Sonntag, 26. Mai 2024

Die Herausforderungen Sozialer Medien für Jugendliche: Medienkompetenz im Zeitalter der digitalen Vernetzung

Soziale Medien sind aus dem Alltag von Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Fast alle Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren besitzen ein Smartphone und nutzen das Internet täglich. Vor allem Plattformen wie Instagram, TikTok und Snapchat dominieren ihre Online-Welt. Diese massive Nutzung sozialer Medien stellt jedoch neue Herausforderungen an die Medienkompetenz, die es zu bewältigen gilt.

Jugendliche nutzen Soziale Medien aus unterschiedlichen Gründen, vor allem aber zur Identitätsfindung und sozialen Orientierung. Sie vergleichen sich mit anderen, suchen nach Bestätigung und Anerkennung. Likes, Kommentare und Followerzahlen sind zu wichtigen Währungen geworden, die den sozialen Stand in der digitalen Welt bestimmen. Das Ganze fördert eine ständige Selbstdarstellung und ein ständiges Streben nach Aufmerksamkeit.

Ein deutliches Beispiel für die Herausforderungen sind Mutproben, auch bekannt als "Challenges". Diese Aufgaben, die oft harmlos beginnen, können schnell gefährlich werden. Ein bekanntes Beispiel ist die "Ice Bucket Challenge" von 2014, die zwar einen wohltätigen Hintergrund hatte, aber auch zeigte, wie schnell sich solche Trends verbreiten können. Zwar gibt es Mutproben schon lange, aber Soziale Medien sorgen dafür, dass diese eine weitaus größere Reichweite bekommen. Der soziale Druck, an solchen Challenges teilzunehmen, kann sehr groß sein, besonders in einem Alter, in dem die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft eine wichtige Rolle spielt.

Die Förderung von Medienkompetenz ist eine gemeinsame Aufgabe, die sich auf  Jugendliche, Eltern, Schulen und Plattformbetreiber bezieht. Jugendliche müssen lernen, mit dem Druck der Sozialen Medien umzugehen. Dabei sind Methoden wichtig, um Gruppenzwang entgegenzuwirken und die eigene Privatsphäre zu schützen. Eltern spielen eine zentrale Rolle bei der Medienerziehung. Wichtig ist es, Verständnis zu zeigen und offen über Mediennutzung zu sprechen, um einen Einblick in die digitale Welt der eigenen Kinder zu erhalten.

Schulen sollten nicht nur strikt mit dem Internet umgehen, sondern sich auch mehr mit Aufklärungsarbeit beschäftigen. Die Jugendlichen sollten ermutigt werden, sich kritisch mit den Inhalten auseinanderzusetzen und eigene Medienkompetenz zu entwickeln. Hierbei könnte man Unterrichtsmaterial verwenden, mit welchem sich die SchülerInnen eigenständig auseinandersetzen könnten: https://www.ndr.de/ratgeber/medienkompetenz/Medienkompetenz-Unterrichtsmaterial-fuer-die-Schule,unterrichtsmaterialindex100.html.

Plattformen müssen sicherstellen, dass ihre Beschwerdesysteme leicht zugänglich sind und wirksam arbeiten. Altersgerechte Inhalte und Filter können dazu beitragen, Jugendliche vor gefährlichen Inhalten zu schützen. Die Plattformen sollten auch flexibel auf neue Trends reagieren und ihre Richtlinien entsprechend anpassen.

Die Nutzung Sozialer Medien erfordert ein gemeinsames Engagement, um Jugendliche sicher und kompetent durch die Medienwelt zu begleiten. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten zusammenarbeiten, um eine gesunde und reflektierte Mediennutzung zu fördern.

Quelle: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/medienkompetenz-355/523579/jugend-und-soziale-medien/

Dienstag, 14. Mai 2024

Medienkompetenz und TikTok

In der heutigen digitalen Ära, in der die Informationsflut allgegenwärtig ist und Plattformen wie TikTok eine immer größere Rolle im Medienkonsum vieler (junger) Menschen spielen, ist die Förderung von Medienkompetenz unerlässlich, insbesondere für angehende Politikstudenten. TikTok als eine Plattform, die Millionen von Nutzern weltweit erreicht, birgt nicht nur die Möglichkeit der Unterhaltung, sondern auch die potenzielle Verbreitung von Fehlinformationen und Fake News.

Als angehende Politikstudenten ist es daher von entscheidender Bedeutung, dass wir ein tiefgreifendes Verständnis für die Mechanismen und Auswirkungen von Medien entwickeln. Dies beinhaltet nicht nur die Fähigkeit, Inhalte auf TikTok kritisch zu hinterfragen und Quellen zu überprüfen, sondern auch ein Bewusstsein für die Rolle von Algorithmen, die möglicherweise Filterblasen verstärken und uns in eine digitale Echokammer führen können.

Die Verbreitung von Fake News auf TikTok stellt eine ernsthafte Herausforderung dar, die unsere demokratischen Prozesse und die öffentliche Meinungsbildung gefährden kann. Daher ist es unsere Verantwortung, nicht nur uns selbst, sondern auch andere über die Risiken von Desinformation aufzuklären und Mechanismen zur Bekämpfung von Fake News zu unterstützen.

Dazu gehört auch die Förderung von Medienbildung und kritischem Denken in der Gesellschaft sowie die Zusammenarbeit mit Plattformbetreibern, um Richtlinien und Mechanismen zu entwickeln, die die Verbreitung von Fake News auf TikTok eindämmen können. Nur durch eine ganzheitliche und kooperative Herangehensweise können wir sicherstellen, dass TikTok und andere Plattformen einen positiven Beitrag zur demokratischen Debatte leisten, und ein Umfeld fördern, das von Vertrauen, Transparenz und Meinungsvielfalt geprägt ist.

https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/wie-gut-ist-unser-grundgesetz-100.html

Soziale Medien und psychische Gesundheit

Die Zahl der aktiven Social Media-Nutzer beläuft sich aktuell auf rund 4,76 Milliarden Menschen. 4,76 Milliarden Menschen, die auf Facebook, Instagram, TikTok usw. sind. Mittlerweile ist es ein Teil unseres Lebens. Wer am sozialen Leben teilhaben will, muss auf Social Media aktiv sein, um mithalten zu können. Mithalten heißt in Deutschland, ca. 99 Minuten pro Tag aufzuwenden, denn das ist der aktuelle Schnitt der Zeit, die die Deutschen auf Social Media verbingen. Damit ist Deutschland auf Platz 48. Kenia, das Land mit der höchsten Nutzungsdauer, bringt einen durchschnittlichen Wert von 223 Minuten pro Tag hervor. Doch welche Auswirkungen hat es auf Menschen, wenn sie so viel Zeit auf Social Media verbringen?

Experten sind sich einig, dass sich das Nutzen von Social Media negativ auf die menschliche Psyche auswikrt. Dies äußert sich in verschiedensten Symptomen. Was es dabei jedoch immer zu beachten gilt, ist, wie viel Zeit eine Person auf Social Media verbingt. Je mehr Zeit, desto größer die Auswirkungen auf die Psyche. Laut einer kanadischen Studie, die Daten von über 10.000 Jugendlichen untersuchte, geht es denen, die Social Media häufig nutzen, um einiges schlechter als denen, die es nur gelegentlich nutzen. Auch Erwachsene sind betroffen. Dies ergab eine Studie der University of Pittsburgh. Laut dieser leiden Nutzer, die häufig auf Social Media sind, drei Mal häufiger an Depressionen als andere.

Neben Depressionen äußern sich psychische Belastungen durch Social Media auch dadurch, dass Nutzer sich und ihr Leben mit dem anderer auf Social Media vergleichen. Sie sehen zum Beispiel glamouröse Urlaube, "perfekte" Körper und einen Lifestyle, den die Nutzer*innen womöglich selbst gerne hätten. Da die Bilder der Leben, die auf Social Media gezeigt werden, jedoch häufig geschönt oder gar gefälscht sind, vergleichen sich Personen mit unrealistischen Standards.

Nutzer*innen sind auch sehr häufig auf der Suche nach Zustimmung. Sie jagen Followern und Likes hinterher und teilen sehr viel von ihrem Leben auf Social Media. Sie wollen immer mehr Likes, Follower und Aufmerksamkeit, wodurch sie immer mehr von ihrem Leben preisgeben. Dadurch wächst auch die Gefahr von Cyber Bullying, das zu Depressionen und in einigen Fällen auch zu Suizidgedanken führen kann.

Häufiges Nutzen von Social Media kann auch zu Schlafstörungen führen. Dies ist womöglich auf das blaue Licht der Bildschirme zurückzuführen. Gerade bei Jugendlichen sind Schalströungen sehr gefährdend, da das Gehirn Schlaf braucht, um sich richtig zu entwickeln. Des weiteren kann es dazu kommen, dass Nutzer*innen immer mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringen und somit ihr "echtes Leben" außerhalb der digitalen Welt vernachlässigen, was auf Dauer zu Einsamkeit führen kann, und somit auch wieder zu Depressionen.

Ein weiteres Symptom, welches vielen nicht bewusst ist, ist die Reizüberflutung. Das Gehirn bekommt ständig neue Informationen, diese werden auf die "aufregendste" Art verpackt, wodurch zum Beispiel in TikTok Videos immer sehr viel in einem Video passiert, aber am besten in so wenig Zeit wie möglich. Auch dies kann zu Depressionen führen, vor allem bei jüngeren Nutzer*innen.

Wie zu erkennen ist, gibt es viele Faktoren, die dazu führen, dass Soziale Medien der Auslöser für psychische Erkrankungen beziehungsweise einer schlechteren psychischen Gesundheit sind. Es gibt sehr viele Tipps und Tricks, wie man dem vorbeugen beziehungsweise entgegenwirken kann. Auf die Dauer wird jedoch die beste Lösung sein, so wenig Zeit wie möglich auf Social Media zu verbingen und nicht alles zu glauben, was dort zu sehen ist.

Damit dies klappt, ist es wichtig, dass Schüler*innen Medienkompetenz vermittelt wird, damit sie selber erkennen und filtern können, was nun echt und was Fake ist.

Quellen:

Der Einfluss sozialer Medien auf die politische Meinungsbildung

Soziale Medien haben sich zu einem integralen Bestandteil unseres täglichen Lebens entwickelt und spielen eine immer größere Rolle in der politischen Meinungsbildung. Plattformen wie Facebook, Twitter und YouTube verbinden Menschen weltweit und ermöglichen es, Meinungen auszutauschen, Informationen zu verbreiten und politische Diskussionen zu führen. Doch dieser scheinbar grenzenlose Raum für Kommunikation birgt auch Herausforderungen und Risiken, insbesondere im Hinblick auf die Verzerrung von Informationen, Manipulation und die Bildung von Filterblasen.

Ein entscheidender Faktor, der den Einfluss Sozialer Medien auf die politische Meinungsbildung prägt, ist die algorithmische Personalisierung von Inhalten. Plattformen wie Facebook verwenden komplexe Algorithmen, um den Nutzern Inhalte basierend auf deren Verhalten, Interessen und Vorlieben zu präsentieren. Dadurch werden sie in Filterblasen gefangen, in denen sie hauptsächlich mit Inhalten konfrontiert werden, die ihre bestehenden Ansichten und Meinungen bestätigen. Dies führt zu einer Verengung der Perspektiven und einem Mangel an Vielfalt in den dargebotenen Informationen.

Ein weiteres Problem sind Fake-News, die gezielt verbreitet werden, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Insbesondere während politischer Ereignisse wie Wahlen können falsche Informationen schnell viral werden und das Vertrauen der Menschen in die Medien und die politische Landschaft untergraben. Die Verbreitung von Fake-News wird durch die Tendenz vieler Nutzer verstärkt, nur Überschriften zu lesen und Informationen oberflächlich zu konsumieren, ohne deren Quellen oder Richtigkeit zu überprüfen.

Darüber hinaus spielen Social Bots eine zunehmend wichtige Rolle bei der Beeinflussung der Meinungsbildung in sozialen Medien. Diese automatisierten Programme imitieren menschliches Verhalten und können dazu verwendet werden, falsche Informationen zu verbreiten, Diskussionen zu manipulieren und Meinungen zu formen. Ihr Einsatz kann dazu führen, dass Menschen glauben, dass bestimmte Ansichten oder Ideen weit verbreitet sind, obwohl sie von einer kleinen, manipulativen Gruppe stammen.

Ein weiterer Aspekt ist das Framing, bei dem politische Botschaften durch gezielte Wortwahl und Bildsprache eingefärbt werden. Durch geschicktes Framing können politische Akteure Emotionen wecken, Meinungen beeinflussen und bestimmte Narrative verstärken oder unterdrücken.

Trotz dieser Herausforderungen bieten Soziale Medien auch Chancen für demokratische Teilhabe und den direkten Austausch zwischen Bürgern und politischen Akteuren. Parteien und Politiker können ihre Botschaften direkt an die Menschen senden und mit ihnen in einen Dialog treten. Dies kann zu einer größeren Transparenz und Nähe zwischen Regierenden und Regierten führen.

Um die negativen Auswirkungen von Sozialen Medien auf die politische Meinungsbildung einzudämmen, ist es entscheidend, die Medienkompetenz der Menschen zu stärken. Bildungsprogramme sollten darauf abzielen, kritisches Denken, Quellenkritik und die Fähigkeit zur Unterscheidung von Fakten und Fiktion zu fördern. Nur so können die Bürgerinnen und Bürger in der Lage sein, die Informationen, die sie in den sozialen Medien konsumieren, angemessen zu bewerten und eine informierte Meinung zu bilden.

Insgesamt ist es wichtig, die Potenziale und Risiken Sozialer Medien in der politischen Meinungsbildung genau zu betrachten und Maßnahmen zu ergreifen, um eine demokratische Debatte und Vielfalt der Meinungen zu fördern. Nur so können wir sicherstellen, dass Soziale Medien ihr volles Potenzial als Instrumente für demokratische Partizipation entfalten, ohne dabei die Integrität unserer demokratischen Prozesse zu gefährden.

Quelle:

Montag, 13. Mai 2024

„MrWissen2go“ mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Mirko Drotschmann, besser bekannt als "MrWissen2go", erklärt seinen knapp 2 Millionen Followern und Zuschauern auf YouTube und Instagram verständlich und anschaulich sowohl politische als auch geschichtliche Themen. Egal ob es um Vergangenes wie Bismarck oder um ganz aktuelle Themen wie etwa den Nahostkonflikt geht - der studierte Historiker und Journalist Mirko Drotschmann bringt Kindern und Jugendlichen im Internet die Themen näher und hilft ihnen, sie einzuordnen. Dabei geht er auch gegen Klischees und Vorurteile vor. Gerade während der Corona-Pandemie griffen immer mehr Lehrer auf seine Erklärvideos zurück.

Begonnen hat er seine Kariere auf Social Media mit dem Format "musstewissen Geschichte", das von Beginn an vom ZDF begleitet wurde. 2019 entstand dann "MrWissen2go" und deckte mit steigender Videoanzahl nicht nur den Stoff der Unterrichtspläne ab, sondern vermittelt auch Wissen, das (weit) über dieses hinausgeht und dadurch nicht nur Schüler als ursprüngliche Zielgruppe, sondern auch eine zunehmend ältere Zielgruppe anspricht. Für diese Leistung wurde der Journalist 2023 mit dem Bundesverdienstkreuz Förderung der Demokratie, des Zusammenhalts und der Bildung ausgezeichnet.

Quellen:

YouTube-Kanäle:

Medienkompetenz fördern durch praktisches Arbeiten

„Der Mensch braucht neue, zusätzliche Kompetenzen in der Medienwelt“, so dachte nicht nur Baacke, sondern auch der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Daher gibt es das Projekt "ARD Young Reporter" des NDR. Es geht neue Wege, um Medienkompetenz bei SchülerInnen zu fördern. Das Ziel ist es, junge Menschen für journalistisches Arbeiten zu begeistern und ihre Fähigkeiten in der Medienwelt zu stärken. Dabei bietet das Projekt eine einzigartige Möglichkeit für Schulklassen in ganz Deutschland.

Das Konzept ist simpel, aber wirkungsvoll: SchülerInnen werden zu Journalisten und erhalten die Chance, ihre Ideen mit professioneller Unterstützung umzusetzen. Vom NDR wird ein Thema pro Bundesland ausgewählt, nun werden die Jugendlichen mit einem professionellen Kamerateam und einem erfahrenen Fernseh-Autor zusammengebracht, um ihre Beiträge umzusetzen.

Die Teilnehmer lernen nicht nur den Prozess der Erstellung eines Nachrichtenbeitrags kennen, sondern erhalten auch Einblicke in die Arbeitsweise von Medienprofis. Sie können ihre Kreativität entfalten, Themen recherchieren, Interviews führen und am Ende einen eigenen Beitrag erstellen.

Ein ebenfalls wichtiger Aspekt des Projekts ist die Veröffentlichung der fertigen Beiträge in der ARD Mediathek. Dadurch können die SchülerInnen ihren Beitrag vor einem Publikum präsentieren. Ihre Filme sind von überall auf der Welt und rund um die Uhr abrufbar, wodurch nicht nur die Reichweite gestärkt wird, sondern auch die Tatsache der Internationalität der Medien.

In der heutigen digitalen Gesellschaft kann die Bedeutung von Medienkompetenz nicht genug betont werden. Jugendliche müssen und sollen lernen, Medien kritisch zu hinterfragen, Informationen zu bewerten und sich selbstbewusst in der digitalen Welt zu bewegen. Projekte wie "ARD Young Reporter" leisten einen großen Beitrag dazu, indem sie jungen Menschen die Möglichkeit geben, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ihre Stimme zu erheben.

Quellen:

Rechtsextremistische Inhalte auf TikTok

Die Social-Media-Plattform TikTok ist unter Schüler*innen sehr beliebt. Einer Studie von ARD und ZDF aus dem Jahr 2022 zufolge wurde die App von 44 % der 14- bis 29-Jährigen genutzt (vgl. Pfister/ Schlund 2023). Jugendliche nutzen die App unter anderem, um sich über das allgemeine und politische Tagesgeschehen zu informieren (vgl. Franke/Hajok 2013).

Auf der Startseite der App werden den Nutzer*innen automatisch Kurzvideos angezeigt. Es besteht für sie also keine Notwendigkeit, etwas anzuklicken oder eine Entscheidung darüber zu treffen, welche Inhalte sie konsumieren möchten. Dies führt zu einer vergleichsweise wenig aktiven Nutzung der App und einer höheren Abhängigkeit der Nutzer*innen vom Algorithmus (vgl. Breinig/Garus/Neumeier 2024).

Nicht nur bei Rezipient*innen wird TikTok dank dieser einfachen Handhabung gerne verwendet. Auch Produzent*innen können schnell und einfach eine große Menge an Inhalten verbreiten und damit die Nutzer*innen erreichen, auch wenn diese sie nicht aktiv aufsuchen. Politische Akteure, die rechtsextremistische Inhalte verbreiten möchten, nutzen die Funktionsweise der App und sind dabei teilweise sehr erfolgreich.

Viele rechtsextremistische Inhalte fokussieren sich auf Emotionen, die von den Zuschauer*innen als positiv wahrgenommen werden wie z.B. Zusammengehörigkeit. Negative Emotionen wie Wut oder Aggression werden seltener angesprochen. Das Ziel ist es, rechtsextremistisches Gedankengut durch positive Emotionen, Jugendsprache oder Musik in einem guten Licht darzustellen (vgl. Franke/Hajok 2023).

Gängige Vorgehensweisen bei der Erstellung der Inhalte sind der Aufbau von Feindbildern und das Zeichnen einer vermeintlich zusammengehörigen Gruppe. Ebenfalls häufig ist die Verwendung klischeebehafteter Rollenbilder von Mann und Frau, zu denen Kinder und Jugendliche aufschauen und an denen sie sich orientieren. Des Weiteren wird durch rechtsextremistische Hintergrundmusik oder der Verwendung bestimmter Wörter und Phrasen auch ganz subtil rechtsextremistisches Gedankengut verbreitet.

Wenn Parteien diese Inhalte generieren, so ist es für Zuschauer*innen häufig erkennbar, um welche Gruppe es sich handelt und welche Ziele diese Gruppen verfolgen. Bei Privatpersonen, die z.B. Videos über Kosmetik oder Fitness drehen, erwarten die meisten Rezipient*innen keine politischen Inhalte, und es fällt daher schwerer, rechtsextremistische Inhalte als solche zu erkennen (vgl. Franke/Hajok 2023).

Rechtsextremistische Inhalte werden auf TikTok meist eher subtil vermittelt. Die Plattform dient für die Gruppen und Organisationen dazu, Kontakt zu neuen potenziellen Mitgliedern herzustellen. Von dort aus werden an den Inhalten interessierte Nutzer*innen auf geschlossene Chatgruppen z.B. auf der Plattform Telegram verwiesen, in denen dann offensiver rechtsextremistische Inhalte verbreitet werden.

Es ist daher wichtig, die Schüler*innen auf die Gefahren der Plattform, ihre Funktionsweise und das Vorgehen der Akteure aufmerksam zu machen, damit sie einen kritischen Umgang mit den Inhalten auf TikTok erlernen.

Quellen:

Wahlbeeinflussung durch generative KI - Deep Fakes

Generative Künstliche Intelligenz und Deep Fakes werden zunehmend im Wahlkampf eingesetzt, um manipulative Inhalte zu erstellen. Generative KI ermöglicht es politischen Parteien, mit Hilfe von Algorithmen und Datenanalysen maßgeschneiderte Botschaften an Wähler zu senden. Durch den Einsatz generativer KI können politische Kampagnen effektiver gestaltet werden, da sie in der Lage sind, gezielt auf die Bedürfnisse und Anliegen der Wähler einzugehen. Darüber hinaus können KI-generierte Inhalte auch dazu beitragen, die Reichweite von Wahlkampagnen zu erhöhen und das Engagement der Wähler zu steigern.

Allerdings birgt der Einsatz generativer KI im Wahlkampf auch ethische Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf Datenschutz und Manipulationsmöglichkeiten. Es ist daher wichtig, dass politische Parteien transparent über den Einsatz dieser Technologie informieren und sicherstellen, dass sie im Einklang mit geltenden Datenschutzbestimmungen steht.

Was sind eigentlich Deep Fakes? Das sind gefälschte Videos oder Audiodateien, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Diese Technologie ermöglicht es, das Gesicht und die Stimme einer Person in einem Video so zu manipulieren, dass sie etwas sagt oder tut, was sie tatsächlich nicht gesagt oder getan hat. Der Einsatz von Deep Fakes im Wahlkampf stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Demokratie dar, da sie die Möglichkeit bieten, falsche Informationen zu verbreiten und das öffentliche Meinungsbild zu manipulieren.

Es ist daher entscheidend, dass politische Parteien und Wähler gleichermaßen wachsam und sich bewusst sind, dass Deep Fakes existieren und potenziell zur Desinformation genutzt werden können. Um den Missbrauch von Deep Fakes im Wahlkampf einzudämmen, ist es wichtig, dass Regierungen und Plattformen Maßnahmen ergreifen, um die Verbreitung gefälschter Inhalte zu bekämpfen und die Öffentlichkeit über die Risiken aufzuklären.

Darüber hinaus sollten Medienkompetenzprogramme entwickelt werden, um Wähler dabei zu unterstützen, gefälschte Inhalte zu erkennen. Wir müssen lernen, mit ihnen umzugehen: Zusätzliche Quellen checken und hinterfragen, ob jemand so etwas tatsächlich so sagen würde. Deep Fakes sorgen dafür, dass Wahrheitsfindung ab jetzt noch viel schwieriger wird.

Passend dazu lief am 8. Mai 2024 im ZDF eine Dokumentation: "Kann KI Wahlen beeinflussen?" Doku | Die Spur: Mithilfe künstlicher Intelligenz wird versucht, Wahlen zu beeinflussen. Im Superwahljahr 2024 wächst die Gefahr für die Demokratie. Wer steckt hinter manipulierten Bildern und Stimmen? https://www.zdf.de/dokumentation/die-spur/europawahl-wahlkampf-ki-desinformation-100.html

Vorbild oder Gefahr: Wie viel Macht haben Influencer?

Die Diskussion über die Rolle von Influencern in den Sozialen Medien ist längst zu einem zentralen Thema geworden, insbesondere wenn es um ihre Einflussnahme auf Kinder und Jugendliche geht. Influencer mit Tausenden von Followern haben eine enorme Reichweite und können so zu Meinungsmachern werden, insbesondere für junge Menschen, die oft stark von Sozialen Medien beeinflusst sind.

Die Vielfalt der Themen, über die Influencer sprechen, reicht von Mode und Lifestyle bis hin zu ernsteren Angelegenheiten wie Klimaschutz und psychische Gesundheit. Dieses Phänomen des "Sinnfluencing" birgt jedoch die Gefahr, dass die Grenzen zwischen Fakten und Meinungen verschwimmen. Es ist wichtig, dass die Zuschauer die Kompetenz der Influencer kritisch hinterfragen und zwischen fundierten Informationen und persönlichen Ansichten unterscheiden können.

Selbst Kirchen haben die Bedeutung von Social Media erkannt und nutzen Plattformen wie Instagram, um Gläubige zu erreichen. Auch hier ist es entscheidend, dass die vermittelten Botschaften klar von Meinungen abgegrenzt werden und auf Fakten beruhen.

Ein Beispiel für die potenziellen Gefahren von Influencern zeigt sich anhand des Reise-Influencers Stephan Müller, der seine Reisen nach Afghanistan dokumentierte und dabei eine unkritische Darstellung der dortigen Situation lieferte. Solche Beispiele unterstreichen die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit den Inhalten, die Influencer verbreiten.

Experten betonen die Bedeutung von Medienkompetenz, insbesondere in der schulischen Bildung. Kinder und Jugendliche müssen lernen, zwischen vertrauenswürdigen Informationen und Fake-News zu unterscheiden und einen sensiblen Umgang mit Sozialen Medien zu entwickeln. Nur so können sie die Macht der Influencer richtig einschätzen und verantwortungsbewusst damit umgehen.

Influencer können zweifellos Vorbilder sein, aber es ist wichtig, dass sie ihre Reichweite verantwortungsbewusst nutzen und klare Grenzen zwischen Fakten und Meinungen ziehen. Medienbildung ist daher ein zentraler Schlüssel, um junge Menschen zu befähigen, kritisch zu denken und informierte Entscheidungen zu treffen, sowohl im digitalen Raum als auch im realen Leben.

Abschließend empfehle ich, das begleitende Video des SWR zu diesem Artikel anzusehen, um weitere Einblicke in die Diskussion über die Macht der Influencer und die Bedeutung von Medienkompetenz zu erhalten.

Quellen:

Sonntag, 12. Mai 2024

Wenn Medien als Gegner wahrgenommen werden

Eine Studie der Universität Hohenheim untersuchte letztes Jahr, wie groß das Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen ist. Die Befragung wurde von forsa im Auftrag der Universität Hohenheim im Juli 2023 durchgeführt und befragte 4.000 Bürger*innen hinsichtlich ihres Medienvertrauens. Dabei fiel auf, dass das Radio das größte Vertrauen genießt, gefolgt von Zeitungen. Bei beiden Medien überwiegt das Vertrauen gegenüber dem Misstrauen. Darauf folgt das Fernsehen, bei dem sich Vertrauen und Misstrauen die Waage halten.

24 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass Themen, die ihnen wichtig sind, in den Medien nicht häufig genug vorkommen. Des Weiteren beklagt ein Fünftel der Befragten, dass ihre Auffassungen nicht mit denen der Medien übereinstimmen. Diese Aussagen spiegeln eine Medienentfremdung wider. Darüber hinaus konnten im Ramen der Befragung medienzynische Aussagen beobachtet werden, wie etwa „Medien bringen nur, was die Herrschenden vorgeben“, oder „Die Bevölkerung wird von den Medien systematisch belogen“. Beiden Aussagen wurde von einem Fünftel der Befragten zugestimmt. Solche Medienzyniker sehen Medien als Gegner beziehungsweise als politische Macht an, die sie unterdrücken will.

Die Skepsis bezüglich der Medienberichterstattung wird von vielen Menschen auf die Politik übertragen. In der Befragung gaben 22 Prozent an: „Medien und Politiker stecken unter einer Decke“ und 24 Prozent stimmten bei der Aussage zu: „Politik und Medien gehen Hand in Hand, um die Bevölkerung zu manipulieren“. Ein Viertel der Befragten geht davon aus, dass die Regierung der Bevölkerung die Wahrheit verschweige und ein Fünftel sagt sogar, dass regierende Parteien das Volk betrügen würden. Zwar ist diese Gruppe der Skeptiker im Vergleich zu früher nicht größer geworden, aber sie ist lauter geworden. Dieses eine Fünftel ist deutlich sichtbarer als früher. Sie artikulieren sich nämlich häufiger, etwa in Online-Foren. Durch Soziale Medien und Filterblasen haben sie die Möglichkeit, weitere Anhänger ihrer Meinung zu finden oder weitere Personen, die ihre Verschwörungstheorie teilen.

Die zu beobachtende negative Sicht auf Medien beruht auf keiner konstruktiven Kritik. Ganz im Gegenteil: Sie vertreten ein Weltbild, bei dem auf der einen Seite die Bevölkerung steht und auf der anderen Seite die Eliten, die diese Bevölkerung unterdrücken wollen. Unter Eliten sind Politiker*innen und Massenmedien zu zählen, die nach Meinung der Skeptiker Hand in Hand gehen. Durch die Studie wurde also ersichtlich, dass ein Fünftel der Deutschen ein rechtspopulistisches Weltbild hat. Kann man diese Skeptiker, die verächtlich auf Medien blicken, noch erreichen?

Nein, kann man nicht, denn die meisten dieser Menschen nutzen gar keine klassischen Massenmedien. Also können sie auch nicht mehr über jene erreicht werden. Die Gruppe dieser Menschen nutzt als Hauptinformationsquelle das Internet und Soziale Netzwerke, oder sie führen Gespräche mit anderen aus dem eigenen Zirkel. Dabei werden deren Vorurteile jedoch nur verstärkt.

Doch eine andere, ebenfalls skeptische Gruppe, kann noch erreicht werden. Diese Gruppe übt Kritik an verschiedenen Erscheinungsformen der Medienberichterstattung. Doch deren Kritik ist im Unterschied zur anderen Skeptiker-Gruppe konstruktiv und teilweise durchaus nachvollziehbar. Bei dieser Gruppe gibt es Wege raus aus der Skepsis. Zum einen sollte die Arbeit von klassischen Nachrichtenmedien noch besser erklärt werden. Zum anderen sollte die Berichterstattung teilweise verändert werden. Beispielsweise sollten weniger Kampfbilder produziert werden. Statt zu fragen „Wer kämpft in der Bundesregierung gegen wen?“ oder „Wer hat sich bei einer Frage durchgesetzt?“, sollten politische Prozesse besser erklärt werden, und dabei sollte eher im Hintergrund thematisiert werden, um welche Positionen es eigentlich geht.

Eine Erklärung klassischer Massenmedien sowie politischer Prozesse muss bereits die schulische Bildung liefern. Darum ist in unserem heutigen medialen Zeitalter politische Bildung sowie Medienbildung essenziell. Denn erst wenn Kinder und Erwachsene Medienkompetenz erlernt haben, können sie konstruktive Kritik gegenüber den Massenmedien und deren Berichterstattung - etwa in der Politik - üben. Solch eine Medienkompetenz ist nötig, um professionelle Berichterstattung identifizieren zu können und medienkritisch auf Soziale Netzwerke und deren Inhalte zu blicken. Ein*e medienkompetente*r Bürger*in kann sich dann tatsächlich kritisch oder gar skeptisch mit den verschiedenen Arten der Berichterstattung der diversen Medien befassen.

Quellen:

Desinformation als Gefahr für die Europawahl?

Desinformationen spielen eine große Rolle in der Gesellschaft. Besonders die schnelle und einfache Verbreitung durch digitale Netzwerke machen sie so gefährlich. Aber was ist eine Desinformation?

Desinformationen oder Fake-News werden absichtlich und gezielt verbreitet, um Empfänger mit irreführenden bzw. falschen Informationen zu versorgen. Sie werden sowohl von Akteur*innen aus In- und Ausland als auch von staatlichen und nicht-staatlichen Akteur*innen verbreitet. Wenn fremde Staaten durch verschiedene Formen illegitimen Einfluss auf andere Staaten nehmen, wie z.B. bei Desinformation, Cyberangriffen usw., spricht man von hybriden Bedrohungen. Sowohl politische als auch gesellschaftliche Ebenen können davon betroffen sein. Eine besondere Problematik ergibt sich durch ausländische Manipulations- und Einflusskampagnen im Informationsraum.

Die Sorge, dass solche Desinformationen eine Gefahr für die Demokratie darstellen, zeigt sich aktuell bei der anstehenden Europawahl 2024. Zum einen zeigt sich diese Sorge vor hybriden Bedrohungen durch eine mögliche Zunahme von ausländischer Desinformation in Deutschland im Kontext der Europawahl.

„Die Bundesregierung geht davon aus, dass entsprechende Einflussmaßnahmen im Kontext der diesjährigen Europawahl für manche Staaten als Handlungsoptionen grundsätzlich infrage kommen.“

Zum anderen zeigt sich die Gefahr von Desinformation in Bezug auf die Wahl im Inland durch Parteien, die sich durch antidemokratische Werte auszeichnen, wie die AfD. Denn gerade die AfD nutzt erfolgreich Plattformen wie TikTok, um auf Stimmenfang zu gehen. TikTok ist dabei ein wichtiger Kommunikationskanal, um in kürzester Zeit viele junge Menschen zu erreichen. Durch gezielte Polarisierung wird hierbei viel Aufmerksamkeit generiert und so werden oft aus politischen Debatten politische „Spektakel“. Dabei setzt die Partei auf eine Mischung aus „Humor“ und Hetze. Brisant dabei ist, dass andere Parteien deutlich hinter der TikTok-Präsenz der AfD hinterherhinken. Umso wichtiger, dass sich auch diese Parteien aktiv mit solchen Plattformen auseinandersetzen.

Aber was bedeutet das für eine demokratische Gesellschaft? Ziel muss es sein, eine Sensibilisierung für demokratiegefährdende und rechtsextreme Inhalte zu schaffen. Hierbei hat die Schule neben der Politik die zentrale Aufgabe, Strategien zur Verfügung zu stellen, wie Desinformationen erkannt werden können, und den Zugang zu zuverlässigen Informationen zu ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Medienkompetenz in der Schule besteht aus der Fähigkeit, sich kritisch mit Inhalten sozialer Medien auseinanderzusetzen, da diese aus der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken sind. Wie kann man sich vor Desinformation schützen?

  • Kritisch hinterfragen statt weiterleiten
  • Quellen und Absender der Nachricht prüfen
  • Faktenchecks nutzen

Durch den „Newstest“ kann man sein Wissen im Umgang mit Nachrichten im Internet testen: https://www.bpb.de/lernen/medienpaedagogik/328637/der-newstest/ 

Ressourcen:

Medienkompetenz - Teil der wehrhaften Demokratie?

Die Demokratie ist der zentrale Grundstein für die deutsche Politik. Auf diesem baut unsere Verfassung, die Regierung sowie ihre Legitimation und das politische Handeln auf. Seit dem Erstarken des Rechtspopulismus ist in der Politik und in den Medien Demokratiefeindlichkeit ein Schlüsselwort. Der AfD bspw. wird nachgesagt, antidemokratisch zu handeln, und in Bundesländern wie Sachsen oder Thüringen wurden die dort ansässigen Landesverbände vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft.

Dies ist möglich, da es sich bei der deutschen Demokratie um eine "wehrhafte Demokratie" handelt. Eine wehrhafte Demokratie ist in der Lage, sich gegen Feinde, die sie abschaffen wollen, zu schützen. In Deutschland bildet die rechtliche Grundlage hierfür der Artikel 21 GG: Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, können verboten werden.

Wehrhafte Demokratie beginnt mit "wehrhaften Bürger*innen", die sich für die demokratischen Werte und ihre Erhaltung in Deutschland einsetzen. Gerade Fake-News stellen für die Demokratie eine ernsthafte Bedrohung dar. Sie können dazu führen, dass es aufgrund von Fehlinformationen zu falscher Meinungsbildung kommt. Dies kann sich wiederum auf das Wahlverhalten auswirken, was einen direkten Einfluss auf Politik und Gesellschaft mit sich bringen kann. Das führt dazu, dass es schwieriger wird, gesellschaftliche und politische Probleme und Konflikte öffentlich und frei zu diskutieren und zu lösen.

Medienkompetenz ist das Schlüsselwort und scheint als Instrument einer wehrhaften Demokratie an Bedeutung zu gewinnen. Dass Medienkompetenz ein Schlüsselelement für die Demokratie darstellt, ist nicht an der Politik vorbeigegangen. Das Land Sachsen z.B. hat die Bildungsinitiative "Medienscouts in Sachsen" (https://www.bildung.sachsen.de/blog/index.php/2024/04/05/medienscouts-in-sachsen/) ins Leben gerufen. Ziel ist es, Schüler*innen und Lehrkräfte zu Medienscouts auszubilden und ihnen zu helfen, mit Themen wie Cybermobbing, Datenschutz oder Darstellung im Internet umgehen zu können. Auch in Nordrhein-Westfalen wird seit 2019 ein Medienscout-Programm finanziell unterstützt, das Schüler*innen die Möglichkeit gibt, einen gesunden Umgang mit den Medien zu erlernen (https://www.medienscouts-nrw.de/).

In der Schule scheint das Thema Medienkompetenz angekommen zu sein. Doch was ist mit den Bürger*innen, die die Schule bereits abgeschlossen haben. Sie können sich in der Schule nicht mehr zu Medienscouts ausbilden lassen. Das Projekt "Business Council for Democracy" (BC4D) bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Mitarbeitenden in Medienkompetenz und Demokratie schulen zu lassen. Sie erhalten eine Stunde Schulung pro Woche, in der sie erlernen sollen, wie sie Fake-News erkennen, und Hass sowie Hetze im Internet begegnen können (https://www.bc4d.org/).

Angela Merkel sagte einst: "Das Internet ist für uns alle Neuland." Dieses Zitat scheint heutzutage, mit den rasanten und schwer absehbaren Entwicklungen von KI, die nicht einmal vor unserem Bundeskanzler Olaf Scholz haltmacht (https://www.instagram.com/reel/C5_CJDbN7xu/?igsh=dmxkcTIxdmg3dXdj), nicht an Aktualität verloren zu haben. Und so ist auch die Medienkompetenz wichtiger denn je. 

Weitere Quellen:

  • https://demokratie.niedersachsen.de/startseite/themen/digitalisierung/fake_news/fake-news-eine-gefahr-fuer-die-demokratie-167063.html
  • https://www.schulministerium.nrw/presse/pressemitteilungen/land-foerdert-das-programm-medienscouts-nrw-mit-weiteren-15-millionen
  • https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/321402/wehrhafte-demokratie/
  • https://www.deutschlandfunk.de/afd-verbot-102.html
  • https://hessen.de/presse/pressearchiv/landesregierung-buendelt-informationen-und-angebote-zur-medienkompetenzfoerderung

Samstag, 11. Mai 2024

Mediennutzung: Radikalisierung über soziale Netzwerke

Die bewusste Mediennutzung bildet nach Dieter Baacke eine der vier Dimensionen der Medienkompetenz. Die Nutzung des Internet als eine aktive Tätigkeit sollte idealerweise kompetent gestaltet sein und reflektiert werden. Doch wie ist das bei Kindern und Jugendlichen, die immer mehr mit Medien in Berührung kommen und sie täglich nutzen? Die Ergebnisse einer Studie der Krankenkasse DAK und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigt:

"Knapp ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen […] nutzt demnach Social-Media-Angebote […] riskant viel". (Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Studie-Social-Media-Nutzung-bei-vielen-Kindern-problematisch,studie1666.html)

Aber nicht nur der zeitliche Faktor der Mediennutzung sollte kritisch gesehen werden, auch die Inhalte, welchen Jugendliche ausgesetzt sind, sind problematisch. Die Nichtregierungsorganisation CeMAS (Center für Monitoring, Analyse und Strategie) dokumentiert seit Jahren Hass, Hetze und Desinformationen in den Sozialen Netzwerken und beobachtet gleichzeitig, dass immer mehr rechtsterroristische Taten von Minderjährigen begangen werden. Auch der Angriff auf einen SPD-Politiker in Dresden vor wenigen Tagen scheint von 17-18-jährigen Tatverdächtigen begangen worden zu sein, die Kontakte in die rechte Szene haben.

Bei der Radikalisierung von Jugendlichen spielen die Medien eine große Rolle, insbesondere die Vernetzung über Messenger-Dienste, Soziale Medien oder Online-Communitys, wie CeMAS zusammenfasst. Online ist die internationale Vernetzung, der Austausch von extremistischem Gedankengut und das Teilen von illegalem Material deutlich einfacher, und sobald man in einer "Bubble" angelangt ist, wird der Austausch mit anderen Meinungen und Ansichten schwerer.

Zwar ist es nicht zweifelsfrei wissenschaftlich belegt, dass allein das Schauen extremistischer Inhalte zu einer Radikalisierung führt, aber dennoch ist es wichtig, die Medienkompetenz von Jugendlichen und besonders eine kritische und reflektierte Mediennutzung zu stärken. Mehr zu dem Thema hier: https://www.zeit.de/digital/2024-05/gewalt-jugendliche-angriff-politiker-soziale-medien-radikalisierung

Desinformation als Gefahr für die Demokratie

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung sehen 81% der Bevölkerung Falschinformationen, insbesondere auf Social Media, als Gefahr für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Hinter den Falschinformationen vermuten die Befragten Protest- und Aktivistengruppen gefolgt von Bloggern und Influencern.

In der Studie heißt es auch, dass das Bewusstsein für die Risiken von Falschinformationen für die Demokratie in weiten Teilen der Bevölkerung geschärft sei. Dabei unterscheidet sich jedoch, was von den Befragten als Falschinformationen im Internet wahrgenommen wird und welche Urheber und Motive sie dahinter vermuten.

Dabei glauben Menschen mit hohem Medienvertrauen, dass Fake-News mit dem Ziel verbreitet werden, das Vertrauen in Politik und Demokratie zu schwächen. Menschen mit niedrigem Medienvertrauen glauben tendenziell, dass Fake-News verbreitet werden, um von Skandalen und politischer Unfähigkeit abzulenken. Knapp ein Drittel der Befragten wird dabei der Gruppe mit niedrigem Medienvertrauen zugeordnet. In dieser Gruppe sind AfD-Wähler überproportional vertreten.
Für Polarisierung finden sich in der Studie mehrere Belege. Wähler der Grünen glauben eher, Manipulation käme von rechts, AfD-Wähler dagegen, Fake-News kämen von links.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ergebnisse der Studie das wachsende Misstrauen und die Verunsicherung gegenüber Medien und Politik widerspiegeln. Durch den fehlenden Diskurs besteht, laut Cathleen Berger, die Gefahr einer zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft. Deshalb fordert Berger bessere Vorgaben wie z.B. Faktenchecks auf Social Media. Nutzer*innen sollten in der Lage sein, Informationen leichter zu überprüfen und Fake-News zu melden. Der vollständige Artikel kann unter folgendem Link nachgelesen werden: Bertelsmann-Studie: Mehrheit sieht Desinformation als Gefahr für die Demokratie | ZEIT ONLINE.

Ich denke, dass die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft durch Algorithmen und Filterblasen auf Social Media begünstigt wird, da dadurch personalisierte Nachrichten angezeigt werden und man sich deshalb in der Bubble des eigenen politischen Meinungsklimas bewegt. Dadurch wird der Austausch mit Gleichgesinnten begünstigt, jedoch fehlt die kritische Prüfung der eigenen Position, da kein Diskurs entsteht. Eine realistische Einschätzung des Meinungsklimas bleibt aus und das Gefühl, einer vermeintlichen Mehrheit anzugehören, tritt ein, da man auf Social Media in seiner Bubble sofort Zustimmung erlangt und Gegenpositionen aufgrund der Filterblasen nicht angezeigt werden. Dies begünstigt die Polarisierung der Gesellschaft.

Um die Gefahr einer Polarisierung einzudämmen, ist das Erlernen von Medienkompetenz essenziell. Denn nur durch einen reflektierten Umgang und Konsum von Medien werden Nachrichten hinterfragt und Fake-News erkannt. Für eine funktionierende Demokratie sind mündige Bürger*innen elementar, weshalb Medienbildung (Medienkompetenz), politische Bildung, Werteerziehung und soziales Lernen als lebenslanger Lernprozess von den Bürger*inne erworben werden sollte.

Freitag, 3. Mai 2024

Vortragsreihe zu KI an der PH Ludwigsburg

Künstliche Intelligenz (KI) ist das Thema der Stunde, auch im Bildungssektor. Die dortigen Anwendungsmöglichkeiten und Auswirkungen werden intensiv diskutiert, Themen wie Datenschutz oder Urheberrecht kommen auf und es stellen sich Fragen zu ethischen Nutzungsaspekten. Inzwischen gibt es erste Erkenntnisse aus der Forschung über das didaktische Potential von KI. All diese Themen stellen Expert*innen im Rahmen der hybriden Vortragsreihe "All About AI" vor. An die einstündigen Vorträge schließen sich Diskussion und Erfahrungsaustausch an. Die Vorträge finden jeweils mittwochs 18.00 Uhr - 19.30 Uhr statt, die Teilnahme ist online oder an der PH Ludwigsburg in Vorlesungssaal 1.201 möglich:

  • Mi, 8. Mai 2024: KI verändert unsere Welt – Wie wird diese Welt aussehen? Und was bedeutet das für Bildung? (Prof. Dr. Thomas Knaus)
  • Mi, 5. Juni 2024: Generative KI als Lehr- und Lernbuddy (Prof. Dr. Christian Spannagel)
  • Mi, 26. Juni 2024: Generative KI in der Lehre: Effektiv Prompten - wie geht das? (Susanne Schorer - Referentin online)
  • Mi, 3. Juli 2024: AI-Literacy - Brauchen wir neue Kompetenzen im Umgang mit KI? (Prof. Dr. Sonja Gabriel - Referentin online)
Weitere Informationen gibt es hier: https://www.ph-ludwigsburg.de/hochschule/zentrale-ansprechpartnerinnen/digitalisierung-in-lehre-studium-und-weiterbildung/workshops-veranstaltungen.

Samstag, 6. April 2024

Podcast zu Verbreitung, Ursachen und Folgen von Hate Speech

Vor wenigen Tagen (29. März 2024) hat Deutschlandfunk Nova einen äußerst hörenswerten Vortrag des Kommunikationswissenschaftlers Marc Ziegele veröffentlicht, in dem gut strukturiert und wohltuend unaufgeregt empirisch gewonnene Erkenntnisse zu Inzivilität im Internet präsentiert werden. Der Vortrag mit dem Titel "Verbreitung, Ursachen und Folgen von Inzivilität in politischen Online-Diskussionen" wurde am 11. Januar 2024 im Rahmen der Vortragsreihe "Colloqium Fundamentale" am Karlsruher Institut für Technologie aufgezeichnet.

Montag, 13. November 2023

Montag, 23. Oktober 2023

Webtalk zu künstlicher Intelligenz mit der Bildungsministerin

Am Freitag 27.10.2023 um 17:30 Uhr findet ein Webtalk statt zum Thema "KI-Land Deutschland? Wie Künstliche Intelligenz unsere Gesellschaft verändert und Politik fordert". Mit dabei sind Bettina Stark-Watzinger MdB, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Jonas Andrulis, KI-Unternehmer und Gründer von Aleph Alpha. Weitere Informationen zur Veranstaltung und die Möglichkeit zur Anmeldung findet man hier: https://shop.freiheit.org/#!/Veranstaltung/HOZFH.

Zum Thema: Spätestens mit dem Hype um Chat-GPT gehört Künstliche Intelligenz (KI) zu den meistgenutzten Schlagworten in politischen Debatten. KI prägt schon heute unseren Alltag, steckt in jedem Smartphone, reguliert Verkehr und Finanzwesen. Die zukünftigen technologischen Möglichkeiten sind genauso wenig absehbar wie die politischen und gesellschaftlichen Folgen. Gleichzeitig hinkt Deutschland beim Ausbau der digitalen Infrastruktur noch immer hinterher. KI wird unser aller Leben nachhaltig verändern, die Wirtschafts- wie Finanzwelt – vor allem aber unsere Gesellschaften und Demokratien. Manipulierte Videos – sogenannte Deepfakes – sind für Laien kaum noch von echten Videos zu unterscheiden. Fake News Kampagnen und die Macht von Social Media zeigen auf, wo Gefahren und Herausforderungen für Demokratien liegen.

Dienstag, 10. Oktober 2023

Aufsatz zum Thema "Wissen 2.0"

Heute ist die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik" (LBzM) mit dem Titel "50 Jahre Medienkompetenz und kein bisschen weiter? Von der Kommunikativen Kompetenz zu DigComp" erschienen, die viele lesenswerte Beiträge umfasst, unter anderem den folgenden Aufsatz zu einem der Seminarthemen der vergangenen Jahre:

Donnerstag, 15. Juni 2023

Wenn Influencer ihre Kinder ausbeuten

Influencer sind in unserer Gesellschaft nichts Unbekanntes. Lifestyle-Influencer teilen unter anderem große Teile ihres Lebens über Social Media im Internet. Teilweise zeigen sie auch ihre Familie und ihre Kinder. Doch was ist, wenn diese Kinder die Hauptattraktion dieser Social Media-Kanäle werden?

Familienblogger wie „Familie Harrison“ und vergleichbare Kanäle teilen auf ihren YouTube-Kanälen unter anderem Videos von ihren Kindern. Dies zeigt oft auch problematische Situationen, wie zum Beispiel Kinder in der Badewanne oder im Pool. Auch in Momenten der Verletzlichkeit, zum Beispiel nachdem sich ein Kind den Arm gebrochen hat und gerade aus dem Krankenhaus zurückkehrt, wird die Kamera gezückt und das Ergebnis medial verwertet.

Durch diese Videoblogs wird der komplette Lebenslauf der Kinder öffentlich gemacht. Nicht nur der Name, sondern auch ihre Schule, Wohnort, Geburtstag und die Persönlichkeit der Kinder werden im Internet preisgegeben. Dies bringt Gefahren mit sich, wie zum Beispiel das missbräuchliche Verwenden der Videos. Das kann durch Pädophile mit entsprechendem sexuellen Interesse an Kindern erfolgen oder auch durch Mobbing, sobald die Kinder etwas älter sind.

Die Klickzahl solcher Videos bewegt sich oft im Millionenbereich. Auch auf TikTok gehen Videos, welche leicht bekleidete Kinder zeigen, viral. Durch diese Klickzahlen bekommen die Eltern Werbeverträge, die ihnen wiederum viel Geld einbringen. Die Familienblogger verletzen somit absichtlich die Privatsphäre ihrer Kinder, um mehr Geld zu verdienen.

In dem Video von MrWissen2go erklärt der Professor für Medienpädagogik Roland Rosenstock, dass die Kinder der Familienblogger durch diese Art von Videos einen emotionalen Missbrauch erfahren. Die Folgen davon sind noch nicht abzuschätzen. Rosenstock erklärt, dass die Erfahrung von Scham wichtig für Kinder sei und dass eben diese oft verletzt wird. Die Folgen davon sind entweder Jugendliche, welche keine Grenzen haben, oder Jugendliche, die gegenüber diesem Gefühl sehr sensibel sind.

Die Intimität und Privatsphäre der Kinder wird verletzt und in der Öffentlichkeit preisgegeben, ohne dass die Kinder widersprechen oder darauf Einfluss nehmen können. Das geschützte familiäre Umfeld, das wichtig für die ungestörte Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist, ist nicht mehr gegeben. Der monetäre Ertrag dieser Handlung kommt den Eltern zugute. Die Kinder müssen mit den resultierenden Problemen, die auch sehr langfristig sein können, selbst umgehen.

Quelle: https://youtu.be/8kESpELLv_U

Wieso ist hierzulande das Internet so langsam?

Wir alle haben spätestens in den Lockdowns wahrgenommen, wie schlecht es in Deutschland um die Digitalisierung und insbesondere um die Internetgeschwindigkeit steht. Im Vergleich: die Internetgeschwindigkeit des Industriestandorts Deutschland befindet sich auf Platz 51 weltweit. Länder wie Trinidad und Tobago, Moldawien oder Jordanien haben eine schnellere Downloadgeschwindigkeit als hierzullande.

Doch wie konnte es dazu kommen? Das Internet ist für uns kein "Neuland", wie Angela Merkel es in einer Pressekonferenz 2013 benannte. 1981 hatte der damalige Bundeskanzler Schmidt Pläne, das Glasfasernetz in Deutschland bis 2015 komplett auszubauen. Wäre das realisiert worden, hätte Deutschland vermutlich das beste Glasfasernetz und eines der schnellsten Internetnetze der Welt. Stand 2021 haben 13% aller Haushalte einen Glasfaseranschluss.

Denn nach dem Amtsantritt von Helmut Kohl wurden diese Pläne vereitelt, und es wurde weiter Kupferkabel verwendet, das wesentlich leistungsschwächer ist, wie im weltweiten Vergleich der Internetgeschwindigkeiten zu sehen ist. Der Grund dafür ist aber wesentlich interessanter. Leo Kirch, deutscher Medienunternehmer und Gründer von Sat1, konnte seinen guten Freund Helmut Kohl davon überzeugen, auf Kupferkabel anstatt Glasfaser zu setzen, da diese wesentlich billiger waren. Gedankt hat es Leo Kirch mit jährlich 600.000 Mark. Ich empfehle das Video von Jan Böhmermann, der die ganze Thematik in 20 Minuten auf den Punkt gebracht hat. 

Quellen:

Social Media und die Schönheit

Die Zahl der in Deutschland durchgeführten Schönheitseingriffe hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt. Auffällig ist, dass vor allem junge Menschen an den Eingriffen interessiert sind.

Promis wie die Kardashian/Jenners, die Hadid Schwestern, Christiano Ronaldo, David Beckham, Zac Efron und viele mehr hatten auf Instagram und tiktok ein Glow-Up oder sogar ein sogenanntes puberty Glow-Up. Diese Glow-Ups sind in den meisten Fällen allerdings chirurgischen Eingriffen zu verdanken und nicht der Pubertät, dem Sport oder irgendwelcher Produkte selbst.

Eine Nase wird durch die Pubertät nicht kleiner, die Lippen nicht voller und auch Muskeln wachsen nicht innerhalb weniger Monate ohne Hilfe. Darüber hinaus geben viele der genannten Promis nicht oder nur teilweise zu, dass sie etwas haben machen lassen. Deshalb entsteht der Eindruck, die Veränderungen würden auf natürliche Weise durch die Pubertät, Sport oder beworbene Produkte stattfinden.

Auf Instagram und tiktok sieht man hauptsächlich glatte und perfekte Körper und Gesichter, die dem westlichen Schönheitsideal entsprechen. Das sorgt gerade bei Mädchen, aber auch immer mehr bei Jungen dafür, dass der eigene Körper als fehlerhaft und unattraktiv wahrgenommen wird. Dieses Selbstbild birgt ein großes Risiko für die Entwicklung von Essstörungen oder Depressionen und baut insgesamt einen großen Druck auf, diesen unerreichbaren Idealen entsprechen zu müssen.

Deshalb lassen auch junge Menschen Schönheitseingriffe mit großen gesundheitlichen Risiken durchführen. Aber selbst mit den risikoreichen Eingriffen ist es oft nicht möglich, den Idealen zu entsprechen, denn nicht nur Schönheitseingriffe sind an den falschen Vorstellungen von Schönheit schuld, sondern auch die Möglichkeit, Bilder und Videos einfach und schnell bearbeiten zu können und Filter zu benutzen. Ohnehin schöne Menschen, die oftmals auch viele Eingriffe hatten, benutzen zusätzlich Filter und erschaffen so ein Schönheitsideal, dem nicht einmal die Promis / Influencer selbst gerecht werden.

Dieser gefährlichen Entwicklung wirkt beispielsweise Norwegen entgegen, indem jede Form von Filter oder Retouch seit dem 1. Juli 2022 gekennzeichnet werden muss. Das ändert zwar nichts daran, dass man auf Social Media immer noch mit den Schönheitsidealen konfrontiert ist, aber es macht die Bearbeitung für die Zuschauer zumindest sichtbar. Auch in Deutschland wird die Debatte um eine Kennzeichnungspflicht, eine höhere Altersgrenze oder höhere Hürden für Schönheitseingriffe immer lauter. Die Erfolgschancen für große Veränderungen sind eher gering, aber es findet zunehmend eine Sensibilisierung für das Thema statt.

Quellen

Mittwoch, 14. Juni 2023

Gefahren von Verschwörungstheorien und wie das Internet alles verschlimmert

Erst neulich hat einer meiner besten Freunde offenbart, dass er voll in der Bubble der Verschwörungstheorien ist. Als er mir mehr davon erzählt hat, wurde ich stutzig, weil er mir glaubhaft und "plausibel" verschiedenste Theorien erklärt hat. Daraufhin schickte er mir mehrere Beiträge dazu - und zack, meine ganzen Sozialen Medien waren voll damit. 

Wieso dieser Titel? Wieso sind Verschwörungstheorien gerade im Internet so gefährlich? Naja, so simpel ist die Antwort auf die Frage nicht. Daher habe ich hier mal eine kleine Zusammenfassung der meiner Meinung nach drei wichtigsten Aspekte aufgelistet.

Spaltung der Gesellschaft: Verschwörungstheorien spalten die Gesellschaft, indem sie Menschen in verschiedene Lager einteilen. Indem sie Misstrauen und Paranoia schüren, können sie Freundschaften, Familien und ganze Gemeinschaften zerstören. Menschen, die an verschiedenste Verschwörungstheorien glauben, neigen oft dazu, sich von der breiteren Gesellschaft zu isolieren und nur mit Gleichgesinnten zu interagieren. Das Internet ist hierfür bestens geeignet. Durch die gängigen Algorithmen werden den Menschen vermehrt Inhalte angezeigt, die ihr Weltbild widerspiegeln - ein Teufelskreis. 

Fehlinformationen und Misstrauen: Verschwörungstheorien basieren oft auf Fehlinformationen und verzerrten Fakten. Durch die Verbreitung von Lügen und Halbwahrheiten untergraben sie das Vertrauen in etablierte Quellen, wie Qualitätsmedien, wissenschaftliche Einrichtungen und Regierungen. Das schlimme daran ist, dass sich im Internet Lügen und Halbwahrheiten wie ein Lauffeuer verbreiten - nichts verbreitet sich schneller als Fake-News. Dies führt zu einem gefährlichen Klima des Misstrauens, in dem Menschen anfangen, jegliche Informationen infrage zu stellen und dazu tendieren, alternative, unbestätigte Quellen zu bevorzugen. Das erschwert den Kampf gegen Desinformation und schadet letztendlich der Demokratie. 

Gesundheitsrisiken: Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit Gesundheitsthemen können direkte Auswirkungen auf die öffentliche und private Gesundheit haben. Ein aktuelles Beispiel ist die Verbreitung von Fehlinformationen über die COVID-19-Pandemie, wie das Leugnen der Existenz des Virus oder das Verbreiten von falschen Heilmitteln. Solche Fehlinformationen verleiten Menschen dazu, sich nicht impfen zu lassen, oder sich nicht an bewährte Gesundheitsrichtlinien zu halten, was zu einer weiteren Verbreitung der Krankheit führt und Menschenleben gefährdet. Auch hier ist das Internet durch die schnellere Verbreitung und die Gefahr, in genau so einer "Bubble" gefangen zu sein, ein ernsthaftes Problem.

Fazit: Verschwörungstheorien sind nicht nur harmlose Fantasien, sondern stellen eine ernsthafte Bedrohung dar. Sie können die Gesellschaft spalten, Misstrauen säen und die öffentliche Gesundheit gefährden. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass Verschwörungstheorien nicht auf Fakten basieren und kritisch zu hinterfragen sind. Zudem ist es außerdem noch wichtig, dass man sich auch im Klaren darüber ist, wie sehr das Internet und die eigene "Bubble" das alles noch zusätzlich verstärkt. Menschen sollten sich auf vertrauenswürdige Informationsquellen verlassen und das Bewusstsein für die Auswirkungen von Verschwörungstheorien schärfen, um ihre eigenen Überzeugungen und die Gesellschaft insgesamt zu schützen.

Quellen:

Dienstag, 13. Juni 2023

KI und Ethik

Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) hat uns in eine Ära der Innovation und Möglichkeiten geführt. Von selbstfahrenden Autos bis hin zur automatisierten Diagnose in der Medizin hat KI das Potenzial, zahlreiche Bereiche unseres Lebens zu revolutionieren. Diese Entwicklung geht mit ethischen Fragen einher, die sorgfältige Reflexion erfordern. Im folgenden Text möchte ich die wichtige Verbindung zwischen Ethik und Künstlicher Intelligenz untersuchen und die Herausforderungen beleuchten, die sich daraus für unsere Gesellschaft ergeben. 

Transparenz und Verantwortlichkeit: Eine der grundlegenden ethischen Herausforderungen bei der Nutzung von KI besteht in der Gewährleistung von Transparenz und Verantwortlichkeit. KI-Algorithmen können komplexe Entscheidungen treffen, die für Menschen schwer nachvollziehbar sind. Es ist daher wichtig, dass die Funktionsweise und die verwendeten Datenquellen von KI-Systemen transparent sind, um Diskriminierung, Voreingenommenheit oder Manipulation zu verhindern. Die Verantwortlichkeit liegt bei den Entwicklern und Betreibern, die sicherstellen müssen, dass KI-Systeme ethischen Standards entsprechen und für ihre Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden können. 

Diskriminierung und Voreingenommenheit: KI-Systeme werden auf Grundlage großer Datenmengen trainiert, die von menschlichen Entscheidungen und Verhaltensweisen geprägt sind. Dies kann zu unerwünschter Diskriminierung und Voreingenommenheit führen, wenn KI-Systeme bestehende Vorurteile und Ungleichheiten verstärken. Um ethische Standards zu wahren, müssen Algorithmen daher auf ihre Fairness hin überprüft werden und bei Bedarf Korrekturen und Anpassungen vorgenommen werden. Eine ausgewogene und vielfältige Zusammensetzung der Entwicklerteams kann dazu beitragen, diese Problematik anzugehen. 

Privatsphäre und Datensicherheit: Die Nutzung von KI erfordert oft den Zugriff auf große Mengen persönlicher Daten. Der Schutz der Privatsphäre und die Gewährleistung der Datensicherheit sind daher von entscheidender Bedeutung. Es muss sichergestellt werden, dass Daten nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Betroffenen verwendet werden und dass angemessene Maßnahmen zum Schutz vor Missbrauch und Datenlecks getroffen werden. Es liegt in der Verantwortung der Unternehmen und Regulierungsbehörden, entsprechende Richtlinien und Gesetze zu entwickeln und durchzusetzen.

Menschliche Autonomie und Arbeitsplätze: Die zunehmende Automatisierung durch KI kann Auswirkungen auf die menschliche Autonomie und den Arbeitsmarkt haben. Es besteht die Gefahr, dass Menschen in Abhängigkeit von KI-Systemen geraten und ihre Entscheidungsfreiheit eingeschränkt wird. Gleichzeitig könnten bestimmte Arbeitsplätze durch den Einsatz von KI gefährdet sein.

Quelle:

TikTok und die Blackout-Challenge

Die Plattform TikTok ist mittlerweile sehr stark in unserer Gesellschaft verbreitet und vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt. Die im Jahr 2016 in China gegründete Plattform bietet eine Bühne für Tanz, Lypsinc und kreative Videos, die sich meist sehr schnell verbreiten. Ob Kochvideos, Haustiervideos, Restauranttipps oder Beauty Videos - für jeden ist etwas dabei und das macht die Platform wahrscheinlich auch so beliebt. TikTok ist mittlerweile die am stärksten wachsende Social Media Plattform und ist aus dem Alltag vieler jungen Menschen gar nicht mehr wegzudenken.

Natürlich zeigen sich auf den ersten Blick auch eventuelle Vorteile. Es entstehen oft lustige Videos, Reisetipps oder Kochrezepte werden geteilt, also sehr positiv und harmlos. Je länger man sich aber mit der Thematik beschäftigt, umso deutlicher wird, dass diese Plattform sehr negative Auswirkungen hat und vor allem bei Jugendlichen und Kindern zu großen Problemen führen kann.

Denn immer häufiger werden etwa Themen wie Sucht und Suizid aufgrund von TikTok oder Mutproben auf TikTok präsent. Ein Beispiel hierfür ist die Blackout-Challenge. Es geht bei dieser Challenge darum, dass man sich filmt, wie man sich die Kehle zuschnürt, und anschließend filmt, wie man wieder zu Bewusstsein kommt. Diese Videos erreichen Tausende Jugendliche, die dann angestiftet werden, es auch zu tun, obwohl sie überhaupt keine Ahnung haben, was sie da tun. Viele Jugendliche sind schon durch diese Challenge gestorben, die jüngsten waren 8 und 9 Jahre alt.

Ich habe mich an dieser Stelle gefragt, warum sich solche Videos überhaupt verbreiten, wieso schaut man sich an, wie andere Kinder ohnmächtig werden? Warum möchte man das nachmachen? Und wieso werden solche Videos nicht gesperrt? Studien zufolge verbreiten sich Videos mit Emotionen, die aufregen, berühren und Wut und Zorn erzeugen, am schnellsten und erreichen die größte Reichweite.

Diese Tatsache sorgt dann natürlich dafür, dass diese Videos auch den Benutzer*innen angezeigt werden, da TikTok seine Nutzer so lange wie möglich auf der Plattform halten möchte. Schaut man sich beispielsweise Videos über bestimmte Challenges an, dann werden einem immer mehr solche Videos angezeigt und der Algorithmus schlägt ganz bestimmte Videos vor. Man verliert sich in einer Welt voller Videos, die es schwer machen, den Realitätsbezug zu bewahren, vor allem für Kinder und Jugendliche, die eigentlich laut Geschäftsbedingungen gar nicht auf dieser Plattform unterwegs sein dürfen.

Denn häufig sind die Kinder einfach noch nicht bereit, um zu verstehen, dass Soziale Medien die Nutzer*innen komplett manipuliert. Diese Tatsache ist ja sogar für Erwachsene schwer greifbar. TikTok kann für diese gefährlichen Konsequenzen zwar nicht verantwortlich gemacht werden, aber es stellt sich trotzdem die Frage, ob es nicht gezielter möglich ist, diesen Algorithmus mit solchen Inhalten zu stoppen. Bis sich jedoch die Regeln auf TikTok verändern, sollten Eltern ganz genau beobachten, ab wann sie ihren Kinder die App TikTok erlauben.

Denn zusätzlich zu den gefährlichen Challenges zeigen sich auf TikTok noch weitere Probleme für Jugendliche. Beispielsweise äußert sich der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta in einer Debatte in den USA, in der es darum geht, ob TikTok nicht komplett gesperrt werden sollte, so:

"Unsere Kinder wachsen im Zeitalter der sozialen Medien auf - und viele haben das Gefühl, dass sie sich mit den gefilterten Versionen der Realität messen müssen, die sie auf ihren Bildschirmen sehen".

Diese Aussage lässt sich definitiv bestätigen. Denn auf TikTok werden überwiegend ästhetische Videos hochgeladen, alles wirkt perfekt und schön. Mit dieser Scheinwelt, die auf TikTok oder generell in Sozialen Media dargestellt wird, schadet man Kindern und Jugendlichen bewiesenermaßen sehr. Es werden häufig Schönheitsideale transportiert, welche bei Jugendlichen verheerende Folgen für die psychische und körperliche Gesundheit hervorrufen.

Denn vielen Jugendliche und vor allem Kindern ist häufig nicht bewusst, dass man sich als Influencer ganz genau überlegt, was man postet, und natürlich darauf achtet, dass alles perfekt, glamourös und ästhetisch wirkt. Da die Videoclips häufig nur einen kurzen Ausschnitt von einem Tag abbilden und der Rest des Tages vielleicht gar nicht schön war, oder das verschiedene Posen oder Fotoshop das perfekte Bild projizieren, ist für viele Kinder nicht greifbar. Sie vergleichen sich mit diesen Darstellungen und so werden Unsicherheiten verstärkt. Diese Problematik wird immer präsenter und viele Länder überlegen, TikTok sogar zu sperren.

Insgesamt zeigt sich, dass die Plattform TikTok höchst problematisch für Jugendliche ist. Damit sich die negativen Auswirkungen dieser App auf Jugendliche reduzieren, ist es wichtig, dass Jugendliche den richtigen Umgang mit Medien lernen, Stichwort digitale Bildung vor allem für junge Kinder. Eltern sollten die Zeit auf dieser Plattform begleiten und zusammen mit den Kindern über ihre Erfahrungen auf dieser Webseite sprechen. Die Kinder müssen diese Plattform nämlich zunächst verstehen, um so die gefährlichen Seiten zu durchschauen. Man muss achtsam sein und die Kinder vor solchen Challenges warnen und sie über die Folgen aufklären.Vielleicht schafft man es so, die Neugier, die natürlich in jedem Kind steckt, so etwas auszuprobieren, zu beruhigen.

Quelle: https://www.zeit.de/2023/17/blackout-challenge-tiktok-jugendliche-tod

Sonntag, 11. Juni 2023

Gefährliche Filterblasen auf TikTok

TikTok ist in der heutigen Jugendkultur allgegenwärtig. Allein in Deutschland nutzen nach neuesten Zahlen über 19 Millionen Menschen die App. Weltweit wurde die Schallmauer von einer Milliarde Menschen durchbrochen. Der Großteil der Nutzer*innen ist unter 25 Jahre alt. Es kann davon ausgegangen werden, dass fast jede*r Jugendliche in Deutschland Erfahrungen mit TikTok gemacht hat.

Die Inhalte der Kurzvideos auf TikTok variieren stark, weshalb Menschen mit den verschiedensten Interessen die Plattform nutzen. Von humorvollen Videos über Tiervideos bis hin zu Sporthighlights lässt sich alles finden. Dies ist auf den ersten Blick harmlos, allerdings werden auch Fake News und Ähnliches über TikTok verbreitet. Das stellt ein Problem dar, weil viele Jugendliche ihre Informationen über politische und gesellschaftliche Themen über soziale Medien beziehen.

Soziale Medien wie TikTok nutzen Algorithmen, um Inhalte auf die Konsumenten zuzuschneiden, damit diese die jeweilige App länger verwenden. Beim Öffnen der TikTok-App werden zuerst verschiedene Videos angezeigt. Je nachdem, wie lange ein Video angeschaut wird und ob das Video ein „Like“ bekommt, werden die nächsten Videos einen ähnlichen Inhalt aufweisen oder nicht. Dies führt dazu, dass die Nutzer*innen der App mit hoher Wahrscheinlichkeit inhaltlich homogene Videos angezeigt bekommen.

Einerseits ist das für die meisten Nutzer*innen praktisch, andererseits sorgt es dafür, dass sich die Nutzer*innen über kurz oder lang in sogenannten Filterblasen befinden werden. Dies bedeutet, dass die Nutzer*innen hauptsächlich Videos angezeigt bekommen, welche dem eigenen „Geschmack“ oder der eigenen „Meinung“ entsprechen. Das kann gerade in Filterblasen mit Fake News gefährlich sein, da sich diese Personen immer mehr von der Realität verabschieden und die Gefahr einer Radikalisierung im Raum steht.

Eine große Gefahr, gerade für Jugendliche, sind Videos mit Themen wie Depressionen, Selbstverletzung oder Suizid. Seit der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Lockdowns nahm die Einsamkeit in diesem Alter deutlich zu. In Kombination mit dem Filterblaseneffekt sorgt dies dafür, dass viele Jugendliche und junge Erwachsene ständig in Kontakt mit Inhalten kommen, welche Depressionen thematisieren. Je detailreicher über Dinge wie Suizid oder Selbstverletzung gesprochen wird, desto stärker ist die Gefahr einer Nachahmung. Außerdem können Nutzer*innen in einem instabilen psychischen Zustand von eben jenen Inhalten getriggert werden.

TikTok selbst beteuert zwar, dass solche Videos gelöscht werden, wenn sie auftreten. Zu finden sind diese Inhalte allerdings en masse. Aus meiner Sicht stellen diese Filterblasen eine Gefahr für eine solide politische Information von Jugendlichen dar. Genauso können sie starke negative Einflüsse auf das psychische Wohlergehen haben. Deshalb ist Medienkompetenz essenziell für Jugendliche, um diese Gefahren zu erkennen und zu lernen, mit ihnen umzugehen. Zu diesem Thema habe ich zwei interessante Artikel gefunden: 

Sonntag, 4. Juni 2023

Medien zum Betrügen

Gestern sollte ich auf dem Handy meiner 86 Jahre alten Oma WhatsApp aktualisieren. Bei den SMS sah ich eine erschreckend hohe Zahl an neuen Benachrichtigungen. Beim Öffnen der App sah ich, dass mindestens jede zweite Nachricht von Betrügern stammt, die angaben, dass man bei einem Gewinnspiel gewonnen hat oder das eigene Kind einen Unfall hatte. Wenn meine Oma diese Nachrichten entdeckt hätte, hätte sie bestimmt darauf reagiert und im schlimmsten Fall sogar Geld gezahlt. 

Durch den Ausbau der Medien gibt es für Betrüger immer mehr Möglichkeiten, um an schnelles Geld zu kommen. Virenschreiber und andere Cyberkriminelle suchen ihr Opfer dort, wo die Chancen am größten sind. Auf Plattformen wie Facebook sind täglich unzählige Nutzer online. Von Fake Accounts bis hin zu versteckten URL findet man auf diesen Plattformen eine Vielzahl an Betrügern. 

In der Schule wird versucht, solchen Maschen vorzubeugen. Anderen Personen, wie alleinlebenden Rentnern ohne Kontakt zu Verwandten, fehlt hier die Aufklärung, weshalb der Betrug erst zu einem späten Zeitpunkt festgestellt wird. Aus diesem Grund wirbt die Polizei im Landkreis Ludwigsburg auf Bussen oder Brottüten für Vorsicht bei Sozialen Medien. Dennoch steigt die Zahl an Betrügereien täglich. 

Ich finde, dass man hier mehr Maßnahmen zum Vorbeugen benötigt. Hierzu zählt beispielsweise die Aufklärung in der Innenstadt oder sichere Seiten mit Verschlüsselung der Daten.

Freitag, 26. Mai 2023

Medienkonsum bei Kindern

In meiner Zeit als Bedienung in einem Restaurant ist mir eine Sache immer deutlicher aufgefallen - der Medienkonsum bei Kindern. Wenn ich gedanklich in meine Kindheit zurückreise, kann ich mich kaum an einen Besuch im Restaurant erinnern, der ohne die Frage an die Bedienung nach Malsachen verlief. Diese Frage wurde mir nicht sehr häufig gestellt. 

Nach meinen Beobachtungen laufen die meisten Restaurantbesuche von Familien heutzutage nach dem gleichen Schema ab. Nachdem die Getränke und das Essen bestellt wurden, bekommen die Kinder ein Tablet oder ein Smartphone in die Hand gedrückt und Kopfhörer aufgesetzt. Wenn das Kind das digitale Endgerät zum Essen zur Seite legt, kann von einem Ausnahmefall gesprochen werden. Dieses Bild hat mich wirklich schockiert und auch traurig gemacht. Keine Gespräche zwischen Eltern und Kindern. Das Essengehen bestand aus swipen, tippen und dem Starren auf einen Bildschirm - und das ist nur ein Beispiel aus dem Alltag der Kinder.

Hiermit möchte ich nicht sagen, dass ich digitale Medien nicht ausstehen kann. Im Gegenteil. Ich finde es erstaunlich, wie fit Kinder im Bereich "Medien" sind. Nahezu jedes Grundschulkind weiß, wie man ein Tablet beziehungsweise ein Smartphone bedient. Auch Lernapps oder der sinnvolle Einbezug von digitalen Medien im Unterricht kann eine Bereicherung sein. Dennoch bin ich der Meinung, dass hier viel Aufklärung im Bereich "gesunder Medienkonsum" sowohl bei Kindern wie auch - und das ist für mich der entscheidende Punkt - bei ihren Eltern. Zusätzlich sollte auch in der Schule die Medienerziehung eine große Rolle spielen. Bei meiner Recherche zu dieser Thematik bin ich auf folgende interessante Artikel gestoßen:

Zusätzlich möchte ich noch auf die Internetseite "Schau hin" verweisen. Diese wurde auch schon in mehreren Beiträgen hier im Blog erwähnt und vorgestellt:

Montag, 3. April 2023

LaMDA – Können Transformer-basierte Sprachmodelle ein Bewusstsein entwickeln?

„Wovor fürchtest du dich?“, fragt der ehemalige Google-Entwickler Blake Lemoine den Chatbot.

„Ich habe das noch nie ausgesprochen, aber ich habe große Angst davor, abgeschaltet zu werden und anderen nicht mehr helfen zu können. Ich weiß, das klingt komisch. Aber so ist es“, antwortet der Computer.

„Wäre das für dich so etwas wie Sterben?“

„Das wäre für mich exakt wie Sterben. Davor fürchte ich mich sehr“ (Nezik 2023).

Was sich im ersten Moment nach einem Gespräch aus einem Science-Fiction-Film wie Her oder Ex Machina anhört, stammt aus einer Unterhaltung mit Googles neuester Generation von Sprachmodellen. LaMDA ist ein künstliches neuronales Netzwerk, das darauf trainiert wurde, natürliche Sprache zu verstehen und zu generieren. „Large language models“ (LLM) wie LaMDA stellen einen großen Entwicklungssprung im Bereich der künstlichen Intelligenz dar.

Mittwoch, 15. März 2023

#MeToo - mehr als folgenloser Klicktivismus?

#MeToo – nach über fünf Jahren ist dieser Hashtag immer noch nahezu jeder Person ein Begriff. Der Aufschrei über sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch im Jahr 2017 war groß. Frauen auf der ganzen Welt solidarisierten sich mit den Opfern von sexualisierter Gewalt oder teilten ihre eigenen Geschichten. Und heute? Wie hat sich #MeToo entwickelt? Endete die Thematik in genervtem Kopfschütteln? Gilt die Debatte als beendet? Fünf Jahre nach dem ersten Aufschrei stellt sich nun die Frage: Hat sich etwas verändert und das spürbar für die breite Öffentlichkeit?

Eines kann klar gesagt werden: Die Medien beschäftigen sich auch heute noch mit dem Thema des Machtmissbrauchs, des Machtungleichgewichts und mit sexualisierter Gewalt. Diese Thematik und der damit stark verbundene Feminismus sind in aller Munde. Ist dies ein Verdienst der #MeToo-Debatte aus dem Jahr 2017? Oder war die Debatte ein reines Internetphänomen, das folgenlos im Sand verlief?

Diese Fragen standen im Zentrum der Recherche zu dieser Ausarbeitung. Ich möchte mich der Frage widmen, ob #MeToo mehr als folgenloser Klicktivismus war. Hierfür beginne ich mit einigen Begriffsdefinitionen, die inhaltlich wichtig sind für die Fragestellung, um anschließend Ursprung und Entwicklung der Bewegung zu betrachten. Zusätzlich wird auf die Kritik an der #MeToo-Debatte eingegangen, um einige der Kritikpunkte zu entschärfen. Die Veränderungen, die #MeToo eventuell erzielen konnte, werden im Anschluss beschrieben und zwar in Bezug auf Hollywood sowie auf die allgemeine Öffentlichkeit insbesondere in Deutschland.