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Samstag, 4. Oktober 2025

Der Tod des Internet - Film über KI von Mario Sixtus

KI ist (nicht nur in Bildung und Wissenschaft) das Thema der Stunde. Nun hat Mario Sixtus einen knapp einstündigen Dokumentarfilm zum Thema produziert, der unbedingt sehenswert und hier in der Arte Mediathek zu finden ist: https://www.arte.tv/de/videos/122187-000-A/ki-der-tod-des-internets/

Montag, 13. November 2023

Montag, 23. Oktober 2023

Webtalk zu künstlicher Intelligenz mit der Bildungsministerin

Am Freitag 27.10.2023 um 17:30 Uhr findet ein Webtalk statt zum Thema "KI-Land Deutschland? Wie Künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft verändert und Politik fordert". Mit dabei sind Bettina Stark-Watzinger MdB, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Jonas Andrulis, KI-Unternehmer und Gründer von Aleph Alpha. Weitere Informationen zur Veranstaltung und die Möglichkeit zur Anmeldung findet man hier: https://shop.freiheit.org/#!/Veranstaltung/HOZFH.

Zum Thema: Spätestens mit dem Hype um Chat-GPT gehört Künstliche Intelligenz (KI) zu den meistgenutzten Schlagworten in politischen Debatten. KI prägt schon heute unseren Alltag, steckt in jedem Smartphone, reguliert Verkehr und Finanzwesen. Die zukünftigen technologischen Möglichkeiten sind genauso wenig absehbar wie die politischen und gesellschaftlichen Folgen. Gleichzeitig hinkt Deutschland beim Ausbau der digitalen Infrastruktur noch immer hinterher. KI wird unser aller Leben nachhaltig verändern, die Wirtschafts- wie Finanzwelt – vor allem aber unsere Gesellschaften und Demokratien. Manipulierte Videos – sogenannte Deepfakes – sind für Laien kaum noch von echten Videos zu unterscheiden. Fake News Kampagnen und die Macht von Social Media zeigen auf, wo Gefahren und Herausforderungen für Demokratien liegen.

Dienstag, 20. September 2022

Aktionstage Netzpolitik & Demokratie 2022

 Vom 14. bis 20. November 2022 finden bereits zum fünften Mal die bundesweiten Aktionstage „Netzpolitik & Demokratie“ statt, die von den Landeszentralen für politische Bildung in ihren jeweiligen Bundesländern sowie der Bundeszentrale für politische Bildung koordiniert werden. Es geht darum, das Thema Netzpolitik bundesweit in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und politische Medienkompetenz zu fördern.

Warum Netzpolitik und Demokratie? Digitalisierung, Internet und Netzpolitik sind ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags geworden und bestimmen die Art und Weise unserer Kommunikation und die Möglichkeiten von politischer Beteiligung. Debatten über die Macht von Algorithmen, Datenschutz, Netzneutralität, künstliche Intelligenz oder Fragen zum Urheberrecht in einer digitalen Welt sind nur einige Beispiele für das weite Themenfeld Netzpolitik. Auch Desinformationen und Hass im Netz werden zunehmend zur Bedrohung für unsere Gesellschaft. Welche Konsequenzen haben die digitalen Entwicklungen für unsere Demokratie und wie kann sie auch in digitalen Räumen bewahrt, vertieft und gefördert werden?

Wie können Sie sich aktiv beteiligen? Wir wollen Sie dazu einladen, selbst Teil der Aktionstage „Netzpolitik & Demokratie“ 2022 zu werden und sich mit eigenen Veranstaltungen zu beteiligen. Ob klassische Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops oder Ausstellungen, Filmvorführungen und künstlerische Darbietungen zum Themenfeld: alle erdenklichen Formate – ob in Präsenz oder online – aus sämtlichen netzpolitischen Themenbereichen sind willkommen. Voraussetzung ist einzig die Überparteilichkeit der Veranstaltung.

Sie wollen die Aktionstage aktiv mitgestalten oder haben sogar schon eine Veranstaltungsidee? Dann nehmen Sie Kontakt zur Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg auf und klären Sie alle wichtigen Eckdaten für Ihre Veranstaltung im Rahmen der Aktionstage. Nutzen Sie dafür gern das Onlineformular auf der Webseite der Aktionstage oder wenden Sie sich direkt an den Ansprechpartner vor Ort (Mail: daniel.henrich@lpb.bwl.de; Tel.: 0711 164 099 64). Eine entsprechende Übersicht aller Ansprechpartner:innen finden Sie auf der Webseite.

Was gibt es bereits? Auf der Website www.netzpolitische-bildung.de finden Sie alle Ansprechpartner:innen sowie Pressematerial. Zeitnah werden hier auch alle geplanten Veranstaltungen für die Aktionstage vom 14. bis 20. November 2022 zu finden sein. Auf Social Media sind die Aktionstage „Netzpolitik & Demokratie“ mit Kanälen auf Facebook, Twitter, Instagram und neuerdings auch auf Mastodon vertreten. Falls Sie dies nicht ohnehin bereits tun, laden wir Sie herzlich dazu ein, uns zu folgen und unsere Inhalte zu liken und zu teilen.

  • Facebook: @AktionstageNetzpolitik
  • Twitter: @AktionstageNetz 
  • Instagram: @AktionstageNetz 
  • Mastodon: @AktionstageNetz

Auch unter dem Hashtag #ATNetPol bleiben Sie auf dem Laufenden.

Montag, 22. August 2022

Politische Bildung in einer digitalen Welt - bpb Dossier

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat ein Online-Dossier zur digitalen politischen Bildung veröffentlicht, das eine wahre Fundgrube darstellt. Stöbern lohnt sich: "Politische Bildung in einer digitalen Welt"...

Montag, 1. November 2021

Podiumsgespräch mit dem Internetaktivisten Daniel Domscheit-Berg

Das Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Stuttgart (Gymnasium), die Dieter von Holtzbrinck Stiftung und das Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart laden ein zum Podiumsgespräch mit dem Internetaktivisten und IT-Sicherheitsexperten Daniel Domscheit-Berg. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier...

Thema: Transparenz und Privatsphäre in einer digitalisierten Welt
Termin: Do 11.11.21, 19:30-21:00 Uhr
Ort: Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart
Kontakt: info@hospitalhof.de, Tel. 0711 / 2068-150

Donnerstag, 16. Juli 2020

Hasskommentare im Internet: Ist das Netzwerkdurchsetzungsgesetz eine wirksame Antwort?



Schaut man sich das Video an, veröffentlicht im Oktober 2019 und damit knapp zwei Jahre nachdem das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) der großen Koalition in Kraft trat, neigt man dazu, die aufgeworfene Frage nach der Wirksamkeit des NetzDG vorschnell mit einem klaren „Nein“ zu beantworten. Das Gesetz kann keine wirksame Antwort sein, wenn nach wie vor solche Kommentare im Netz verbreitet werden.

Dieser Beitrag liefert einen genaueren Blick. Im ersten Teil wird die aktuelle Situation geschildert: Wie veränderte sich der Hass durch das Web 2.0? Wie lassen sich Hasskommentare überhaupt definieren? Wer sind die Personen, die solche Kommentare verfassen, und welche Motive treiben sie dazu an? Ausgehend davon wird im zweiten Teil der Blick auf den Umgang mit Hasskommentaren gerichtet: Was genau besagt das Netzwerkdurchsetzungsgesetz? Welche Ziele verfolgt es und welche Anforderungen stellt es? In einer abschließenden Analyse werden die Transparenzberichte der Unternehmen Twitter, Facebook und Youtube von Januar 2018 bis Dezember 2019 verglichen und die Fragestellung nach der Wirkung des NetzDG differenziert beantwortet.

Mittwoch, 8. Januar 2020

Cambridge Analytica

Personenbezogene Daten haben Öl als wertvollste Ressource der Welt eingeholt. Wieso, das zeigen die Erfolge der Firmen SCL bzw. Cambridge Analytica. Diese Datenanalyse-Unternehmen benutzen sogenanntes "microtargeting", um Einfluss auf politische Prozesse, Wahlen und die internationalen Beziehungen zu nehmen. Cambridge Analytica mischte in der USA-Wahl 2016 als Unterstützer der Trump-Kampagne mit. Ziel war es, die unentschlossenen Wähler und "Swing States", Staaten die demokratisch oder republikanisch wählen könnten, auf die Seite der Republikaner zu ziehen.

Um dies zu schaffen, wurden Unmengen an Daten gesammelt und analysiert. Die Firma behauptete, ein umfassendes Persönlichkeitsprofil über jeden US-amerikanischen Erwachsenen zu besitzen. Dieses Profil wurde benutzt, um die Personen mit personalisierten Videos, Artikeln usw. online zu bombardieren, um ein Narrativ zu erschaffen, in dem Trump zu wählen am sinnvollsten erscheint.

Allein dafür wurden zu den Hochzeiten eine Million Dollar für Placements auf Facebook pro Tag gezahlt. Die Rolle Facebooks in dem Datenskandal um Cambridge Analytica führte unter anderem zu der Befragung von Mark Zuckerberg. Cambridge Analytica trug auch zum Erfolg der Leave.eu Kampagne für den Brexit bei.

Wie ausschlaggebend und erfolgreich die Auswirkungen dieser Firma auf die jeweiligen Ereignisse wirklichen waren, ist schwer zu sagen. Der Whistleblower und ehemalige Mitarbeiter von Cambridge Analytica, Christopher Wylie, meinte dazu, es sei egal, wie groß die Auswirkungen seien, sobald wir Betrug in unseren demokratischen Wahlen zulassen, sei die Demokratie gefährdet. Die Firma sei eine Propagandamaschine (Interview mit Christopher Wylie).

Über Cambridge Analytica wurden mehrere Dokumentationen veröffentlicht. Die meiner Meinung nach interessantesten sind die Arte-Doku Fake America Great Again, sowie die Netflix-Doku "The Great Hack".

Donnerstag, 14. November 2019

BürgerInnen fragen - PolitikerInnen antworten

abgeordnetenwatch.de ist eine Internetplattform, die öffentliche Bürgerfragen an Abgeordnete auf Bundes- und Europaebene sowie in allen 16 Landesparlamenten ermöglicht. Betrieben wird das Portal von der NGO bzw. dem gemeinnützigen Verein „Parlamentwatch e.V.“, welcher sich vor allem durch Spenden finanziert.

Mit monatlich über 125.000 BesucherInnen sowie gut 275.000 Seitenabrufen ist abgeordnetenwatch.de das größte politische Dialogportal Deutschlands. Ihre Vision ist eine selbstbestimmte Gesellschaft. Der öffentliche Dialog schafft Transparenz und sorgt für eine Verbindlichkeit in den Aussagen der Politiker:innen. Denn alles ist auch Jahre später noch nachlesbar.

Die Freischaltung von gestellten Fragen kann je nach Nutzeraufkommen u.U. einige Stunden dauern, da alle eingehenden Fragen von einem Moderatorenteam überprüft werden. Falls eine Frage nicht freigeschaltet werden kann, wird man von einem der Moderatoren informiert. Aus Gründen der Rechtssicherheit wird die IP-Adresse gespeichert, aber nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben.

Weitere Angebote des Portals:
  • im Bundestag werden alle namentlichen Abstimmungen erfasst
  • Dokumentation der Ausschussmitgliedschaften der Abgeordneten
  • Dokumentation der Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten
  • Dokumentation der Wahlprogramme
  • Aufklärung über das Bundestagswahlrecht
  • Petitionen
  • überparteilicher Blog - der Blog versteht sich als ergänzende Diskussionsplattform zum Angebot von abgeordnetenwatch.de. Er berichtet über das Projekt und Themen wie Transparenz, Bürgernähe, Teilhabe in der Politik und Informationsfreiheit und nimmt hierzu Stellung

Donnerstag, 17. Januar 2019

Gefährdet Big Data unsere Demokratie?

„Die Datenökonomie lebt davon, alle möglichen Informationen einzusammeln – immer und überall, manchmal sogar ohne dass wir etwas tun. Das ist gefährlich: Unsere Demokratie, wie wir sie kennen, wird die Digitalisierung nicht überleben.“
Der folgende Artikel von Volker Boehme-Neßler beschreibt deutlich, dass Big Data unsere Demokratie gefährdet. Durch die ständige Überwachung unserer Daten wird unsere Freiheit eingeschränkt. Menschen können sich dadurch nicht zum mündigen Bürger entwickeln. Politische Diskussionen finden nur noch auf Twitter statt und sind alles andere als sachlich und argumentativ. Geleitet von Emotionen, setzt sich nicht mehr das beste Argument durch, sondern nur noch die Meinung mit dem höchsten Hysteriepotenzial.

Jeder muss mit jedem reden können. Das ist das Grundgesetz der Demokratie. Aber WIE, wenn die digitale Welt das Leben in der Filterblase fördert?

Ein Artikel, der die Gefahren von Big Data für unsere Demokratie deutlich macht: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article186843448/Big-Data-Die-Digitalisierung-hoehlt-unsere-Demokratie-aus.html

Dienstag, 14. November 2017

Aktuelle APuZ-Ausgabe zum Thema Darknet

Die aktuelle Ausgabe 46-47/2017 der Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" (APuZ) befasst sich mit dem Thema Darknet und steht im Volltext kostenlos zur Verfügung. Die Kurzbeschreibung auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) lautet:
Spätestens nachdem im Juli 2016 ein 18-jähriger Schüler am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschoss, ist auch der deutschen Öffentlichkeit das Phänomen "Darknet" bekannt. Hier soll der Attentäter den Kauf der Tatwaffe angebahnt haben. In den Schlagzeilen erschien das Darknet entsprechend als anrüchige, "dunkle" Seite des Internets. In der Berichterstattung über das Darknet wird aber auch seine "helle" Seite betont: Die absolute Anonymität bietet Menschenrechtlern, Journalistinnen und Whistleblowern in repressiven Staaten Schutz vor politischer Verfolgung. Für sie ist das Darknet oft die einzige Möglichkeit, sich politisch zu engagieren und der staatlichen Überwachung zu entkommen.
Die Ausgabe umfasst die folgenden Aufsätze: 
  • Stefan Mey: "Tor" in eine andere Welt? Begriffe, Technologien und Widersprüche des Darknets - Das Darknet gilt als Gegenentwurf zum World Wide Web und will eine vor Überwachung geschützte unzensierte Kommunikation ermöglichen. Wie zu erwarten, wird die gebotene Anonymität auf gesellschaftlich erwünschte wie ethisch unerwünschte Weise genutzt.
  • Otto Hostettler: Hilflose Ermittler. Warum Kriminelle im Darknet wenig zu befürchten haben - Das Handelsvolumen auf den anonymen Marktplätzen im Darknet hat sich innerhalb der vergangenen Jahre vervielfacht. Die Anonymität bietet Kriminellen ungeahnte Möglichkeiten und stellt Ermittlungsbehörden vor größte Herausforderungen.
  • Daniel Moßbrucker: Netz der Dissidenten. Die helle Seite im Darknet - Das Darknet bietet Rückzugsräume für Dissidenten und Journalisten. Die Technologie hilft, demokratische Strukturen zu stärken. Der Handel mit Spähsoftware sowie weitgreifende Überwachungsgesetze in vielen Ländern beschneiden diese Räume jedoch zunehmend.
  • Matthias Schulze: Going Dark? Dilemma zwischen sicherer, privater Kommunikation und den Sicherheitsinteressen von Staaten - Im Zuge des Antiterrorkampfes wird immer wieder gefordert, Verschlüsselungstechnologien zu schwächen. Dabei haben sie einen großen Nutzen im Bereich der Cybersicherheit. Wenn sie geschwächt werden, erhöht man nicht die Sicherheit, sondern senkt sie.
  • Friedemann Brenneis: Phänomen Bitcoin. Geld, Technologie und gesellschaftliches Ereignis - Vom verruchten Darknet-Geld zur gehypten Digitalwährung mit Milliardenwert: Der Bitcoin hat es innerhalb weniger Jahre weit gebracht. Doch liefert dieses mysteriöse Phänomen mehr Fragen als Antworten. Vor allem: Was ist das eigentlich – und warum ist es noch nicht gescheitert?
  • Albrecht Beutelspacher: Eine kurze Geschichte der Kryptografie - Die ersten Verfahren der Kryptografie sind militärischen und politischen Ursprungs, und sie spielten sich zwischen Staaten ab. Heute ist Verschlüsselung aus unserem Alltag kaum wegzudenken und ermöglicht uns, die Vertraulichkeit von Kommunikation zu schützen.
  • Meropi Tzanetakis: Drogenhandel im Darknet. Gesellschaftliche Auswirkungen von Kryptomärkten - Der Onlinehandel mit Drogen ist so alt wie das Internet selbst. Technologische Innnovationen wie neue Verschlüsselungsmethoden haben jedoch zu einem systematischen und weltweiten Vertrieb von verbotenen Substanzen und anderen Produkten im Web beigetragen.

Montag, 3. Juli 2017

Der Kampf gegen Fake News

Das Internet, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2017 und kämpfen gegen einen fast unbesiegbaren Gegner: Die Täuschung. Ein Jahrtausende altes Prinzip bekommt im endlosen Raum des Internets neuen Aufschwung. Die Waffen: billig und simpel gestrickt. Ihre Auswirkungen: so groß, dass man ihnen zutraut, nichts weniger als politische Systeme zum Einsturz zu bringen. 

Die Rede ist von Fake News. Über das Internet, vorwiegend in sozialen Netzwerken, bewusst verbreitete Falschnachrichten, die sich im schlimmsten Fall als virales Lauffeuer verbreiten, um möglichst viele Leser zu infizieren und zu manipulieren. Das alles klingt wie die Zombie Apokalypse 2.0? Nicht ganz, immerhin haben wir dieser Invasion etwas entgegenzusetzen. Eine starke Waffe. Teuer und schwierig in der Herstellung, aber stark genug, um die schlimmsten Katastrophen zu verhindern: Bildung!

Know your enemy ist der erste Schritt im Kampf um die Wahrheit, aber dazu muss erstmal klar sein, von was gesprochen wird, wenn man von Fake News spricht. Unter dem Begriff werden heute unterschiedliche Phänomene und Interessen subsumiert. 


Was sind Fake News und wofür werden sie generiert?

Fake News sind, wie der Name schon besagt, Falschnachrichten. Allerdings verfolgen ihre Erzeuger unterschiedliche Ziele. Und wie so oft haben diese vor allem mit Geld und Macht zu tun. Mit Fake News, die gut „clicken“, sich also im Internet stark und schnell verbreiten, lässt sich viel Geld verdienen und das mit minimalem Aufwand.

Zu Zeiten des amerikanischen Wahlkampfes machte eine Handvoll politisch völlig unmotivierter mazedonischer Jugendlicher mit Fake News sehr viel Geld. Sie produzierten am laufenden Band Falschnachrichten über die beiden US-Spitzenkandidaten. Gefragt waren private und sehr schmutzige Details. Selbst augenscheinliche Unwahrheiten, die etwa behaupteten, Hillary Clinton würde einen Kinderpornoring betreiben, wurden gern angeklickt und weiterverbreitet.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Entwurf einer Digitalcharta

Kürzlich wurde die "Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union" vorgestellt (siehe https://digitalcharta.eu/). Auf der Website heißt es:
Eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, denen die Gestaltung der digitalen Welt am Herzen liegt, hat in den vergangenen 14 Monaten einen Vorschlag für eine Digitalcharta erarbeitet, der hiermit dem Europäischen Parlament in Brüssel und der Öffentlichkeit zur weiteren Diskussion übergeben wird. Diskutieren Sie mit, unterzeichnen Sie mit!
Die Charta ist überschaubar, umfasst neben einer Präambel 23 Artikel (Würde, Freiheit, Gleichheit, Sicherheit etc.) und wird von vielen Experten der digitalen Welt unterstützt. Eine Auswahl erster Einschätzungen dazu:
  • Markus Böhm: Prominente entwerfen Charta digitaler Grundrechte, Spiegel Online (Link)
  • Für digitale Grundrechte, Die Zeit (Link)
  • Markus Beckedahl: Neue Initiative für eine gesellschaftliche Netzpolitik-Diskussion: Symbolische Charta der digitalen Grundrechte der EU, Netzpolitik.org (Link)
  • Wolfgang Michal: Die Digitalcharta: ein deutscher Sonderweg, iRights.info (Link)

Montag, 5. Dezember 2016

Social Media und Politik: Fake-News und Social Bots

Das Brexit-Referendum und der Wahlkampf Donald Trumps haben auf Phänomene wie Social Bots und Fake News aufmerksam gemacht. Zwischenzeitlich sind einige Beiträge erschienen, die Orientierungswissen in dieser Debatte bieten. Eine Auswahl:
  • Simon Hegelich: Invasion der Meinungs-Roboter, Konrad-Adenauer-Stiftung: Analysen & Argumente, Ausgabe 221, September 2016 (Link, pdf)
  • Adrian Lobe: Gefährden Meinungsroboter die Demokratie?, Spektrum (Link)
  • Sascha Lobo: Wie soziale Medien Wahlen beeinflussen, Spiegel Online (Link)
  • Markus Reuter: Fake-News, Bots und Sockenpuppen - eine Begriffsklärung, Netzpolitik.org (Link
  • Gregor Weichbrodt: Bots unter Generalverdacht, Krautreporter (Link)

Sonntag, 17. Juli 2016

Debatte zu digitalen Grundrechten

Seit Ende 2015 sind in der Zeit einige lesenswerte Gastbeiträge erschienen, die aufeinander reagieren und eine interessante Debatte bilden. Während es am Anfang primär um netzpolitische Themen geht (Datenschutz, digitale Grundrechte), befasst sich der Beitrag von Bernhard Pörksen mit digitaler Bildung:

Dienstag, 19. Mai 2015

Bürgerhandbuch

Erlauben Sie mir einen Hinweis in eigener Sache: Das von mir und Paul Ackermann verfasste Bürgerhandbuch ist kürzlich erschienen. Darin finden sich auch jede Menge Aspekte aus dem Bereich der Netzpolitik. Das Buch ist im Wochenschau Verlag erschienen, Sie können es aber auch (wesentlich günstiger) über verschiedene Landeszentralen für politische Bildung beziehen, z.B. bei der LpB Baden-Württemberg.

Die vollständig überarbeitete und erweiterte 4. Auflage bietet Basisinformationen und 99 Praxis-Tipps, um sich politisch zu beteiligen und einzumischen. Das Buch besteht aus den folgenden 14 Bausteinen:

  • Vom Staatsbürger zum Weltbürger: Bürgerrollen im 21. Jahrhundert
  • Deutsche und europäische Demokratie – ein Mehrebenensystem für Bürgerbeteiligung
  • Sich Informationen beschaffen: Zeitung – Fernsehen – Google – Blogs
  • Die Meinungsbildung beeinflussen, an die Öffentlichkeit gehen
  • Durch Wahlen mitbestimmen: Kernstück jeder Demokratie
  • Abstimmungen: An Sachentscheidungen mitwirken
  • Parteien: An der politischen Willensbildung mitwirken
  • Vereine und Verbände: Gesellschaftliche Aufgaben und Interessen wahrnehmen
  • Von lokalen Bürgerinitiativen zu globalen NGOs: Sich für sich und andere einsetzen
  • Extremismus: Gefahren für die Demokratie erkennen und bekämpfen
  • Mit Verwaltungsbehörden umgehen: Bürger und Bürokratie als Partner
  • Sich an Planungen beteiligen: Formen der Bürgermitwirkung
  • Bürgerhaushalt: Können Bürger bei der Finanzplanung mitentscheiden?
  • Bürger als Verbraucher im Weltmarkt: Durch bewussten Konsum Nachhaltigkeit fördern
Jeder Baustein enthält neben einer Kurzeinführung die wichtigsten Grundinformationen, die durch Schaubilder, Fotos, Tabellen und Grafiken illustriert werden. Zudem finden Leserinnen und Leser wichtige Gesetzestexte, Originaltexte und Auszüge aus einschlägigen wissenschaftlichen Texten sowie auf den Marginalienspalten provokante Zitate zur jeweiligen Thematik.

Jedes Kapitel gibt Tipps zum Tun – insgesamt 99 an der Zahl. Durch Querverweise, Inhalts- und Stichwortverzeichnis werden sie sehr flexibel handhabbar und so zum regelrechten Handwerkszeug politischer Beteiligung. Literaturhinweise, Links und Surftipps machen Lust auf mehr.

Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten als Staatsbürger, EU-Bürger, Weltbürger, Wirtschaftsbürger und Netzbürger!

Mittwoch, 1. April 2015

Netzneutralität in der politischen Diskussion

Die Thematik der Netzneutralität ist in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der öffentlichen Berichterstattung gerückt. Mit ein Grund dafür dürfte sicherlich eine im April 2013 verkündete Entscheidung der Deutschen Telekom AG sein. Zukünftig sollte die Datengeschwindigkeit von diversen Internetanschlüssen nach Erreichen eines bestimmten Datenvolumens gedrosselt werden.

Dieser Punkt allein war jedoch nicht Anstoß des Protestes, sondern vielmehr, dass die Telekom beabsichtigte, den hauseigenen Dienst T-Entertain davon auszunehmen. Für die Netzgemeinde ein klarer Verstoß gegen den Grundsatz der Netzneutralität.

Doch nicht nur die Medien haben sich in den letzten Jahren intensiv mit der Netzneutralität befasst, auch die Politik hat mittlerweile die Notwendigkeit erkannt, sich intensiv damit zu befassen und Regelungen zu finden. In den USA ist dies im Februar diesen Jahres geschehen, eine Regelung durch die EU wird frühestens Ende 2015 erwartet.

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff der Netzneutralität? 

Einfach gesagt, könnte man den Begriff der Netzneutralität damit erklären, dass sämtliche Datenpakete bei der Übertragung gleich behandelt werden. Weder Sender, Empfänger noch Inhalt darf dabei eine Rolle spielen. Doch wie so oft ist es nicht ganz so einfach, in der Literatur gibt es etliche Versuche, eine Definition der Netzneutralität zu finden.

Sonntag, 15. März 2015

Aktuelle APuZ-Ausgabe zu Big Data

Die aktuelle Ausgabe (APuZ 11-12/2015) der Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" der Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de) befasst sich mit Big Data und enthält eine Reihe äußerst lesenswerter Aufsätze, allen voran einen Beitrag von Viktor Mayer-Schönberger, "Internet-Professor" in Oxford, mit dem Titel: "Was ist Big Data? Zur Beschleunigung des menschlichen Erkenntnisprozesses":
"Big Data ist also weniger eine neue Technologie denn eine neue oder jedenfalls signifikant verbesserte Methode der Erkenntnisgewinnung. Mit Big Data verbindet sich die Hoffnung, dass wir die Welt besser verstehen – und abgeleitet von diesem Verständnis bessere Entscheidungen treffen." (S. 14)
Mit eindrücklichen Beispielen schafft es der Autor, auf wenigen Seiten die wesentlichen Chancen und Risiken von Big Data zu verdeutlichen.

Insgesamt umfasst die Ausgabe die folgenden Aufsätze:

Freitag, 13. Februar 2015

Netzneutralität

Netzneutralität - ein eigentlich einfaches Wort, hinter dem mehr steckt, als man im ersten Moment annehmen würde. Im Grunde bedeutet es nichts anderes, als dass jedes einzelne Datenpaket bei der Übertragung im Internet gleich behandelt wird. Dabei spielt es keine Rolle, wer Sender und Empfänger des Datenpakets ist, noch welcher Inhalt im Paket verpackt ist.

Der folgende Link führt zu einem Video mit Grundinformationen zum Thema: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/transcoded/d/dd/Netzneutralitaet_Nitsch_Wurster.webmhd.webm/Netzneutralitaet_Nitsch_Wurster.webmhd.webm.360p.webm

Lange Zeit war die Thematik lediglich für Insider interessant, doch mit den rasant steigenden Datenmengen rückt das Thema vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit. Im Gleichschritt mit den anwachsenden Datenmengen sind die Internetdienstanbieter gezwungen, die Kapazität ihrer Netze zu erhöhen, denn nur so ist es weiterhin möglich, alle Daten gleichberechtigt zu übertragen.

Dies wiederum ist mit hohen Kosten verbunden. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass viele Internetdienstanbieter die Neutralität des Netzes ablehnen. Sie favorisieren eher ein Modell, bei dem verschiedene Daten unterschiedlich schnell und in unterschiedlicher Qualität transportiert werden. Diese Variante würde den Internetdienstanbietern die Möglichkeit für neue Preismodelle eröffnen.

So könnten sowohl Endkunden die Möglichkeit bekommen, durch Extrazahlungen die Daten schneller ‚geliefert‘ zu bekommen, als auch Inhaltsanbieter (wie z.B. Google mit seinem Dienst YouTube), die dafür sorgen könnten, dass die Nutzer der eigenen Dienste beim Datentransport bevorzugt werden.

Diese Lösung würde aber bedeuten, dass kleine Unternehmen und Startups, die sich eine Sonderbehandlung nicht leisten könnten, massiv benachteiligt wären. Am Ende wäre im harten Konkurrenzkampf um Kunden nicht alleine die Qualität der Inhalte, sondern auch die ‚Liefergeschwindigkeit‘ ausschlaggebend, womit finanzstarke Unternehmen wie Google im Vorteil wären und ihre jetzt schon starke Stellung am Markt noch weiter ausbauen könnten.

Unter anderem aus diesen Überlegungen heraus gibt es in der Europäischen Union und in den USA einen öffentlichen Diskurs zu diesem Thema. In den USA gab es schon diverse Gesetzentwürfe, die die netzneutrale Datenübermittlung sichern sollten, bislang sind diese jedoch abgelehnt worden. Trotz diesem Umstand spricht sich Barack Obama öffentlich für die Netzneutralität aus.

Weltweit gesehen gibt es unterschiedliche Herangehensweisen an diese Thematik, so gibt es beispielsweise in Norwegen, Slowenien, der Niederlande und Chile eine gesetzliche Vorschrift zur Wahrung der Netzneutralität. In Deutschland gibt es eine solche explizite Verordnung bislang nicht, jedoch wäre die Bundesnetzagentur beispielsweise dazu berechtigt, Mindestanforderungen an die Dienstqualität festzulegen.

Da davon ausgegangen werden muss, dass der Datenverkehr weiterhin stark ansteigt, wird sich diese Debatte möglicherweise verschärfen und ein Zwei-Klassen-Internet ist nicht völlig auszuschließen, zumindest solange es keine großflächigen gesetzlichen Regelungen dazu gibt.