diese Seite.

Meist werden zunächst die Grundlagen, Sicherheiten und Risiken, Tipps und Regeln und, wenn vorhanden, Studien zu einem Thema erklärt und aufgezeigt. Zu jedem Thema gibt es weiterführende Links und Downloads, durch die sich noch intensiver in das Thema eingelesen werden kann. Die Homepage wird stetig bearbeitet, wodurch auch neue Trends und News thematisiert werden.

Des Weiteren gibt es den YouTube-Kanal „Schau-Hin!“. Dort wird über Themen wie Daten und Medienerziehung aufgeklärt. Hier ein Beispiel zum Thema Datenschutz: 


Sammlung des WDR zum Thema Medienkompetenz

https://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/medienundschule/unterrichtsmaterial/wdrstudiozwei120.html 

Hier ist ein Link zur Sammlung des WDR zum Thema Medienkompetenz. Diese Sammlung richtet sich an Schulklassen, Schüler/innen sowie Lehrkräfte. Schüler können sich dort über 4 Themen bezüglich Ihrer Medienkompetenz informieren, wovon jedoch hauptsächlich die Themen 1,2 und 4 relevant sind. Zudem gibt es dort Übungsaufgaben zu jedem Thema, mit welchen die Schüler/innen ihre Medienkompetenz trainieren können. Dazu Infotexte sowie Lehrvideos. Alles ist entweder frei zum Download oder als Stream (Video, Audio) verfügbar.

Beim ersten Thema geht es darum, wie man richtig Informationen auswählt und verwendet, wie ein Thema zur Nachricht wird. Bei Thema 2 geht es darum, wie man richtige Fakten finden und Fakes enttarnen kann. (Thema 3 beschreibe ich nicht weiter, denn es ist größtenteils Werbung für einen Radiosender des WDR). In Thema 4 geht es um das Medienrecht sowie die Aufgaben und Grenzen der Medien.

Die Sammlung ist auch für Lehrkräfte interessant, da sie diese Materialien gut in ihren Unterricht einbauen oder sich zumindest inspirieren lassen können. Insgesamt finde ich die Sammlung sehr gelungen, da die Qualität der Informationen, Arbeitsblätter, Videos und Podcasts etc. größtenteils gut ist, auch wenn das Arbeitsblatt zu Thema 3 vermutlich nicht im Unterricht verwendet werden sollte, da es mehr wie ein Werbeflyer wirkt als wie ein Arbeitsblatt. Davon ist jedoch bei den Themen 1,2 und 4 glücklicherweise nichts zu merken. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Sammlung einmal anzuschauen.

Apps zum Kinderschutz

https://www.schau-hin.info/news/kinderschutz-apps-im-test-nur-zwei-schneiden-gut-ab

Das Smartphone beherrscht mittlerweile unseren Alltag. So ist es auch nicht verwunderlich dass bereits die jüngsten Surfen, Tippen und Spielen. Auch sie bewegen sich damit in einer Welt von Katzen-Videos, Fake-News und Pornographie. Da man weder das Internet noch die eigenen Kinder lückenlos überwachen kann, bieten verschiedene Hersteller Eltern eine Lösung. Sogenannte "Kinderschutz-Apps" können auf nahezu allen Geräten und Plattformen installiert werden.

Deren Möglichkeiten sind unterschiedlich groß. Während einige als Spionage-Tools fungieren (Chatprotokolle und den Browserverlauf sichtbar machen), begrenzen andere z.B die Zeit, die Kinder an den Geräten verbringen können. Allen gemein ist jedoch eine Art Zensur des Internets. Somit ist es den eigenen Sprösslingen unmöglich, potenziell gefährliche Seiten aufzusuchen. Solche Apps mögen zwar auf längere Sicht den Blutdruck der Eltern senken, sind jedoch im engeren Sinne nicht förderlich.

In einem Test von Stiftung Warentest (https://www.test.de/Kinderschutz-Apps-im-Test-5644632-0/) schlossen nur zwei der Apps mit der Note "gut" ab. Hauptkritikpunkt war die "fehlende pädagogische Unterstützung". Die Apps fungieren letztendlich nur als Kontroll- und Zensurinstrumente für Eltern. Die Initiative "SCHAU HIN!" des Familienministeriums empfiehlt, Kinder zu "kompetenter und kritischer Mediennutzung zu erziehen". Doch genau das tun diese Apps nicht. Sie sperren Seiten nach bestimmten Filtern und schotten systematisch ab.

Zweifelsohne gibt es Altersgruppen, in denen Kinderschutz-Apps Sinn machen. Wer jedoch zu echter Medienkompetenz erziehen möchte, muss dies wohl oder übel in "Handarbeit" tun. Die beiden Apps, die mit "gut" bewertet wurden:

Cybergrooming

Ein großes und leider nie endendes Thema ist die sexuelle Gewalt gegen Kinder. Inzwischen verlagert sich ein Teil dessen auch in die Onlinewelt. „Cybergrooming“ – also das Annähern und Anbahnen von sexueller Gewalt im Onlinebereich – ist eine häufige Strategie der Täter, Zugang zu Kindern zu finden. Laut der Webseite „Klicksafe“ sind es 3264 registrierte Fälle im Jahre 2019. Die Dunkelziffer ist jedoch vermutlich sehr hoch.

Es ist also naheliegend, das Thema als Eltern, Freunde oder Lehrer anzusprechen. Unterstützung findest Du dabei auf der oben benannten Seite „Klicksafe“ unter dem Thema „Cybergrooming“. Hier wird beschrieben, was Cybergrooming genau bedeutet und wo dies häufig stattfindet. Ebenso wird die Frage „Wie kann ich Kinder davor schützen?“ in einigen Punkten näher beschrieben. Dazu zählen:

  • Suchen Sie das Gespräch
  • Weisen Sie auf Hilfsangebote und Beratungsstellen hin
  • Warnzeichen benennen und Regeln vereinbaren
  • Erklären Sie die Gefahren von „Cybersex“
  • Zeigen Sie Abwehrstrategien auf
  • Nutzen Sie technische Hilfsmaßnahmen

Näheres dazu ist auf der Webseite beschrieben. Zusätzlich sind dort Stellen und Portale für Betroffene und Eltern vorgestellt und verlinkt, sollte weitere Hilfe von Nöten sein. Diese lohnt es, sich auch präventiv mit den Kindern anzuschauen. Am Anfang habe ich ein Plakat verlinkt, mit welchem eine Lehrkraft im Unterricht die „Warnsignale im Chat“ thematisieren und dieses anschließend aufhängen kann. Dadurch werden die Schüler frühzeitig sensibilisiert.

Mittwoch, 11. Mai 2022

BMFSFJ: Medienkompetenz stärken

Das Bundesfamilienministerium versucht, durch verschiedene Projekte die Medienkompetenz von Eltern und Fachkräften zu stärken. Für Kinder und Jugendliche versuchen Sie, durch gute Medienangebote den kreativen und eigenverantwortlichen Umgang mit Medien zu fördern.

Die Initiative „Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht“ wurde 2003 begonnen. Sie unterstützt Eltern und Erziehende beim Kennenlernen digitaler Medien und sensibilisiert für Chancen und Risiken. Die Website bietet Empfehlungen dazu, was im Medienbereich zu tun ist, wie z.B. Fernsehen und Filme, Internet, soziale Netzwerke, Spiele und mobile Geräte. Eltern können Medien-Coaches Fragen stellen oder im Live-Chat eine Beratungsstelle in der Nähe finden. Weitere solche Initiativen und andere Projekte sowie auch kindergerechte Suchmaschinen findet man auf der Website.

Außerdem findet man auf der Website auch Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche und auch Erwachsene. Meiner Meinung nach eines der stärksten Angebote ist „Nummer gegen Kummer“. Es hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern, Jugendlichen und Eltern ein kompetenter Ansprechpartner zu sein bei kleinen und großen Sorgen, Problemen und Ängsten. Gerade während der Pandemie, wo sehr viele Leute in Isolation waren, hilft dieses Angebot. Es empfiehlt sich, die Seite zu besuchen und sich ein paar der ansprechenden Projekte genauer durchzulesen: Bundesfamilienministerium-Homepage

Dienstag, 10. Mai 2022

Forschungsprojekte des BMBF zum Thema Medienkompetenz

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert beim großen Metavorhaben der Empirischen Bildungsforschung zur Digitalisierung „Digi-EBF“ mehr als 50 Projekte aus verschiedenen Bildungsbereichen. Dadurch werden Methoden getestet und evaluiert, um am Ende des Forschungsvorhabens wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zu Methoden, Strategien und neuen Technologien innerhalb der Bildungsbereiche sowie im Lehramtsstudium vorlegen zu können.

In Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen, dem Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation DIPF, dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung DIE und dem Leibniz-Institut für Wissensmedien IWM wird in einem engen Austausch und jährlichen Veröffentlichungen des Forschungsstandes an zahlreichen Projekten gearbeitet, geforscht, aufbereitet, analysiert und interpretiert. Einige Beispiele:

  • Werkzeuge zur psychometrisch fungierten Evaluation der Wirksamkeit von digitalen Medien: durch Fragebogenverfahren können Aussagen über die Wirkungen digitaler Medien im (Lehramts-)Studium getroffen werden
  • Diffusion digitaler Technologien in der Beruflichen Bildung durch Lernortkooperation (DiBBLok): fördernde und hemmende Faktoren der Digitalisierung in der Beruflichen Bildung herausarbeiten, um Nutzung zu verbessern und Medienkompetenz zu fördern
  • Weitere Beispiele der Projekte finden sich auf der Homepage...

Freitag, 6. Mai 2022

GoBubble Kids/School – Social-Media-Plattform für Kinder und Schulen


GoBubble Kids ist eine britische Chat-Plattform für Kinder mit dem Ziel, das Internet für diese sicherer zu machen. Kinder können dort mit anderen Kindern chatten. Jedes neue Mitglied wird überprüft und wird genauso ein Kind sein. Durch besondere Sicherheitsvorkehrungen wie z.B. ein Live-Moderationsteam, das Nachrichten überprüft, werden alle unangemessenen Beiträge schnell entfernt und Eltern sowie Lehrer:innen können sichergehen, dass sich die Kinder in einem sicheren Social-Media-Umfeld bewegen.

Das Ganze gibt es auch für die Schule und heißt GoBubble School. Es stellt genauso eine gute Möglichkeit dar, Kinder in einem sicheren Umfeld mit Social Media vertraut zu machen. Sie können dort an Schulprojekten arbeiten, gemeinsam lernen und durch geteilte Beiträge Neues kennenlernen. Auch für Lehrer:innen kann die Plattform interessant sein. GoBubble ist vollkommen transparent und wurde aufgrund der besonderen Sicherheitsvorkehrungen mit einem PEGI-3 Rating ausgezeichnet.

Ob Kinder im (Vor-)Schulalter überhaupt schon mit dieser Art von Social Media in Kontakt kommen sollten, ist eine andere Frage, allerdings ist es in der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken und deswegen umso wichtiger, dass man früh den Umgang damit schult.

GoBubble Kids ist in vielen Ländern und Sprachen verfügbar, wird allerdings bisher hauptsächlich in Englisch genutzt. In Deutschland ist es noch nicht weit verbreitet und leider nur für iOS möglich. Trotzdem kann man vorbildliche Plattformen wie diese meiner Meinung nach im Blick behalten und (vielleicht auch ähnliche) für die Schule in Betracht ziehen. Mehr Infos findet ihr auf https://www.gobubblehq.com/.

Donnerstag, 5. Mai 2022

Simplicissimus - Video-Essays zu komplexen Themen

Simplicissimus ist ein 2015 gegründeter YouTube-Kanal, der durch Video-Essays komplexe Themen kritisch und fundiert behandelt. Simplicissimus ist seit 2019 ein Teil von Funk, dem Content-Netzwerk der Öffentlich-Rechtlichen und gehört somit zu ARD und ZDF. Der Kanal klärt über Thematiken im Rahmen des Formats „Exposed“ auf. Hier wird über Skandale von Großkonzernen oder Missstände auf Social Media-Plattformen berichtet.

Egal ob sich das Thema darum dreht, wie das Pentagon Hollywood beeinflusst, Shein einer der unmoralischsten Konzerne der Welt ist oder wie 2015 aufgrund einer Fehlentscheidung und eines 3-Monat-Vertrages jahrelang das Leben einer damals 21-jährigen drastisch auf den Kopf gestellt wurde - die Video-Essays sind immer mit zahlreichen Quellen verlinkt, um fundiert und begründet zu argumentieren.

Des Weiteren hat Simplicissimus im April 2022 eine sehr gut fundierte Dokumentation über das komplexe Thema der Drogenpolitik in der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben, bei dem die Missstände, auch in der deutschen Politik, und Skandale aufgedeckt werden.

CGI Influencer*innen


Social Media und Influencer*innen gehören schon fest zu unserem Alltag. Doch Infuencer*innen, die nicht real sind, das ist etwas Neues. Sie werden "CGI Influencerinnen" genannt und haben teilweise Millionen an Follower*innen. Die Frage ist : Wie viele Follower*innen wissen, dass die Personen auf den Fotos nicht echt sind?

In diesem Beitrag von "BRUST RAUS" werden folgende Themen angesprochen: Wie viele CGI Stars gibt es schon? Wer steckt dahinter und wieso gibt es sie? Was sind die Vor- und Nachteile gegenüber “normalen” Influencer*innen und wie könnte sich das Ganze in Zukunft noch entwickeln?

Ein Beispiel für eine sehr erfolgreiche CGI Influencerin ist "lilmiquela". Sie ist von Instagram bis YouTube vertreten und hat viele Follower*innen. Sie hat sogar wie "echte Influencer*innen" Brand Deals mit Marken wie Calvin Klein usw.: https://www.instagram.com/lilmiquela/

Kurzdoku zum Thema Deep Fakes

Arte bietet eine Kurzdoku (30 min) zum Thema Deep Fakes, KI und synthetische Medien an. Die Doku analysiert die potenziellen Möglichkeiten sowie Chancen und Gefahren. Zumindest für mich waren da noch einige neue Infos dabei. Vielleicht geht es ja noch jemand so...

Portal zur Medienkompetenz des BR

Auf der Seite des Bayrischen Rundfunks gibt es eine A-Z-Liste zum Thema Medienkompetenz. Dort findet man unterschiedliche Unterthemen, die man auswählen kann, zu denen es dann sowohl Vorschläge für den Unterricht als auch Informationen, Videos, Arbeitsblätter und Links gibt. Außerdem sind Quiz’ angehängt, die man im Unterricht verwenden kann. Es gibt Beiträge zu gängigen Themen wie Fake-News, Extremismus, Tik-Tok usw. Auch zur Geschichte des Journalismus und den Rundfunkmedien finden sich Inhalte.

Die meisten Einheiten sind für 45-minütige Unterrichtsstunden gedacht, können aber wohl auch individuell erweitert bzw. gekürzt werden. Da zu jeder Einheit ein beispielhafter Unterrichtsentwurf vorliegt, hat man auch in diesem Bereich konkrete Anhaltspunkte und muss sich nicht erst überlegen, wie man den Inhalt denn nun in den Unterricht integrieren kann.

Der Vorteil des Ganzen ist ganz klar die Tatsache, dass viele nützliche Inhalte und Informationen auf einer Internetseite gebündelt werden und auch frei zugänglich sind. Man benötigt also keine Lizenz von irgendwelchen Schulbüchern usw. Die Informationen sind so aufbereitet, dass SuS sie auch verstehen können. Der Umfang der jeweiligen Informationen und auch die Qualität der Arbeitsblätter haben aber Luft nach oben, weshalb ich die Inhalte der Seite nicht eins zu eins so umsetzen würde. Manchmal werden Dinge auch an meiner Meinung nach unpassenden Beispielen erklärt.

Ich sehe das Ganze mehr als Steinbruch, von dem man sich Ideen usw. sammeln kann. Es bietet sich aber an, die gegebenen Inhalte zu ergänzen und anzupassen, aber das muss man natürlich individuell entscheiden.

Fake Finders – SWR

In dem Spiel "Fakefinder Kids" können Kinder lernen, im Internet Inhalte besser zu filtern. Das Spiel wurde vom SWR im Jahr 2021 veröffentlicht. Es ist in 5 Level unterteilt:

  • 1. Level: Hier werden kleine Videos eingeblendet und die Kinder müssen entscheiden, ob dies ein Werbevideo ist oder nicht. Hier können sie lernen, dass Werbung nicht immer gekennzeichnet und manchmal sehr gut versteckt ist.
  • 2. Level: Hier geht es darum, dass Kinder erkennen sollen, ob in kleinen Social Media Clips Bildeffekte benutzt worden sind.
  • 3. Level: Hier werden WhatsApp-Chats eingeblendet und es geht darum, ob man einen Kettenbrief erkennen kann.
  • 4. Level: Dieses Level ist ein Mix aus den ersten drei Leveln.
  • 5. Level: Das ist das Bonuslevel. Man kann es nur spielen, wenn man die volle Punktzahl erreicht hat.

Ich finde dieses Spiel gut - gerade für Kinder -, da es sehr verständlich und simpel aufgebaut ist. Gerade für diese Zielgruppe ist Medienkompetenz eine wichtige Fähigkeit, da man in diesem Alter für solche Inhalte anfällig ist und die Kinder hier lernen können, diese gut zu filtern.

Ausstellung zur Digitalisierung

"#neuland" - Die Ausstellung zur Digitalisierung von der Museumsstiftung Post und Telekommunikation und der Nemetschek Stiftung ist vom 28. Januar bis zum 5. Juni 2022 im Museum für Kommunikation in Berlin zu sehen. Konkret wird hier gezeigt, wie sich die Digitalisierung auf unser Leben auswirkt und welche Bereiche sie in der Gesellschaft verändert.

Von der Identität und der Kommunikation über die Selbstoptimierung und Beziehungen im Internet ist alles vertreten. Wer nicht die Möglichkeit hat, die Ausstellung zu besuchen, hat die Chance, auf der Internetseite Videos zu den unterschiedlichen Themen zu finden.

Gerade für die Entwicklung von Medienkompetenz ist es wichtig, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Da für Schüler*innen die Digitalisierung wichtiger denn je ist, halte ich diese Ausstellung für sehenswert.

Smartphone oder Dumbphone?

Manfred Spitzer ist wahrscheinlich das Flaggschiff der Digitalisierungskritiker in Deutschland. Nach "Digitale Demenz" und "Cyberkrank" kam 2019 sein Buch "Die Smartphone-Epidemie" auf den Markt, in dem er über die negativen Folgen des Smartphones aufklären will. Mit einem guten Schuss Polemik weist er auf gravierende Entwicklungen hin: Von Übergewicht und Fettleibigkeit wegen ausbleibender Bewegung über extreme Smartphone-Sucht und steigender Depressivität bis hin zu 96% Kurzsichtigkeit bei Rekruten der südkoreanischen Armee.

Das Buch ist allen gewidmet, die Verantwortung für Kinder und Jugendliche tragen, die laut Spitzer in langsamen und vorsichtigen Schritten an digitale Medien herangeführt werden müssen - mit allen Risiken im Hinterkopf, die oft nicht gesehen werden (wollen). Mit Studien über massive Beeinträchtigung des Denkvermögens durch digitale Medien möchte er seine Warnung untermauern. Und will man auf das oft gelobte Bildungsvorzeigeland Skandinavien verweisen, so stellt er fest, dass verminderte Schulleistungen und Digitalisierung dort miteinander korrelieren. Vor allem die Schwächsten leiden dabei.

Gegen Ende wird dann nochmal ausgeholt: Selbst die Demokratie sei in Gefahr. Wahlmanipulation, Algorithmen und Fake News sind die Stichwörter. Die empirische Unterfütterung fällt hier jedoch ein wenig mau aus und entspricht in vielen Fällen nicht dem aktuellen Forschungsstand.

Ein eigenes Schlusswort wird bei alledem schmerzlich vermisst. Man hat ein wenig den Eindruck, Spitzer würde ein Sackgassenschild nach dem anderen aufstellen, ohne dabei eine Alternativroute aufzuzeigen. So ist es nicht verwunderlich, dass er auf viele wie ein Spielverderber wirkt, der neuen Technologien per se kritisch bis ablehnend gegenübersteht. Das Vakuum, wie ein verantwortungsbewusster Umgang persönlich und gesellschaftlich aussehen könnte, bleibt unbefüllt. Wenn auch mit Sicherheit einiges etwas platt und einseitig daherkommt, hat mich das Buch definitiv dazu angeregt, über meinen eigenen Konsum nachzudenken und diesen besser zu kontrollieren.

An dieser Stelle bin ich auf weitere Erfahrungen und Gedanken hierzu gespannt, welche negativen Folgen mit der Digitalisierung auch für das persönliche Leben einhergehen und wie ein kompetenter, ausgewogener Umgang - gerade auch bei Kindern - aussehen kann, ohne dabei in übertriebenen Alarmismus zu verfallen. 

Manfred Spitzer (2019): Die Smartphone-Epidemie. Gefahren für Gesundheit, Bildung und Gesellschaft. Stuttgart: Klett-Cotta. ISBN: 9783608985603. Taschenbuch: 10€

Made To Measure - Kunst als Reflexionsanstoß

https://www.madetomeasure.online/de/ - TRIGGERWARNUNG: In dem genannten Film werden Essstörungen und psychische Krisen thematisiert.

Ein wesentlicher Teil der Medienkompetenz ist die Reflexion über die eigene Mediennutzung. Hierfür ist manchmal nicht nur faktisches Wissen über Soziale Netzwerke etc. von Nutzen. Auch andere Zugänge können helfen, das eigene Mediennutzungsverhalten genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Künstler:innengruppe Laokoon startet in ihrem Projekt „Made to Measure“ ein Experiment: Kann anhand der digitalen Spuren einer Person ein:e reale Doppelgänger:in erschaffen werden? Hierfür wählten die Künster:innen eine anonyme Person aus vielen Freiwilligen aus und analysierten die Google Suchanfragen der letzten fünf Jahre. Dabei ließen sie sich von Wissenschaftler:innen aus den Gebieten des Data Trackings, der digitalen Persönlichkeitsanalyse und der personalisierten Online-Werbung beraten.

Eine Schauspielerin setzte sich intensiv mit dem Datensatz und den Analyseergebnissen auseinander, um sich in ihre Rolle hineinzuversetzen und spielte anschließend Sequenzen aus dem Leben der Versuchsperson nach. Das Aufeinandertreffen der echten Person hinter dem Datensatz und der Doppelgängerin lässt sich in einem Film auf der Internetseite der Künstler:innengruppe beobachten: https://www.madetomeasure.online/de/.

Das Projekt zeigt auf sehr anschauliche Weise, wie Algorithmen unser Selbst durchdringen, analysieren und sogar manipulieren können. Ein überraschendes Ende sorgt für Gänsehaut und regt einmal mehr dazu an, das eigene Mediennutzungsverhalten zu hinterfragen.

Digitale Helden

Es handelt sich bei den Digitale Helden um ein Team aus Frankfurt. Die Gründer haben unterschiedliche berufliche Hintergründe. Kommunikation trifft auf Technik und Pädagogik. Aus diesen drei Blickwinkeln heraus entwickelten sie ein Mentorenprogramm und Webinare.

Mentorenprogramm:

Das Mentorenprogramm wurde für Schulen entwickelt. Das Ziel dieses Programmes ist es, durch Medienbildung Schüler*innen in ganz Deutschland dazu zu befähigen, eigenständig an der digitalen Kommunikation teilzunehmen und diese mitzugestalten. Das Programm unterstützt sowohl Pädagog*innen als auch Schüler*innen. Dabei soll der bewusste Umgang mit Internet und Smartphone in Schule und Familie erlernt werden (https://digitale-helden.de/angebote/mentorenprogramm/). Das Mentorenprogramm ist KOSTENPFLICHTIG - jährlich 870 Euro pro Schule (https://digitale-helden.de/angebote/mentorenprogramm/finanzierung-fuer-ihre-schule/).

Webinare:

Die Webinare der Digitalen Helden sind Infoveranstaltungen im Web, bei denen jeder völlig KOSTENLOS teilnehmen kann. Die Webinare gehen jeweils eine Stunde, in der von den Digitalen Helden kompakte Anregungen und Tipps zur Vertiefung gegeben werden. Die jeweiligen Webinare werden nach der Infoveranstaltung online gestellt, somit sind diese jederzeit abrufbar.

InstaHub - Soziale Netzwerke verstehen

InstaHub ist eine Open Source Browser-Anwendung und steht allen Nutzern kostenfrei zur Verfügung. Mithilfe der Anwendung lässt sich ein eigenes Soziales Netzwerk erstellen, das die Schüler*Innen in vollem Umfang nutzen können (ähnlich wie Instagram, Facebook, etc.). Ziel der Anwendung ist es, Datenbanken zu verstehen und in die Rolle des Administrators zu schlüpfen. Zahlreiche Fachbereiche eines Sozialen Netzwerks können im Unterricht bearbeitet und ausgewertet werden. InstaHub selbst definiert mögliche Lernziele wie folgt (https://wi-wissen.github.io/instahub-doc-de/#/README):

  • Datenbanken (SQL - SELECT, INSERT UPDATE DELETE in einer und mehreren Tabellen, Anforderungen an ein Datenbank-Managementsystem) 
  • Entity-Relationship-Modell verstehen und zeichnen 
  • Einblick in Benutzertracking 
  • Erstellen von personalisierter Werbung 
  • Einblick in die Funktion von Werbeblockern 
  • Bedeutung von Datenschutz und Datensicherheit erkennen 
  • Client Server Architektur einer Webanwendung

Es gibt auf der angebundenen Homepage einen vollständigen Überblick über didaktische Mittel, Anwendungen und hervorragende Erklärvideos.

Eine genauere Erklärung aus dem Blog: Web 2.0 - Unterricht

getbadnews.de

getbadnews.de ist ein interaktives Spiel auf einer Website. Es handelt davon, durch die Auswahl verschiedener Optionen möglichst viele "Follower" auf seinem "Fake-News-Profil" zu vereinen und weiter mit Falschinformationen zu füttern. Das Spiel beginnt damit, dass der Protagonist spielunabhängig Falschmeldungen von echten News unterscheiden soll. Dabei muss man die gezeigten Meldungen in ihrer Glaubwürdigkeit in einer Skala von eins bis sieben einordnen. Dies wird nun anonym gespeichert und dient laut den Entwicklern zu Forschungen über Medienkompetenz.

Über die Dauer des Spiels bekommt man immer wieder verschiedene Abzeichen verliehen, die verschiedene Formen von Falschmeldungen darstellen, und wird so mit diesen näher vertraut gemacht. Eingesetzt habe ich das Spiel im Unterricht bisher eher in Freistunden, jedoch glaube ich, dass dieses Spiel auch in einer Einheit über Fake News verwendbar ist. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Mittwoch, 4. Mai 2022

Medienkompetenz für weiterführende Schulen

Medien bieten Materialien für einen modernen Unterricht. Genau dort setzt die ARD mit dem umfangreichen Angebot „Medienkompetenz für weiterführende Schulen“ an. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen und weitere Interessierte. Ziel ist es, mediale Herausforderungen mit Spaß zu meistern.

Digitale Medien und ihre Inhalte den eigenen Bedürfnissen und Zielen entsprechend zu nutzen, ist eine Kompetenz, die für Jugendliche und Kinder in der heutigen Welt nicht wegzudenken ist. Der sinnvolle Umgang mit Medien soll Kindern und Jugendlichen ermöglichen, selbst in der Medienwelt aktiv zu werden, sich einen Überblick und dabei gleichzeitig eine kritische Distanz zu digitalen Angeboten und Inhalten zu verschaffen.

Kinder und Jugendliche bringen Medienerlebnisse und Medienerfahrungen meist in die Schule mit ein, unabhängig davon, ob diese erwünscht sind oder nicht. Kinder sind fasziniert von medialen Angeboten, mit denen sie aber aufgrund ihres Alters und Entwicklungsstandes nicht alleingelassen werden dürfen und zusätzliche medienpädagogische Unterstützung brauchen.

Grundsätzlich kommen Kinder mit vielfältigen Medienerfahrungen in die Schule und besitzen bereits medienspezifisches Wissen und Verhalten, das sie durch alltägliche Situationen in ihrer Familie erlernen. Diese Erfahrungen reichen jedoch nicht für eine umfassende Medienkompetenz aus, die durch eine gezielte Medienerziehung ergänzt werden muss.

Zudem sollen Kinder dazu befähigt werden, sich sicher in den medialen Welten zu bewegen und eine Balance zwischen direkten und medienvermittelten Erfahrungen zu finden - kurz gesagt: sich Medienkompetenz anzueignen. Medienkompetenz bedeutet somit ein bewusster und besonders verantwortungsbewusster Umgang mit Medien.

Dazu gehört das Wissen, wie man die eigenen Bedürfnisse mit Medien erfüllen kann, aber auch das kritische Hinterfragen der Medien und des eigenen Nutzungsverhaltens. Die Selbstständigkeit, die im Umgang mit Medien gefördert werden soll, ist ein Ziel der Medienerziehung. Es sollte die Fähigkeit entwickelt werden, mit ihnen umgehen zu können, sie anzuwenden, kritisch zu bewerten und eventuell auch selbst zu gestalten.

Aufgrund der Quantität des Medienkonsums in der heutigen Zeit, ist es sinnvoll, dass Lehrpersonen das Thema in der Schule behandeln und Medien integrieren. In der Theorie sollte daher versucht werden, alle möglichen Medien zu behandeln, damit die Schüler ein objektives, kritisches Bewerten und Beurteilen der einzelnen Medien und deren Botschaften erlernen und fähig sind, diese unterschiedlich zu interpretieren.

Da Medien einen indirekten Einfluss auf das Werte- und Normensystem der Schülerinnen und Schüler haben, ist es mittlerweile verpflichtend, Medienerziehung in der Schule zu thematisieren und zu behandeln. Medienerziehung ist den Lehrern zwar vorgeschrieben, dennoch ist die Umsetzung der Thematik recht offen gelassen. Dies hat einerseits den Vorteil, dass der Lehrer sich aussuchen kann, auf welches Medium sich bezogen wird, andererseits kann dies aber auch Nachteile haben.

Komplexe Medien, die nicht ohne intensive Vorbereitungen und Planung zu behandeln sind, geraten schnell in den Hintergrund. Produktionsorientierte Unterrichtseinheiten machen vielen Lehrern immer noch Angst. Fehlende Ausrüstung, zu wenig Erfahrung in dem Bereich sowie zu hoher Arbeitsaufwand hindern Lehrer oftmals daran, mit selten angewandten Medien zu experimentieren.

Mehr Informationen findet ihr unter https://www.ard.de/die-ard/medienkompetenz/Medienkompetenz-fuer-weiterfuehrende-Schulen-100

Rechtsextremismus im Netz - Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen

Hate Speech (u.a. mit rassistischem, antisemitischem, chauvinistischem und/oder anderem negativem Inhalt), Zeigen von verfassungsfeindlichen Symbolen (und damit strafbar), ,,alternative Medien'' und vieles mehr - all das macht Rechtsextremismus im Internet aus. Daran wird auch wieder klar: das Internet ist Fluch und Segen zugleich. Doch so einem Fluch kann man meistens begegnen. Doch die Frage lautet hierbei: wie geht das am besten? Da bietet die Bundeszentrale für politische Bildung eine gute Hilfestellung (hier die dazugehörige Seite: https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/dossier-rechtsextremismus/259259/hass-im-netz-rechtsextreme-onlinestrategien/). Das Wichtigste: wie erkennt man rechtsextreme Inhalte? Hier ein paar Beispiele:

  • Memes, die aber offensichtlich rechtsextreme Inhalte propagieren
  • seriös wirkende Medien (wie PI-News), die scheinbar mit harmlosen Nachrichten locken (aber in die Richtung einer rechtsextremen Agenda führen, bspw. Einsatz für die traditionelle Ehe, aber eigentlich Homophobie befeuern)
  • Foren, die entweder glasklar zeigen, dass sie für Rechtsextreme gedacht sind (und meistens außerhalb Deutschlands ansässig sind), oder solche, die kaum erkennbar und unterschwellig in die rechtsextreme Richtung führen (aber nicht offensichtlich ihre Überzeugung zeigen, um vor allem so neue Interessierte zu erreichen)
  • Kommentare unter Beiträgen gängiger Sozialer Medien (wie Instagram), die auch entweder glasklar rechtsextrem sind oder unterschwellig zu locken versuchen
Und wie kann man diesem entgegnen? Hier ein paar Hilfestellungen:
  • Melden von rechtsextremen Inhalten bei der jeweiligen Plattform (sowohl strafrechtlich relevante wie auch nicht relevante)
  • Anzeigen von rechtsextremen Inhalten (per Internet-Wache der Länderpolizeien, speziell dafür gedachte Webseiten wie www.internet-beschwerdestelle.de, etc.)
  • Counter Speech, also rechtsextremen Inhalten, wenn möglich, schriftlich oder gar verbal entgegentreten
Man sieht: es gibt einige Möglichkeiten, Rechtsextremismus im Netz entgegenzutreten. So vielfältig diese Maßnahmen sind, so kreativ versuchen Rechtsextreme, neue Wege zu ergründen, um ihre Ziele zu erreichen. Deshalb: immer wachsam im Netz bleiben!

Jugendmagazin fluter - Ausgabe zum Thema soziale Medien

fluter ist ein kostenloses Jugendmagazin der bpb. In diesem Magazin werden Hintergründe und Diskussionen beleuchtet, es liefert Argumente und zeigt die verschiedensten Menschen und ihre Erfahrungen. Das Heft erscheint viermal im Jahr zu jeweils einem Thema. In der aktuellen Ausgabe (Frühjahr 2022/Nr.82) geht es um das Thema „Soziale Medien“. Der Inhalt dieser Ausgabe wird folgendermaßen beschrieben:

„Wie sähen wirklich soziale Soziale Medien aus? Wie wäre es zum Beispiel damit: unbeobachtete Momente erleben, in Ruhe miteinander schweigen, ungestört Trost spenden, gemeinsam Gelassenheit, Achtung und Selbstgewissheit finden; selbst entscheiden, welche Daten wir an wen weitergeben und wofür. Denn so wichtig und allgegenwärtig Soziale Medien sind, zeigen ihre inneren Widersprüche und Geschäftsmodelle doch, dass da noch Entscheidendes fehlt. Dieses fluter-Heft fragt, wie es anders werden und weitergehen könnte. Schließlich sind die Plattformen kein Schicksal, sie gehören zu Verhältnissen, die verändert werden können.“

Die aktuelle Ausgabe des Magazins ist unter folgendem Link als pdf zum Herunterladen verfügbar: https://www.fluter.de/sites/default/files/magazines/pdf/fluter_no.82_soziale_medien_pdf_klein.pdf

Das Metaversum

„Anstatt zu tippen oder zu klicken, wird man Handlungen ausführen, indem man mit den Händen gestikuliert, etwas sagt oder einfach nur daran denkt. Unsere Geräte werden nicht im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stehen. Statt im Weg zu sein, werden sie uns das Gefühl geben, immer ganz nah dran zu sein an den neuen Erlebnissen und den Menschen in unseren Umfeld.“

Diese Worte kommen von Mark Zuckerberg der davon träumt, ein globales Metaversum zu erschaffen. Eine Welt, die wir betreten können ohne beispielsweise das Zimmer oder gar das Haus zu verlassen. Im Metaversum nach Mark Zuckerberg, würde es dann wie im echten Leben öffentliche Räume mit vielen fremden Menschen geben. Man hätte als die Möglichkeit, z.B. Konzerte von diversen Künstler zu besuchen, aber auch Freunde treffen. Anders als bei Spielen, seien die Handlungen eben „echt“ und man entscheidet eigenständig was man tut oder sagt. Also wäre man an einem virtuellen Ort und man würde reale Menschen in Echtzeit begegnen.

Mit Blick auf die Schule wirft diese Idee natürlich Fragen auf, die nur in der Zukunft beantwortet werden können. Eine wäre beispielsweise, ob es dann virtuelle Klassenräume geben würde im Metaversum, in denen unterrichtet wird? Oder sogar virtuelle Klausuren oder vielleicht Prüfungen? Vor allem Universitäten wären gut dafür geeignet, da man eine sogar noch größere Anzahl an Studenten in einen virtuellen Vorlesungsraum unterbringen könnte.

Ist "Social Media" eine Suchtfalle?

Soziale Medien sind heutzutage kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken. Viele schaffen es kaum, auf Plattformen wie TikTok, Instagram, WhatsApp etc. zu verzichten. Um zu verdeutlichen, wie süchtig Soziale Medien machen, veröffentlichte Statista einige aktuelle Zahlen. Obwohl oftmals Heranwachsende im Zusammenhang mit Sucht genannt werden, ist nicht nur diese Gruppe betroffen. 

Ganz allgemein gesprochen ist die Anzahl der Social-Media-Nutzer weltweit in den Jahren von 2012 bis 2022  stetig von 1,48 Mrd. (2012) auf 4,26 Mrd. (2022) gestiegen (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/739881/umfrage/monatlich-aktive-social-media-nutzer-weltweit/). Es wird davon ausgegangen, dass in Deutschland bis zu 100.000 Kinder und Jugendliche Social-Media-süchtig sein könnten. Aus der Statistik "Suchtfalle Social Media?" (Quelle: • Infografik: Suchtfalle Social Media? | Statista) geht hervor, dass 34% der Jugendlichen oft Soziale Medien nutzen, um nicht an unangenehme Dinge denken zu müssen. 10% der Jugendlichen haben angegeben, dass sie regelmäßig an nichts anderes denken können, als wieder Soziale Medien nutzen zu können. 

Die Stuttgarter Zeitung veröffentlichte am 17.02.2020 den Artikel "Social Media Sucht: Anzeichen - Folgen - Bekämpfung" von Matthias Kemter. In diesem Artikel geht es um: 

  • Anzeichen einer Social Media-Sucht
  • Folgen von Social Media-Abhängigkeit
  • Bekämpfung
Die besten Tipps, um die Sucht zu bekämpfen, sind:
  1. Rückmeldung und Meinung Dritter einholen
  2. Wieso nutzt man die Apps? Hat man Angst, etwas zu verpassen?
  3. Benachrichtigungen abschalten  
  4. Apps auf dem Endgerät verstecken
  5. Nutzungsverhalten und Zeitlimits beachten 
  6. Aufklärung 
  7. Apps deinstallieren oder abschalten 

Hilfestellung für Vermittlung von Internetkompetenz - Internet-ABC

Der gemeinnützige Verein Internet-ABC, dem alle Landesmedienanstalten Deutschlands angehören, hat eine Website erstellt, auf der spielerisch ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Internet erlernt werden soll. Die Inhalte richten sich an Kinder von fünf bis zwölf Jahren, Eltern und Pädagog*innen. Es gibt drei verschiedene Bereiche, einen für Kinder, einen für Eltern und einen für Lehrkräfte.

Im Bereich für Kinder gibt es zum Beispiel Lernmodule mit zusätzlichem Material für den Unterricht im Bereich für Lehrkräfte, welche in der Schule gemeinsam genutzt und bearbeitet werden können. Hierbei wird den Kindern gezeigt, wie das Internet funktioniert und was sie im Umgang damit beachten müssen. Allgemein wird mit der Seite versucht, Kindern und Erwachsenen beim Erwerb und der Vermittlung von Internetkompetenz eine Hilfestellung zu bieten: https://www.internet-abc.de/

„Fake News“ als fächerübergreifendes Unterrichtsthema

In Zeiten von Medien, Internet und Social Media zählen neben Cybermobbing und Phishing auch „Fake News“ zu den schlechten Aspekten von Digitalisierung. Die Corona-Pandemie hat beispielsweise gezeigt, dass „Fake News“ weit verbreitet sind und auf fruchtbaren Boden fallen. „Fake News“ sind gezielt verbreitete Desinformationen, um die Willens- und Meinungsbildung zu beeinflussen. Doch woran erkennt man „Fake News“? Welchen Medien kann man vertrauen? Wie reagiert man auf „Fake News“?

Diese und weitere Fragen sollen im Unterricht behandelt werden, um den Schüler*innen einen kritischen Umgang mit Medien beizubringen. Das Landesmedienzentrum stellt hierzu verschiedene Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die fächerübergreifend behandelt werden können. Während man sich im Deutschunterricht auf Recherche- und Quellenarbeit konzentriert, liegt der Fokus in Gemeinschaftskunde beispielsweise auf dem allgemeinen Thema „Medien“ und deren Auswirkungen auf Willensbildungsprozesse in der Gesellschaft. Der Kunstunterricht eignet sich zur Erprobung gezielter Bildmanipulation. Mit dem fächerübergreifenden Prinzip lässt sich das Thema „Fake News“ aus verschiedenen Perspektiven aufzeigen und behandeln.

Die Unterrichtsmaterialien zum Thema „Fake News“ und weiterführende Links sind hier zu finden: https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/jugendmedienschutz/fake-news/das-thema-fake-news-im-unterricht/

Die Medienwelt - Jung schult Alt

https://www.geschwister-scholl-gymnasium.de/index.php/abc

Durch meine Nebentätigkeit am Geschwister Scholl Gymnasium in Sillenbuch habe ich ein großartiges Projekt zur Erlangung von Medienkompetenz für Senioren kennengelernt. Unter dem Namen „Schüler unterrichten Senioren“ steigen Schüler*innen in die Rolle der Lehrer*innen, um freiwillig teilnehmenden Senioren die mediale Welt näherzubringen.

Die kleinen Lehrenden sollen den älteren den Umgang mit den Medien nicht nur zeigen und erklären, sondern sich auch „pädagogische Maßnahmen“ überlegen, wie sie möglichst altersgerecht den Senioren komplexe Dinge am Computer näherbringen und welchen Nutzen die Senioren daraus ziehen können. Zudem stehen die Schüler*innen jederzeit für Fragen zur Verfügung, falls im Alltag mit dem Handy, Computer o.ä. Schwierigkeiten auftreten.

Im Rahmen dieses beachtlichen Projekts trifft Jung und Alt aufeinander, nicht nur das Erlernen von Computer- und Fremdsprachenkenntnissen steht hier im Vordergrund, das Projekt hat auch einen sozialen Aspekt, indem es durch gemeinsame Arbeit und Kontakt zwischen die Kommunikation und das Zusammenleben der Gesellschaft wesentlich verbessert.

Seit 2002 läuft nun das Projekt am „GSG“ in Sillenbuch (Stuttgart), immer noch haben sowohl Senioren als auch Kinder Interesse, dieses Konzept weiterzuführen und durch eigene Anregungen beider Seiten am Laufen zu halten. Ein bewundernswertes Projekt, welches nur positive Wirkungen zeitigt: 

Montag, 2. Mai 2022

Game zu Fake News von Klicksafe

Das Spiel „Im Bunker der Lügen“ von Klicksafe versucht, Jugendlichen dabei zu helfen, Fake News, Verschwörungserzählungen und irreführende Informationen zu enthüllen. Die Beschreibung auf der Website liest sich so:

"Im Actionbound-Spiel „Im Bunker der Lügen“ lernen Jugendliche, Verschwörungserzählungen und Fake News zu enttarnen. Sie treffen auf den Verschwörungsideologen Y, der ihnen von der Existenz eines geheimen Bunkers unter dem Bundestag berichtet, in dem sich „dunkle Machenschaften“ vollziehen. Als Beweis dient ein obskurer Blogeintrag. K, die sich mit der Verbreitung von Falschmeldungen und Verschwörungserzählungen beschäftigt, hält dagegen und fordert die Spielenden in mehreren Aufgaben auf, den Wahrheitsgehalt von Quellen zu bewerten. Wem geht am Ende ein Licht auf?"

Kurzinfos auf einen Blick:

  • Actionbound: Erschienen im Februar 2021
  • Herausgeber: klicksafe
  • Zielgruppe: Jugendliche (ab 13 Jahren)
  • Dauer: ca. 25 min
  • Themen: Falschmeldungen & Verschwörungserzählungen

Samstag, 30. April 2022

Wo ist Goldi? - Medienkompetenz für Kinder per Spiele-App

Medien- und Digitalkompetenz sind in der digitalen Transformation unserer Gesellschaft von immenser Wichtigkeit. Kinder benutzen digitale Endgeräte, weswegen es unabdingbar ist, ihnen den sicheren Umgang mit digitalen Medien bereits früh zu vermitteln.

Das Bayrische Staatsministerium für Digitales hat eine App namens „Wo ist Goldi?“ entwickelt, die Kindern Medien- und Digitalkompetenz näherbringen soll. Die Kinder können auf spielerische Art und Weise die verschiedenen Gefahren der digitalen Medien erleben. Die Handlung des Spiels ist in verschiedene Kapitel aufgeteilt und in jedem einzelnen Kapitel werden verschiedene Gebiete rund um das Thema digitale Medien angesprochen. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass die App auch ohne Internetverbindung funktioniert und auch keine Internetverbindung zum Laden der Spielstände benötigt wird.

Die Digital- und Medienkompetenz der Menschen früh zu fördern, ist besonders in Zeiten von Desinformationen (Fake News), Filterblasen und Echokammern wichtig. Doch oft ist es schwer herauszufinden, wie genau man diese Kompetenzen am effektivsten vermitteln kann. Der Ansatz des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales, Kindern diese Kompetenzen spielerisch per App zu vermitteln, scheint ein Schritt in die richtige Richtung zu sein, und eventuell können die Kinder sich für die Inhalte sogar mehr motivieren als im Frontalunterricht, da Spiele-Apps schließlich Spaß machen.

Ich persönlich befürworte dieses Projekt sehr, und wer sich noch mehr über dieses Thema informieren möchte, der kann sich die Pressekonferenz zum Launch der App angucken.

Ein Führerschein für alle

https://www.medienfuehrerschein.bayern/mediabase/pdf/MedienkompetenzKleinsten_modul_129.pdf.

Wir alle beginnen frühstens mit 14 Jahren damit, Erfahrungen zu sammeln, wie es in einer Fahrschule zugeht. Egal ob Mofa-, Roller-, Auto- oder der Motorradführerschein, die Lernenden müssen sich Wissen aneignen, um mit diesen Maschinen anschließend umgehen zu können und zu dürfen. Die Stiftung Medienpädagogik in Bayern hat sich offenbar dieses Struktursystem zunutze gemacht und ein pädagogisches Konzept ausgearbeitet, womit bereits Kleinkinder in frühen Jahren Erfahrungen im Umgang mit Medien und technischen Geräten sammeln können. 

Ganz im Sinne der Verantwortung, die neuen Generationen in die Gesellschaft zu integrieren, sollen hier Kinder bereits im Kindergarten Medien kennenlernen. Um den Gefahren, die im Internet lauern, begegnen zu können, sollen sie einen "Medienführerschein" machen, um ebenso wie die Autofahrer sicher auf den Straßen des Webs unterwegs zu sein. 

Das Land Bayern misst der Medienkompetenz einen hohen Wert bei und definiert diese Fähigkeit heutzutage als unabdingbar. Daher gilt es, die Kinder so früh wie möglich darauf vorzubereiten. Oftmals steht hier jedoch die große Frage im Raum, wie man das denn anstellen möchte. 

Das Konzept des Medienführerscheins gibt den Pädagogen und Fachkräften detaillierte Hilfestellungen und Praxistipps, wie das gelingen kann. Dabei soll dies nicht allein Verantwortung der Lehrenden sein, sondern ebenfalls die der Eltern. Das Material gibt Tipps, wie man diese mit ins Boot holen und sie an der Medienerziehung ihrer Kinder teilhaben lassen kann.

Ich finde, ihr solltet auf jeden Fall mal einen Blick reinwerfen, denn dieses Konzept kann ebensogut in anderen Klassenstufen angewendet werden.