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Montag, 3. Oktober 2016

Dschihadistische Radikalisierung von Jugendlichen im Internet

Wir wissen von mehr als 800 Syrien-Reisenden aus Deutschland. [...] Etwa ein Drittel dieser gereisten Personen ist wieder in Deutschland.[1]
Die Zahl junger Menschen aus Deutschland, die sich für ein Leben für den Dschihad entschieden und sich dem "Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen" anschlossen haben, steigt stetig an. Im Jahr 2016 kletterte die Zahl der Rekrutierten aus Deutschland auf ca. 800. Ungefähr 180 Rückkehrer aus Syrien und dem Irak halten sich zur Zeit wieder in der Bundesrepublik auf. Diese Zahlen und die islamistisch geprägten Anschläge der letzten Zeit verleihen diesem Thema eine besondere Relevanz.

Daher ist es angebracht, zu untersuchen, wie es dem "Islamischen Staat" (IS) gelingt, so viele junge Menschen aus Deutschland für sich zu gewinnen und sie so zu manipulieren, dass sie sich dem „Heiligen Krieg“ anschließen. Hier stellt sich die Frage, wo und auf welche Weise möglichst viele junge Menschen angesprochen und von den fragwürdigen Ansichten der Islamisten überzeugt werden können.

In dieser Hinsicht soll der Zusammenhang von Internet und dschihadistischer Radikalisierung genauer untersucht werden. Jeder Jugendliche in Deutschland nutzt das Internet, surft herum und bewegt sich in Sozialen Netzwerken. Das wissen auch die Dschihadisten und nutzen dies gekonnt für ihre Zwecke aus.

Die Anschläge am 06.08.2016 im belgischen Charleroi oder in einer Regionalbahn bei Würzburg am 18.07.2016 zeigen, dass dieses Thema nicht an Brisanz verliert. In dieser Arbeit konzentrieren wir uns hauptsächlich auf die Radikalisierung von jungen Erwachsenen durch das Internet. Wie schafft es der IS, so viele junge Menschen für sich zu gewinnen? Welche Rolle spielt das Internet in der dschihadistischen Radikalisierung von Jugendlichen in Deutschland?

Dieser Beitrag versucht zu Beginn mit Hilfe eines Videos aus der Reihe "Mit offenen Karten" zu erklären, woher der Salafismus kommt und was er überhaupt ist. Danach erfolgt eine kurze Untersuchung elektronischer Medien bei der Verbreitung von salafistischer Propaganda. Der nächste Teil soll Aufschluss darüber geben, welche salafistischen Kernbotschaften dazu verwendet werden, Jugendliche im Internet zu indoktrinieren.

Daraufhin werfen wir einen Blick auf einen der wichtigsten Teile der Jugendkultur in diesem Zusammenhang, die Musik. Nun folgt eine Betrachtung spezifischer Fallbeispiele von sich tatsächlich ereigneten Radikalisierungen junger Menschen. Danach beschäftigen wir uns mit der Radikalisierungsprävention und der Deradikalisierung von jungen Islamisten, um solche Werdegänge von Jugendlichen in Deutschland zu verhindern. Im letzten Teil wird die Frage zu beantworten versucht, was das Internet im dschihadistischen Radikalisierungsprozess von Jugendlichen in Deutschlang für einen Stellenwert besitzt.

Donnerstag, 7. Juli 2016

Jihadistische Radikalisierung von Jugendlichen im Internet

In der heutigen Zeit hat jeder Jugendliche Zugang zum Internet. Und nicht erst seit kurzem nutzen radikale Gruppierungen das World Wide Web, um gezielt junge Menschen zu erreichen, die sich in einer schwierigen Phase ihres Lebens befinden. Diese Zielgruppe ist oft unglücklich oder unzufrieden mit ihrem Leben, sie hat wenig soziale Kontakte oder kein starkes soziales Umfeld. Auch diejenigen, die in der Gesellschaft nicht angekommen sind oder die das Gefühl bekommen, dass sie irgendwie nicht dazugehören, sind sehr anfällig für Radikalisierung.

Die raffinierte Propaganda dieser radikalen Gruppierungen spricht diese Jugendlichen stark an. Sie stoßen leicht auf hochemotionalisierende Inhalte, zugespitzte Botschaften oder islamistische Kriegspropaganda. Sie bekommen dadurch einen sehr einseitigen, pauschalisierten Eindruck von Konflikten, die immer auf einen Kampf der Ungläubigen gegen die Muslime reduziert werden. Auf diesem Weg wird oft eine vereinfachte "Welt der Guten und der Bösen" vermittelt, die für die Jugendlichen leichter zu verstehen ist als die komplizierte und intransparente Politik, die in den Nachrichten auftaucht.

Einige dieser im Internet kursierenden Videos haben einen ähnlichen Charakter wie ein Computerspiel - ein bei vielen Jugendlichen vertrautes Format. So wird den zu Radikalisierenden der Krieg als ein Abenteuer verkauft und soll so die Lust nach Adrenalin, Waffen und Kriegsrausch wecken. Im folgenden Video wird auf die Wirkung solcher Propagandavideos und die Rolle der in  Deutschland auftretenden Prediger näher eingegangen:


Auf der Seite der Bundeszentrale für poltische Bildung ist ein umfangreicher und aufschlussreicher Artikel zu finden: Jihadistische Radikalisierung im Internet und mögliche Gegenmaßnahmen

Montag, 25. Januar 2016

Tagung: Extremismus im Netz

Das Archiv der Stuttgarter Tage der Medienpädagogik ist eine wahre Fundgrube für Vortragsvideos zu den Themen dieses Blogs. Die bevorstehende Tagung am 15. März 2016 beschäftigt sich mit dem Thema "Extremismus im Netz" (Programm). Auf der Website findet sich folgender Ankündigungstext:
"Demokratiefeindliche, rechtsextreme, rechtspopulistische sowie islamistische/salafistische Gruppierungen verwenden die sozialen Netzwerke zunehmend für ihre eigenen Zwecke und umwerben allen voran junge Menschen für die Durchsetzung ihrer Interessen. Sie nutzen die Vorteile des Internets in Bezug auf Vernetzung, Veranschaulichung und einfachen Zugang und erreichen über die sozialen Netzwerke in kürzester Zeit ein breites Publikum. Oft ist insbesondere für Jugendliche nicht sofort ersichtlich, welche Gefahr von ihnen ausgeht.

Es wird zu Demonstrationen aufgerufen, Hetze gegen bestimmte Gruppen betrieben und Hass verbreitet. Für diese Gruppierungen ist es über soziale Netzwerke attraktiv und einfach, Jugendliche für "ihre Sache" zu begeistern und mit diversen Versprechungen anzulocken. Die zunehmende Professionalität extremistischer Gruppierungen begünstigt diese Absicht zusätzlich. Voraussetzung für ein effizientes und nachhaltiges Vorgehen gegen diese Entwicklungen sind Medienkompetenz und Sensibilisierung als Komponenten politischer Bildung und bürgerschaftlichen Engagements.

Die 39. Stuttgarter Tage der Medienpädagogik informieren über Hintergründe rund um die Themen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Islamismus/Salafismus sowie ihre Präsenz im Internet und vermitteln Handlungsstrategien für die Medienpädagogik."

Sonntag, 15. März 2015

Mama und Papa, ich kämpfe jetzt für Allah - Wie Jugendliche durch das Internet radikalisiert werden

In den vergangenen Monaten bestimmten Schlagzeilen wie die folgenden die Titelblätter der bekannten deutschen Tageszeitungen:
Hunderte junge Männer aus Deutschland mit und ohne Migrationshintergrund machen sich auf, um für die islamischen Terroristen der ISIS zu kämpfen. Diese Tendenz zeigt sich seit geraumer Zeit jedoch ebenso bei jungen Frauen. Wie wurden diese Jugendlichen zu Radikalen? Können Eltern bzw. Freunde eine solche Radikalisierung erkennen? Kann einer solchen Radikalisierung präventiv entgegengewirkt werden?

Um diese Fragen soll es im folgenden gehen. Abschließend werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Schulen präventiv einer Radikalisierung entgegenwirken können bzw. welche Anlaufstellen es im Falle einer bereits vollzogenen Radikalisierung gibt.