Freitag, 3. April 2026

"Denkt" die KI?

Künstliche Intelligenz (KI) steht aktuell hoch im Kurs. Ich wage zu behaupten, dass fast jeder sie nutzt, sei es privat, in der Schule, im Studium oder im Beruf. Es scheint schon selbstverständlich, bei Fragen oder Problemen die KI zu fragen und sie für uns „denken“ zu lassen. Aber kann man das, was sie mit unseren Inputs macht, wirklich „denken“ nennen? Oder anders gefragt: Inwiefern kann man es als „denken“ bezeichnen, wenn wir das, was die KI macht, mit unserem Denken vergleichen? Ich habe die Frage an ChatGPT gestellt. So hat ChatGPT auf den Prompt „Denkt die KI?“ geantwortet:
Kurz gesagt: Nein - KI denkt nicht wirklich so wie ein Mensch.

Aber sie kann so wirken, als ob sie denkt, weil sie sehr gut Muster erkennt und darauf reagiert. Eine KI wie ChatGPT verarbeitet Texte und Daten mit mathematischen Modellen. Dabei passiert Folgendes:

1. Mustererkennung statt echtes Denken
KI-Modelle werden mit sehr vielen Beispielen trainiert. Sie lernen dabei Muster in Sprache und Information zu erkennen. Wenn du eine Frage stellst, berechnet das System wahrscheinliche passende Antworten.

2. Kein Bewusstsein
KI hat kein Bewusstsein, keine Gefühle und keine eigenen Absichten. Sie „weiß“ nichts im menschlichen Sinne – sie berechnet nur Antworten.

3. Warum es trotzdem wie Denken wirkt
Moderne Modelle (z.B. große Sprachmodelle) können:
> Zusammenhänge erkennen
> Probleme Schritt für Schritt lösen
> Texte sehr natürlich formulieren

Das lässt es so wirken, als würde die KI nachdenken, obwohl im Hintergrund nur Statistik und Rechenoperationen laufen. 

Vergleich:
> Mensch: denkt mit Erfahrung, Emotionen und Bewusstsein
> KI: berechnet Wahrscheinlichkeiten

(ChatGPT, persönliche Kommunikation, 27. März 2026)
Die Antwort, die das Denken der KI verneint, scheint für mich plausibel, und intuitiv würde ich dem auch so zustimmen, aber was steckt wirklich dahinter? Kann es sein, dass die KI vielleicht doch denkt? Es erscheint doch im Chat beim Warten auf die Antwort „Denkt…“. Denkt sie also wirklich?

Diese Frage zu beantworten, erweist sich als sehr knifflig. Dies beginnt schon damit, dass der Begriff des Denkens nicht eindeutig definiert werden kann und auch die Hirnforschung durchaus noch vieles aufdecken muss, um diese Frage eindeutig beantworten zu können.

In diesem Beitrag möchte ich mich intensiver damit beschäftigen, ob die KI wirklich denkt, und versuchen, eine Antwort darauf zu finden. Um der Frage nachzugehen, ist es zunächst notwendig, sich das Denken genauer anzuschauen. Anschließend daran gilt es, ein Augenmerk auf die KI und deren Funktionen zu legen. Nachdem die Grundlagen betrachtet worden sind, richtet sich die Aufmerksamkeit auf den zentralen Punkt der Arbeit, und zwar die Frage „Denkt die KI?“. Abschließen möchte ich den Beitrag mit einem Fazit.

Samstag, 21. März 2026

Algorithmen und politische Meinungsbildung

In modernen Demokratien ist die freie politische Meinungsbildung eine zentrale Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit des politischen Systems. Bürgerinnen und Bürger müssen sich über gesellschaftliche Entwicklungen informieren, unterschiedliche Positionen abwägen und auf dieser Grundlage eigene politische Urteile bilden. Demokratie setzt die freie Meinungs- und Willensbildung aller Bürgerinnen und Bürger voraus. Die Meinungsbildung wird im digitalen Zeitalter aber zunehmend durch die Medien und insbesondere bei den jüngeren Generationen durch die neuen Medien vermittelt (vgl. Kalb 2017, S. 3).

Traditionell erfolgte dieser Prozess vor allem über klassische Massenmedien wie Zeitungen, Radio und Fernsehen, die eine gemeinsame Informationsbasis bereitstellten und öffentliche Debatten strukturierten. Mit der zunehmenden Digitalisierung ist jedoch ein grundlegender Wandel eingetreten, der nicht nur die Medienlandschaft an sich, sondern auch die Bedingungen der politischen Meinungsbildung beeinflusst (vgl. Katzenbach 2018, S. 2).

Die globale digitale Transformation hat in den letzten Jahren zunehmend an Dynamik gewonnen und deutliche Auswirkungen sowie globale Zusammenhänge sichtbar gemacht. Heute stehen vor allem allgegenwärtige KI-Systeme im Mittelpunkt wissenschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher, normativer und regulatorischer Diskussionen. Von besonderer Bedeutung sind hier algorithmische Datenauswertungen zur Steuerung wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhaltens, die für die politische Entscheidungsfindung und die Strukturierung öffentlicher Kommunikation von Bedeutung sind und so die Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger mitgestalten (vgl. Friedewald/Roßnagel 2022, S. 17).

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Auswirkungen Algorithmen auf die politische Meinungsbildung in demokratischen Gesellschaften haben. Einerseits eröffnen digitale Medien neue Möglichkeiten der Information und Partizipation, indem sie den Zugang zu politischen Inhalten erleichtern und unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen. Andererseits besteht die Gefahr, dass algorithmische Auswahlmechanismen die Wahrnehmung politischer Realität verzerren, indem sie vor allem Inhalte hervorheben, die bestehenden Interessen und Überzeugungen entsprechen. Genau an diesem Punkt treten Phänomene wie Filterblasen und Echokammern auf, die wiederum zur Fragmentierung der Öffentlichkeit und Verstärkung politischer Polarisierung beitragen können (vgl. Deutscher Bundestag 2022, S. 9–11).

Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, wie Algorithmen die politische Meinungsbildung beeinflussen und welche Folgen sich daraus für demokratische Prozesse ergeben. Zunächst werden grundlegende Begriffe wie politische Meinungsbildung und öffentliche Kommunikation erläutert. Anschließend wird die Rolle von Medien in demokratischen Systemen dargestellt und die Funktionsweise künstlicher Intelligenz sowie algorithmischer Empfehlungssysteme erklärt. Darauf aufbauend werden zentrale Mechanismen wie Personalisierung, Selektion, Filterblasen und Echokammern analysiert. Abschließend wird untersucht, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die demokratische Meinungsbildung haben und inwiefern sie Chancen und Risiken für den öffentlichen Diskurs mit sich bringen.

Dienstag, 2. Dezember 2025

KI - Alles kann, aber nichts muss

Kein Thema beherrscht die aktuellen Debatten so sehr wie KI. Befürworter wittern in der Künstlichen Intelligenz die Lösung (beinahe) aller Probleme, während Gegner vor allem Gefahren sehen und in erster Linie aufzählen, was die KI (möglicherweise noch) nicht kann. Traditionell werden technologische Meilensteine eher kritisiert, als mit offenen Armen begrüßt. So geschehen bei den ersten Eisenbahnen, als das Königlich Bayrische Medizinkollegium zum Schluss kam, „Ortsveränderungen mittels irgendeiner Art von Dampfmaschine sollten im Interesse der öffentlichen Gesundheit verboten sein“. Dies wurde vor allem mit der hohen Geschwindigkeit der Fortbewegung begründet, die bei Zuschauern und Passagieren „geistige Unruhe“ hervorrufen würde. Wer heute Bahn fährt, weiß, dass geistige Unruhe im Zusammenhang mit Zügen in erster Linie durch die Verspätungen der Deutschen Bahn auftritt. Gäbe es das Königlich Bayrische Medizinkollegium noch, so würde es vermutlich vor Künstlicher Intelligenz warnen. Wie schon damals, ist dieser Zug jedoch längst abgefahren, denn KI hat längst Einzug gehalten.

Der Konflikt zwischen Befürwortern und Gegner findet oftmals auf dem Gebiet einer Frage statt: „Kann KI das“? Schon die Formulierung der Frage ist jedoch unzureichend, denn schon jetzt gibt es eine Vielzahl an Programmen und eine noch höhere Zahl in der Entwicklung. Dabei verfügen die Anbieter teilweise über grundsätzlich andere Herangehensweisen, weshalb sich Programme für unterschiedliche Felder eignen. Die Frage ist also in etwa so unterkomplex, als würde man einen Ingenieur fragen, ob Autos eine Wüste durchqueren können. Sollte sich jemand nach diesem Text berufen fühlen, den Versuch zu unternehmen, die Sahara mit einem Fiat 500 zu durchqueren, wünsche ich ihm an dieser Stelle viel Glück. Da sich KI anders als Autos noch in einer frühen Phase der Entwicklung befindet, gleitet der Blick jedoch vor allem in die Zukunft. Wen oder was wird KI ersetzen können? Welche Probleme wird KI für uns lösen? Kann die KI wie in Science-Fiction Filmen außer Kontrolle geraten? Während Fragen der Kontrolle, insbesondere im Hinblick auf Gefahren, Datenschutz und Urheberrecht durchaus ihre Berechtigung haben, sollte die Frage über die Möglichkeiten einer Künstlichen Intelligenz niemals für sich selbst stehen. Denn nur weil etwas technisch gesehen möglich ist, ist dies noch lange kein Grund, es auch zu versuchen.

Während sich bei Errungenschaften in der Genforschung stets die moralische Frage stellt, inwiefern der Mensch in solche Prozesse eingreifen sollte, stellt sich bei Künstlicher Intelligenz die Frage, ob wir möchten, dass sie eingreift. Das betrifft vor allem Berufe, bei denen Menschen eingesetzt werden, die in Zukunft vielleicht von der KI erledigt werden könnten. Warum noch ins überfüllte Wartezimmer sitzen, wenn man vom Sofa aus bequem dem Robodoc seine Symptome schildern kann? Warum noch im Restaurant ärgern, wenn die Kellnerin einen Teil der Bestellung vergessen hat? Warum das Problem des Lehrermangels nicht mit einer KI lösen, die ohnehin unabhängiger bewertet und individuell auf alle eingehen kann?

Die Antworten auf diese Fragen mögen unterschiedlich ausfallen, doch gemein ist allen Berufen, dass menschliche Interaktion dabei eine zentrale Rolle spielt. So ärgern wir uns vielleicht, wenn am Ende etwas anderes als das Bestellte auf dem Tisch landet, der Lehrer wieder dem Liebling aus der ersten Reihe die beste Note gibt und wir für die Diagnose „Erkältung“ eine Stunde im Wartezimmer zubringen. Gleichzeitig profitieren wir jedoch von der Interaktion mit den betreffenden Personen. Der Hausarzt, der uns schon durch unsere Kinderkrankheiten geholfen hat. Die Kellnerin im Stammlokal, die unsere Bestellung ohnehin schon kennt, und vielleicht auch der Lehrer, der erkennt, dass es uns nicht gut geht und uns deshalb einmal nicht an der Tafel vorrechnen lässt. Selbst wenn all dies ausbleibt, so trägt die Interaktion mit Menschen mehr zu unserer Zufriedenheit bei, als es im Alltag deutlich wird. Auffallend war dies zuletzt während der Coronakrise, als Gesichter hinter Masken verschwanden und die meisten Menschen in ihren Wohnungen.

Der Soziologe Hartmut Rosa attestiert der Gesellschaft eine „Entfremdung“, deren Ursache im Zwang der immer höheren Beschleunigung und Effizienz der Wachstumsgesellschaft liege. Auch im Falle der KI und vor allem in den genannten Beispielen wäre die Folge ebenfalls eine gesteigerte Effizienz. Kritiker sehen Berufe in Gefahr, während Befürworter vor allem Chancen wittern. Nicht zuletzt mit der Begründung, die KI könne uns Lebenszeit zurückgeben, wenn sie Dinge für uns erledigt. Im Falle des Arztbesuches hätte man also eine Stunde mehr, die man erkältet im Bett liegen könnte. Eine Arztpraxis könnte mehr Patienten aufnehmen und sich gleichzeitig den besonders schweren Fällen intensiver widmen. Dass das Phänomen der Entfremdung dadurch abnimmt, dass man nun noch mehr als ohnehin schon mit seinem Smartphone oder Computer interagiert, ist hingegen nicht zu erwarten. Auch vergangene Erfindungen machten die Menschen effizienter. Das Gefühl, deshalb mehr Zeit zu besitzen, blieb bisher dennoch aus.

Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz hat bereits einen Stand erreicht, bei dem wir sicher sein können, dass sie nicht wieder verschwindet. Die Befürworter werden weiter Chancen sehen und die Gegner Risiken. Wo die Grenzen der KI liegen, ist momentan weder abzusehen noch wirklich relevant. Vergegenwärtigt man sich jedoch den aktuellen Stand und zieht in Betracht, welche Fortschritte Computer gemacht haben, liegen die Grenzen vermutlich außerhalb unserer Vorstellungskraft. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Künstliche Intelligenz unser Leben einfacher machen kann. Ob sie es auch besser macht, bleibt abzuwarten. Anstatt sich also zu fragen, ob die KI etwas kann, oder womöglich eher, wie lange es noch dauert, bis sie es kann, sollte man sich fragen, ob sie das auch soll. Das Motto könnte also lauten: „Alles kann, aber nichts muss“.

Siehe:

  • https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Als-die-Staatsbahn-in-Braunschweig-auf-Jungfernfahrt-ging,staatsbahnbraunschweig100.html
  • https://www.spiegel.de/kultur/literatur/hartmut-rosa-beschleunigung-und-entfremdung-a-908140.html

Samstag, 4. Oktober 2025

Der Tod des Internet - Film über KI von Mario Sixtus

KI ist (nicht nur in Bildung und Wissenschaft) das Thema der Stunde. Nun hat Mario Sixtus einen knapp einstündigen Dokumentarfilm zum Thema produziert, der unbedingt sehenswert und hier in der Arte Mediathek zu finden ist: https://www.arte.tv/de/videos/122187-000-A/ki-der-tod-des-internets/

Mittwoch, 30. April 2025

Edutain me - digitale Spiele in der politischen Bildung

Im Rahmen des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart (ITFS) findet am Freitag 9. Mai 2025 von 15.30 – 18.30 Uhr die Veranstaltung „Edutain Me – Reloading Democracy“ statt, die sich mit dem Bildungspotenzial von digitalen Spielen beschäftigt. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist über diesen Link möglich: https://itfs.de/show/edutain-me-reloading-democracy/.

Beim Themennachmittag geht es um spannende Entwicklungen im Bereich Educational Games. Bei einem geführten Rundgang durch die GameZone des ITFS werden innovative Projekte regionaler Hochschulen sowie die für den Animated Games Award Germany nominierten Games präsentiert. Im Anschluss geht es im Festival Centre weiter. In einer Keynote beleuchtet Dr. Lisa König, Direktorin des Zentrums für didaktische Computerspielforschung (ZfdC), das Bildungspotenzial von digitalen Spielen. Danach werden aktuelle Projekte zu den Themen Demokratiebildung und Antidiskriminierung vorgestellt, die im Anschluss aus medienpädagogischer Perspektive didaktisch eingeordnet werden.„Edutain Me“ bietet wertvolle Impulse für die pädagogische Arbeit. Folgende Best-Practice-Beispiele werden vorgestellt:

Dienstag, 22. April 2025

Montag, 16. September 2024

Chancen und Risiken der KI-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum

KI-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum: Eine Abwägung zwischen Sicherheit und Grundrechten

Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) und ihre brisante Anwendung hat in den letzten Jahren zu einer intensiven Debatte geführt - einer Debatte u.a. über die Chancen und Risiken der KI-Gesichtserkennung im öffentlichen Raum. Sind die Ängste berechtigt und hat die KI-Gesichtserkennung überhaupt einen gesellschaftlichen Mehrwert?

Ursprünglich sollte die Technik der Sicherheit dienen. Doch mittlerweile nimmt sie gravierenden Einzug in unser öffentliches Leben. KI-Befürworter betonen die potenziellen Vorteile, wie die Verbesserung der öffentlichen Sicherheit und die Unterstützung bei der Strafverfolgung. Ihre Kritiker warnen vor den erheblichen Risiken, die mit ihrer Nutzung einhergehen.

Die Technologie der Gesichtserkennung hat enormes Potenzial bei der Überwachung und der Sicherheit von Bereichen im öffentlichen Raum. Durch den Einsatz von KI können öffentliche Bereiche schneller und einfacher beobachtet werden. Dennoch gibt es ein Spannungsfeld. In Europa steht die Technologie in der Bedrängnis zwischen Sicherheitsbedürfnissen und dem Schutz der Grundrechte.

Sonntag, 15. September 2024

Wie kann künstliche Intelligenz in Zukunft Einfluss auf Migrationsprozesse nehmen?

,,Künstliche Intelligenz‘‘ ist momentan ein Schlagwort, das mit Innovation und Fortschritt verbunden wird. In vielen Lebensbereichen wird künstliche Intelligenz (KI) verstärkt in unterschiedliche Prozesse integriert, sei es z.B. beim autonomen Fahren oder in der Medizin. Während einige den völligen Kontrollverlust des Menschen über die KI befürchten, setzen andere ihre Hoffnungen auf eine digitale Revolution durch die große Bandbreite an Aufgaben, die KI-generierte Systeme in Zukunft übernehmen könnten. 

Auch im Bereich Migration gibt es eine Vielzahl neuer technologischer Entwicklungen, die mit künstlicher Intelligenz operieren. Durch sie soll die häufig als unübersichtlich und ineffizient wahrgenommene Migrationspolitik in Zukunft maßgeblich verändert werden. Menschenrechtsorganisationen warnen jedoch vor teilweise verheerenden Gefahren von künstlicher Intelligenz für Menschen auf der Flucht und Migrant*innen. Als besonders vulnerable Gruppe bräuchten sie den Organisationen zufolge mehr Schutz, weshalb zu großer Vorsicht und Zurückhaltung im Umgang mit KI an Grenzen aufgefordert wird. 

Doch wie sieht der Einsatz von KI im Politikfeld Migration konkret aus? Welche Chancen erhofft man sich davon und wie groß sind die Gefahren? Im Folgenden werden anhand von Beispielen fünf Bereiche vorgestellt, in denen auf künstlicher Intelligenz basierende Instrumente Einfluss auf Migrationsprozesse nehmen. Im Fokus stehen dabei Vorhersagetools, neue Möglichkeiten zur Grenzüberwachung, der Einsatz von KI bei Grenzkontrollen, in Asylverfahren und als Unterstützung im Alltag von Migrant*innen bzw. von Menschen auf der Flucht. Nach der näheren Betrachtung dieser fünf Bereiche wird eingeschätzt, welche Auswirkungen künstliche Intelligenz auf Migrationsprozesse hat und in Zukunft haben könnte. Zu Beginn wird außerdem der jüngst in Kraft getretene AI-Act der Europäischen Union (EU) und damit der rechtliche Rahmen von KI in der EU in Bezug auf Aspekte der Migration beleuchtet.

Samstag, 14. September 2024

Die Rolle sozialer Medien bei der Verbreitung von Desinformation während Krisen und Konflikten am Beispiel des Russland-Ukraine-Krieges

Soziale Medien nehmen auch und gerade in Zeiten von Konflikten und Krisen bei der Informationsverbreitung eine zentrale Rolle ein. Diese Plattformen dienen hierbei nicht nur dem raschen Austausch von Nachrichten und Informationen, sondern können auch den „Nährboden“ für die Verbreitung von Desinformation bieten. Deutlich wird dies beispielsweise in aktuellen Konflikten wie dem Russland-Ukraine-Krieg, wo mit der gezielten Verbreitung von Falschinformationen der Versuch unternommen wird, die öffentliche Meinung zu manipulieren, um politische Agenden und Ideologien zu fördern. Durch solche Desinformationskampagnen wird nicht nur die nationale wie internationale Informationslandschaft in ihrer Integrität angegriffen, sondern es drohen zusätzlich schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesellschaften der betroffenen Länder und darüber hinaus.

Soziale Medien als aktuelle Informationsquelle bekommen für einen zunehmenden Teil der Bevölkerung eine immer größere Relevanz. Mit der Verbreitung von Desinformationen, vor allem in Krisenzeiten, kann gesellschaftlich großer Schaden entstehen: das Vertrauen in Institutionen wird untergraben, Polarisierung kann sich verstärken und die Konfliktbewältigung erschweren. Im Fall des Russland-Ukraine Krieges übt die Verbreitung von Falschinformationen bereits massive Auswirkungen auf die globale Wahrnehmung aus und beeinflusst die politische Entscheidungsfindung. Deshalb ist es wichtig, die Folgen und Gegenmaßnahmen gegen Desinformation in diesem spezifischen Kontext zu untersuchen.

Donnerstag, 12. September 2024

Seminare an der PH zu Game-based Learning und Sozialen Medien

Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte 2013 im Rahmen eines gemeinsamen Interviews mit Barack Obama: "Das Internet ist für uns alle Neuland" - und mit Blick auf Unterricht und Lehr-Lernkonzepte hat sich daran im Schulalltag noch nicht wesentlich viel geändert. Das Projekt Civic Education Technology Hacks widmet sich deshalb der Frage, wie die Digitalisierung als Zukunftsaufgabe gelingen kann, wie wir methodisch sinnvoll und zielgerichtet Lernen digital im Unterricht ermöglichen und dabei von den motivierenden und kreativen Möglichkeiten dieses "Neulands" profitieren können, beispielsweise via Game-based Learning. Melden Sie sich an...


Dienstag, 13. August 2024

TikTok und Rechtspopulismus

Zielgruppe und Reichweite von TikTok

„Die Bundesregierung hasst dich. Sie will dir das wegnehmen, was du dir erarbeitet hast.“

Das erzählt der AfD-Politiker Maximilian Krah seiner Community auf TikTok, wo er knapp 37.000 Follower hat, seine Videos aber bis zu einer Million Aufrufe haben. Möglich macht das vor allem der Algorithmus und die For-You-Page (FYP) von TikTok. Die Plattform wird als „schärfste (…) Waffe (der AfD) im Kampf um die Meinungsführerschaft“ (Korth/Többen/Wald 2024) beschrieben.

„Same, but different!?“ Facebook, Instagram, Snapchat - und jetzt auch noch TikTok. Soziale Medien nehmen eine immer wichtigere Rolle im Leben vieler Menschen ein und haben daher auch einen starken Einfluss auf den Prozess der Meinungsbildung, was in einer Demokratie einerseits positive Aspekte hat, andererseits aber auch ein Gefährdungspotential.

Die Menge an Social Media-Kanälen ist groß und deshalb lohnt es sich, einmal zu hinterfragen, was die Plattform TikTok für viele besonders macht, wie sie funktioniert und weshalb sie gerade von Rechtspopulisten besonders gerne für ihre Zwecke genutzt wird.

Freitag, 9. August 2024

Reform des Bildungssystems in Südkorea

Trotz weltweiter Anerkennung des hoch entwickelten Bildungssystems in Südkorea, lässt das Land nicht locker, sondern arbeitet fortlaufend daran, das Bildungssystem weiter zu verbessern. Um die hervorragenden Standards und Schüler mit Spitzenleistungen zu fördern und zu verbessern, passt sich Südkorea an das 21. Jahrhundert an. Digitale Technologien spielen dafür auch dort eine große Rolle im Unterricht.

Angesichts der rasanten technologischen Entwicklungen und der zunehmenden Bedeutung von digitalen Kompetenzen im Berufsleben hat die südkoreanische Regierung erkannt, dass die Schüler besser auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt vorbereitet werden müssen. Schulen im ganzen Land werden daher mit moderner Technologie ausgestattet, um eine perfekte Lernumgebung zu schaffen. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle: Durch den Einsatz von KI-gestützten Lernplattformen können personalisierte Lernpläne erstellt werden, die den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Schüler gerecht werden. Dies fördert nicht nur das selbstgesteuerte Lernen, sondern ermöglicht es auch, Lernlücken frühzeitig zu erkennen und gezielt anzugehen.

Einen weiteren Fokus legt Südkorea auf die Entwicklung von Kompetenzen, welche im 21. Jahrhundert essenziell sind. Darunter sind vor allem kritisches Denken und Hinterfragen sowie kreatives Problemlösen. Der neue Lehrplan betont daher stärker als zuvor das Erlernen von Problemlösungsstrategien und die Förderung von Kreativität. Schüler sollen nicht nur Faktenwissen ansammeln, sondern lernen, dieses Wissen in realen Situationen anzuwenden und innovative Lösungen zu entwickeln. Südkorea möchte damit sicherstellen, dass seine Schüler nicht nur akademisch erfolgreich sind, sondern auch die praktischen Fähigkeiten besitzen, um in einer sich schnell verändernden Welt erfolgreich zu sein.

Ein weiteres Ziel der Reformen ist die Förderung der Chancengleichheit im Bildungssektor. Trotz des hohen Bildungsniveaus gibt es in Südkorea noch immer Unterschiede im Zugang zu hochwertigen Bildungseinrichtungen, insbesondere zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Die verstärkte Nutzung digitaler Technologien soll dazu beitragen, diese Kluft zu überbrücken. Durch Online-Plattformen und digitale Lernmaterialien können auch Schüler in abgelegenen Regionen Zugang zu qualitativ hochwertigem Unterricht erhalten, der ihnen sonst möglicherweise verwehrt bliebe. Außerdem soll es Förderprogramme geben, damit sichergestellt wird, dass jeder Lernende die gleichen Chancen hat.

Südkorea ist entschlossen, die Spitzenposition im Bildungssektor zu halten, dies zeigen sie eindeutig durch diese Reform. Das Land erkennt die Herausforderungen, die mit der Umsetzung eines derart ambitionierten Programms einhergehen, ist jedoch bereit, die notwendigen Investitionen zu tätigen. In den kommenden Jahren wird es entscheidend sein, wie effektiv diese Reformen umgesetzt werden und ob sie die gewünschten Ergebnisse erzielen. Interessant wird dieses Projekt auch in Bezug darauf, welche Lehren andere Länder aus den südkoreanischen Erfahrungen ziehen können.

Insgesamt ist Südkorea dabei, sein Bildungssystem nicht nur zu modernisieren, sondern es auch zukunftsfähig zu machen. Die Reformen zielen darauf ab, Schüler auf eine Welt vorzubereiten, die sich ständig wandelt und neue Anforderungen stellt. Wenn es Südkorea gelingt, seine Vision erfolgreich umzusetzen, könnte das Land einmal mehr als Vorbild für Bildungssysteme weltweit dienen.

Quelle: Südkorea „verbessert“ die Bildung (08.08.24): https://www.racunalniske-novice.com/de/sudkorea-verbessert-die-bildung/

Samstag, 13. Juli 2024

Der Fall Mois - Wie Influencer radikalisieren können

Der Influencer, Streamer und Youtuber Mois (bürgerlich: Zelemkhan Arsanov) ist durch Videos über die deutsche Rap-Szene bekannt geworden. Im Verlauf seiner Karriere hatte er zu vielen Größen der Szene Kontakt und hat ein Millionen-Publikum erreicht. Trotz dieser Erfolge ist der ehemalige Youtuber momentan in einen der größten Skandale der deutschen Influencer-Szene verwickelt. Die Anschuldigungen wiegen schwer: Er soll seine Frau geschlagen und misshandelt, Spendengelder veruntreut und einen Großteil seiner ehemaligen besten Freunde betrogen haben.

Das Gefährliche an diesem Konflikt stellt jedoch meiner Meinung nach vor allem die Online-Community dar. Viele Fans verteidigen Mois und suchen die Schuld bei seiner Exfrau und verbreiten ein äußerst gefährliches Gedankengut schamlos im Netz weiter: In bestimmten Situationen sei es durchaus legitim, seinen Partner/seine Partnerin zu schlagen bzw. körperlich zu verletzen.

Da es sich um einen laufenden Konflikt handelt, dessen Ausgang nicht absehbar ist, können schnell neue Beweise oder Aussagen auftauchen, die einige Punkte verändern. Den Hauptpunkt, den ich hier erläutern will, sollte das aber nicht beeinflussen. Da der Konflikt zu groß ist, um ihn komplett zu erklären, werde ich mich vor allem auf Mois Aussagen und Handlungen gegenüber seiner Exfrau beziehen und darauf, welche Reaktionen das im Netz ausgelöst hat.

Mois soll in den letzten Jahren drogensüchtig geworden sein und seine Familie (Frau und zwei Kinder) vernachlässigt haben. Laut seinen Aussagen soll seine Exfrau mit dem Rapper Sun Diego (bürgerlich: Dimitrij Chpakov, damals Freund von Mois) fremdgegangen sein, woraufhin Mois seine Frau mehrmals geschlagen und misshandelt hatte. Seine Exfrau sowie Sun Diego dementieren diese Vorwürfe jedoch. Zudem haben die Vorwürfe sowieso wenig Relevanz. Mois selbst sagt in einem Interview dazu:

„Jetzt sitzt diese Sch***** (gemeint ist Mois Exfrau) und erzählt ich hätte blaues Auge. Freu dich, dass du nicht tot bist Ka***!“ (Quelle 1).

Man würde nun meinen, dass ein Mann, der öffentlich zugibt, seine Frau zu schlagen, und dieser sogar mit dem Tod droht, kein Rückhalt im Netz findet. Doch weit gefehlt. Auf Instagram, TikTok, Threads etc. liest man viele Kommentare von Menschen, die ihn unterstützen und der Meinung sind, er habe Recht mit dem, was er tut.

„Alle die haten weil er ausrastet nachdem er von frau und freund verraten und betrogen wurde. Sieht nichtmal mehr seine kinder. Kommt ihr eig noch alle klar ?! Gewalt gegen frauen ist ein no go aber meine fresse ich kann ihn so verstehen dass er so ausflippt.“ (Quelle 2)

„Verstehe ich das richtig? Mois Frau betrügt ihn mit Diego. Jetzt sucht sie Mitleid weil Mois ihr angeblich eine geklebt hat? Typisch das man da wieder in die Opferrolle schlüpfen muss, um Hype mitzunehmen“ (Quelle 3)

Solche und ähnliche Kommentare liest man massenhaft unter allen Beiträgen zum Thema. Menschen schreiben ohne Scham, dass sie Mois, der seine Frau zusammenschlägt, verstehen können, und bekommen darauf teilweise viele Likes und Zuspruch. Dass solche Kommentare überhaupt erlaubt sind und größtenteils nicht weiter verfolgt werden, stellt ein Problem dar und sorgt dafür, dass sich solches Gedankengut weiter im Netz verbreitet. Natürlich ist auch der Gegenwind groß, aber alleine der Fakt, dass es zwei Lager bei diesem Konflikt gibt, ist erschreckend und sollte uns dringend zu denken geben.

Liegt es an tief verwurzeltem Frauenhass, an nicht mehr zeitgemäßen Ideen oder an Menschen, die sich nicht weiter mit Themen befassen und ungefiltert ihre Meinung verbreiten. Vor allem aber stellt man sich die Frage, wieso Influencer wie Mois (der offen zugibt, seine Frau geschlagen zu haben, seine Kinder beleidigt und allgemein sehr fragwürdige Handlungen unterstützt) überhaut noch Inhalte veröffentlichen dürfen, in denen er ein Kopfgeld auf seine Frau aussetzt oder die Adressen und Namen seiner Kinder leakt.

Ich denke, dass uns das ein großes Problem von Sozialen Medien aufzeigt, in denen Meinungen ungefiltert veröffentlicht werden können und Menschen keine Angst vor Konsequenzen haben. Man kann gefährliche Inhalte teilen, frauen- und menschenverachtende Meinungen propagieren und läuft kaum Gefahr, rechtliche Konsequenzen zu spüren. Und an der Spitze steht ein drogenabhängiger Influencer, der seine Frau misshandelt hat, erzählt, dass ihm seine Kinder egal sind, weil er 100 neue machen kann. Es zeigt, was für einen gefährlichen Einfluss ein Mensch auf vor allem jüngere Menschen haben kann und wie überfordert Soziale Medien mit solchen Situationen sind.

  • Quelle 1: https://youtu.be/Meum85Zbuxw?si=R9SYFAFzR2TOvUSU
  • Quelle 2: https://www.threads.net/@19_auriel_91/post/C9O8ITpMyiE/
  • Quelle 3: https://www.threads.net/@dxrxa.oe/post/C9K-Lzosyna/

Donnerstag, 11. Juli 2024

Kann Duolingo nicht nur beim Sprachen lernen helfen, sondern auch die Medienkompetenz stärken?

Duolingo ist eine Sprachlernplattform, die eine Vielzahl von Sprachen anbietet und sich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz auszeichnet, um den Lernprozess zu optimieren und zu personalisieren. 2011 gründeten Luis von Ahn und Severin Hacker die sich schnell etablierende Sprachlernapp mit mittlerweile 500 Millionen registrierten Nutzern.

  • Personalisierte Lernwege: Durch Algorithmen werden die Lernpfade der Nutzer personalisiert und analysiert. Stärken und Schwächen werden dementsprechend in den Übungen individuell behandelt.
  • Fehleranalyse und Feedback: Duolingo bietet detailliertes Feedback zu Fehlern. Dies ist möglich durch die Analyse der häufigsten Fehler der Benutzer und die Anpassung der Übungen.
  • Adaptive Wiederholung: Verteiltes Wiederholen, um Vokabeln und Grammatikregeln im Langzeitgedächtnis zu verankern. Die KI bestimmt den Zeitpunkt für Wiederholungen basierend auf dem individuellen Fortschritt.
  • Interaktive Elemente: Text- und Hörübungen, Sprachaufnahmen, die von der KI bewertet werden können.

Fazit: Duolingo ist in der Lage, Medienkompetenz durch den Gebrauch von Gamification und Künstlicher Intelligenz zu fördern. Jedoch auch nur bei richtigem Einsatz. Bei der entsprechenden Anwendung lernen die Nutzer nicht nur eine neue Sprache, sondern entwickeln auch Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Tools und der kritischen Bewertung von Informationen. 

Zum Weiterlesen: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/09588221.2021.1933540

Montag, 1. Juli 2024

KI in Videospielen

Künstliche Intelligenz ist das Thema Nummer 1 in fast jedem Lebensbereich. Ob es der Servicemitarbeiter ist, der dank neuer Technik kostengünstig ersetzt werden kann, oder der Aufsatz, den man in der Schule abgibt. Auch in Videospielen kommt künstliche Intelligenz immer mehr zum Einsatz, aber war das nicht schon immer so?

Tatsächlich bedienen sich Videospiele schon sehr lange an künstlicher Intelligenz. Man muss hier jedoch größtenteils von „unechter“ künstlicher Intelligenz sprechen. Es mag den Anschein erwecken, dass NPCs in Skyrim wirklich auf den Spieler reagieren und man in Tell Tale Spielen nie weiß, wie eine Konversation endet, aber das stimmt so nicht. Auch wenn man als Spieler das Gefühl hat, dass NPCs aktiv auf Spieler reagieren, folgen sie eigentlich nur einem Skript, das im Hintergrund ausgeführt wird. Der Spieler kann die NPCs also durch seine Handlung beeinflussen, die gleiche Handlung löst aber auch immer die gleiche Reaktion aus. Spielt man ein Spiel nicht zu oft durch oder achtet nicht extrem darauf, fällt das kaum auf, aber von echter künstlicher Intelligenz kann man trotzdem nicht sprechen.

Anders sieht das im Adventuregame Vaudeville aus. Hier wird echte künstliche Intelligenz benutzt, um Charaktere zum Leben zu erwecken. Das Ziel ist es, als Detektiv Mordfälle zu lösen, indem man mit verschiedenen NPCs spricht. So richtig funktionieren tut das Spiel zwar nicht immer und die Dialoge können schnell etwas albern werden, aber es gibt kein Skript, das heißt jeder Spieldurchlauf ist potenziell einzigartig.

Künstliche Intelligenz hat gerade erst richtig Fuß gefasst in der Videospielszene, könnte diese aber komplett auf den Kopf stellen. Die Möglichkeiten, Charaktere zum Leben zu erwecken, sind definitiv gegeben, gleichzeitig kann man aber auch einige Möglichkeiten kritisch begutachten. Dialoge können von ChatGPT geschrieben werden, um Arbeit zu sparen, aber das nimmt dem Ganzen eventuell auch etwas von seiner Kunst. Es bleibt also abzuwarten, inwieweit große Spiele sich dieser Technik bedienen.

Newsartikel über KI in Videospielen: https://www.pcgames.de/Kuenstliche-Intelligenz-Hardware-279517/Specials/ubisoft-microsoft-ghostwriter-inworld-nvidia-ai-reportage-dokumentation-faceit-1438040/

Einblick ins Spiel Vaudeville: https://youtu.be/uE1QFZFLJnY?si=7LIbQKcn0iyBFFi1

Montag, 10. Juni 2024

KI als Lernbuddy

In der heutigen Diskussion über Künstliche Intelligenz dominieren oft die negativen Aspekte wie Datenschutzbedenken und ethische Herausforderungen. Jedoch sollten die positiven Aspekte sowie das Potenzial, das KI in Bereichen wie Bildung bietet, nicht übersehen werden. Insbesondere als "Lernbuddy" kann KI eine wertvolle Unterstützung für Lernende sein, indem sie personalisiertes Lernen rund um die Uhr ermöglicht, komplexe Fragen beantwortet und Lehrkräfte entlastet. Diese innovativen Einsatzmöglichkeiten bieten vielversprechende Ansätze, um das Lernen effektiver und zugänglicher zu gestalten. KI kann beispielsweise

  • Fragen beantworten
  • Erklärungen sowie Erklärungsansätze angeben
  • bewerten und Feedback liefern
  • Lehrmaterial übersetzen

Die generativen Fähigkeiten ermöglichen umfassende Antworten auf komplexe Fragestellungen und eine stetige Optimierung.Trotzdem gilt: KI ist ein Werkzeug wie ein Taschenrechner, jeder Benutzer muss beurteilen können, was die KI ausspuckt, und sollte die Angaben auf Richtigkeit überprüfen.

Quellen:

Dienstag, 4. Juni 2024

KI-basiertes Übersetzen mit DeepL

Wie der Name schon vermuten lässt, ist DeepL Translator ein Übersetzungstool, das mithilfe von maschinenbasiertem Lernen funktioniert. Durch dieses sogenannte ‚Deep Learning‘ lernt der Übersetzer bei jeder Nutzung dazu und wird so nach und nach immer besser. Durch neuronale Netze und umfangreiche Trainingsdaten war das Programm schon bei seiner Einführung im Jahr 2017 besser als viele bekannte Dienste wie beispielsweise der Google Translator. So ist es auch möglich, kontextualisierte anstelle von Eins-zu-Eins-Übersetzungen zu erstellen. Die Nutzung von DeepL ist kostenlos. Mittlerweile gibt es auch eine KI-basierte Textverbesserung. Den Übersetzer finden Sie hier.

Fiete.ai - Feedback-Tool für den Unterricht

Fiete.ai (https://www.fiete.ai/) ist ein KI-basiertes Feedback-Tool für den Unterricht, das Lehrkräften und Schüler:innen dabei hilft, effizient und individuell an Lernzielen zu arbeiten. Es handelt sich um ein Aufgabenmanagementsystem, mit dem Lehrkräfte digitale Aufgaben erstellen und individuelle Feedback-Kriterien hinterlegen können.

Die Schüler:innen bearbeiten diese Aufgaben dann online und erhalten von der KI namens Fiete unmittelbares, kompetenzorientiertes Feedback zu ihren Texten und Lösungen. Basierend auf diesem Feedback können sie ihre Arbeiten gezielt überarbeiten und verbessern.

Für Lehrkräfte bietet Fiete.ai eine deutliche Entlastung, da die KI das Feedback für die gesamte Klasse übernimmt. Gleichzeitig erhalten sie einen Überblick über den Lernstand und können gezielte Förderung anbieten.

Durch den Einsatz von Fiete.ai können Schüler:innen selbstständiger und effektiver lernen. Das individuelle KI-Feedback motiviert und zeigt Verbesserungspotenziale auf. Fiete.ai ist somit ein spannendes Tool, das Künstliche Intelligenz nutzbringend in den Unterrichtsalltag integriert und das Lernen für alle Beteiligten erleichtert und bereichert.

Montag, 3. Juni 2024

Sprachen lernen mit KI - wird die Lehrkraft ersetzt?

Die meisten Menschen haben im Lauf ihres Lebens mindestens eine Fremdsprache erlernt. Manchen fällt es leichter, manche tun sich dabei eher schwer. Die Motive, eine Sprache zu lernen, sind dabei ganz unterschiedlich. Die meisten lernen ihre erste Fremdsprache bereits in der Schule, viele bemerken im Verlauf ihres Lebens, dass ihnen zum Beispiel ihr Berufsleben um einiges leichter fallen würde, wenn sie z.B. Englisch sprechen könnten. Das führt dazu, dass sich viele bei Sprachkursen anmelden. Könnten diese bald durch künstliche Intelligenz ersetzt werden?

Wie in den meisten Bereichen, wird die KI bzw. das "Computer Assisted Language Learning" (CALL) auch hier nicht das jetzige System der Sprachkurse und des Sprachenlernens ersetzen. Sie kann jedoch dabei helfen, das Lernen einer Sprache effektiver zu gestalten.

Ein KI-Tutor verfügt über die Fähigkeit, sofort, individuell und in Echtzeit Rückmeldung zu geben, was ein großer Fortschritt zu den bisherigen "Sprachenlern-Apps" wie zum Beispiel DuoLingo ist. Sprachen leben jedoch davon, gesprochen zu werden, was immer noch am besten in einem Gespräch mit echten Menschen geht. In einem Interview mit dem SWR sagt der Sprachwissenschaftler Pagonis:

"Selbst wenn die Illusion perfekt wäre, Sie wüssten doch stets, dass da eine Maschine dahinter steht."

Trotz allem hilft KI beim Lernen einer Sprache. Dazu können sich viele keine teuren Sprachkurse leisten, was dazu führt, dass KI eine tolle, wenn auch nicht ebenbürtige, Alternative bietet. Auch für Lehrkräfte erleichtert KI den Alltag, Texte für zum Beispiel Textverständnis-Aufgaben, können von dieser erstellt werden, was viel Zeit spart. Künstliche Intelligenz kann Klausuren vorkorrigieren und erleichtert auch hier der Lehrkraft ihren Alltag.

Beim Verwenden von künstlicher Intelligenz in der Schule, egal ob im Fremdsprachenunterricht oder in anderen Fächern, ist es wichtig, den Schüler*innen den Umgang damit beizubringen, denn auch ihnen kann der Schulalltag durch KI erleichtert werden.

Quellen:

KI in der Schule

Künstliche Intelligenz (KI) wird gerade im Bezug auf die Schule von vielen Menschen kritisch betrachtet. Gerade was das Schreiben von Hausarbeiten angeht, fürchten viele, dass die Schülerinnen und Schüler auf ein eigenständiges Arbeiten verzichten. Aber welche Möglichkeiten bietet das Nutzen von KI im Unterricht?

Zuerst muss man wissen, dass KI nicht gleich KI ist. Man unterscheitet zwischen generativer KI wie etwa ChatGPT und intelligenten Tutorsysteme. Generative KI kann von Seiten des Lehrers dazu benutzt werden, um z.B. schnell die Komplexität von Texten auf das Können der Lernenden anzupassen. Dies ermöglicht etwa in Fremdsprachen Texte individuell auf die Sprachkenntnisse der Lernenden anzupassen. Durch die dadurch gewonnene Zeit hat der Lehrende nun die Möglichkeit, den Lernenden wichtiges Feedback zu geben, welches als positiver Verstärker dient und so das Lernverhalten unterstützt. Aber auch für Schüler bietet diese Form der KI viele positiven Möglichkeiten. So können diese sich etwa den Aufbau eines Aufsatzes erklären lassen oder bei fachlichen Fragen nach Hilfestellungen fragen.

Durch den gezielten Einsatz von intelligenten Tutorsystemen können Aufgaben schnell individuell an die Interessen und bevorzugten Lernmethoden der Lernenden angepasst werden. Gerade in Mathe oder Naturwissenschaften könnte dies eine enorme Erleichterung sein. Auch erhalten Schüler sofortiges Feedback und zukünftige Aufgaben werden dann auf die einzelnen Stärken und Schwächen angepasst.

Doch neben den Vorteilen kommen mit dem Einbinden von KI in den Unterricht auch große Herausforderungen auf die Lehrenden zu. Können die Programme später noch durch andere ersetzt werden? Können durch KI Schüler beeinflusst werden? Wie zuverlässig funktionieren sie und welche Maßnahmen muss gegen Desinformation getroffen werden?