Samstag, 1. April 2017

Bitcoin – eine echte Alternative?

Minuszinsen auf der Bank, die Finanzkrise 2008, die Griechenlandkrise, all das lässt die Menschen das Finanzsystem hinterfragen. Zunächst sollte jedoch geklärt werden, was Geld eigentlich ist.
„Geld ist ein spezielles Tauschmittel. Speziell, weil es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners befriedigt, sondern (nur) zu weiteren Tauschaktionen einsetzbar ist.“ (Eichhorn/Sollte 2009, S. 42).
Geld ist also ein Tauschmittel, das man, anders als beim direkten Tausch von Waren und Dienstleistungen gegen Waren und Dienstleistungen, aufbewahren und später zur Befriedigung eines Bedürfnisses verwenden kann. Hierzu muss es als Tauschmittel akzeptiert werden. Vertrauen in das Tauschmittel, die Währung, ist also nötig. Dies wird dadurch gewährleistet, dass der Staat diese Währung als gesetzliches Zahlungsmittel herausgibt (Weik/Friedrich, 2012, S. 17).

Es gibt zwei Arten von Geld: Giralgeld und Bargeld. Bargeld, auch Hartgeld, ist das Geld, das wir in die Hand nehmen können. Es gibt Banknoten und Münzen. Im Falle der Euromünzen entspricht der Materialwert der Münze nicht dem darauf eingeprägten Wert. Giralgeld, man nennt es auch Buchgeld, dagegen ist das Geld, das unserem Bankkonto gutgeschrieben ist (wissen.de).

Um zu verstehen, warum viele Menschen das Finanzsystem hinterfragen, muss auch betrachtet werden, wie Geld entsteht. Geld wird im Grunde aus dem „Nichts geschaffen“. Zum einen von den Notenbanken. Die für den Euro zuständige Notenbank ist die EZB, die Europäische Zentralbank. Sie gehört den nationalen Zentralbanken der Euro-Mitgliedsländer und hat das Monopol zur Geldschaffung. Hierzu vergibt sie Kredite an die Geschäftsbanken, die aber nur aus Buchgeld bestehen. Einen realen Gegenwert gibt es nicht (Weik/Friedrich, 2012, S. 22 f.).

Aber auch die Geschäftsbanken „drucken“ Geld aus dem Nichts. Tatsächlich erschaffen sie mehr Geld als die EZB. Dies geschieht folgendermaßen: Banken vergeben Kredite an Privatpersonen und Unternehmen. Dies sind jedoch nicht (nur) die Spareinlagen anderer Kunden, die ausgegeben werden. Banken müssen nur zwei Prozent des von ihnen gebuchten Geldes besitzen. Wird also ein Kredit von 1000 Euro vergeben, muss die Bank nur 20 Euro davon wirklich haben (Weik/Friedrich, S. 26).

Es stellt sich noch die Frage, wie der Staat an sein Geld kommt. Die Zentralbanken unterstehen dem Staat. Da der Staat aber eine Inflation auslösen könnte, wenn er sein Geld einfach druckt, wird das Geld bei Banken geliehen. Banken jedoch leihen sich das Geld in Form von Krediten bei der EZB, also beim Staat. Seit dem 10.03.2016 beträgt der Leitzins, also der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld ausleihen können, 0,00% (finanzen.net). Der Staat verleiht also kostenlos Geld an Banken, um sich bei den Banken Geld gegen Zinsen zu leihen (Weik/Friedrich, 2012, S. 274 f.).

Eigentlich wundert es kaum jemanden, dass das Vertrauen in das Finanzsystem ins Wanken geraten ist. Bitcoin bietet eine Alternative. Was Bitcoin ist, wie es funktionier und ob es eine echte Alternative darstellt, wird im Folgenden geklärt.

Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist im Grunde Bargeld für das Internet, das auf 21 Millionen Bitcoins limitiert ist. Es ist die erste Realisierung einer „Krypto-Währung“. Neu ist dieses Konzept nicht, denn es wurde erstmals 1998 von Wei Dai beschrieben. Die Idee dahinter ist, dass Kryptographie die zentrale Autorität (den Staat) als Kontrollorgan ersetzt. Erst über zehn Jahre nach der ersten Beschreibung, nämlich 2009, konnte dessen Machbarkeit durch Satoshi Nakamoto nachgewiesen werden. Die technische Beschreibung kann hier abgerufen werden. Wer Satoshi Nakamoto ist, ist bis heute nicht bekannt, auch nicht, ob es sich um eine Einzelperson oder eine Gruppierung handelt (bitcoin.org).

Bitcoin ist ein Netzwerk, das niemandem gehört. Alle Nutzer kontrollieren es. Entwickler verbessern zwar die Software, haben aber keinen direkten Einfluss auf das Protokoll. Warum das so ist, wird später erklärt. Das System funktioniert solange, wie sich eine Mehrheit der Nutzer an gemeinsame Regeln hält (bitcoin.org). 

Wie funktioniert Bitcoin?

Wer Bitcoin als Zahlungsmittel nutzt, benötigt einen „Geldbeutel“, einen Bitcoin-Wallet. Dieser wird von einem Computerprogramm zur Verfügung gestellt. Im Grunde ist dieser für den Nutzer nicht von einem traditionellen Online-Banking Zugang seiner Hausbank zu unterscheiden. Die Sicherheit des Bitcoin wird dabei von der „Blockchain“ gewährleistet. Sie wird durch drei Bestandteile aufrecht erhalten:
  1. Digitales Kassenbuch
  2. Miner
  3. Belohnung
Im digitalen Kassenbuch werden alle Transaktionen durch die sogenannten „Miner“ gespeichert. Miner sind Privatpersonen oder Unternehmen, die ihre Computer für die Blockchain arbeiten lassen. Wer sich an der Blockchain beteiligen möchte, der kann eine kostenlose Software auf seinem PC installieren. Diese Software führt und aktualisiert das Kassenbuch zusammen mit den anderen Minern.

Durch diese Vorgehensweise ist das System dezentral, also nicht von einer einzelnen Kontrollinstanz abhängig. Wenn jemand etwas mit einem Bitcoin bezahlt, prüft jeder Miner anhand seines lokal gespeicherten Kassenbuchs, ob das Konto gedeckt ist. Dies geschieht durch das Programm und nicht manuell durch den Bereitsteller der Hardware. Die Transaktion wird erst dann in der Blockchain gespeichert, wenn sich die Mehrheit der Miner einig ist, dass derjenige, der mit Bitcoin bezahlt, über ein ausreichendes Guthaben in seinem Bitcoin-Wallet verfügt.

Hierdurch wird die Sicherheit gewährleistet. Sollte es einem Hacker z.B. gelingen, das „Kassenbuch“ eines oder mehrerer Miner zu verändern, stimmt diese Veränderung nicht mit den Kassenbüchern der anderen Miner, welche die Blockchain getrennt führen, überein. Die Mehrheit akzeptiert diese Änderung also nicht und damit ist sie hinfällig. Aus diesem Grund ist es für eine Modifikation bzw. Weiterentwicklung des Bitcoin-Protokolls notwendig, dass die Mehrheit aller Miner diese Veränderung ebenfalls nutzt (youtube.com).

Aber was haben die Miner nun davon, dass sie in Form von Strom und Geräten in dieses Projekt investieren? Der dritte Bestandteil der Blockchein ist die Belohnung. Miner erhalten, bzw. generieren, Bitcoins durch ihr Mitwirken (youtube.com). Folgendes Video erklärt die Blockchain noch einmal:


Bitcoins können gegen Giralgeld eingetauscht werden. Stand 31.03.2017 entspricht ein Bitcoin 993,89 Euro (finanzen.net/devisen). Natürlich können sie auch gegen Güter eingetauscht werden. Tatsächlich funktioniert das nicht nur im Internet. Es gibt immer mehr Geschäfte, in denen mit dieser Währung bezahlt werden kann. Bitcoins sind auch kein reines Buchgeld mehr. In einigen Städten gibt es Geldautomaten für Bitcoins (welt.de).

Welche Vorteile bietet Bitcoin?

Ein wesentlicher Vorteil von Bitcoin ist, dass es, anders als bei Banküberweisungen, jederzeit möglich ist, Geld zu bezahlen oder zu erhalten. Die Gutschrift erfolgt mit kaum merklicher Verzögerung, sobald sich die Mehrheit der Miner einig ist, dass der belastete Bitcoin-Wallet über ausreichend Guthaben verfügt.

Da dieses System vollautomatisch und mehrfach redundant arbeitet, werden Transaktionen auch unabhängig von Banköffnungszeiten am Wochenende oder an Feiertagen ausgeführt. Außerdem sind die Gebühren je nach Art der Transaktion sehr gering bzw. null. Bei einer Bezahlung mit Bitcoin werden auch keine persönlichen Daten ausgetauscht.

Kunden haben außerdem absolute Kontrolle über ihre Transaktionen, versteckte Gebühren können durch Händler nicht erzwungen werden. Durch die spezielle Art und Weise des Aufbaus der Blockchain können alle jemals ausgeführten Transaktionen nachvollzogen werden, dies macht es fast unmöglich, unberechtigte Transaktionen zu tätigen (bitcoin.org). 

Und wie sieht es mit Nachteilen aus?

Bitcoin ist als Zahlungsmittel noch nicht sehr lange und weitreichend etabliert. Es gibt Menschen, die diesem Zahlungsmittel misstrauen oder es gar nicht kennen. Entsprechend gibt es auch noch nicht sehr viele Möglichkeiten, mit Bitcoins zu bezahlen. Außerdem ist Bitcoin noch immer in einer laufenden Entwicklung, wodurch viele Funktionen eingeschränkt oder nicht nutzbar sind (bitcoin.org). Darüber hinaus verbinden viele Menschen Bitcoin mit dem Darknet und das Darknet mit illegalen Aktivitäten. Ob Bitcoin illegalen Aktivitäten nutzt, wird im nächsten Absatz erörtert. 

Ist Bitcoin legal?

Hierzu schreibt die Website bitcoin.org, dass nach ihrem Wissen Bitcoin nirgendwo illegal ist, es jedoch Länder gibt, die Fremdwährungen generell verbieten (Argentinien, Russland) oder die Ausbreitung des Bitcoins begrenzen (Thailand) (bitcoin.org).

Grundsätzlich ist Bitcoin also legal. Aber hilft Bitcoin bei illegalen Aktivitäten? Dieselbe Frage kann man auch bzgl. Bargeld und Giralgeld stellen. Illegale Geschäfte gibt es nicht erst, seitdem das Internet in jeden Haushalt eingezogen ist. bitcoin.org äußert sich hierzu folgendermaßen:
„Bitcoin ist dazu geschaffen worden, Geld in Zukunft sicherer zu machen und besseren Schutz gegen viele Arten von Finanzkriminalität zu bieten. Bitcoins sind zum Beispiel absolut fälschungssicher. Die Nutzer haben volle Kontrolle über ihre Zahlungsvorgänge und können keine nicht genehmigten Kosten auferlegt bekommen, wie es beim Kreditkartenbetrug der Fall ist. Bitcoin-Transaktionen sind nicht umkehrbar und dadurch geschützt vor Rückbuchungsbetrug. Bitcoin ermöglicht es, Geld gegen Diebstahl und Verlust zu sichern, indem sichere Mechanismen wie Backups, Verschlüsselung und mehrere Signaturen verwendet werden.“ (bitcoin.org)
Im Grunde unterscheidet sich Bitcoin in Bezug auf die Nutzbarkeit bei illegalen Geschäften nicht von anderen Zahlungsformen. 

Welche Probleme gibt es sonst noch mit Bitcoin?

Zunächst ist zu sagen, dass Bitcoin derzeit eine Währung ist, die von keinem Gerichtsstand als offizielles Zahlungsmittel anerkannt wurde. Bitcoin kann also nur dann als Zahlungsmittel genutzt werden, wenn alle beteiligten Parteien auch damit einverstanden sind. Einen Rechtsanspruch auf diese Zahlungsweise gibt es nicht (blogchain.org).

Außerdem wird Bitcoin in der Gesellschaft kontrovers betrachtet. Bitcoins werden wie bspw. Aktien an Börsen gehandelt. Der Wert von Bitcoins ist Schwankungen unterlegen. Nach einem Einbruch des Kurses musste die Bitcoin-Börse Mt. Gox Insolvenz anmelden. Grund hierfür sind wohl Cyber-Attacken. Die Probleme konnten allerdings alle Börsen bis auf Mt. Gox beheben. Ein Problem mit dem Bitcoin-Protokoll konnte ausgeschlossen werden, jedoch wurde Mt. Gox, und damit auch die Kunden der Börse, über Jahre hinweg um bis zu 744,408 Bitcoin bestohlen (deutsche-wirtschafts-nachrichten.de).

bitcoin.org räumt ein, dass die Nutzung von Bitcoins nicht risikolos ist. Im schlimmsten Fall werden Bitcoins wertlos (bitcoin.org). Die Vergangenheit zeigt, dass dies aber auch jeder staatlich regulierten Währung passieren kann. Dies nennt man eine Hyperinflation (planet-wissen.de).

Bei einer Befragung von Geschäftsführern und Vorständen kam zudem heraus, dass 95 % nicht an Bitcoin als Währung glauben. Allerdings sagen 53 % der Menschen der Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren, dass sie sich durchaus vorstellen könnten, Bitcoin zu nutzen (finanzen.net/nachrichten).

Derzeit herrscht auch Uneinigkeit zwischen Bitcoin-Traditionalisten und Bitcoin-Reformern. Die einen halten an der Limitierung der Bitcoins fest, die anderen wollen die Limits abschaffen. 

Ist Bitcoin nun eine echte Alternative?

Bitcoin befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Sicher kann man also nicht sagen, ob Bitcoin eine echte Alternative ist. Die Vorteile klingen verlockend, jedoch kämpft das System noch mit einigen Problemen. Wenn ein Zahlungsmittel nicht vom Großteil einer Gesellschaft akzeptiert wird, kann man nicht von einer Erfolgsgeschichte reden.

Eine weltweit akzeptierte Währung klingt großartig. Längst haben wir uns daran gewöhnt, Geld nicht mehr umtauschen zu müssen, wenn wir eines unserer Nachbarländer besuchen. In Zeiten der Globalisierung würde das viele Vorteile mit sich bringen. Hierfür bedarf es aber auch globaler Regeln.

Derzeit stellt Bitcoin noch keine echte Alternative dar, da es noch nicht ausreichend als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Es ist beispielsweise noch nicht möglich, das Busticket mit Bitcoins zu lösen. Abgesehen davon gibt es global betrachtet noch immer Gebiete ohne Internet. Menschen, die dort leben sind von dieser Entwicklung ausgeschlossen.

Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass eine globale Währung ohne Kontrolle einer einzelnen Instanz eine gute Idee ist, die bei richtiger Ausführung mit ausreichender Akzeptanz als nützlich zu bewerten ist. 

Quellen

1 Kommentar:

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