Mittwoch, 4. Mai 2022

Jugendmagazin fluter - Ausgabe zum Thema soziale Medien

fluter ist ein kostenloses Jugendmagazin der bpb. In diesem Magazin werden Hintergründe und Diskussionen beleuchtet, es liefert Argumente und zeigt die verschiedensten Menschen und ihre Erfahrungen. Das Heft erscheint viermal im Jahr zu jeweils einem Thema. In der aktuellen Ausgabe (Frühjahr 2022/Nr.82) geht es um das Thema „Soziale Medien“. Der Inhalt dieser Ausgabe wird folgendermaßen beschrieben:

„Wie sähen wirklich soziale Soziale Medien aus? Wie wäre es zum Beispiel damit: unbeobachtete Momente erleben, in Ruhe miteinander schweigen, ungestört Trost spenden, gemeinsam Gelassenheit, Achtung und Selbstgewissheit finden; selbst entscheiden, welche Daten wir an wen weitergeben und wofür. Denn so wichtig und allgegenwärtig Soziale Medien sind, zeigen ihre inneren Widersprüche und Geschäftsmodelle doch, dass da noch Entscheidendes fehlt. Dieses fluter-Heft fragt, wie es anders werden und weitergehen könnte. Schließlich sind die Plattformen kein Schicksal, sie gehören zu Verhältnissen, die verändert werden können.“

Die aktuelle Ausgabe des Magazins ist unter folgendem Link als pdf zum Herunterladen verfügbar: https://www.fluter.de/sites/default/files/magazines/pdf/fluter_no.82_soziale_medien_pdf_klein.pdf

Das Metaversum

„Anstatt zu tippen oder zu klicken, wird man Handlungen ausführen, indem man mit den Händen gestikuliert, etwas sagt oder einfach nur daran denkt. Unsere Geräte werden nicht im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stehen. Statt im Weg zu sein, werden sie uns das Gefühl geben, immer ganz nah dran zu sein an den neuen Erlebnissen und den Menschen in unseren Umfeld.“

Diese Worte kommen von Mark Zuckerberg der davon träumt, ein globales Metaversum zu erschaffen. Eine Welt, die wir betreten können ohne beispielsweise das Zimmer oder gar das Haus zu verlassen. Im Metaversum nach Mark Zuckerberg, würde es dann wie im echten Leben öffentliche Räume mit vielen fremden Menschen geben. Man hätte als die Möglichkeit, z.B. Konzerte von diversen Künstler zu besuchen, aber auch Freunde treffen. Anders als bei Spielen, seien die Handlungen eben „echt“ und man entscheidet eigenständig was man tut oder sagt. Also wäre man an einem virtuellen Ort und man würde reale Menschen in Echtzeit begegnen.

Mit Blick auf die Schule wirft diese Idee natürlich Fragen auf, die nur in der Zukunft beantwortet werden können. Eine wäre beispielsweise, ob es dann virtuelle Klassenräume geben würde im Metaversum, in denen unterrichtet wird? Oder sogar virtuelle Klausuren oder vielleicht Prüfungen? Vor allem Universitäten wären gut dafür geeignet, da man eine sogar noch größere Anzahl an Studenten in einen virtuellen Vorlesungsraum unterbringen könnte.

Ist "Social Media" eine Suchtfalle?

Soziale Medien sind heutzutage kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken. Viele schaffen es kaum, auf Plattformen wie TikTok, Instagram, WhatsApp etc. zu verzichten. Um zu verdeutlichen, wie süchtig Soziale Medien machen, veröffentlichte Statista einige aktuelle Zahlen. Obwohl oftmals Heranwachsende im Zusammenhang mit Sucht genannt werden, ist nicht nur diese Gruppe betroffen. 

Ganz allgemein gesprochen ist die Anzahl der Social-Media-Nutzer weltweit in den Jahren von 2012 bis 2022  stetig von 1,48 Mrd. (2012) auf 4,26 Mrd. (2022) gestiegen (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/739881/umfrage/monatlich-aktive-social-media-nutzer-weltweit/). Es wird davon ausgegangen, dass in Deutschland bis zu 100.000 Kinder und Jugendliche Social-Media-süchtig sein könnten. Aus der Statistik "Suchtfalle Social Media?" (Quelle: • Infografik: Suchtfalle Social Media? | Statista) geht hervor, dass 34% der Jugendlichen oft Soziale Medien nutzen, um nicht an unangenehme Dinge denken zu müssen. 10% der Jugendlichen haben angegeben, dass sie regelmäßig an nichts anderes denken können, als wieder Soziale Medien nutzen zu können. 

Die Stuttgarter Zeitung veröffentlichte am 17.02.2020 den Artikel "Social Media Sucht: Anzeichen - Folgen - Bekämpfung" von Matthias Kemter. In diesem Artikel geht es um: 

  • Anzeichen einer Social Media-Sucht
  • Folgen von Social Media-Abhängigkeit
  • Bekämpfung
Die besten Tipps, um die Sucht zu bekämpfen, sind:
  1. Rückmeldung und Meinung Dritter einholen
  2. Wieso nutzt man die Apps? Hat man Angst, etwas zu verpassen?
  3. Benachrichtigungen abschalten  
  4. Apps auf dem Endgerät verstecken
  5. Nutzungsverhalten und Zeitlimits beachten 
  6. Aufklärung 
  7. Apps deinstallieren oder abschalten 

Hilfestellung für Vermittlung von Internetkompetenz - Internet-ABC

Der gemeinnützige Verein Internet-ABC, dem alle Landesmedienanstalten Deutschlands angehören, hat eine Website erstellt, auf der spielerisch ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Internet erlernt werden soll. Die Inhalte richten sich an Kinder von fünf bis zwölf Jahren, Eltern und Pädagog*innen. Es gibt drei verschiedene Bereiche, einen für Kinder, einen für Eltern und einen für Lehrkräfte.

Im Bereich für Kinder gibt es zum Beispiel Lernmodule mit zusätzlichem Material für den Unterricht im Bereich für Lehrkräfte, welche in der Schule gemeinsam genutzt und bearbeitet werden können. Hierbei wird den Kindern gezeigt, wie das Internet funktioniert und was sie im Umgang damit beachten müssen. Allgemein wird mit der Seite versucht, Kindern und Erwachsenen beim Erwerb und der Vermittlung von Internetkompetenz eine Hilfestellung zu bieten: https://www.internet-abc.de/

„Fake News“ als fächerübergreifendes Unterrichtsthema

In Zeiten von Medien, Internet und Social Media zählen neben Cybermobbing und Phishing auch „Fake News“ zu den schlechten Aspekten von Digitalisierung. Die Corona-Pandemie hat beispielsweise gezeigt, dass „Fake News“ weit verbreitet sind und auf fruchtbaren Boden fallen. „Fake News“ sind gezielt verbreitete Desinformationen, um die Willens- und Meinungsbildung zu beeinflussen. Doch woran erkennt man „Fake News“? Welchen Medien kann man vertrauen? Wie reagiert man auf „Fake News“?

Diese und weitere Fragen sollen im Unterricht behandelt werden, um den Schüler*innen einen kritischen Umgang mit Medien beizubringen. Das Landesmedienzentrum stellt hierzu verschiedene Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die fächerübergreifend behandelt werden können. Während man sich im Deutschunterricht auf Recherche- und Quellenarbeit konzentriert, liegt der Fokus in Gemeinschaftskunde beispielsweise auf dem allgemeinen Thema „Medien“ und deren Auswirkungen auf Willensbildungsprozesse in der Gesellschaft. Der Kunstunterricht eignet sich zur Erprobung gezielter Bildmanipulation. Mit dem fächerübergreifenden Prinzip lässt sich das Thema „Fake News“ aus verschiedenen Perspektiven aufzeigen und behandeln.

Die Unterrichtsmaterialien zum Thema „Fake News“ und weiterführende Links sind hier zu finden: https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/jugendmedienschutz/fake-news/das-thema-fake-news-im-unterricht/

Die Medienwelt - Jung schult Alt

https://www.geschwister-scholl-gymnasium.de/index.php/abc

Durch meine Nebentätigkeit am Geschwister Scholl Gymnasium in Sillenbuch habe ich ein großartiges Projekt zur Erlangung von Medienkompetenz für Senioren kennengelernt. Unter dem Namen „Schüler unterrichten Senioren“ steigen Schüler*innen in die Rolle der Lehrer*innen, um freiwillig teilnehmenden Senioren die mediale Welt näherzubringen.

Die kleinen Lehrenden sollen den älteren den Umgang mit den Medien nicht nur zeigen und erklären, sondern sich auch „pädagogische Maßnahmen“ überlegen, wie sie möglichst altersgerecht den Senioren komplexe Dinge am Computer näherbringen und welchen Nutzen die Senioren daraus ziehen können. Zudem stehen die Schüler*innen jederzeit für Fragen zur Verfügung, falls im Alltag mit dem Handy, Computer o.ä. Schwierigkeiten auftreten.

Im Rahmen dieses beachtlichen Projekts trifft Jung und Alt aufeinander, nicht nur das Erlernen von Computer- und Fremdsprachenkenntnissen steht hier im Vordergrund, das Projekt hat auch einen sozialen Aspekt, indem es durch gemeinsame Arbeit und Kontakt zwischen die Kommunikation und das Zusammenleben der Gesellschaft wesentlich verbessert.

Seit 2002 läuft nun das Projekt am „GSG“ in Sillenbuch (Stuttgart), immer noch haben sowohl Senioren als auch Kinder Interesse, dieses Konzept weiterzuführen und durch eigene Anregungen beider Seiten am Laufen zu halten. Ein bewundernswertes Projekt, welches nur positive Wirkungen zeitigt: 

Montag, 2. Mai 2022

Game zu Fake News von Klicksafe

Das Spiel „Im Bunker der Lügen“ von Klicksafe versucht, Jugendlichen dabei zu helfen, Fake News, Verschwörungserzählungen und irreführende Informationen zu enthüllen. Die Beschreibung auf der Website liest sich so:

"Im Actionbound-Spiel „Im Bunker der Lügen“ lernen Jugendliche, Verschwörungserzählungen und Fake News zu enttarnen. Sie treffen auf den Verschwörungsideologen Y, der ihnen von der Existenz eines geheimen Bunkers unter dem Bundestag berichtet, in dem sich „dunkle Machenschaften“ vollziehen. Als Beweis dient ein obskurer Blogeintrag. K, die sich mit der Verbreitung von Falschmeldungen und Verschwörungserzählungen beschäftigt, hält dagegen und fordert die Spielenden in mehreren Aufgaben auf, den Wahrheitsgehalt von Quellen zu bewerten. Wem geht am Ende ein Licht auf?"

Kurzinfos auf einen Blick:

  • Actionbound: Erschienen im Februar 2021
  • Herausgeber: klicksafe
  • Zielgruppe: Jugendliche (ab 13 Jahren)
  • Dauer: ca. 25 min
  • Themen: Falschmeldungen & Verschwörungserzählungen

Samstag, 30. April 2022

Wo ist Goldi? - Medienkompetenz für Kinder per Spiele-App

Medien- und Digitalkompetenz sind in der digitalen Transformation unserer Gesellschaft von immenser Wichtigkeit. Kinder benutzen digitale Endgeräte, weswegen es unabdingbar ist, ihnen den sicheren Umgang mit digitalen Medien bereits früh zu vermitteln.

Das Bayrische Staatsministerium für Digitales hat eine App namens „Wo ist Goldi?“ entwickelt, die Kindern Medien- und Digitalkompetenz näherbringen soll. Die Kinder können auf spielerische Art und Weise die verschiedenen Gefahren der digitalen Medien erleben. Die Handlung des Spiels ist in verschiedene Kapitel aufgeteilt und in jedem einzelnen Kapitel werden verschiedene Gebiete rund um das Thema digitale Medien angesprochen. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass die App auch ohne Internetverbindung funktioniert und auch keine Internetverbindung zum Laden der Spielstände benötigt wird.

Die Digital- und Medienkompetenz der Menschen früh zu fördern, ist besonders in Zeiten von Desinformationen (Fake News), Filterblasen und Echokammern wichtig. Doch oft ist es schwer herauszufinden, wie genau man diese Kompetenzen am effektivsten vermitteln kann. Der Ansatz des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales, Kindern diese Kompetenzen spielerisch per App zu vermitteln, scheint ein Schritt in die richtige Richtung zu sein, und eventuell können die Kinder sich für die Inhalte sogar mehr motivieren als im Frontalunterricht, da Spiele-Apps schließlich Spaß machen.

Ich persönlich befürworte dieses Projekt sehr, und wer sich noch mehr über dieses Thema informieren möchte, der kann sich die Pressekonferenz zum Launch der App angucken.

Ein Führerschein für alle

https://www.medienfuehrerschein.bayern/mediabase/pdf/MedienkompetenzKleinsten_modul_129.pdf.

Wir alle beginnen frühstens mit 14 Jahren damit, Erfahrungen zu sammeln, wie es in einer Fahrschule zugeht. Egal ob Mofa-, Roller-, Auto- oder der Motorradführerschein, die Lernenden müssen sich Wissen aneignen, um mit diesen Maschinen anschließend umgehen zu können und zu dürfen. Die Stiftung Medienpädagogik in Bayern hat sich offenbar dieses Struktursystem zunutze gemacht und ein pädagogisches Konzept ausgearbeitet, womit bereits Kleinkinder in frühen Jahren Erfahrungen im Umgang mit Medien und technischen Geräten sammeln können. 

Ganz im Sinne der Verantwortung, die neuen Generationen in die Gesellschaft zu integrieren, sollen hier Kinder bereits im Kindergarten Medien kennenlernen. Um den Gefahren, die im Internet lauern, begegnen zu können, sollen sie einen "Medienführerschein" machen, um ebenso wie die Autofahrer sicher auf den Straßen des Webs unterwegs zu sein. 

Das Land Bayern misst der Medienkompetenz einen hohen Wert bei und definiert diese Fähigkeit heutzutage als unabdingbar. Daher gilt es, die Kinder so früh wie möglich darauf vorzubereiten. Oftmals steht hier jedoch die große Frage im Raum, wie man das denn anstellen möchte. 

Das Konzept des Medienführerscheins gibt den Pädagogen und Fachkräften detaillierte Hilfestellungen und Praxistipps, wie das gelingen kann. Dabei soll dies nicht allein Verantwortung der Lehrenden sein, sondern ebenfalls die der Eltern. Das Material gibt Tipps, wie man diese mit ins Boot holen und sie an der Medienerziehung ihrer Kinder teilhaben lassen kann.

Ich finde, ihr solltet auf jeden Fall mal einen Blick reinwerfen, denn dieses Konzept kann ebensogut in anderen Klassenstufen angewendet werden.

Freitag, 29. April 2022

Junait – Soziales Netzwerk im Klassenzimmer

Das 2016 von planpolitik herausgebrachte Spiel Junait bietet LehrerInnen der Primar- und Sekundarstufe die Möglichkeit, ihrer Klasse sicher und handlungsorientiert das Thema "Soziale Netzwerke" näherzubringen. Ziel des Planspiels ist es, SchülerInnen zwischen 8 und 12 Jahren sowohl die Möglichkeiten als auch die Gefahren von Sozialen Netzwerken in einem sicheren Rahmen zu zeigen.

Im Spiel wird den SchülerInnen die grundlegende Funktionsweise Sozialer Netzwerke nähergebracht, indem sie in einem fiktiven Netzwerk selbst Profile anlegen und untereinander Freundschaften knüpfen. Darüber hinaus müssen sich die SchülerInnen während des ca. 90-minütigen Spiels auch mit Bots, Werbeanzeigen und Datenschutzverordnungen auseinandersetzen. In Junait auftauchende Problematiken können auf diese Weise spielbegleitend im Unterricht thematisiert werden.

Mehr Informationen zum Spiel unter verbraucherbildung.de.

Donnerstag, 28. April 2022

This face does not exist // Dieses Gesicht gibt es nicht

"Die Augen sind das Tor zur Seele" - sagt man. Aber auch sonst ist das Gesicht eines der Körperteile, das wie kaum ein anderes gehegt, gepflegt und geschmückt wird. Völlig logisch, denn der erste Eindruck, den wir von anderen Menschen haben, wird maßgeblich vom Gesicht bestimmt! Zudem können wir inzwischen sogar "mit unserem Gesicht bezahlen" - zumindest wenn wir es dazu nutzen, unser Handy zu entsperren.

"Ein Blick sagt mehr als tausend Worte". Auch deshalb stören viele Menschen beispielsweise die Sozialen Medien oder auch der Mund-Nasen-Schutz (kurz: Maske), da sie diese Blicke, die feine Mimik, zunehmend unsichtbar machen. Das Gesicht ist also wichtig, wenn nicht sogar identitäts- oder persönlichkeitsstiftend!

Im Jahr 2019 ging eine Website namens this-person-does-not-exist.com online und hat ziemlich für Wirbel gesorgt. Es ist nämlich dem Grafikkarten-Hersteller NVidia gelungen, einer künstlichen Intelligenz anzutrainieren, realistische und neue, eigentlich nicht existente Gesichter zu schaffen. Das ganze Projekt sollte lediglich dabei helfen, die Performanz der Grafikkarten zu verbessern. Die Ergebnisse sind beeindruckend - auch wenn es immer noch Bildfehler gibt. Wenn man jedoch nicht genau darauf achtet, fallen diese inzwischen kaum mehr auf - die künstliche Intelligenz hat bereits viel dazugelernt.

Quelle: 28.04.2022 von www.this-person-does-not-exist.com; eigene Zusammenstellung
 
Die Ergebnisse sind aber auch beängstigend, denn sie zeigen, dass wir zusehends in einem Zeitalter ankommen, in dem man nicht einmal mehr den eigenen Augen trauen kann. So müssen sich beispielsweise Bot-Armeen nun nicht einmal mehr bei Profilen von existierenden Menschen bedienen...
 
Wer sich selbst testen will, kann das unter whichfaceisreal.com tun. Hier werden jeweils ein echtes und ein von der künstlichen Intelligenz erzeugtes Gesicht nebeneinandergestellt. Die Aufgabe: erkennst du das echte?

Quelle: Screenshot 28.04.2022 von www.whichfaceisreal.com

Medien für Einsteiger - Arbeitsmappe der bpb

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat im Februar 2022 für Pädagogen und Lehrkräfte eine Arbeitsmappe mit dem Titel "Medien für Einsteiger" mit Arbeitsblättern ab Klassenstufe 8 herausgegeben. Auf insgesamt 36 Arbeitsblättern bietet das Arbeitsheft einen Querschnitt durch die Welt der Medien in vier Kapiteln. Hier werden Inhalte wie Medien und ihre Grundlagen, ihre Nutzung und ihre Herausforderungen aufgegriffen. Diese Arbeitsmappe kann sowohl online als pdf heruntergeladen als auch kostenlos über die Webseite bestellt werden: https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/bpb_TiU_Medien_f_Einsteiger_web.pdf.

Montag, 1. November 2021

Podiumsgespräch mit dem Internetaktivisten Daniel Domscheit-Berg

Das Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Stuttgart (Gymnasium), die Dieter von Holtzbrinck Stiftung und das Evang. Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart laden ein zum Podiumsgespräch mit dem Internetaktivisten und IT-Sicherheitsexperten Daniel Domscheit-Berg. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier...

Thema: Transparenz und Privatsphäre in einer digitalisierten Welt
Termin: Do 11.11.21, 19:30-21:00 Uhr
Ort: Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart
Kontakt: info@hospitalhof.de, Tel. 0711 / 2068-150

Samstag, 16. Oktober 2021

Medienkunde als Schulfach?

„Manchmal hatten wir das Gefühl, wir waren die Ersten“ (Wagner 2015).

Mit dieser Aussage möchte Wagner verdeutlichen, dass die Medienbildung zwar in vielen Lehrplänen festgeschrieben, aber die Umsetzung an den Schulen noch sehr mangelhaft ist. Tatsache ist, dass das Thema „Medien“ sich immer stärker und schneller in der Gesellschaft verbreitet und mittlerweile ein zentraler Baustein in unserem Leben geworden ist.
 
Um sich dessen bewusst zu werden, muss man sich nur in einen Zug setzten. Die meisten Menschen vertreiben sich ihre Zeit am Smartphone. Mit dem Smartphone können sie Musik hören, Filme schauen, mit anderen telefonieren, Nachrichten lesen oder sich in sozialen Medien wie Facebook oder Twitter aufhalten.
 
Wie sieht es mit Medien an der Schule aus? Wer sich an seine Schulzeit zurückerinnert oder eigene Kinder hat, dem wird schnell klar, Medien waren kaum bis gar nicht Teil des Unterrichts. Die Forderung nach Medienbildung an Schulen hat seit der Jahrtausendwende aber deutlich zugenommen. Schließlich hat Schule die Aufgabe, Lernende zu selbstbestimmtem und verantwortlichem Handeln und gesellschaftlicher Teilhabe zu befähigen (vgl. Schaumburg/Prasse 2019, S. 12). Aufgrund dessen, dass Medien immer mehr Platz in unserem Alltag einnehmen, muss die Schule Medien in ihren Unterricht miteinbeziehen.
 
Im folgenden Beitrag wird zunächst aufgezeigt, warum Bildung ohne Medien heutzutage nicht mehr denkbar ist. Ausgehend davon wird dargestellt, wie Medienbildung aktuell an Schulen stattfindet. Abschließend wird die Frage gestellt, ob es den sinnvoll ist, für die Medienbildung ein eigenes Fach, Medienkunde, einzuführen.

Donnerstag, 14. Oktober 2021

Verschwörungstheorien in sozialen Medien am Beispiel der Corona-Krise

Das Corona-Virus – willentlich von Bill Gates produziert und in die Welt gesetzt? Ein bereits lange im voraus inszenierter Plan, um die Bevölkerung auszurotten und die Weltherrschaft an sich zu reißen? Oder gibt es das Virus doch überhaupt gar nicht?

Die Corona-Pandemie hat nicht nur zu massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt, sondern auch zu einer Präsenz von Verschwörungstheorien. Insbesondere in den sozialen Medien bildete sich eine Corona-Gegenöffentlichkeit heraus, in der Verschwörungstheorien eine zentrale Rolle spielen (vgl. Anton; Schink 2021, S. 202).

Seit ihrem Beginn stehen die Corona-Krise und insbesondere das Vorgehen der Regierungen im Bezug auf die Pandemie im Fokus kontroverser Debatten. In den letzten eineinhalb Jahren tauchten vermehrt solche Verschwörungstheorien in den sozialen Medien auf, die grundsätzliches Misstrauen in den Staat, und die Regierung ausdrücken. Die Kritik an den Corona-Maßnahmen ist dabei oft durchdrungen von bestimmten politischen Weltanschauungen und Ideologien (vgl. Anton; Schink 2021, S. 202):

“Darum geht es bei Corona! Euer Ego soll in eine Cloud hochgeladen werden, die Leitung in euren Körper wird gelegt durch eine Impfung und die darin enthaltene Nanotechnologie stellt die Verbindung her zur Cloud! Ihr sollt ungefragt unsterblich werden, damit ihr in dieser materiellen Welt verfangen bleibt und niemals euren Seelenfrieden bekommen könnt, niemals zu Gott kommen könnt! Das ist Satans Plan!“ (Attila Hildmann auf Telegram 2020)

„Die Mehrheit lässt sich lieber vom Staat vorgeben wie viel Abstand sie zu halten hat, was sie in ihrer Fresse trägt, lässt sich wie Hamster einsperren, brüstet sich damit, wie sehr sie sich an Regeln hält (DDR & STASI) […] und vertraut dabei auf Impffirmen die Gates als Großinvestor haben! Sie verdrängen dabei aber gern, dass er in Afrika Sterilisationsformeln in Tetanus-Impfungen beimischte und tausende Frauen seitdem keine Kinder mehr bekommen können – oder dass er in Indien Mädchen impfen ließ, ohne ihre Eltern zu fragen. […] Gates finanziert die WHO, das RKI (verwickelt in Nazi-Verbrechen), den SPIEGEL, die ZEIT, Forscher aus WUHAN und Impfstoff-Firmen […] “. (Attila Hildmann auf Instagram 2020)

Diese und weitere Verschwörungsideologien werden als Posts auf den Social-Media-Plattformen Facebook, YouTube, Instagram, Twitter usw. hochgeladen, geteilt und weiterverbreitet.

Ein Forscherteam des Massachusetts Insitute of Technology fand in der bisher größten Langzeitstudie aus dem Jahr 2018 heraus, dass sich Falschnachrichten und Verschwörungsideologien in den sozialen Medien sechsmal schneller verbreiten als wahre Informationen und Tatsachen. Hierbei untersuchten sie 126.000 Erzählungen, welche zwischen den Jahren 2006 und 2017 auf der Internetplattform Twitter geteilt wurden (vgl. Schwarz 2020).

Im Hinblick auf Präsenz und Verbreitung von Verschwörungstheorien über die Corona-Pandemie in den sozialen Medien soll in einem ersten Teil der Rolle der sozialen Medien und ihrer Verbreitungslogik von Verschwörungstheorien mithilfe von Bezügen zur Corona-Krise nachgegangen werden, um in einem zweiten Teil danach zu fragen, inwieweit die Plattformen etwas dagegen machen (können).

Montag, 4. Oktober 2021

Digitalkunde als Schulfach

Aussagen wie „Kinder und Jugendliche sollen Kenntnisse und Einsichten, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben, die ihnen ein sachgerechtes und selbstbewusstes, kreatives und sozial verantwortliches Handeln in einer von Medien stark beeinflussten Welt ermöglichen“ (Ammann 2009, S. 1) oder „Die Aufgabe, Heranwachsende zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern zu erziehen und sie auf eine selbstbestimmte Teilhabe in der Gesellschaft vorzubereiten, umfasst mehr denn je die schulische Vermittlung von Medienkompetenz“ (Eickelmann 2017) stehen im Kontrast zur mangelnden technischen Ausstattung und Mediennutzung an den meisten Schulen Deutschlands.

Schlagzeilen wie „Digitalisierung in Deutschland: Schulen fehlt Technik“ (WIWO), „Noch lange keine digitale Revolution“ (FAZ) oder „Digitalisierung an Schulen: Die Mängel sind weiter groß“ (WDR) zeigen doch deutlich, dass diese so wichtige Vermittlung von Medienkompetenzen in unserer digitalen Welt in der Institution Schule viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Braucht es nicht ein Schulfach, um Medienkompetenzen zu vermitteln? Wie würde ein solches Schulfach aussehen und welche Voraussetzungen müssten hierfür erfüllt sein?

Freitag, 10. September 2021

Dokumentarfilm zur Wikipedia

In der 3sat-Mediathek kann man noch bis 08.03.2022 einen sehr interessanten Dokumentarfilm zum Wikipedia-Projekt anschauen, der den hübschen Titel "Wikipedia - Die Schwarmoffensive" trägt und unsere Seminare aus dem vergangenen Semester anlässlich des 20. Geburtstages der Online-Enzyklopädie hervorragend abrundet. Auf der entsprechenden Website, auf der sich auch ein Interview mit der Regisseurin Maria Teresa Curzio befindet, wird der Film folgendermaßen beschrieben:

"Der Film greift zentrale Fragen rund um das Phänomen Wikipedia durch Begegnungen mit Protagonist*innen auf, die sich aus unterschiedlichen Motiven im Wikipedia-Kosmos engagieren oder ihm kritisch gegenüberstehen. (...) Die Regisseurin Maria Teresa Curzio erklärt in ihrem Dokumentarfilm durch Gespräche mit Autor*innen und Wikipedia-Aktivist*innen wie Elke Koepping, Georg Hilt, Martin Rulsch und Peter Wuttke die Möglichkeiten und Grenzen von Wikipedia-Autor*innen und geht beispielhaft auf "Editierkriege" ein. Außerdem beleuchtet sie mit dem Philosophen Thomas Metzinger und dem Wikipedia-Insider Pavel Richter auch kritisch, wie relevant die in Wikipedia eingestellten Inhalte in Bezug auf gesellschaftliche und menschliche Themen tatsächlich sind."

Letztgenannter hat im vergangenen Jahr ein sehr lesenswertes Buch mit dem (ebenfalls hübschen) Titel "Die Wikipedia-Story - Biografie eines Weltwunders" veröffentlicht:


Mittwoch, 11. August 2021

Soziale Medien im Wahlkampf

Unser Alltag ist geprägt von Sozialen Netzwerken. Wir benutzen sie täglich, ob als Zeitvertreib, zur Kommunikation oder für Informationen und Nachrichten. Wer sich für Politik interessiert und auf diversen Sozialen Netzwerken unterwegs ist, dem wird aufgefallen sein, dass Parteien und Kandidat*innen diese immer häufiger nutzen. Nicht nur bei großen Wahlen, auch auf kommunaler Ebene werden sie immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt für das wahlpolitische Geschehen.

Durch die Corona-Pandemie wird dieses Verhalten verstärkt, denn die klassischen Wahlkampfstände und -veranstaltungen sind nur in kleinerem Rahmen möglich. Auch „Fachleute sind sich einig, dass der Wahlkampf in den sozialen Medien gerade auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie im Wahljahr 2021 mit sechs Landtagswahlen und der Bundestagswahl Ende September 2021 ein noch bedeutenderer Erfolgsfaktor sein wird“ (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg 2021). Gerade deshalb ist das Thema des digitalen Wahlkampfs aktuell so spannend.

Mittwoch, 16. Juni 2021

Wikipedia: Edit-Wars

In diesem Beitrag stellt Samuel Schaumann folgenden Aufsatz vor:

Raschka, Achim / Franke, Dirk (2016): Edit-Wars in Wikipedia; in: Zeitschrift für Ideengeschichte, 2/2016, S. 17-24, online unter: https://www.z-i-g.de/pdf/ZIG_2_2016_wille_raschka_17.pdf.

Der Aufsatz thematisiert die sogenannten „Edit-Wars“ in der Wikipedia und erklärt diese im Hinblick auf die grundlegenden Prinzipien der freien Enzyklopädie. Dabei erläutern die Autoren einige exemplarische Auseinandersetzungen und zeigen die Notwendigkeit solcher Konflikte als systemimmanent auf.

Zunächst wird die Wikipedia als unkonventionelle Internet-Enzyklopädie beschrieben, welche durch zentrale charakteristische Aspekte von herkömmlichen Lexika und deren Prinzipien abweicht. Genannt werden das Prinzip der Inhalte unter freier Lizenz und die offene Redaktion der Artikel, wodurch allen ermöglicht werden soll, zum Wissensbestand der Wikipedia beizutragen.

Als etabliertes digitales Nachschlagewerk sei die Wikipedia stetig gewachsen und habe sich zu einer äußerst gefragten Recherchequelle entwickelt, welche durch zahlreiche Autoren stetig erweitert werde. Die kollaborative Arbeitsweise ist gekennzeichnet durch viele Autoren, die Artikel schreiben, Fehler korrigieren, Inhalte ergänzen, löschen und diskutieren. Dies wird mit einem Verweis auf das erfolgreiche Bewähren in der Praxis als funktionierendes Prinzip bewertet.

Notwendige Regelungen, die eine gewisse redaktionelle Ordnung gewährleisten, wurden in einem umfangreichen Richtlinienwerk für Autoren festgeschrieben und durch informelle Regeln, Konventionen und etablierte Verhaltensweisen ergänzt. Die „Edit-Wars“ als Auseinandersetzungen um vorhandene Artikel werden unter folgend aufgeführten Umständen entfacht:

„Was geschieht zum Beispiel, wenn sich die Autoren hinsichtlich bestimmter Aussagen nicht einig sind und auch keine Einigung herbeiführen können? Was passiert, wenn lange Diskussionen zu brisanten oder auch trivialen Themen nicht auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind? Und was passiert, wenn sich Beiträger der Diskussion entziehen, die Suche nach einem Konsens verweigern und einfach «ihr Ding machen»?“ (S. 18)

Dienstag, 15. Juni 2021

Wikipedia und aktuelle Ereignisse

In diesem Beitrag stellt Louis Hakim Karl folgenden Aufsatz vor:

Roessing, Thomas (2014): Enzyklopädie-Amateure als Amateur-Journalisten: Wikipedia als Gateway für aktuelle Ereignisse; in: SCM Studies in Communication and Media, 3. Jg., Heft 2/2014, S. 205-227, online unter: https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/2192-4007-2014-2-205/enzyklopaedie-amateure-als-amateur-journalisten-wikipedia-als-gateway-fuer-aktuelle-ereignisse-jahrgang-3-2014-heft-2.

Zunächst konstatiert Roessing, dass journalistische Arbeit durch die Digitalisierung zunehmend von fachfremden Personen ausgeführt wird. Ursprünglich hatte auch die Wikipedia ein anderes Ziel als das Verbreiten von Neuigkeiten, da sie als Online-Enzyklopädie ein digitales Pendant zu Universalenzyklopädien wie dem Brockhaus darstellen sollte.

Da die Verbreitung von Nachrichten eigentlich dem Projekt „Wikinews“ der Wikimedia-Foundation unterstellt sein sollte, sehen immer mehr Mitglieder der Wikipedia-Community den Umgang mit aktuellen Ereignissen kritisch. Der Verlauf der Konfliktlinien, die verschiedenen Argumente und die Folgen für die bestehenden Artikel sind Gegenstand der vorliegenden Studie, die auf Wikipedia-Forschung und der Gatekeeper-Theorie basiert (S. 208).

Studie zur Nutzung von Wikipedia

In diesem Beitrag stellt Lea Lohrer folgenden Aufsatz vor:

Lemmerich, Florian / Sáez-Trumper, Diego / West, Robert / Zia, Leila (2019): Why the World reads Wikipedia: Beyond English Speakers; Proceedings of the Twefth ACM International Conference on Web Search and Data Mining. https://dl.acm.org/doi/pdf/10.1145/3289600.3291021.

Die Autor*innen beschäftigen sich mit der Frage, warum weltweit jeden Tag Millionen von Menschen die verschiedenen Sprachversionen von Wikipedia lesen. Die Studie umfasst eine groß angelegte Umfrage unter Wikipedia-Lesern in 14 verschiedenen Sprachversionen mit einer Analyse der Benutzeraktivität.

Montag, 14. Juni 2021

Löschdiskussionen auf Wikipedia

In diesem Beitrag stellt Kathrin Blanke folgenden Aufsatz vor:

Hanauska, Monika (2018): Aushandlungsprozesse in vernetzten Systemen - die Löschdiskussionen auf Wikipedia; in: Industrie 4.0 / Made in China 2025 - Gesellschaftswissenschaftliche Perspektiven auf Digitalisierung in Deutschland und China, KIT Scientific Publishing, S. 149-163, online unter: https://publikationen.bibliothek.kit.edu/1000083481 

Dr. Monika Hanauska behandelt die Löschdiskussionen in der Online-Enzyklopädie Wikipedia. In ihrem Einstieg gibt sie einen Einblick in die nicht immer konstruktiv geführten Löschdiskussionen. Des Weiteren rückt sie destruktive Debatten in den Vordergrund, welche auf die Beziehung der Diskussionsteilnehmer zurückzuführen sind, wodurch die Selbstorganisation der Wikipedia negativ beeinträchtigt werden könnte (S. 149).

Wikipedia und Unterrepräsentation

In diesem Beitrag stellt Lea Bauer folgenden Aufsatz vor:

Adams, Julia / Brückner, Hannah / Naslund, Cambria (2019): Who Counts as a Notable Sociologist on Wikipedia? Gender, Race, and the “Professor Text”; in: Socius: Sociological Research for a Dynamic World, Volume 5, doi: 10.1177/2378023118823946.

Adams, Brückner und Naslund zeigen in ihrem Artikel über die Repräsentation von Frauen und Männern auf Wikipedia geschlechterspezifische und herkunftsspezifische Unterschiede auf. Sie stellen Vergleiche zwischen den verschiedenen Gruppen auf und erläutern Gründe für die Ungleichheit.

Samstag, 12. Juni 2021

Analyse der Machtstrukturen in Wikipedia

In diesem Beitrag stellt Luca Rodio folgenden Aufsatz vor:

Thiele, Franziska / Sichler, Almut (2018): Egalitär oder Elitär? – Diskursive und institutionelle Machtstrukturen in Wikipedia; in: Christiane Eilders / Olaf Jandura / Halina Bause / Dennis Frieß (Hrsg.): Vernetzung. Stabilität und Wandel gesellschaftlicher Kommunikation, Köln: Herbert von Halem Verlag, online bei ResearchGate.

Der Artikel wird durch eine prägnante Hinführung an die Untersuchung mit einigen relevanten Aspekten eingeleitet. So schreiben die Autorinnen beispielsweise, dass die Wikipedia-Community im Kern aus nur etwa 300-500 Wikipedianern bestehe und diese auch die verschworene Wikipedia-Gemeinschaft darstellen, die oligarchisch über die kollektiv erstellte Enzyklopädie wacht (vgl. Thiele/Sichler 2018, S. 2). Bereits hier kann der Leser erkennen, dass einige Wikipedianer eine enorme Macht besitzen.

Des Weiteren habe, so die Verfasserinnen, die Enzyklopädie in den letzten zehn Jahren als Forschungsgegenstand massiv an Bedeutung gewonnen, seit 2002 sei außerdem ein deutlicher Anstieg der Wikipedia-Zitationen in wissenschaftlichen Publikationen zu verzeichnen (vgl. ebd.). Zusätzlich führen die beiden Autorinnen in ihrer Einleitung an, dass Wikipedia eine enzyklopädische Monopolstellung zuzuschreiben sei, zudem besitze sie aufgrund stetig steigender Nutzungshäufigkeit eine große Reichweite und damit das Potenzial zu einer enormen Wissensmacht (vgl. ebd.).

Um dies zu erkennen, muss man nicht stark in das Geschehen involviert sein. Was aber vielfach eine Leerstelle bleibt, sind die Motivation, das Partizipationsverhalten und die Struktur der Autorenschaft, da in Wikipedia die Möglichkeit besteht, anonym am kompletten Konstrukt mitwirken zu können (vgl. ebd.). Was für die Forschung nicht unerheblich ist, ist die Tatsache, dass sich die Kontexte der Wissensproduktion sowohl auf institutioneller als auch auf diskursiver Ebene dadurch nachvollziehen lassen, da alle Einträge, Änderungen, Diskussionen und Versionsgeschichten zu jeder Seite gespeichert werden (vgl. ebd.).

Wikipedia Stand 2017

In diesem Beitrag stellt Julia Lochmann folgenden Aufsatz vor:

Cyron, Marcus (2017): Wikipedia. Macht. Archäologie; in: Archäologische Informationen 40, S. 95-100, online unter: https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/arch-inf/article/view/42467/36202.

Wikipedia kann man positiv, negativ oder neutral gegenüberstehen. Aber egal wie man zu ihr steht, man kommt nicht umhin, bei einer Recherche auf sie zu stoßen. Wikipedia wurde 2001 gegründet und fiel direkt auf fruchtbaren Boden, um sich rasant zu verbreiten und zu vergrößern. Dieses Phänomen würde heutzutage wahrscheinlich gar nicht mehr machbar sein. Mit diesem rasanten Aufstieg von Wikipedia rückten die anderen Enzyklopädien in den Hintergrund. So wurde Wikipedia zum erfolgreichsten Enzyklopädie-Projekt überhaupt. Die deutsche Wikipedia bildet die zweitgrößte Sprachversion und hat 2016 die „magische Marke“ erreicht mit 2 Millionen Einträgen (Cyron, 2017, S. 95-96).

Freitag, 11. Juni 2021

Wikipedia Stand 2007

In diesem Beitrag stellt Johannes Schleicher folgenden Text vor:

Schindler, Mathias (2007): Wikipedia – wisdom of the world, Köpad Verlag, online unter: https://core.ac.uk/display/11882074?recSetID= 

In seinem Aufsatz beschreibt Mathias Schindler, wie es Wikipedia geschafft hat, nicht nur den Buchmarkt nachhaltig zu revolutionieren, sondern auch "das klassische Konzept von Autorität, Urheberschaft, das Verhältnis zwischen Autoren und Lesern und nicht zuletzt bestimmte kommerzielle Geschäftsmodelle" zur Debatte zu stellen. Zuerst schildert der Autor die Entwicklung, die Wikipedia genommen hat, und verweist dabei auf wichtige Etappen: Die Entwicklung und das Scheitern des Vorgängers Nupedia und der kometenhafte Aufstieg von Wikipedia.

Donnerstag, 10. Juni 2021

bpb-Dossier Wikipedia: Geschichte des Projekts

In diesem Beitrag stellt Justin Bauer folgenden Text vor:

Kleinz, Thorsten (2012): Der schnelle Weg zum Weltwissen. Die Geschichte der Wikipedia; in: Dossier "Wikipedia" auf der bpb-Website: https://www.bpb.de/gesellschaft/digitales/wikipedia/145807/der-schnelle-weg-zum-weltwissen?p=0.

In seinem Aufsatz geht der Autor vor allem auf die Entwicklungsgeschichte und die Beweggründe des Wikipedia-Projekts ein. Die kleine Community, die dieses Hobbyprojekt „Online-Enzyklopädie“ in die Wege geleitet hatte, war sich 2001 wohl nicht ganz im Klaren, welchen neuen Problemen sie sich im Laufe des Wachstums stellen muss.

Mittwoch, 9. Juni 2021

Weiße Flecken in der Wikipedia

In diesem Beitrag stellt Maximo Winter folgenden Text vor:

Graham, Mark (2012): Die Welt in der Wikipedia als Politik der Exklusion: Palimpseste des Ortes und selektive Darstellung; in: Dossier "Wikipedia" auf der bpb-Website: https://www.bpb.de/gesellschaft/digitales/wikipedia/145816/die-welt-in-der-wikipedia-als-politik-der-exklusion.

In seinem Aufsatz geht Graham vor allem auf die Unterschiede von geokodierten (geologisch zugeordneten) Artikeln und deren Ersteller ein. Er zeigt bestehende Unterschiede auf und beschreibt deren Auswirkungen.

„Wikipedia wird oft als ein Beispiel für zwei Dinge genannt: Anarchie und Demokratie.“ (Graham 2012)

Mit diesem Satz eröffnet Graham seinen Aufsatz und fügt dem auch gleich ein Problem hinzu. Ähnlich wie bei Demokratien mit stark ausgeprägten direktdemokratischen Elementen werden diese nicht von allen Menschen gleich genutzt. Bei Wikipedia besteht die aktivste Autorengruppe hauptsächlich aus „jüngeren männlichen Autoren aus westlichen Ländern“ (Graham 2012).

Dienstag, 8. Juni 2021

Wikipedia in der universitären Lehre

In diesem Beitrag stellt Nils Krauter folgenden Aufsatz vor:

Bürgin, Martin; Eichenberger, Linda; Zumstein, Marius (2020): Alternative Leistungsnachweise im Digital Flipped Classroom: Wikipedia als Plattform und Werkzeug universitärer Lehre; in: Zeitschrift für Religionskunde / Revue de didactique des sciences des religions, 8/2020, S. 186-201, online unter: https://doi.org/10.5167/uzh-193075.

In diesem Artikel schildern die Autoren den Verlauf eines von ihnen veranstalteten Seminars zum Thema Mikrogeschichte. Interessant an diesem Seminar ist der Verzicht auf traditionelle Leistungsnachweise. Die Leistung wird über das Verfassen eines Wikipedia-Eintrags erbracht, mit anschließender Reflexion in Form eines Essays.

„Anstatt Vor- und Nachteile der Online-Enzyklopädie lediglich theoretisch zu reflektieren, sollte sie praktisch erfahrbar und didaktisch nutzbar gemacht werden […]“ (Vgl. Bürgin et al, S.185).

Montag, 7. Juni 2021

Geschichte der Wikipedia und Parallelen zu Linux

Im diesem Beitrag stellt Amineh Malek Merkoomyans folgenden Aufsatz vor:

Hillgärtner, Harald (2013): Citizendium vs. Wikipedia – Handeln mit verteilten/vertauschten Rollen?; in: Maik Bierwirth, Oliver Leistert, Renate Wieser (Hg.): Ungeplante Strukturen. Tausch und Zirkulation, Fink (Schriftenreihe des Graduiertenkollegs "Automatismen" 2), S. 59-75, online unter: https://mediarep.org/bitstream/handle/doc/4650/Ungeplante_Strukturen_59-75_Hillgaertner_Citizendium_vs_Wikipedia_.pdf?sequence=6&isAllowed=y.

Der Aufsatz von Hillgärtner beschäftigt sich insbesondere mit der Geschichte von Wikipedia. Hierbei wird die Entwicklung von Unix und Linux als Vorgeschichte von Wikipedia skizziert. Anschließend geht Hillgärtner der Frage nach, wie Wikipedia sich hinsichtlich digitaler Konkurrenz beispielsweise gegenüber Citizendium behaupten kann.