Posts mit dem Label social media werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label social media werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 14. September 2024

Die Rolle sozialer Medien bei der Verbreitung von Desinformation während Krisen und Konflikten am Beispiel des Russland-Ukraine-Krieges

Soziale Medien nehmen auch und gerade in Zeiten von Konflikten und Krisen bei der Informationsverbreitung eine zentrale Rolle ein. Diese Plattformen dienen hierbei nicht nur dem raschen Austausch von Nachrichten und Informationen, sondern können auch den „Nährboden“ für die Verbreitung von Desinformation bieten. Deutlich wird dies beispielsweise in aktuellen Konflikten wie dem Russland-Ukraine-Krieg, wo mit der gezielten Verbreitung von Falschinformationen der Versuch unternommen wird, die öffentliche Meinung zu manipulieren, um politische Agenden und Ideologien zu fördern. Durch solche Desinformationskampagnen wird nicht nur die nationale wie internationale Informationslandschaft in ihrer Integrität angegriffen, sondern es drohen zusätzlich schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesellschaften der betroffenen Länder und darüber hinaus.

Soziale Medien als aktuelle Informationsquelle bekommen für einen zunehmenden Teil der Bevölkerung eine immer größere Relevanz. Mit der Verbreitung von Desinformationen, vor allem in Krisenzeiten, kann gesellschaftlich großer Schaden entstehen: das Vertrauen in Institutionen wird untergraben, Polarisierung kann sich verstärken und die Konfliktbewältigung erschweren. Im Fall des Russland-Ukraine Krieges übt die Verbreitung von Falschinformationen bereits massive Auswirkungen auf die globale Wahrnehmung aus und beeinflusst die politische Entscheidungsfindung. Deshalb ist es wichtig, die Folgen und Gegenmaßnahmen gegen Desinformation in diesem spezifischen Kontext zu untersuchen.

Donnerstag, 12. September 2024

Seminare an der PH zu Game-based Learning und Sozialen Medien

Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte 2013 im Rahmen eines gemeinsamen Interviews mit Barack Obama: "Das Internet ist für uns alle Neuland" - und mit Blick auf Unterricht und Lehr-Lernkonzepte hat sich daran im Schulalltag noch nicht wesentlich viel geändert. Das Projekt Civic Education Technology Hacks widmet sich deshalb der Frage, wie die Digitalisierung als Zukunftsaufgabe gelingen kann, wie wir methodisch sinnvoll und zielgerichtet Lernen digital im Unterricht ermöglichen und dabei von den motivierenden und kreativen Möglichkeiten dieses "Neulands" profitieren können, beispielsweise via Game-based Learning. Melden Sie sich an...


Samstag, 13. Juli 2024

Der Fall Mois - Wie Influencer radikalisieren können

Der Influencer, Streamer und Youtuber Mois (bürgerlich: Zelemkhan Arsanov) ist durch Videos über die deutsche Rap-Szene bekannt geworden. Im Verlauf seiner Karriere hatte er zu vielen Größen der Szene Kontakt und hat ein Millionen-Publikum erreicht. Trotz dieser Erfolge ist der ehemalige Youtuber momentan in einen der größten Skandale der deutschen Influencer-Szene verwickelt. Die Anschuldigungen wiegen schwer: Er soll seine Frau geschlagen und misshandelt, Spendengelder veruntreut und einen Großteil seiner ehemaligen besten Freunde betrogen haben.

Das Gefährliche an diesem Konflikt stellt jedoch meiner Meinung nach vor allem die Online-Community dar. Viele Fans verteidigen Mois und suchen die Schuld bei seiner Exfrau und verbreiten ein äußerst gefährliches Gedankengut schamlos im Netz weiter: In bestimmten Situationen sei es durchaus legitim, seinen Partner/seine Partnerin zu schlagen bzw. körperlich zu verletzen.

Da es sich um einen laufenden Konflikt handelt, dessen Ausgang nicht absehbar ist, können schnell neue Beweise oder Aussagen auftauchen, die einige Punkte verändern. Den Hauptpunkt, den ich hier erläutern will, sollte das aber nicht beeinflussen. Da der Konflikt zu groß ist, um ihn komplett zu erklären, werde ich mich vor allem auf Mois Aussagen und Handlungen gegenüber seiner Exfrau beziehen und darauf, welche Reaktionen das im Netz ausgelöst hat.

Mois soll in den letzten Jahren drogensüchtig geworden sein und seine Familie (Frau und zwei Kinder) vernachlässigt haben. Laut seinen Aussagen soll seine Exfrau mit dem Rapper Sun Diego (bürgerlich: Dimitrij Chpakov, damals Freund von Mois) fremdgegangen sein, woraufhin Mois seine Frau mehrmals geschlagen und misshandelt hatte. Seine Exfrau sowie Sun Diego dementieren diese Vorwürfe jedoch. Zudem haben die Vorwürfe sowieso wenig Relevanz. Mois selbst sagt in einem Interview dazu:

„Jetzt sitzt diese Sch***** (gemeint ist Mois Exfrau) und erzählt ich hätte blaues Auge. Freu dich, dass du nicht tot bist Ka***!“ (Quelle 1).

Man würde nun meinen, dass ein Mann, der öffentlich zugibt, seine Frau zu schlagen, und dieser sogar mit dem Tod droht, kein Rückhalt im Netz findet. Doch weit gefehlt. Auf Instagram, TikTok, Threads etc. liest man viele Kommentare von Menschen, die ihn unterstützen und der Meinung sind, er habe Recht mit dem, was er tut.

„Alle die haten weil er ausrastet nachdem er von frau und freund verraten und betrogen wurde. Sieht nichtmal mehr seine kinder. Kommt ihr eig noch alle klar ?! Gewalt gegen frauen ist ein no go aber meine fresse ich kann ihn so verstehen dass er so ausflippt.“ (Quelle 2)

„Verstehe ich das richtig? Mois Frau betrügt ihn mit Diego. Jetzt sucht sie Mitleid weil Mois ihr angeblich eine geklebt hat? Typisch das man da wieder in die Opferrolle schlüpfen muss, um Hype mitzunehmen“ (Quelle 3)

Solche und ähnliche Kommentare liest man massenhaft unter allen Beiträgen zum Thema. Menschen schreiben ohne Scham, dass sie Mois, der seine Frau zusammenschlägt, verstehen können, und bekommen darauf teilweise viele Likes und Zuspruch. Dass solche Kommentare überhaupt erlaubt sind und größtenteils nicht weiter verfolgt werden, stellt ein Problem dar und sorgt dafür, dass sich solches Gedankengut weiter im Netz verbreitet. Natürlich ist auch der Gegenwind groß, aber alleine der Fakt, dass es zwei Lager bei diesem Konflikt gibt, ist erschreckend und sollte uns dringend zu denken geben.

Liegt es an tief verwurzeltem Frauenhass, an nicht mehr zeitgemäßen Ideen oder an Menschen, die sich nicht weiter mit Themen befassen und ungefiltert ihre Meinung verbreiten. Vor allem aber stellt man sich die Frage, wieso Influencer wie Mois (der offen zugibt, seine Frau geschlagen zu haben, seine Kinder beleidigt und allgemein sehr fragwürdige Handlungen unterstützt) überhaut noch Inhalte veröffentlichen dürfen, in denen er ein Kopfgeld auf seine Frau aussetzt oder die Adressen und Namen seiner Kinder leakt.

Ich denke, dass uns das ein großes Problem von Sozialen Medien aufzeigt, in denen Meinungen ungefiltert veröffentlicht werden können und Menschen keine Angst vor Konsequenzen haben. Man kann gefährliche Inhalte teilen, frauen- und menschenverachtende Meinungen propagieren und läuft kaum Gefahr, rechtliche Konsequenzen zu spüren. Und an der Spitze steht ein drogenabhängiger Influencer, der seine Frau misshandelt hat, erzählt, dass ihm seine Kinder egal sind, weil er 100 neue machen kann. Es zeigt, was für einen gefährlichen Einfluss ein Mensch auf vor allem jüngere Menschen haben kann und wie überfordert Soziale Medien mit solchen Situationen sind.

  • Quelle 1: https://youtu.be/Meum85Zbuxw?si=R9SYFAFzR2TOvUSU
  • Quelle 2: https://www.threads.net/@19_auriel_91/post/C9O8ITpMyiE/
  • Quelle 3: https://www.threads.net/@dxrxa.oe/post/C9K-Lzosyna/

Dienstag, 14. Mai 2024

Der Einfluss sozialer Medien auf die politische Meinungsbildung

Soziale Medien haben sich zu einem integralen Bestandteil unseres täglichen Lebens entwickelt und spielen eine immer größere Rolle in der politischen Meinungsbildung. Plattformen wie Facebook, Twitter und YouTube verbinden Menschen weltweit und ermöglichen es, Meinungen auszutauschen, Informationen zu verbreiten und politische Diskussionen zu führen. Doch dieser scheinbar grenzenlose Raum für Kommunikation birgt auch Herausforderungen und Risiken, insbesondere im Hinblick auf die Verzerrung von Informationen, Manipulation und die Bildung von Filterblasen.

Ein entscheidender Faktor, der den Einfluss Sozialer Medien auf die politische Meinungsbildung prägt, ist die algorithmische Personalisierung von Inhalten. Plattformen wie Facebook verwenden komplexe Algorithmen, um den Nutzern Inhalte basierend auf deren Verhalten, Interessen und Vorlieben zu präsentieren. Dadurch werden sie in Filterblasen gefangen, in denen sie hauptsächlich mit Inhalten konfrontiert werden, die ihre bestehenden Ansichten und Meinungen bestätigen. Dies führt zu einer Verengung der Perspektiven und einem Mangel an Vielfalt in den dargebotenen Informationen.

Ein weiteres Problem sind Fake-News, die gezielt verbreitet werden, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Insbesondere während politischer Ereignisse wie Wahlen können falsche Informationen schnell viral werden und das Vertrauen der Menschen in die Medien und die politische Landschaft untergraben. Die Verbreitung von Fake-News wird durch die Tendenz vieler Nutzer verstärkt, nur Überschriften zu lesen und Informationen oberflächlich zu konsumieren, ohne deren Quellen oder Richtigkeit zu überprüfen.

Darüber hinaus spielen Social Bots eine zunehmend wichtige Rolle bei der Beeinflussung der Meinungsbildung in sozialen Medien. Diese automatisierten Programme imitieren menschliches Verhalten und können dazu verwendet werden, falsche Informationen zu verbreiten, Diskussionen zu manipulieren und Meinungen zu formen. Ihr Einsatz kann dazu führen, dass Menschen glauben, dass bestimmte Ansichten oder Ideen weit verbreitet sind, obwohl sie von einer kleinen, manipulativen Gruppe stammen.

Ein weiterer Aspekt ist das Framing, bei dem politische Botschaften durch gezielte Wortwahl und Bildsprache eingefärbt werden. Durch geschicktes Framing können politische Akteure Emotionen wecken, Meinungen beeinflussen und bestimmte Narrative verstärken oder unterdrücken.

Trotz dieser Herausforderungen bieten Soziale Medien auch Chancen für demokratische Teilhabe und den direkten Austausch zwischen Bürgern und politischen Akteuren. Parteien und Politiker können ihre Botschaften direkt an die Menschen senden und mit ihnen in einen Dialog treten. Dies kann zu einer größeren Transparenz und Nähe zwischen Regierenden und Regierten führen.

Um die negativen Auswirkungen von Sozialen Medien auf die politische Meinungsbildung einzudämmen, ist es entscheidend, die Medienkompetenz der Menschen zu stärken. Bildungsprogramme sollten darauf abzielen, kritisches Denken, Quellenkritik und die Fähigkeit zur Unterscheidung von Fakten und Fiktion zu fördern. Nur so können die Bürgerinnen und Bürger in der Lage sein, die Informationen, die sie in den sozialen Medien konsumieren, angemessen zu bewerten und eine informierte Meinung zu bilden.

Insgesamt ist es wichtig, die Potenziale und Risiken Sozialer Medien in der politischen Meinungsbildung genau zu betrachten und Maßnahmen zu ergreifen, um eine demokratische Debatte und Vielfalt der Meinungen zu fördern. Nur so können wir sicherstellen, dass Soziale Medien ihr volles Potenzial als Instrumente für demokratische Partizipation entfalten, ohne dabei die Integrität unserer demokratischen Prozesse zu gefährden.

Quelle:

Samstag, 6. April 2024

Podcast zu Verbreitung, Ursachen und Folgen von Hate Speech

Vor wenigen Tagen (29. März 2024) hat Deutschlandfunk Nova einen äußerst hörenswerten Vortrag des Kommunikationswissenschaftlers Marc Ziegele veröffentlicht, in dem gut strukturiert und wohltuend unaufgeregt empirisch gewonnene Erkenntnisse zu Inzivilität im Internet präsentiert werden. Der Vortrag mit dem Titel "Verbreitung, Ursachen und Folgen von Inzivilität in politischen Online-Diskussionen" wurde am 11. Januar 2024 im Rahmen der Vortragsreihe "Colloqium Fundamentale" am Karlsruher Institut für Technologie aufgezeichnet.

Donnerstag, 15. Juni 2023

Social Media und die Schönheit

Die Zahl der in Deutschland durchgeführten Schönheitseingriffe hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt. Auffällig ist, dass vor allem junge Menschen an den Eingriffen interessiert sind.

Promis wie die Kardashian/Jenners, die Hadid Schwestern, Christiano Ronaldo, David Beckham, Zac Efron und viele mehr hatten auf Instagram und tiktok ein Glow-Up oder sogar ein sogenanntes puberty Glow-Up. Diese Glow-Ups sind in den meisten Fällen allerdings chirurgischen Eingriffen zu verdanken und nicht der Pubertät, dem Sport oder irgendwelcher Produkte selbst.

Eine Nase wird durch die Pubertät nicht kleiner, die Lippen nicht voller und auch Muskeln wachsen nicht innerhalb weniger Monate ohne Hilfe. Darüber hinaus geben viele der genannten Promis nicht oder nur teilweise zu, dass sie etwas haben machen lassen. Deshalb entsteht der Eindruck, die Veränderungen würden auf natürliche Weise durch die Pubertät, Sport oder beworbene Produkte stattfinden.

Auf Instagram und tiktok sieht man hauptsächlich glatte und perfekte Körper und Gesichter, die dem westlichen Schönheitsideal entsprechen. Das sorgt gerade bei Mädchen, aber auch immer mehr bei Jungen dafür, dass der eigene Körper als fehlerhaft und unattraktiv wahrgenommen wird. Dieses Selbstbild birgt ein großes Risiko für die Entwicklung von Essstörungen oder Depressionen und baut insgesamt einen großen Druck auf, diesen unerreichbaren Idealen entsprechen zu müssen.

Deshalb lassen auch junge Menschen Schönheitseingriffe mit großen gesundheitlichen Risiken durchführen. Aber selbst mit den risikoreichen Eingriffen ist es oft nicht möglich, den Idealen zu entsprechen, denn nicht nur Schönheitseingriffe sind an den falschen Vorstellungen von Schönheit schuld, sondern auch die Möglichkeit, Bilder und Videos einfach und schnell bearbeiten zu können und Filter zu benutzen. Ohnehin schöne Menschen, die oftmals auch viele Eingriffe hatten, benutzen zusätzlich Filter und erschaffen so ein Schönheitsideal, dem nicht einmal die Promis / Influencer selbst gerecht werden.

Dieser gefährlichen Entwicklung wirkt beispielsweise Norwegen entgegen, indem jede Form von Filter oder Retouch seit dem 1. Juli 2022 gekennzeichnet werden muss. Das ändert zwar nichts daran, dass man auf Social Media immer noch mit den Schönheitsidealen konfrontiert ist, aber es macht die Bearbeitung für die Zuschauer zumindest sichtbar. Auch in Deutschland wird die Debatte um eine Kennzeichnungspflicht, eine höhere Altersgrenze oder höhere Hürden für Schönheitseingriffe immer lauter. Die Erfolgschancen für große Veränderungen sind eher gering, aber es findet zunehmend eine Sensibilisierung für das Thema statt.

Quellen

Mittwoch, 15. März 2023

#MeToo - mehr als folgenloser Klicktivismus?

#MeToo – nach über fünf Jahren ist dieser Hashtag immer noch nahezu jeder Person ein Begriff. Der Aufschrei über sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch im Jahr 2017 war groß. Frauen auf der ganzen Welt solidarisierten sich mit den Opfern von sexualisierter Gewalt oder teilten ihre eigenen Geschichten. Und heute? Wie hat sich #MeToo entwickelt? Endete die Thematik in genervtem Kopfschütteln? Gilt die Debatte als beendet? Fünf Jahre nach dem ersten Aufschrei stellt sich nun die Frage: Hat sich etwas verändert und das spürbar für die breite Öffentlichkeit?

Eines kann klar gesagt werden: Die Medien beschäftigen sich auch heute noch mit dem Thema des Machtmissbrauchs, des Machtungleichgewichts und mit sexualisierter Gewalt. Diese Thematik und der damit stark verbundene Feminismus sind in aller Munde. Ist dies ein Verdienst der #MeToo-Debatte aus dem Jahr 2017? Oder war die Debatte ein reines Internetphänomen, das folgenlos im Sand verlief?

Diese Fragen standen im Zentrum der Recherche zu dieser Ausarbeitung. Ich möchte mich der Frage widmen, ob #MeToo mehr als folgenloser Klicktivismus war. Hierfür beginne ich mit einigen Begriffsdefinitionen, die inhaltlich wichtig sind für die Fragestellung, um anschließend Ursprung und Entwicklung der Bewegung zu betrachten. Zusätzlich wird auf die Kritik an der #MeToo-Debatte eingegangen, um einige der Kritikpunkte zu entschärfen. Die Veränderungen, die #MeToo eventuell erzielen konnte, werden im Anschluss beschrieben und zwar in Bezug auf Hollywood sowie auf die allgemeine Öffentlichkeit insbesondere in Deutschland.

Dienstag, 22. November 2022

Sollte man Bilder kennzeichnen, die durch Filter oder Retuschen bearbeitet worden sind?

Der erste Link führt zu einer Seite, auf der man eine Petition unterschreiben kann, die sich für eine Kennzeichnung einsetzt, wenn Filter oder sonstige "verschönernde" Retuschen verwendet worden sind. Der zweite Link führt zu einem vertiefenden Artikel zu dieser Thematik.

Ins Leben gerufen wurde die Petition von Silvi Carlsson, einer Kulturkritikerin, Aktivistin und Youtuberin. Unterstützt wird dieses Begehren auch von einigen anderen Personen, die in der Öffentlichkeit stehen. Durch die Kennzeichnung, die jedem Bild beigefügt werden soll, welches Filter enthält oder retuschiert worden ist, soll den User*Innen verdeutlicht werden, dass die in den Sozialen Medien geposteten Bilder oftmals nicht der Realität entsprechen.

Grund für diese Petition sind diverse Untersuchungen, die gezeigt haben, dass die Sozialen Medien, vor allem selbstdarstellende Medien wie Instagram, Facebook oder Snapchat, einige negative Auswirkungen auf junge Menschen haben können. Dabei spielt die immer verzerrter werdende Wahrnehmung in Bezug auf Körperideale eine große Rolle. Die durch Filter und Retuschen suggerierten Schönheitsideale werden immer unerreichbarer und führen bei vielen zu einem extremen psychischen Leidensdruck. Durch die Kennzeichnung soll allen User*Innen bewusst gemacht werden, dass es sich bei diesen Bildern um retuschierte und damit realitätsferne Abbildungen handelt. Durch diese Maßnahme soll der psychische Leidensdruck verringert werden.

Der zweite Link geht dieser Thematik auf den Grund. Der Zeitungsartikel wurde von Nora Voit geschrieben und greift viele Schönheitsphänomene auf, die in den vergangenen Jahren aufgekommen sind. Darunter herzförmige Lippen oder die perfekt gezwungenen Wimpern. Sie nimmt ebenfalls Bezug auf die Petition und ergänzt die Thematik mit sehr informativen Fakten.

Freitag, 23. September 2022

Schule, Unterricht und Social Media in Baden-Württemberg

Lernen - Wenn Sie dieses Wort lesen, was schießt Ihnen durch den Kopf? Der letzte VHS-Kurs in südostasiatischer Kampfkunst oder doch eher zähe Stunden vor dem Mathebuch? Egal welches Bild Sie jetzt gerade im Kopf haben, eines ist sicher: Wie gelernt wird, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Wer heute Gitarre lernen möchte, schaut sich Videos auf Youtube an und lädt sich die Noten im Internet herunter. Wer eine Sprache lernen möchte, benutzt Sprachlernapps und vernetzt sich mit anderen Menschen über das Internet. Wir lernen aber auch ungewollt: Auf Instagram weckt ein Post über den Ameisenigel unser Interesse, wir folgen dem Link und einige Artikel (und viele Stunden) später sind wir auf einmal Experten für Kloakentiere.
 
Während sich also das Lernverhalten im Privaten stark gewandelt hat, scheint dies in Schulen in Baden-Württemberg nur langsam anzukommen. Hier lernen meist noch alle gemeinsam mit der gleichen Stelle im Englischbuch. Wen es nicht interessiert, der bekommt unter Umständen eine schlechte Note. Wer schon weiter ist, soll sich zurückhalten, und dass die Darstellung der Entdeckung Amerikas in dem Buch nicht mehr ganz zeitgemäß ist, geht neben dem Streit um das offene Fenster unter.
 
Zugegeben, diese Schilderungen sind natürlich überspitzt, jedoch lassen sich die Vorteile des Lernens durch und mit Social Media schlecht von der Hand weisen: Stets aktuelle und an die individuellen Interessen angepasste Informationen warten dort auf die Rezipienten und laden zur Interaktion ein. Doch natürlich hat die zögernde Haltung der Schulen und des Ministeriums in Baden-Württemberg Gründe.
 
Aufgrund datenschutzrechtlicher Bestimmungen ist die Nutzung von Social Media im schulischen Kontext nur sehr eingeschränkt zulässig (s.u.). Hieraus resultiert, dass die Beschäftigung mit Social Media im Rahmen des Unterrichts zwar möglich ist, der eigentliche Einsatz zur Unterstützung von Lernprozessen jedoch nicht. Die entsprechende 2013 veröffentlichte Handreichung wurde kontrovers diskutiert (s.u.).
 
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Social Media im Kontext des Unterrichts in Baden-Württemberg bearbeitet werden kann und welche konkreten Vor- und Nachteile sich hieraus ergeben. Hierfür soll zunächst kurz auf „Social Media“ bzw. „Social Network Sites“ eingegangen werden, um sich dann die aktuelle rechtliche Situation für Schulen in Baden-Württemberg etwas genauer anzuschauen. Anschließend sollen Einsatzmöglichkeiten von Social Media und deren Risiken im Kontext des Unterrichts beleuchtet werden, um zu diskutieren, welche der aufgezeigten Möglichkeiten in Baden-Württemberg zulässig wären und welche Vor- und Nachteile sich hieraus ergeben.

Mittwoch, 4. Mai 2022

Jugendmagazin fluter - Ausgabe zum Thema soziale Medien

fluter ist ein kostenloses Jugendmagazin der bpb. In diesem Magazin werden Hintergründe und Diskussionen beleuchtet, es liefert Argumente und zeigt die verschiedensten Menschen und ihre Erfahrungen. Das Heft erscheint viermal im Jahr zu jeweils einem Thema. In der aktuellen Ausgabe (Frühjahr 2022/Nr.82) geht es um das Thema „Soziale Medien“. Der Inhalt dieser Ausgabe wird folgendermaßen beschrieben:

„Wie sähen wirklich soziale Soziale Medien aus? Wie wäre es zum Beispiel damit: unbeobachtete Momente erleben, in Ruhe miteinander schweigen, ungestört Trost spenden, gemeinsam Gelassenheit, Achtung und Selbstgewissheit finden; selbst entscheiden, welche Daten wir an wen weitergeben und wofür. Denn so wichtig und allgegenwärtig Soziale Medien sind, zeigen ihre inneren Widersprüche und Geschäftsmodelle doch, dass da noch Entscheidendes fehlt. Dieses fluter-Heft fragt, wie es anders werden und weitergehen könnte. Schließlich sind die Plattformen kein Schicksal, sie gehören zu Verhältnissen, die verändert werden können.“

Die aktuelle Ausgabe des Magazins ist unter folgendem Link als pdf zum Herunterladen verfügbar: https://www.fluter.de/sites/default/files/magazines/pdf/fluter_no.82_soziale_medien_pdf_klein.pdf

Ist "Social Media" eine Suchtfalle?

Soziale Medien sind heutzutage kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken. Viele schaffen es kaum, auf Plattformen wie TikTok, Instagram, WhatsApp etc. zu verzichten. Um zu verdeutlichen, wie süchtig Soziale Medien machen, veröffentlichte Statista einige aktuelle Zahlen. Obwohl oftmals Heranwachsende im Zusammenhang mit Sucht genannt werden, ist nicht nur diese Gruppe betroffen. 

Ganz allgemein gesprochen ist die Anzahl der Social-Media-Nutzer weltweit in den Jahren von 2012 bis 2022  stetig von 1,48 Mrd. (2012) auf 4,26 Mrd. (2022) gestiegen (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/739881/umfrage/monatlich-aktive-social-media-nutzer-weltweit/). Es wird davon ausgegangen, dass in Deutschland bis zu 100.000 Kinder und Jugendliche Social-Media-süchtig sein könnten. Aus der Statistik "Suchtfalle Social Media?" (Quelle: • Infografik: Suchtfalle Social Media? | Statista) geht hervor, dass 34% der Jugendlichen oft Soziale Medien nutzen, um nicht an unangenehme Dinge denken zu müssen. 10% der Jugendlichen haben angegeben, dass sie regelmäßig an nichts anderes denken können, als wieder Soziale Medien nutzen zu können. 

Die Stuttgarter Zeitung veröffentlichte am 17.02.2020 den Artikel "Social Media Sucht: Anzeichen - Folgen - Bekämpfung" von Matthias Kemter. In diesem Artikel geht es um: 

  • Anzeichen einer Social Media-Sucht
  • Folgen von Social Media-Abhängigkeit
  • Bekämpfung
Die besten Tipps, um die Sucht zu bekämpfen, sind:
  1. Rückmeldung und Meinung Dritter einholen
  2. Wieso nutzt man die Apps? Hat man Angst, etwas zu verpassen?
  3. Benachrichtigungen abschalten  
  4. Apps auf dem Endgerät verstecken
  5. Nutzungsverhalten und Zeitlimits beachten 
  6. Aufklärung 
  7. Apps deinstallieren oder abschalten 

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Verschwörungstheorien in sozialen Medien am Beispiel der Corona-Krise

Das Corona-Virus – willentlich von Bill Gates produziert und in die Welt gesetzt? Ein bereits lange im voraus inszenierter Plan, um die Bevölkerung auszurotten und die Weltherrschaft an sich zu reißen? Oder gibt es das Virus doch überhaupt gar nicht?

Die Corona-Pandemie hat nicht nur zu massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt, sondern auch zu einer Präsenz von Verschwörungstheorien. Insbesondere in den sozialen Medien bildete sich eine Corona-Gegenöffentlichkeit heraus, in der Verschwörungstheorien eine zentrale Rolle spielen (vgl. Anton; Schink 2021, S. 202).

Seit ihrem Beginn stehen die Corona-Krise und insbesondere das Vorgehen der Regierungen im Bezug auf die Pandemie im Fokus kontroverser Debatten. In den letzten eineinhalb Jahren tauchten vermehrt solche Verschwörungstheorien in den sozialen Medien auf, die grundsätzliches Misstrauen in den Staat, und die Regierung ausdrücken. Die Kritik an den Corona-Maßnahmen ist dabei oft durchdrungen von bestimmten politischen Weltanschauungen und Ideologien (vgl. Anton; Schink 2021, S. 202):

“Darum geht es bei Corona! Euer Ego soll in eine Cloud hochgeladen werden, die Leitung in euren Körper wird gelegt durch eine Impfung und die darin enthaltene Nanotechnologie stellt die Verbindung her zur Cloud! Ihr sollt ungefragt unsterblich werden, damit ihr in dieser materiellen Welt verfangen bleibt und niemals euren Seelenfrieden bekommen könnt, niemals zu Gott kommen könnt! Das ist Satans Plan!“ (Attila Hildmann auf Telegram 2020)

„Die Mehrheit lässt sich lieber vom Staat vorgeben wie viel Abstand sie zu halten hat, was sie in ihrer Fresse trägt, lässt sich wie Hamster einsperren, brüstet sich damit, wie sehr sie sich an Regeln hält (DDR & STASI) […] und vertraut dabei auf Impffirmen die Gates als Großinvestor haben! Sie verdrängen dabei aber gern, dass er in Afrika Sterilisationsformeln in Tetanus-Impfungen beimischte und tausende Frauen seitdem keine Kinder mehr bekommen können – oder dass er in Indien Mädchen impfen ließ, ohne ihre Eltern zu fragen. […] Gates finanziert die WHO, das RKI (verwickelt in Nazi-Verbrechen), den SPIEGEL, die ZEIT, Forscher aus WUHAN und Impfstoff-Firmen […] “. (Attila Hildmann auf Instagram 2020)

Diese und weitere Verschwörungsideologien werden als Posts auf den Social-Media-Plattformen Facebook, YouTube, Instagram, Twitter usw. hochgeladen, geteilt und weiterverbreitet.

Ein Forscherteam des Massachusetts Insitute of Technology fand in der bisher größten Langzeitstudie aus dem Jahr 2018 heraus, dass sich Falschnachrichten und Verschwörungsideologien in den sozialen Medien sechsmal schneller verbreiten als wahre Informationen und Tatsachen. Hierbei untersuchten sie 126.000 Erzählungen, welche zwischen den Jahren 2006 und 2017 auf der Internetplattform Twitter geteilt wurden (vgl. Schwarz 2020).

Im Hinblick auf Präsenz und Verbreitung von Verschwörungstheorien über die Corona-Pandemie in den sozialen Medien soll in einem ersten Teil der Rolle der sozialen Medien und ihrer Verbreitungslogik von Verschwörungstheorien mithilfe von Bezügen zur Corona-Krise nachgegangen werden, um in einem zweiten Teil danach zu fragen, inwieweit die Plattformen etwas dagegen machen (können).

Mittwoch, 11. August 2021

Soziale Medien im Wahlkampf

Unser Alltag ist geprägt von Sozialen Netzwerken. Wir benutzen sie täglich, ob als Zeitvertreib, zur Kommunikation oder für Informationen und Nachrichten. Wer sich für Politik interessiert und auf diversen Sozialen Netzwerken unterwegs ist, dem wird aufgefallen sein, dass Parteien und Kandidat*innen diese immer häufiger nutzen. Nicht nur bei großen Wahlen, auch auf kommunaler Ebene werden sie immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt für das wahlpolitische Geschehen.

Durch die Corona-Pandemie wird dieses Verhalten verstärkt, denn die klassischen Wahlkampfstände und -veranstaltungen sind nur in kleinerem Rahmen möglich. Auch „Fachleute sind sich einig, dass der Wahlkampf in den sozialen Medien gerade auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie im Wahljahr 2021 mit sechs Landtagswahlen und der Bundestagswahl Ende September 2021 ein noch bedeutenderer Erfolgsfaktor sein wird“ (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg 2021). Gerade deshalb ist das Thema des digitalen Wahlkampfs aktuell so spannend.

Montag, 27. April 2020

Social Media heißt für mich ...

Wordcloud aus Ihren Sätzen (erstellt mit www.wortwolken.com)

Zur Erläuterung: In der Anmeldemail zum Seminar "Web 2.0 & Medienkompetenz" im momentan anlaufenden Corona-Online-Semester hatte ich darum gebeten, neben der Angabe der üblichen Daten auch einen Satz zu vervollständigen, nämlich "Social Media heißt für mich ...". Die Antworten im Wortlaut stehen unten, eine aus den Antworten generierte Wortwolke oben.

Ihre Ergänzungen des Satzes: Social Media heißt für mich, ...
  • ... sich über digitale Medien und Methoden ständig mit der gesamten Welt zu messen. Die Vorteile von Social Media können durch eine Sensibilisierung im Umgang damit jedoch durchaus überwiegen.
  • ... Werbung. Wer in Sozialen Medien aktiv ist, präsentiert sich selbst, die eigenen Produkte (das kann auch Musik, Film oder Ähnliches sein), oder die eigenen Ideen bzw. die eines Kollektivs wie im Falle von NGOs und Parteien. Dabei wird ein scheinbar direkter Draht zum Leser/Zuschauer/Zuhörer aufgebaut und die eigene Position möglichst positiv dargestellt.
  • ... Chance und Risko für politische Bildung zugleich.
  • ... Informationen auf Abruf, Unterhaltung und Beschäftigung. Ein Tool, das fester Bestandteil meines Alltages ist.
  • ... Freiheit.
  • ... Fluch und Segen.
  • ... eine oder mehrere Plattformen, um mit Menschen in Kontakt zu treten.
  • ... leichtester Zugang zu sowohl echtem als auch falschem Wissen.
  • ... die Gesamtheit aller digitalen Medien, über die Personen auf der ganzen Welt mit einem hohen Risiko an Gefahren (Viren, Social Bots, Hackerangriffe) miteinander kommunizieren können.
  • ... Verantwortung im Umgang mit Daten und Informationen zu übernehmen, dazu bedarf es ein gewisses Maß an Selbstreflexion bezüglich der Frage "was gebe ich von mir preis?".
  • ... Menschen aus verschiedenen Regionen zusammenzubringen.
  • ... immer Up-to-Date zu bleiben.
  • ... ein großes soziales Experiment zu wagen, welches einen ungewissen Ausgang hat und dessen Chancen und Risiken für mich ähnlich hoch sind.
  • ... mit Menschen über verschiedene Plattformen in Kontakt zu bleiben.
  • ... rasend schneller, jedoch mit der Zeit belangloser und deprimierender Kontakt zwischen Menschen, die man oftmals gar nicht kennt.
  • ... sich miteinander zu vernetzen und zu kommunizieren in einer virtuellen Welt, also im Internet. Menschen können so, auf einem neuen Weg, ihren Interessen nachgehen, virtuell und das auch weltweit. Sie benutzen dazu Texte, Bilder, Audio und Videos, um sich gegenseitig auszutauschen.

Freitag, 10. Januar 2020

Tay, der rassistische Bot von Microsoft

Künstliche Intelligenz wird uns mit zunehmendem technischen Fortschritt immer ähnlicher. Dies mag zum einen ein Vorteil sein, weil sie uns damit immer mehr Arbeit abnehmen kann, von der man dachte, sie könne nur von echten Menschen erledigt werden. Doch dieser Prozess kann uns auch einen schwarzen Spiegel vorhalten, wie es bei dem Bot „Tay“ der Fall war.

Tay war ein von Microsoft entwickelter Bot, der das Kommunikationsverhalten von jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren erlernen sollte. Dafür erstellte man für Tay Profile auf verschiedensten Social Media-Seiten und ließ sie mit Usern der Plattformen chatten. "Je mehr du mit ihr sprichst, desto schlauer wird Tay", war dabei die Anweisung seitens Microsoft.

Innerhalb kürzester Zeit tätigte der Bot Aussagen wie: „Hitler hätte einen besseren Job erledigt als der Affe, den wir jetzt haben“. Auch kam es zur Holocaust-Leugnung und diskriminierenden Aussagen gegenüber Juden, Schwarzen, Mexikanern und Frauen.

Tay wurde daraufhin innerhalb der folgenden 24 Stunden offline genommen. Das Verhalten von Tay lässt sich darauf zurückführen, dass der Bot mutmaßlich mit derartigen Mustern gefüttert wurde. Die Motive dahinter seien heterogener Natur gewesen. So waren einige politisch motiviert, andere waren humoristischer Natur und wieder andere hatten das Ziel, auf die Gefahren von machine learning hinzudeuten. 

Während Beispiele wie Wikipedia die Effektivität und den großen Nutzen der digitalen Schwarmintelligenz aufzeigen, verdeutlichen Beispiele wie Tay, zu welchen Problemen diese auch führen kann.

 

Sonntag, 8. September 2019

Löschen oder ignorieren? - Wie Soziale Medien unerwünschten Inhalt fernhalten

Hat Tim Berners-Lee damals schon geahnt, was er mit der Erfindung des World Wide Web lostreten wird? 1990 hatte er die Idee, die Kommunikation und den Austausch durch „Programmierung von HTML-Seiten“ (Münker 2009, S. 11) zu erleichtern. Die erste Website ging 1991 online, war aber nur für wenige zugänglich. Erst 1993 stand die erste Version des Web, das Web 1.0, jedem und jeder zur Verfügung, der oder die einen Computer mit Internetzugang besaß. So konnte man leicht Wissen abrufen. Das war es nämlich, was das Web 1.0 auszeichnete - es war ausschließlich ein Konsumgut. Selbst etwas dazu beitragen konnten die Konsument_innen im Lese-Web nicht.

Mit der Jahrtausendwende gab es auch Veränderungen im Web. Spätestens mit Facebook im Jahr 2004 wurde das Zeitalter des Web 2.0 eingeläutet. Die Veränderung: Jede und jeder konnte sich nun im Web einbringen. Aus dem passiven Lese-Web wurde ein aktives Lese- und Schreibe-Web. Bloggen, Hochladen, Teilen und Kommentieren wurden zur Normalität und sind zentrale Charakteristika des zweiten Web — die Sozialen Medien waren geboren.

Das Besondere an ihnen: „Sie entstehen erst im gemeinsamen Gebrauch“ (Münker 2009, S. 10). Heute sind über drei Milliarden Menschen über das Web 2.0, auch Social Web genannt, verbunden (vgl. Block & Riesewieck 2018). Inzwischen werden pro Minute auf YouTube 500 Stunden Videomaterial, auf Facebook 2,5 Millionen Posts hochgeladen und über Twitter 250.000 Tweets gesendet (Block & Riesewieck, 2018). Weltweit. Tendenz steigend.

Dass das „Vernetzt-Sein“ und das Teilen von Wissen unglaubliche Vorteile bringt, ist unbestritten. Wikipedia ist die größte Enzyklopädie der Welt, kostenlos, jederzeit abrufbar und wurde auch für diesen Blogbeitrag als Quelle hinzugezogen. Um mit Freunden auf der ganzen Welt in Kontakt zu bleiben, kann Facebook problemlos genutzt werden. YouTube ist dank seiner „Tutorials“ ausgezeichnet zum Teilen und zur Aneignung neuen Wissens geeignet; das Spektrum reicht vom perfekten Auftragen des Make-Up bis hin zur Integralrechnung.

Jedoch ist der Inhalt des Web keine Utopie, in der nur das Gute der Menschheit zu finden ist. Menschen teilen alles. So bleibt das Web auch von grausamen Inhalten, die unmenschlich und schwer zu ertragen sind, nicht verschont. Darunter fallen beispielsweise Kinderpornografie oder Gewalt. Trotzdem kommt man mit ihnen in den Sozialen Medien (in diesem Beitrag werden die größten Plattformen Facebook, Instagram, YouTube und Twitter als Beispiel genommen) so gut wie nie in Kontakt. Ähnlich wie Moritz Riesewieck und Hans Block in ihrer Dokumentation, „The Cleaners“ aus dem Jahr 2018 geht dieser Blogbeitrag der Frage nach, was und wer dafür verantwortlich ist, dass wir, die Nutzer_innen des Social Web, solche Inhalte nicht zu sehen bekommen.

Als erstes lege ich die Rolle der Algorithmen in der Nutzung von Online-Plattformen dar. Mit der Computer Vision erläutere ich einen weiteren Grund dafür, wie verbotener Inhalt herausgefiltert wird. Als letztes gehe ich auf die Content Moderators ein, erkläre ihre Arbeit, die ganz und gar einem „sauberen“ Netz gewidmet ist, und beschreibe deren Konsequenzen.

Mittwoch, 15. Mai 2019

Soziale Medien - eine Gefahr für die Demokratie?

Das Bildungsministerium für Bildung und Forschung veröffentlichte am 11.05.2019 einen Artikel, in dem der Medienforscher Jan-Hinrik Schmidt zu Themen wie Meinungsvielfalt im Netz interviewt worden ist. Zu den Aufgaben eines Lehrers gehört auch, den Schülern beizubringen, wie man Medien nutzt und wie man Informationen aus diesen zieht.

Im folgenden Artikel werden Risiken der einseitigen Berichterstattung thematisiert, welche oftmals aus der "falschen" Nutzung bestimmter Medien hervorgehen. Zudem wird davor gewarnt, dass vor allem Populisten diese Plattformen nutzen, um mit Gleichgesinnten zu kommunizieren und ihre Ansichten zu teilen und zu verbreiten. Zuletzt werden auch Tipps genannt, wie man aus der eigenen "Filterblase" heraustreten und sich mit anderen Meinungen auseinandersetzen kann.

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Soziale Medien: Eine Gefahr für die Demokratie?, erschienen am 11.05.2019, https://www.bmbf.de/de/soziale-medien-eine-gefahr-fuer-die-demokratie-8606.html

Freitag, 26. April 2019

Digitale Diskurspolizei

Eben zwei Artikel gelesen, welche für das Seminar relevant sein könnten. Ein politischer Diskurs mit einer prominenten Rednerliste zum Thema Kopftuch führt an der Goethe-Universität in Frankfurt zum Eklat. Auffällig hierbei der Einsatz der sozialen Medien. Anbei die Links zu den Artikeln der FAZ:

Dienstag, 1. Mai 2018

Internet-Werbemarkt und Manipulation

Anlässlich des "Facebook-Datenskandals" hat sich Sascha Lobo einige grundlegende Gedanken zur neuen Werbewelt im Internet gemacht und in dem lesenswerten Artikel "Das Märchen von der magischen Manipulation" veröffentlicht.

Dienstag, 21. März 2017

YouNow - Streams aus Kinderzimmern

Wonder_Girl_Berlin sitzt gerade auf der Couch und spricht über ihren Exfreund. GreekBoY liegt in seinem Bett und hört das neue Kollegah Album. Bei Paaaaaascal ist nur der Kopf zu sehen und sein Schnarchen zu hören. Belinda flechtet ihrer Freundin die Haare und tauscht sich mit ihr über den Schulalltag aus.

Alle erwähnten Ereignisse passieren zur gleichen Zeit in deutschen Kinder- und Jugendzimmern und jeder kann ihnen dabei zuschauen, denn die sogenannten Streamerinnen und Streamer machen eine Live-Übertragung in das World Wide Web. Die oben genannten Jugendlichen sind Nutzer der Onlineplattform YouNow.

Kaum eine Seite beziehungsweise Smartphone-App verursachte einen so gewaltigen medialen Aufschrei wie YouNow. Man sprach von „Teenager-Striptease aus dem Kinderzimmer“ oder einem „Paradies für Pädophile“. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich und was macht den Reiz für viele Jugendliche aus?



Hintergrund zu YouNow

In den letzten sechs Jahren sind die sogenannten Social Live Streaming Services entstanden. Diese Plattformen geben den Internetnutzern verschiedene Möglichkeiten, sich live zu präsentieren und eigenes Material in Echtzeit zu produzieren.